Gaming auf der großen Leinwand: Premium-Beamer XGimi Titan Noir Max für 5.500 Euro im Test
Der XGimi Titan Noir Max lockt mit 7.000 ISO-Lumen, RGB-Triple-Laser, 240 Hz in Full HD und vielen Heimkino-Features - aber zum entsprechenden Preis. Ob der Premium-Beamer diesen rechtfertigen kann, klären wir im Test.
Inhaltsverzeichnis
Die Projektoren aus XGimis Titan-Noir-Serie und gerade der Titan Noir Max sind wahrlich kein Schnäppchen, konnten das Ziel ihrer Kickstarter-Kampagne aber dennoch mithilfe von mehr als 6.000 Unterstützern weit übertreffen. 100.000 US-Dollar wollte man erreichen, beinahe 20.000.000 sind es zum Testzeitpunkt geworden. Das Interesse an dem vollgepackten Beamer ist also schon einmal enorm, was nicht zuletzt an seiner beeindruckenden Licht- und Farbleistung liegen dürfte. Auch wir haben dem Max-Modell auf den Zahn gefühlt und geben in diesem Test Auskunft darüber, ob es seine Versprechen hält und wie viel Gaming-Tauglichkeit man hier für 5.500 Euro Listenpreis geboten bekommt.
Technische Details & Lieferumfang
Ganz oben auf der beeindruckenden Spec-Liste stehen die 7.000 ISO-Lumen, mit denen XGimi selbstbewusst wirbt. Einer der hellsten Projektoren, die wir in letzter Zeit vorliegen hatten, der Dangbei MP1 Max, bietet mit 3.100 ISO-Lumen nicht einmal halb so viel. Doch was es genau mit dem hohen Wert des Titan Noir Max auf sich hat, dazu später mehr. Ferner setzt er auf eine RGB-Triple-Laser-Lichtquelle und bietet großzügigen Lens-Shift, optischen Zoom, Dolby Vision, HDR10+, IMax Enhanced, 3D und DBLE, eine Technologie zur Bildverbesserung in dunklen Szenen.
Für Gaming besonders interessant sind außerdem VRR, ALLM und - mit entsprechendem HDMI-Kabel - bis zu 240 Hz bei Full HD. Bei 4K sind dagegen maximal 60 Hz möglich, wobei die UHD-Darstellung nicht nativ erfolgt. Stattdessen entsteht sie mithilfe des neuen 0,47-Zoll-SST-DMDs von Texas Instruments und vierfachem Pixelshift. Der Chip arbeitet also nicht mit 3.840 × 2.160 nativen Bildpunkten, sondern erzeugt das Bild über mehrere, schnell versetzte Teilbilder. Moderne Pixelshift-Verfahren kommen nativer UHD-Schärfe in der Praxis zwar sehr nahe, bleiben aber technisch von echter nativer 4K-Darstellung zu unterscheiden.
Bildergalerie
Der Luxus beginnt nicht erst im Paket
Dass ein solches Gerät stolze 8,1 kg auf die Waage bringt, ist erst einmal nicht verwunderlich. Wie edel XGimi sein Schmuckstück verpackt, hat uns dann aber doch überrascht. Statt eines ganz normalen Kartons kommt es in einem schicken Koffer mit Lederstruktur daher, der innen dick mit Schaumstoff gepolstert ist und wirklich etwas hermacht. Mobiler wird er dadurch zwar nicht, und ohne den Prunk hätte sich der Preis vielleicht auch noch einmal spürbar reduzieren lassen. Doch für die zahlreichen Fans, die die Modellreihe bereits unterstützt haben, ist das sicher eine willkommene Dreingabe. Darüber hinaus finden sich im Koffer lediglich das Netzteil samt etwas kurz geratenem Kabel (140 + 115 cm), der dazugehörige Papierkram und die Fernbedienung.
| Produktname | Titan Noir Max |
|---|---|
| Hersteller | XGimi |
| Helligkeit | 7.000 ISO-Lumen |
| Auflösung | 3.840 × 2.160 Pixel |
| Bilddiagonale | Bis zu 300 Zoll |
| Bildwiederholrate | 4K@60Hz; FHD@240Hz |
| Input Lag | 5,3 ms; 2,1 ms |
| Farbskala | ΔE<0.8@BT2020, DCI-P3, Rec.709, AdobeRGB; BT.2020 110% Color Gamut |
| Projektionsverhältnis | 2:1 |
| Konnektivität | HDMI 2.1 (eARC), 2× HDMI 2.1, USB 2.0, USB 3.0, LAN, Optischer Ausgang, 3,5-mm-Klinke, Stromanschluss, WLAN, Bluetooth |
| Maße | 23,1 × 37,9 × 28,8 cm |
| Gewicht | 8,1 kg |
Metallisch, schwer, hochwertig
Die Fernbedienung reagiert zügig und ist mit rund 100 Gramm angenehm schwer sowie teilweise hintergrundbeleuchtet, sodass man sich selbst im Dunkeln einigermaßen zurechtfindet. Dass lediglich die Knopfreihe ober- und unterhalb des D-Pads beleuchtet ist, mag eine Kosten- oder Designentscheidung sein. Doch da man sich daran für die restlichen Tasten orientieren kann, ist das kein wirklicher Nachteil. Dazu gehören vier anpassbare Shortcuts und je einer für Bildmodi und -ausrichtung. Und hält man während einer HDMI-Verbindung die Einstellungstaste gedrückt, öffnet sich die Game-Bar mit unter anderem Zugriff auf Latenz und VRR.
Der Projektor selbst ist mit seinem Gewicht klar als stationäres Gerät gedacht. Dennoch lässt er sich durch die höhenverstellbaren Füße ein wenig anpassen, um einige zusätzliche Zentimeter herauszuholen. Andersherum sollte man die Füße hingegen nicht einfach abnehmen, selbst wenn man so die Gesamthöhe um 5 cm verringern kann, da sich die Lüfter hinten und unten befinden. Immerhin gehen die im regulären Betrieb mit knapp über 30 dB gänzlich im Film- und Spielsound unter. Alternativ lässt sich der Titan Noir Max an Decke oder Wand montieren, allerdings nur durch eine spezielle Halterung für weitere 400 €.
Wuchtiges Gerät, einfache Aufstellung
Doch auch im Regal sieht das schlichte wie edle Gehäuse sehr ansprechend aus und lässt sich mithilfe zahlreicher Bildeinrichtungswerkzeuge genau an die eigene Leinwand anpassen. Dazu zählen zum einen eine präzise Trapezkorrektur und ein Autofokus, der wiederum oft hauchfein neben der Idealschärfe lag. Und zum anderen bietet der Beamer einen zweifach optischen Zoom sowie die Möglichkeit, das Objektiv vertikal um 130 % und horizontal um 50 % zu verschieben.
Die vorgenommenen Einstellungen lassen sich zudem in einem Objektivspeicher festhalten, um etwa zügig zwischen verschiedenen Bildgrößen oder Seitenverhältnissen zu wechseln. Und einen verbesserten Augenschutz hat XGimi ebenfalls eingebaut. Der dimmt auf Wunsch nicht nur schlicht das Bild, was häufig zu lästigen Versehen führt, wenn man etwa zu nah am Projektionsrand aufsteht, sondern kann sich zudem auf einzelne Bildbereiche beschränken. Das ist eine gute Idee, die allerdings noch etwas Feintuning vertragen könnte. Aktuell reagiert die Funktion nämlich noch nicht sofort, sodass man trotzdem nicht unbedingt mitten in die gleißend helle Leuchte schauen sollte.
Heimkino- & Gaming-Center
Quelle: PCGH
Mit ganzen 3 HDMI-Ports, die allesamt 4K@60Hz bzw. FHD@240Hz liefern, sowie üppiger Auswahl an Audio-Eingängen ist der Titan-Noir-Max top ausgestattet.
Auf der Rückseite des Geräts befindet sich hingegen eine üppige Auswahl an Anschlüssen: Ganze drei HDMI-Ports (einer mit eARC), je einmal USB 2.0 und 3.0, ein optischer sowie ein Klinkenausgang fürs Audio und Gigabit-LAN können sich sehen lassen. Da der Projektor jedoch eher als klassisches Heimkinogerät denn als Smart-Beamer mit eigenen Streaming-Apps ausgelegt ist, dürfte letzterer vorrangig der Steuerung über ein Netzwerk statt dem ultraschnellen Ziehen von Updates dienen.
Jeder der HDMI-Ports liefert derweil 4K@60 oder die bereits erwähnten bis zu 240 Hz bei Full HD. Und da es gleich drei Anschlüsse sind, lassen sich neben dem PC gleich noch Konsole und/oder ein Blu-ray-Player anschließen. In Verbindung mit VRR, ALLM, speziellen Bildeinstellungen und einer extrem niedrigen Latenz ergibt sich ein wirklich stimmiges Gaming-Gesamtbild. Letztere beläuft sich bereits bei 4K@60 auf zackige 5,3 ms, kommt bei 240 Hz plus Verstärkungsmodus aber sogar auf 2,1 ms, womit der Projektor selbst guten Monitoren Konkurrenz macht. Opulente Open Worlds werden dadurch ebenso beeindruckend dargestellt wie flotte Multiplayerspiele.

Eine ordentliche Leinwand in annehmbarer Größe kostet auch noch mal eine ordentliche Stange Geld.
Das ist es, was mich vom Kauf eines Kurzdistanz-Beamers abhält ... die Gesamtkosten.
Das Gerät ist trotzdem ein Hammer, ein 5000 Lumen Gerät mussten wir damals mit zwei Mann aus demFahrzeug heben heben, der Preis lag auf Kleinwagen Niveau.
Es würde helfen, wenn im Test erwähnt wird, welches DMD Chipset von Texas Intruments im Beamer verbaut ist - das erleichtert den Vergleich. Insbesondere wenn zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr ganz klar ist, um welche Generation es sich handelt.
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Wie für derlei Modi üblich erhöht dieser den Grünanteil im Licht, da Grün als hellste der drei Grundfarben gilt.
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Jeder der schon einmal verschieden Farbige LEDs kombiniert/verlötet hat und dachte die müssten die gleiche Leistung haben, kennt das Problem
Im Prinzip wird im Leistungsmodus einfach CIE Normierungskurve abgeschaltet, die heutzutage in allen Farbdarstellungen als Filter eingesetzt wird - ob jetzt Bildschirm oder RGB Leuchtmittel.
OLED-Niveau wird aufgrund der physikalischen Einschränkungen eines Projektors aber nie erreicht.
Die maximale Leuchtdichte? - die kann man variieren indem die Fläche auf die der Beamer projiziert verkleinert ( bzw. den Projektor dichter an die Leinwand bewegt).
Bei 5000 alltagstauglichen Lumen dieses Beamers hätte man über 4245 cd/m² auf einer Projektionsfläche mit 2,20 m Diagonale. Das übetrifft die maximale Leuchtdichte der meisten OLEDs.
Oder ist hier der Schwarzwert gemeint?
Der lässt sich durch die Farbgebung der Leinwand definieren - von dunkelgrau bis schwarz ist einiges möglich.
Es lassen sich in perfekt abgedunkelter Umgebung und der entsprechenden Leinwand, theoretisch sehr tiefe Schwarztöne erreichen, im Austausch mit der maximalen Leuchtdichte versteht sich.
Es sind nur ein paar Nostalgiker, (die nicht wahrhaben wollen, dass ihr einst kostspieliger Projektor nun von Beamern die einen Bruchteil davon kosten, übertrumpft werden) die Pixel-Shift einen schlechten Ruf anhaften.
DIe können ja auf dem demnächst erscheinenden 4K DMD Chip gerne natives 4K schauen, alle Anderen freuen sich dann über 8K mit Pixelshift
MfG
Raff
MfG
Raff
Mein neuer TCL lag UVP bei 6999 ...direkt zum Release für 4k gekauft...hätte ich bis zum BF gewartet, wären sicherlich nochmal 1k weniger drin gewesen.
Finde das Gerät durchaus spannend...aber Pixel Shift haben wir nun seit 10 Jahren und mich verwundert, dass die Geräte anscheinend da kleben bleiben.
Mein Beamer ging in Rente und wurde von einem OLED verdrängt, jetzt gerade hat Mini LED den OLED verdrängt.