Huawei-Mainboard mit ARM-CPU und PCI-Express-Slot

8
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Huawei DS920S10 Mainboard
Quelle: Huawei

Der chinesische Hersteller Huawei hat ein neues Mainboard namens DS920S10 vorgestellt, auf dem der eigene ARM-Prozessor Kungpeng 920 sitzt. Gedacht ist dieses Mainboard für den Einsatz in Desktop-PCs.

Huawei fertigt nicht nur Smartphones, sondern auch eigene SoCs und Mobilfunkmodems. Nun hat das chinesische Unternehmen ein eigenes Mainboard für den Desktop-PC vorgestellt. Das DS920S10 im Mikro-ATX-Größenfaktor beherbergt einen ARM-Prozessor namens Kungpeng 920, der mit vier und acht ARMv8-Kernen aufwarten kann. Auf dem Mainboard kann eine dedizierte Grafikkarte via PCI-Express-3.0-x16-Slot angebunden werden.

Mainboard für Linux-Rechner

Zudem stehen auf dem Mainboard noch zwei weitere PCI-Express-Slots zur Verfügung. Einer der beiden Steckplätze hat dabei vier Leitungen zu bieten, während der andere nur noch eine Leitung offeriert. Für Arbeitsspeicher stehen vier herkömmliche DIMM-Slots für DDR4-RAM-Riegel bereit. Maximal werden 64 GiByte sowie eine Taktung von 1.200 MHz unterstützt. Für Massenspeicher stehen zwei M.2-Slots und sechs SATA-Anschlüsse bereit. Zudem sind zwei LAN-Ports, vier USB 3.0 und vier USB 2.0 verbaut.

Der auf der Platine verlötete Prozessor Kungpeng 920 ist von der Server-Sparte adaptiert und soll maximal 2,6 GHz erreichen können. Im Gegensatz zum Server-Bereich mit bis zu 64 Kernen müssen sich Endkunden mit vier oder acht Kernen begnügen. Die Kungpeng-CPUs lassen sich mit einem Linux-Betriebssystem für ARM nutzen. Noch ist nichts bekannt zum Marktstart oder einem Preis.

Ebenfalls lesenswert: Huawei: HarmonyOS für IoT-Geräte vorgestellt - Einsatz im Smartphone als Android-Ersatz möglich

Fakten zum Huawei-Mainboard:

  • Der chinesische Hersteller Huawei hat ein eigenes Mainboard für Desktop-PCs vorgestellt. Das DS920S10 ist ungefähr in der Größe Mikro-ATX und kommt mit einer fest verlöteten ARM-CPU.
  • Der ARM-Prozessor heißt Kungpeng 920 und ist wahlweise in einer Version mit vier oder acht Kernen verfügbar. Die CPU ist abgeleitet von Prozessoren der Server-Sparte.
  • Das DS920S10 ist gedacht für den Einsatz mit einem Linux-Betriebssystem für ARM.

Quelle: Huawei

8
    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von KnSN Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH-Redaktion
        Der chinesische Hersteller Huawei hat ein neues Mainboard namens DS920S10 vorgestellt, auf dem der eigene ARM-Prozessor Kungpeng 920 sitzt.
        Die hier vorgestellte Umsetzung, ARM platform for desktops, entschpricht genau derjenigen Intension, auf die ich schon so lange gehofft habe. Jedoch nicht mit einer solchen CPU: Qualcomm Snapdragon und Samsung Exynos sind für meine Ambition unverzichtbar.
      • Von KnSN Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH-Redaktion
        Der chinesische Hersteller Huawei hat ein neues Mainboard namens DS920S10 vorgestellt, auf dem der eigene ARM-Prozessor Kungpeng 920 sitzt.
        Die hier vorgestellte Umsetzung, ARM platform for desktops, entschpricht genau derjenigen Intension, auf die ich schon so lange gehofft habe. Jedoch nicht mit einer solchen CPU: Qualcomm Snapdragon und Samsung Exynos sind für meine Ambition unverzichtbar.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Ganjafield
        Für was ist denn sowas gedacht?
        Das Ding ist wohl vorallem für Firmen gedacht, die Sanktionen der USA umgehen wollen (wie Huawei selbst).

        Auf der einen Seite kann chinesischen Firmen der Saft abgedreht werden, indem die USA den Handel verbieten. Intel, AMD und Nvidia sind US Firmen, viel Spaß noch einen Computer zusammenzustellen. Jetzt hat man immerhin die Kernkomponente und die USA können einen irgendwie gern haben.

        Dann gibt es auch Exportbeschränkungen, wenn in einem gut mehr als 10% US Teile verbaut sind (wie das gemessen wird, das weiß ich nicht, ich glaube nach dem Wert der Teile). Wenn eine Firma also ihr Gerümpel in den Iran, Kuba und etlich andere Länder liefern will, dann sollte sie aufpassen, 10% sind extrem schnell erreich, besonders da heute quasi alles einen Computer enthält. Hier hat man nun die Möglichkeit einiges zu sparen, wenn einem die Rechenleistung genügt.

        Für Privatanwender, in nicht Embargoländern, eher uninteressant. Aber z.B. im Iran wird das wohl viele interessieren, da keine teure Embargoware.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Ich würde nicht damit rechnen, dass der Stromverbrauch dieser Platine deutlich unter x86 liegt. Alles abseits der CPU selbst wird genauso viel Energie benötigen, wie auf jeder anderen Platine auch und die Kunpeng 920 selbst sind ein Server-Design, dessen bisherige Ausbaustufen 180 W TDP für 64 Kerne und 120 W TDP für 32 Kerne umfassen. Dem asymmetrischen RAM-Layout nach könnte hier der Uncore-Bereich ebenfalls reduziert worden sein, was grob geschätzt 15 bis 30 W Uncore (Dual-/Quad-Channel) zuzüglich 2-3 W pro Kern, also 20 bis 40 W TDP für den kompletten Prozessor erwarten lässt. Die pro-Kernleistung ist hierbei ziemlich schlecht, die 64-Kerner sind laut vom Hersteller genannten Eckdaten in Schlagdistanz zu Skylake-18-Kernern. Das heißt der Achtkerner kann sich vielleicht mit einem 2015er Dual-Core duellieren, wenn alle Kerne ausgelastet werden. In einfachen Alltagsanwendungen, die weiterhin oft Single-Threaded sind, weil x86-CPUs die Leistung sowieso hergeben, hat man dann 1/8tel dieser "Leistung" und selbst zusammengenommen tritt man vermutlich eher in der Atom-Klasse an.

        Als Entwicklerumgebung für Server- und HPC-Programmierer, die für die großen Modelle coden, dürfte der Prozessor interessant sein. Aber einen Endkundenmarkt sehe ich nicht, zumal es so etwas wie "günstige Kleinserien" in der IT einfach nicht gibt.
      • Von Turbo1993 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Ganjafield
        Für was ist denn sowas gedacht?
        Aktuell würde das mich für Heimserver interessieren. Hab mit Einplatinenrechnern begonnen. Allerdings haben die zu wenig Anschlüsse und sind auch meist nicht stabil genug für einen 24/7 Betrieb. Aktuell baue ich x86 Server auf Celeron Basis. Die haben mehr als genug Performance, brauchen aber auch 10W in idle. Ein ARM Chip mit gleich vielen Anschlüssen, vielleicht etwas weniger Performance und weniger Stromverbrauch wäre da echt toll. Zumal der ARM Support bei Linux wirklich gut ist.
      • Von Homerclon Volt-Modder(in)
        Das Ding heißt Kunpeng, es hat sich also ein G zu viel eingeschlichen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk