Linux: Die besten Gaming-Distributionen für Spieler [Update]
Spieler, die ihrem Hobby unter Linux nachgehen wollen, stehen unweigerlich vor der einen Frage: Welche der Linux-Distributionen eignen sich besonders gut für das Spielen von Windows-Spielen unter Linux? Wir stellen die besten vor.
Spielen unter Linux
UPDATE: Auf vielfachen Wunsch der Community hatte die PCGH-Redaktion im Oktober 2024 der vielversprechende Gaming-Distribution Bazzite ein eigenes Special gewidmet und diese dann sträflicher Weise bei den Empfehlungen im Rahmen dieser Meldung vergessen aufzuführen. Das holen wir hier hiermit natürlich gerne nach, da Bazzite einen interessanten Ansatz verfolgt und eine echte Alternative darstellt.
Spieler, die ihrem Hobby primär am PC nachgehen wollen, müssen nicht mehr notwendigerweise auf Microsofts Betriebssysteme Windows 10 oder Windows 11 setzen. Denn freie Betriebssysteme, sogenannte Distributionen, auf Basis des freien Betriebssystemkernels Linux, haben sich in jüngster Zeit nicht zuletzt dank der Bemühungen von Valve deutlich schneller dem Mainstream angenähert.
Doch während Handheld-PCs wie das Steam Deck und Steam Deck OLED bereits werkseitig mit einer maßgeschneiderten Gaming-Distribution namens SteamOS ausgeliefert werden, stehen Spieler, die einen Desktop-PC oder ein Notebook verwenden, unweigerlich vor dieser einen Frage: Welche dieser zahllosen Distributionen eignen sich besonders gut für das Spielen unter Linux?
Die besten Gaming-Distributionen
In diesem Special stellen wir euch die aktuell besten Gaming-Distributionen, welche auch in der Berichterstattung von PCGH verdientermaßen regelmäßig ihren Platz finden, im Detail vor und sagen euch, welches der freien Betriebssysteme sich besonders gut für das Spielen von Windows-Spielen unter Linux eignet.
Nobara Linux
Das Nobara Project, das von Thomas ("GloriousEggroll") Crider, seines Zeichens Software-Ingenieur bei Red Hat, welcher außerdem auch für die für das Spielen unter Linux essenziellen Softwarepakete Proton GE Custom, Wine GE Custom sowie Proton Wine verantwortlich ist, ins Leben gerufen wurde, baut die sehr populäre und unter Spielern weitverbreitete Distribution Fedora 41 von Grund auf um. Die Quintessenz daraus ist eine maßgeschneiderte "Gaming-Distribution", welche insbesondere auf das Spielen mit Proton unter Steam prädestiniert ist.
Quelle: Nobara Project
In der neuen Version Nobara Linux 41 ("Forty One") lassen der Entwickler und die Community weitere Optimierungen für das Spielen unter Linux einfließen und machen die aktuelle Referenz für Linux-Gaming so noch ein wenig besser. Auch die neuesten Softwarepakete, Grafiktreiber, APIs sowie Laufzeitumgebungen sind dabei und als Fundament dienen Fedora 41 Workstation und Linux 6.12.7. Mit an Bord sind dementsprechend auch ein Echtzeit-Kernel und ein verbesserte Scheduler.
CachyOS
CachyOS ist ein Linux-Distribution aus Deutschland, welche sich als Abwandlung von Arch Linux mit ihren zahlreichen sehr interessanten und vielversprechenden Ansätzen positiv von der breite Masse der freien Betriebssysteme abgrenzt und insbesondere auch für viele Spieler interessant sein könnte. Chefentwickler Peter Jung, der das ambitionierte Projekt ins Leben gerufen hat, legt sein Augenmerk bei CachyOS insbesondere auf "Geschwindigkeit und Sicherheit" und setzt dafür auf viele Optimierungen, welche vom Kernel über den CPU-Scheduler bis hin zum Paketmanagement sowie angepassten Softwarepaketen reichen.
Quelle: CachyOS
Das erst im vergangenen Monat veröffentlichte Dezember-Release basiert auf dem neuen Betriebssystemkernel Linux 6.12.6, welcher weitreichende Verbesserungen für AMD Ryzen und AMD Radeon mit sich bringt, und setzt auf den neuen quelloffenen Grafikstack Mesa 24.3.2. Hinzugekommen sind der neueste Grafiktreiber für die Grafikkarten von Nvidia sowie der aktuelle Desktop KDE Plasma 6.2.4. Das Entwicklerteam hat sich außerdem bereits bei Linux 6.13 bedient.
Bazzite
Universal Blue, der Entwickler hinter der Gaming-Distribution Bazzite, gibt sich betont selbstbewusst. Nicht weniger als "Die nächste Generation des Linux-Gamings" für alle Geräte soll das freie und kostenlose Betriebssystem darstellen. Hierfür setzt Bazzite in der Basis auf die Fedora Atomic Desktops, den Ablegern ("Spins") der bekannten Fedora Workstation 41, welche sich allerdings von der klassischen paketbasierten Architektur verabschiedet haben und sich stattdessen auf die sogenannten "atomaren Updates" konzentrieren. Im Besonderen für ein Betriebssystem, das auf Spieler abzielt, ein interessanter Ansatz.
Quelle: Bazzite
Bazzite kommt von Haus aus mit so gut wie allen für Spieler relevanten Softwarepaketen daher und ist dank seiner zahlreichen Launcher und Clients nicht nur auf Steam zugeschnitten. Auch der Epic Games Store und andere Quellen und Vertriebsplattformen können entsprechend eingebunden werden.
- Lutris
- Decky Loader + Plugins
- Heroic Games Launcher
- Bottles
Zudem sind bereits sämtliche Patches, wie z.B. Gamescope für HDR-Inhalte, vorinstalliert. Bazzite soll "out of the Box" die beste Gaming-Erfahrung auf allen Geräte ermöglichen. PCGH wird sich die Gaming-Distribution in den kommenden Wochen im Detail ansehen und überprüfen, ob dieses Versprechen gehalten werden kann. Auf Handheld-PCs wie dem Asus ROG Ally X zeigt das Betriebssystem aber bereits vielversprechenden Ansätze und erhält viele positive Rezensionen.
Nitrux
Nitrux ist eine Distribution, die bereits alle nötigen Zutaten für das Spielen unter Linux mitbringt und jetzt in der neuesten Version als Nitrux 3.8 ("DB") erschienen. Das offene Betriebssystem verfügt über einen speziell auf Gaming und Multimedia optimierten Liquorix-Kernel für ganz besonders niedrige Systemlatenzen.
Quelle: Nitrux
Mit Nitrux 3.8 ("DB") ist eine der aktuellsten Linux-Distributionen überhaupt erschienen, welche anders als ein sogenanntes Rolling Release, welches laufend aktualisiert wird, einem festen Releasezyklus folgen. Ebenfalls als eines der ersten fixen Betriebssysteme dieser Art setzt Nitrux in der Version 3.8 auf Linux 6.12. Dabei kommt traditionell der insbesondere auf Gaming und Multimedia hin angepasste Betriebssystemkernel Liquorix zum Einsatz, welcher in der Version 6.12.1-1 ausgeliefert wird. Aber auch weitere Komponenten adressieren die Spieler.
Spieler, die sich ihre Gaming-Distribution lieber selbst zusammenstellen wollen, sollten hierzu ein Rolling Release auf Basis von Arch Linux, wie Manjaro Linux wählen, oder aber auf ein möglichst aktuelles Release der Fedora Workstation setzen. Aber auch Ubuntu und das darauf basierende Pop!_OS eignen sich sehr gut als Ausgangsbasis, wenn einige wichtige Punkte beachtet werden.
Was benötigen Spieler unter Linux?
Aber was genau benötigen Spieler, die beabsichtigen, Linux als Alternative zu Windows eine Chance zu geben? Neben einer fortlaufend top aktuell gehaltenen Linux-Distribution, einem sogenannten "Rolling Release", oder aber einem möglichst frischen Release mit aktuellen Softwarepaketen, Bibliotheken, Laufzeitumgebungen, APIs und Treibern, welche allesamt mit dem Betriebssystem ausgeliefert werden, nicht eigentlich sonderlich viel. Die folgenden Zutaten sind jedoch essenziell:
- Eine aktuelle Linux-Distribution
- Aktuelle Softwarepakete und Bibliotheken
- Eine aktuelle Version des freien Grafikstacks Mesa 3D
- Der neueste Steam-Client mit aktueller Proton-API
- Aktuelle Grafiktreiber von AMD* oder Nvidia
- Die neueste Version der Wine-API
- Ein aktueller Linux-Kernel
*) bereits in Mesa 3D enthalten.
Die drei oben genannten Gaming-Distributionen bringen das bereits "Out-of-the-box" mit und können somit deutlich schneller in Betrieb genommen werden. Eine selbst angepasste Gaming-Distribution lässt sich allerdings noch exakter an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse anpassen. Spieler, welche noch ein wenig weitergehen wollen, können zudem einen Blick auf die angepassten Gaming-Kernel werfen.
Hiermit lassen sich in vielen Szenarien noch einmal 5 Prozent und mehr an Performance aus dem Gaming-PC herauskitzeln, entsprechende Kenntnisse werden aber in den meisten Fällen vorausgesetzt. Wer sich damit beschäftigt, eine von Grund auf selbst zusammengestellte Gaming-Distribution auf die Beine zu stellen, sollte sich auch mit Proton GE Custom ("GE-Proton") sowie anderen weitreichend optimierten Softwarepaketen, Laufzeitumgebungen und APIs beschäftigen. Auch hier sind vorkonfigurierte Gaming-Distributionen wie Nobara und CachyOS besonders komfortable, da diese ab Werk bereits entsprechend enthalten sind.
Wie sieht es abseits von Steam aus?
Neben dem Steam-Client, welcher mittels Steam Play die Proton-API nutzt, stehen auch weitere Alternativen wie der Open-Source-Spiele-Manager Lutris sowie der Heroic Games Launcher zur Auswahl, die GOG, Epic Games und Amazon Gaming unter Linux verfügbar machen und Spiele-Bibliotheken komfortabel verwalten.
Proton außerhalb von Steam nutzen!
Der Unified Linux Wine Game Launcher ("UMU") des Linux- und Gaming-Experten Thomas ("GloriousEggroll") Crider, der auch für die empfohlene Gaming-Distribution Nobara Linux verantwortlich ist, ermöglicht erstmals überhaupt die Verwendung der auf Wine basierenden Software Proton außerhalb des Steam-Clients und hat jetzt erstmalig in der Version 1.1.4 eine Produktpflege erhalten.
Das Werkzeug ermöglicht es jeder Anwendung, Spiele ordnungsgemäß außerhalb des Steam-Clients auszuführen und dafür auf die beiden dazu benötigten Komponenten Steam Runtime Tools und Steam Linux Runtime zurückzugreifen. Mit Hilfe des sogenannten "UMU-Launchers" soll es zukünftig möglich sein, Spiele aus verschiedensten Vertriebsplattformen mit Proton zu nutzen. Dieses Universalwerkzeug läuft unter Debian, Fedora und Ubuntu.*
*) sowie darauf basierenden Distributionen.
Hi Linux-PC! Bye Bye Windows-PC?
Den Windows-PC als Gaming-Maschine abschreiben? Nein, das ist nicht nötig! Warum auch? Unter Windows 10 und Windows 11 lässt es sich hervorragend spielen. Linux ist aber schon heute für viele Spieler eine echte Alternative und vereint alle Vorzüge eines freien Betriebssystems, wie einen hohen Datenschutz und eine besonders starke Anpassbarkeit, mit der Möglichkeit, aktuelle Spiele spielen zu können.
Ihre Meinung ist gefragt!
Was halten Sie vom Spielen unter Linux? Ist das freie Betriebssystem für Sie eine Alternative, oder setzen Sie lieber auf Windows 10 und Windows 11? Die Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Zum Kommentieren müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier registrieren.

Hmm neuste Version geladen die 3 Partitionen schon mal unter Windows eingerichtet.
Neustart mit CachyOS schon das booten ging länger als alle Linux isos wo ich 20 jahre mit installiere.
Den installer gestartet den wolte er ufi nicht anlegen 300 MB fat32 Partition am Anfang der ssd auch keine /boot/ufi also selber eingetragen und swap und Linux Partition 450gb alle mit formatieren den hat er gesagt das keine ufi Partition da ist wo ich aber eingerichtet habe, übergange und installieren und zuletzt nach 30 min error konnte nicht installiert werden 😂 😂 😂
Tja Pech gehabt wider mein kubuntu 26.04 installier ging wunderbar.
Die Installation zeit ist immer so lange was kommisch ist, weil der installier nur so 4-5 GB installiert, mein windows 11 canary ist in 5-6 minuten installiert und wenn ich da schaue win hat 37 GB installiert?
Wenn ich schon sehe das ein Normalo user schon Schwierigkeiten hat nur ein Programm zu installiere wie soll er den ein Linux installieren.??
Z. B. schlafe ich gern bei Filmen ein. Am nächsten Tag weiß ich oft nicht mehr, welcher Film das war. Da Linux so eingestellt ist, dass es nach 20 Minuten runterfährt, ist alles weg. Das macht mir jedoch nichts.
Das vermisse ich übrigens auch nicht, dass das Win-Update den Schlafmodus blockiert, oder den PC vom Standby aufweckt. Das war einer der Gründe, warum ich gewechselt habe. Und runterfahren nach xx Minuten idle kann man garnicht einstellen in Win10. Geht das schon bei win11?
Aber es ist wahr, dass es aufwändig ist, Fensterpositionen zu speichern.
Die Hardcore-Linuxianer meinen, dass es ein Feature ist. Mich hat es Tage gekostet herauszufinden, welche Einstellungen dazu wichtig sind und wenn dann eine Anwendung nicht möchte, ist die ganze Spielerei umsonst :/
Die größte Herausforderung war für mich Picture in Picture Fenster immer in der gleichen Größe und in derselben Position zu speichern.
Warum sich die Anwendungen in Linux die Fensterposition und -größe nicht selbst merken können, ist mir ein Rätsel.
Hoffentlich verbessert sich das in Zukunft.
Ich bleib jedenfalls dabei, weil ich mich von Win nicht mehr nerven lassen möchte. Da lerne ich lieber besser mit Linux umgehen zu können.
Aktuell sind noch zu viele Kleinigkeiten hakelig.
u.A. habe ich in Firefox immer zwei Fenster offen... in Windows öffnet er beide wieder nach einem Neustart.
In Linux (trotz korrekter Einstellung in den Optionen) fällt eines der Fenster immer weg.
Mich wurmt halt, dass analog und analog nicht gleichzeitig gehen.
Dann könnte ich mir das SPDIFF Kabel schenken.
Hoffentlich verbessert sich das in Zukunft.
Ich bleib jedenfalls dabei, weil ich mich von Win nicht mehr nerven lassen möchte. Da lerne ich lieber besser mit Linux umgehen zu können.