Linux Mint 23: Cinnamon 6.8 erhält vollen Wayland-Support
Die Entwickler von Linux Mint haben für die kommende Version 23 mit Cinnamon 6.8 erstmals volle Wayland-Unterstützung angekündigt: Die Kennzeichnung "Experimental" entfällt Ende 2026. Die X11-Sitzung bleibt vorerst aber der Standard.
Das Entwicklerteam von Linux Mint um Projektleiter Clement Lefebvre hat in seinem Juni-Bericht des offiziellen Projekt-Blogs die vollständige Wayland-Unterstützung für den neuen hauseigenen Cinnamon-Desktop 6.8 bestätigt, nachdem bereits ein erster Ausblick auf das neue Linux Mint 23 die Richtung vorgegeben hatte.
Linux Mint 23: Ausblick auf die nächste Cinnamon-Version
Das Team hinter Linux Mint hat im monatlichen Entwickler-Update für Juni 2026 die Neuerungen für das kommende Linux Mint 23 mit Cinnamon-Desktop vorgestellt. Die nächste Hauptversion setzt auf das aktuelle Ubuntu 26.04 LTS ("Resolute Raccoon") mit dem Linux-Kernel 7.x auf und soll wohl rund um Weihnachten 2026 fertig sein.
Quelle: Linux Mint
Linux Mint 23 mit Cinnamon-Desktop in der Version 6.8 erhält eine verbesserte Suchfunktion.
Wer nach dem Support-Ende von Windows 10 nicht auf Windows 11 wechseln möchte und einen unkomplizierten Umstieg sucht, bekommt damit einen frühen Blick auf die nächste Ausgabe der als besonders einsteigerfreundlich bekannten Distribution.
Nemo wird schneller: Linux Mint 23 streicht die Denkpausem
Rund 200 Millisekunden Verzögerung lagen unter Cinnamon 6.6 zwischen dem Klick auf einen Ordner und dessen Anzeige im Dateimanager Nemo. Diese feste Wartezeit sollte ein gleichmäßiges Rendering sichern, ließ das Navigieren im Alltag aber träge wirken. Künftig rendert Nemo je nach Situation unterschiedlich und zeigt viele der Ordner ohne Verzögerung an. Das Ergebnis: Schnelle Reaktionen auf Eingaben.
Quelle: Linux Mint
Linux Mint 23 mit Cinnamon 6.8 zeigt Systeminformationen an und erhält überarbeitete Dialoge.
Auch die interaktive Suche wird umgebaut. Bislang erschien beim Tippen ein kleines Eingabefeld unten rechts, von welchem aus man sich mittels der Pfeiltaste durch die Treffer hangelte. Linux Mint 23 ersetzt das durch eine deutlich besser sichtbare Suchleiste, welche die Ordneransicht live filtert und nur noch die passenden Suchergebnisse und Dateien anzeigt. Das wirkt deutlich aufgeräumter.
Cinnamon: Linux Mint 23 poliert den Desktop
Ein eigenes Screenshot-Werkzeug ist die auffälligste Neuerung an der Oberfläche von Linux Mint 23. Die Fensteraufnahmen entstehen wahlweise mit oder ohne Schatten, Bildschirmfotos erfassen entweder alle Monitore oder nur einen einzelnen, und Ausschnitte lassen sich vor dem Speichern zuschneiden. Der Umweg über Bildbearbeitungsprogramme entfällt damit für viele kleine Aufgaben.
Wayland, neuer Installer und Ubuntu-26.04-Fundament
Vom Installer bis zum Display-Server greift Linux Mint 23 tief in den Unterbau ein. Cinnamon soll vollständigen Wayland-Support samt eines neuen, Wayland-fähigen Bildschirmschoners erhalten, während die verbliebenen X.Org-Abhängigkeiten nach und nach wegfallen. An der bekannten Linie ändert sich derweil wenig: Die Pakete liefert Ubuntu 26.04 LTS, Snap bleibt deaktiviert, und Flatpak ist nach wie vor die bevorzugte Quelle für zusätzliche Software. Weitere Details liefert CodingBite.
Diese Wayland-Verbesserungen bringt Cinnamon 6.8
Die Wayland-Session von Cinnamon 6.8 stellt neue Fenster, Kontextmenüs und Applet-Popups erstmals in korrekter Größe und an der richtigen Position dar. Die Programme können dem aktiven Fenster den Fokus zudem nicht mehr entziehen, was störende Unterbrechungen im Vollbildmodus verhindert.
Hinzu kommt eine vollständige HiDPI-Unterstützung für eine scharfe Darstellung auf hochauflösenden Displays, welche bislang zu den größten Baustellen der Session zählte. Doch damit nicht genug.
Root-Anwendungen, die über den Befehl "pkexec" mit Administratorrechten starten, laufen künftig als native Wayland-Clients und verzichten auf den Kompatibilitätslayer Xwayland. Für Besitzer von Geforce-Grafikkarten relevant: Die Hardware-Beschleunigung erfolgt unter Nvidia über die Schnittstelle EGL.
Ferner haben die Entwickler den Umgang mit Multi-Monitor-Konfigurationen und KVM-Switches ("Keyboard, Video, Mouse") verbessert, den Mauszeiger flüssiger gemacht und diverse Absturzursachen in Cinnamon, dem Fenstermanager Muffin, der Sitzungsverwaltung sowie Xwayland beseitigt.
Neu ist die Funktion "Window Progress": Anwendungen wie der Dateimanager Nemo zeigen den Fortschritt eines Kopiervorgangs damit direkt am App-Symbol an.
X11 bleibt Standard: Kein Wayland-Zwang in Linux Mint 23
Linux Mint 23 startet trotz des vollständigen Wayland-Supports standardmäßig weiterhin mit der X11-Session.
Projektleiter Clement Lefebvre veranschlagt mindestens ein komplettes Release mit fehlerfrei laufender Wayland-Session plus ein Jahr Nutzer-Feedback, bevor ein Wechsel der Standard-Session überhaupt zur Debatte steht.
Niemand solle zum "Versuchskaninchen" gemacht werden, so Lefebvre auf Nachfrage aus der Community. Anwender behalten damit die freie Wahl zwischen beiden Sessions im Login-Bildschirm.
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Quelle: Linux Mint
