Mafia: Definitive Edition - Messwerte
Mafia Definitive Edition im Techniktest: Grafikkarten-Benchmarks
Wie bei jedem PCGH-Techniktest üblich, haben sich vor den Messungen mehrere Redakteure an verschiedenen Systemen mit dem Spiel vertraut gemacht. Selbstverständlich verwenden wir nicht die nächstbeste Zwischensequenz, sondern maßgeschneiderte Szenen. Wie immer kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall der Geforce 456.55 WHQL und die Radeon Software 20.9.2. Im Falle der Geforce-Grafikkarten lassen wir Hardware-Accelerated GPU Scheduling, kurz HAGS, aktiviert. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt. Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie im folgenden Benchmark auswählen können. PCGH-typisch ist die Verwendung von maximalen Details - im Falle des flüssigen Mafia Definitive Edition absolut logisch.
Für unsere Benchmarks nutzen wir den Spielmodus "Freie Fahrt". Die Messungen für die Grafikkarten fertigen wir im Südwesten der Karte an. In dieser Gegend geht die Stadt in das Grün um die Rennstrecke von Lost Heaven über. Die Vegetation sorgt für erhöhte Last für die GPU, während die CPU gegenüber unseren Prozessorbenchmarks (siehe weiter unten) etwas weniger belastet ist. Wir stellen uns mit unserem Taxi auf der rechten Fahrspur an das Tor, danach fahren wir an, geben Vollgas und fahren Richtung Stadtkern. Während der Messung sorgen Bäume und Sträucher, die rauchenden Schlote der Fabriken sowie Pfützen samt Screen-Space-Reflections und die recht hohe Weitsicht für Last. Die Messungen sind sehr gut reproduzierbar, gegenüber den meisten Open-World-Titeln ist Mafia 1 im Modus Freifahrt praktischerweise eher wenig dynamisch - vor wechselndem Wetter oder einem Tag-/Nachtwechsel bleiben wir verschont, einzig die selbstmörderische KI des Straßenverkehrs bleibt ein unberechenbarer, doch nicht wirklich messkritischer Faktor.
Mafia Definitive Edition: GPU-Benchmarks
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Die Ergebnisse stimmen freudig, denn nun ist klar: Jede Gaming-Grafikkarte der vergangenen fünf Jahre ist in der Lage, Mafia Definitive Edition flüssig darzustellen. Die Bildrate skaliert dabei sehr deutlich mit der GPU-Leistung, was auch an unserer Testszene liegt. Auffälligkeiten gibt es keine, alle Grafikkarten liegen in etwa dort, wo man sie erwarten würde. Abschließend noch eine leise Warnung: Es
Jede Gaming-Grafikkarte der vergangenen fünf Jahre ist in der Lage, Mafia Definitive Edition flüssig darzustellen
gibt einige Fleckchen in respektive um Lost Heaven, die nicht derart gut laufen. Die urbanen Gefilde, in denen man sich die meiste Zeit des Spiels herumtreibt, stellen höhere CPU- denn GPU-Anforderungen. Letztere steigen massiv an, sobald man die Betonwüste verlässt und aufs Lands hinausfährt. Dies passiert bereits nach wenigen Missionen und ist daher selbst für Stadtkinder nicht zu vermeiden. Wir haben ein paar Beispielbilder mit eingeblendetem Frame-Counter auf einer Geforce GTX 980 Ti geschossen. Diese genügt im Grunde für flüssige Fps-Raten in WQHD, lässt jedoch empfindlich Federn, sobald reichlich Vegetation im Bild ist. Am Ende zeichnet unsere GPU-Benchmarkszene bewusst unterdurchschnittliche Bildraten für das Stadtgebiet, aber keinen Worstcase wie auf dem Lande. Hier können Sie je nach Auflösung und Grafikkarte bis zu 20 Prozent der Frames abziehen.
Einfluss des Grafikspeichers
Mafia Definitive Edition bietet zwar einige hochauflösende Texturen, die meiste Pracht kommt jedoch durch Shader-Aufwertung der Oberflächen. Das Data Streaming arbeitet effizient und adressiert für ein modernes Spiel bemerkenswert wenig Grafikspeicher. In Full- und WQHD genügen 4 GiByte, uns sind keine nennenswerten Texturaussetzer aufgefallen - sofern man von den ersten Sekunden nach dem Betreten der Spielwelt absieht. In Ultra HD genügen folglich 6 GiByte und alles darüber hinaus. Wir wollten es in tiefergehenden Tests genauer wissen und bedienten uns erneut Downsampling: Mit der 5K-Auflösung - 77 Prozent mehr Pixel als unter UHD - klettert die Speichernutzung auf bis zu 6 GiByte. Höhere Auflösungen sind beim besten Willen nicht nutzbar, unter 5K laufen bereits RTX 2080 Ti, RTX 3080 & Co. je nach Szene im 50- (Stadt) bis 30-Fps-Bereich (Land).
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele -Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen. In Einzelfällen, etwa bei besonders anspruchsvollen Spielen, weichen wir von diesem Credo ab und testen besonders flinke Varianten. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen.
Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "RTX 2080 Ti" ist nicht "RTX 2080 Ti" respektive "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti" - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominentesten sind AMDs Radeon VII und die ältere R9 Fury X, welche wir jeweils im Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.
Mafia Definitive Edition im Techniktest: Prozessor-Benchmarks
Gegenüber den hohen Anforderungen an die Grafikkarte stehen sehr niedrige an den Prozessor. Exemplarisch führen wir verschiedene CPU-Modelle von zwei bis zwölf Rechenherzen an. Als Benchmark dient uns eine rasante Fahrt durch Little Italy, vorbei an Unmengen von Fahrzeugen, Straßenbahnen und Passanten. Um für ausreichend Streaminglast zu sorgen, beginnt der Benchmark mit einem fliegenden Start am Stadtrand, führt Richtung Süden und endet schließlich in der Innenstadt.
Die Zahlen machen deutlich, dass ab sechs Kernen Schluss mit optimaler Auslastung ist, zusätzliche Kerne bringen nur noch überschaubare Zugewinne. Insgesamt geht das Spiel sehr geduldig mit dem Prozessor um, nutzt aber zumindest acht Threads, um größere Stocker zu vermeiden. Viel hilft viel, was auch die Frametimes offenbaren: Das rote Chaos oberhalb ist der kleine Athlon 3000G, welcher mit gerade einmal zwei Kernen völlig überfordert ist. Ein wenig entspannter wird die Lage, wenn statt logischer Prozessoren echte Kerne genutzt werden, wie der Ryzen 3 1300X beweist. Partiell landet aber auch ein nativer Quadcore in der Problemzone. Erst dem Core i7-4790K gelingt es, die Last auf die acht vorhandenen Threads zu verteilen, sodass sich ein flüssiges Spielgefühl einstellt. Ein moderner Quadcore wie der Ryzen 3 3300X hat dann schließlich gar keine Probleme mehr.
Wir raten dennoch, wie so oft, zu einem anständigen Hexacore. Je nach Fps-Anspruch sind Sie damit auf der sicheren Seite. Weit dreistellige Bildraten sind bei einem Open-World-Spiel wie Mafia Definitive Edition generell selten, wenngleich dies in Innenräumen durchaus vorkommt. Mit Blick auf die Skyline erreichen jedoch selbst die schnellsten Prozessoren keine dreistelligen Werte bei der Frameverteilung. Unser für Grafikkarten-Benchmarks verwendeter, bis zum letzten Subtiming geschärfter Ryzen 9 3900 "XTX" zeigt sich in Mafia DE jedoch erneut von seiner besten Seite und erzielt eine bemerkenswerte Skalierung gegenüber normalen Ryzen-3000-Chips - das beherzte Speicher-Tuning macht's möglich.
Mafia Definitive Edition: CPU-Benchmarks
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Die Prozessor-Messmethodik der PCGH
Jede CPU wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Im UEFI konfigurieren wir ein TDP-Limit: Jede CPU wird auf die Parameter konfiguriert, die der Hersteller für das jeweilige Modell vorsieht. Die Geschwindigkeit des verbauten Speichers wird ebenfalls auf die Herstellervorgabe forciert, die Menge mit 32 GiByte und die Timings (XMP) geben wir vor. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte und ermöglichen einen fairen Vergleich. Wir nutzen, wenn möglich, immer die neueste Version von Windows inklusive allen (Sicherheits-)Updates. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt.
Mafia Definitive Edition im Techniktest: Fazit
Hangar 13 hat mit dem Remake des Klassikers Mafia ein sauberes und erfreulich gutes Spiel abgeliefert. Auch wenn einige Änderungen an Gameplay, Missions-Design, Soundtrack oder Performance der Schauspieler (beziehungsweise in der deutschen Fassung Synchronsprecher) wohl kontroverse Meinungen hervorbringen wird, ist es beachtlich, wie nah sich Hangar 13 ans Original gehalten hat und wie gut der Entwickler das ursprüngliche Flair eingefangen hat. Daran hat auch die gute deutsche Sprachausgabe einen Anteil, allerdings kommt sie lange nicht an die englische Synchronfassung heran, deren hochprofessionelle Sprecher aufgrund der schweren italienischen Akzente und mafiösem Slang wesentlich mehr Authentizität vermitteln, allerdings aus diesem Grunde ein gehobenes Verständnis der englischen Sprache erfordern.
Auch grafisch ist Mafia Definitive Edition gelungen. Die verhältnismäßig kleine Open World ist vollgestopft mit Details, die einzelnen Stadtteile wie Little Italy oder China Town sind sehr eigenständig gestaltet, Kontraste zwischen dreckigem Industriegebiet und edlem Bonzenviertel sorgen für optische Unterhaltung. Die Entwickler nutzen zudem viele nette Effekte - darunter die Globale Beleuchtung oder die geschickt umgesetzten Spiegelungen - gekonnt ein, die Zwischensequenzen sind zudem sehr gut inszeniert, Figuren sowie deren Texturierung detailliert. Auf der anderen Seite kann das temporale Ghosting stören und die recht hohe Unschärfe des Bildes ist sicher nicht jedermanns Sache - wobei Sie Letzteres angehen können, indem Sie die Auflösung (z.B. via DSR/VSR in Ihrem Grafiktreiber) erhöhen und/oder, wie schon beschrieben, einen zusätzlichen Schärfefilter nutzen. Die Performance von Mafia Definite ist sehr gut, weder GPU noch CPU oder der Speicher werden über Gebühr belastet, die Prozessor-Performance ist für einen Open-World-Titel gar bemerkenswert gut.

