Spielen unter Linux: Welcher optimierte Gaming-Kernel liefert die beste Performance?

Neben dem offiziellen Linux-Betriebssystemkernel, welcher seit 1991 von Linus Torvalds herausgegeben wird, stehen mittlerweile mehrere auf Gaming optimierte Kernel wie Liquorix, XanMod, TKG-CFS sowie der Zen-Kernel für Spieler bereit. Doch welcher ist der beste?

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Spielen unter Linux: Welcher optimierte Gaming-Kernel liefert die beste Performance?
Quelle: Wallpapers.com

Neben dem offiziellen Linux-Betriebssystemkernel, welcher gemeinhin als Linux bezeichnet und seit 1991 vom Software-Entwickler und Linux-Erfinder Linus Torvalds herausgegeben wird, stehen mittlerweile mehrere besonders auf Gaming optimierte Kernel für Spieler bereit. Die wohl bekanntesten Vertreter der Zunft sind Liquorix, XanMod, TKG-CFS sowie der Zen-Kernel, doch welcher dieser spezialisierten Betriebssystemkernel liefer denn die beste Gaming-Performance? Fünf Testprobanden mussten sich stellen und PCGH liefert Antworten.

Gaming-Kernel gegen Linux 6.6

In diesen Benchmarks hat die Redaktion von PCGH auf vielfachen Wunsch der Community aus dem PCGHX-Forum, die dem Thema "Gaming unter Linux" genauso offen gegenübersteht wie die Redaktion, insgesamt vier Gaming-Kernel gegen den aktuellen Standard-Kernel antreten lassen. Die insgesamt fünf nachfolgenden Betriebssystemkernel mussten sich dabei in elf Spielen behaupten.

Die Linux-Kernel

  • Linux 6.6.7
  • Liquorix 6.6.7
  • XanMod 6.6.7
  • TKG-CFS 6.6.7
  • Zen-Kernel 6.6.7

Die Spiele-Benchmarks wurden dafür in Full HD ("1080p") mit Nobara Linux 38, der aktuellen Gaming-Referenz unter den freien Linux-Betriebssystemen, auf der nachfolgenden Hardware durchgeführt und jeweils dreimal wiederholt.

Unser Testsystem

  • AMD Ryzen 9 5950X @ Optimiert
  • MSI MEG X570 Unify (BIOS: 7C35vAI)
  • 64 GiByte DDR4-3600 CL16-16-16-32-68
  • AMD Radeon RX 6800 XT @ ~ 2.600 MHz (OC)
  • Corsair Force Series MP600 Pro XT 2 TiByte
  • BeQuiet! Straight Power Platinum 850W

Das Testsystem läuft mit einem per Curve Optimizer optimierten AMD Ryzen 9 5950X sowie 64 GiByte DDR4-3600 CL16-16-16-32 mit optimierten Sub-Timings, während die eingesetzte AMD Radeon RX 6800 XT mit einem Boost von bis zu ~ 2.600 MHz (OC) und einer Betriebsspannung von - 50 mV (UV) betriebene wird. Hierbei dient der nachfolgende Software-Stack als Fundament für die Leistungsmessungen.

Unser Software-Stack

  • Nobara Linux 38
  • VKD3D-Proton 2.11
  • Proton GE Custom 8-25
  • Wine GE Custom 8-25
  • Mesa 3D 23.3.1

Die Kernel-Optimierungen

In die Gaming-Kernel flossen unter anderem Optimierungen für "FUTEX2", den "PDS Process Scheduler", "TCP BBR2 Congestion Control", "AMD CPCC", "WineSync" sowie für das Core und Process Scheduling, Load Ballancing und Caching ein. Weitere Details liefern die Projektseiten der Gaming-Kernel.

Damit wären die Rahmenbedingungen für den Benchmark-Marathon der nachfolgenden elf Spiele geklärt.

Diese Spiele wurden getestet

Wie eingangs bereits erwähnt, kamen die nachfolgenden elf Spiele zum Einsatz, welche die Benchmarks in Full HD ("1080p") durchlaufen haben.

  • Diablo 4
  • God of War
  • Forza Horizon 5
  • World of Warcraft
  • Red Dead Redemption 2
  • Cyberpunk 2077 v2.0
  • Horizon Zero Dawn
  • Ghostwire: Tokyo
  • Counter-Strike 2
  • Far Cry 6
  • Starfield

Wie bereits für die Betriebssysteme und Treiber gilt auch für alle getesteten Spiele, dass jeweils die neueste verfügbare Version inklusive aller Updates und Patches zum Einsatz kam.

Die Benchmarks

Die Gaming-Benchmarks in den insgesamt elf Spielen, welche mit aktiviertem Resizable BAR ("rBAR") respektive AMD Smart Access Memory ("SAM") und ohne Upscaling via AMD FidelityFX Super Resolution ("FSR") durchgeführt wurden, fielen auf dem oben genannten Testsystem wie folgt aus:

Mit Ausnahme von Red Dead Redemption 2, bei welchem die leistungsoptimierten Hardware Unboxed Optimized Settings zum Einsatz kamen, wurden für alle Tests mittlere, hohe oder höchste Einstellungen verwendet. Je nach Spiel kamen dazu VKD3D-Proton 2.11 oder DXVK zum Einsatz, wie den jeweiligen Benchmarks entsprechend zu entnehmen ist.

Das Ergebnis

Mit einem Leistungsplus von 6 bis 11 Prozent bei den AVG-Fps und 6 bis 14 Prozent höheren P1-Fps ist der neueste Liquorix-Kernel 6.6.7 in den von uns getesteten Spielen der derzeit am besten optimierte Gaming-Kernel. Auch der XanMod beschleunigt Spiele deutlich und sichert sich Platz 2 gefolgt von TKG.

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    • Kommentare (69)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Takei Naodar Freizeitschrauber(in)
        Zitat von FlintEastwood
        Ich konnte die Creative AE-7 jetzt drin lassen. Wenn man die Startparameter der jeweiligen Distro editiert, kann man den Soundtreiber auch schon vom Live-USB-Stick blacklisten:
        module_blacklist=snd_hda_intel

        So konnte ich jetzt Ubuntu, Manjaro und Nobara vom Live-USB-Stick booten, nur eben ohne Sound.
        Bei Nobara39 habe ich nur seltsame Grafikfehler in der "Taskleiste" und im "Startmenü" (Der Mauszeiger zieht eine Spur, als ob nicht der ganze Bildschirm aktualisiert wird). Manjaro zeigt das nicht, obwohl genauso KDE Plasma verwendet wird.
        Das kann an 2 Sachen ganz leicht liegen. Es wird Wayland verwendet, auch bei Nvidia, oder es ist eine Unverträglichkeit zwischen der verwendeten KDE Version und dem NVidia Treiber.
      • Von Takei Naodar Freizeitschrauber(in)
        Zitat von FlintEastwood
        Ich konnte die Creative AE-7 jetzt drin lassen. Wenn man die Startparameter der jeweiligen Distro editiert, kann man den Soundtreiber auch schon vom Live-USB-Stick blacklisten:
        module_blacklist=snd_hda_intel

        So konnte ich jetzt Ubuntu, Manjaro und Nobara vom Live-USB-Stick booten, nur eben ohne Sound.
        Bei Nobara39 habe ich nur seltsame Grafikfehler in der "Taskleiste" und im "Startmenü" (Der Mauszeiger zieht eine Spur, als ob nicht der ganze Bildschirm aktualisiert wird). Manjaro zeigt das nicht, obwohl genauso KDE Plasma verwendet wird.
        Das kann an 2 Sachen ganz leicht liegen. Es wird Wayland verwendet, auch bei Nvidia, oder es ist eine Unverträglichkeit zwischen der verwendeten KDE Version und dem NVidia Treiber.
      • Von FlintEastwood Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von Takei Naodar
        Der Kernel ist mehr oder minder der gleiche also wird es keinen Unterschied machen zwischen den Distributionen.
        Rausbauen und die Karte blacklisten wird wohl leider aktuell die einzige Lösung sein.
        Ich konnte die Creative AE-7 jetzt drin lassen. Wenn man die Startparameter der jeweiligen Distro editiert, kann man den Soundtreiber auch schon vom Live-USB-Stick blacklisten:
        module_blacklist=snd_hda_intel

        So konnte ich jetzt Ubuntu, Manjaro und Nobara vom Live-USB-Stick booten, nur eben ohne Sound.
        Bei Nobara39 habe ich nur seltsame Grafikfehler in der "Taskleiste" und im "Startmenü" (Der Mauszeiger zieht eine Spur, als ob nicht der ganze Bildschirm aktualisiert wird). Manjaro zeigt das nicht, obwohl genauso KDE Plasma verwendet wird.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von BxBender
        Wozu gibt es überhaupt solche Mods und was sind deren Stärken und Schwächen?
        Meist sind es Trade-Offs, die die Reaktivität auf Kosten des Gesamtdurchsatzes und/oder der Leistungsaufnahme verbessern.
        Zitat von BxBender
        Sollte man die als Standard-Anwender/Neuling überhaupt nutzen?
        Das muss jeder selber wissen, aber sie sind vermutlich weniger gut getestet als die Standardkernels und insbesondere der jeweils aktuelle oder sogar noch davor liegende LTS-Kernel. Am sichersten fährt man natürlich mit dem Kernel, den die Distro mitbringt und mit Distros, die mehr Wert auf Stabilität als neueste Features legen. Heißt aber bei weitem nicht, dass einem deswegen alles um die Ohren fliegen muss und auf der anderen Seite musste letztlich erst vor einem Debian-Upgrade gewarnt werden, weil es in der dazugehörigen Patch-Version vom letzten LTS-Kernel einen Fehler gab, der zu Datenverlust führen konnte. Ein Backup sollte man aber ja eh immer haben, also ist die Frage letztendlich, ob man im Schnitt einen möglichst reibungslosen Betrieb oder möglichst hohe Performance will.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Schöner Test, aber gerade als Anfänger wären die ausführliche Infos zu den unterschiedlichen Kernels schon wichtig gewesen.
        Wozu gibt es überhaupt solche Mods und was sind deren Stärken und Schwächen?
        Sollte man die als Standard-Anwender/Neuling überhaupt nutzen?
        Neulich im Test war Nobara Linux übrigens nicht so pralle, das wurde ordentlich geschlagen, und Secure Boot wird niemals kommen.
        Also ist das eher unpraktisch für Leute, die ihr Windows auch noch erst behalten wollen.
      • Von Takei Naodar Freizeitschrauber(in)
        Zitat von FlintEastwood
        Das wäre schön, tut es aber leider nicht.
        So wie es aussieht, gibt es von der Karte mittlerweile auch unterschiedliche Revisionen mit unterschiedlichen PCIe Controllern (Kommentar 20).
        Vielleicht versuche ich Manjaro noch, aber viel Hoffnung habe ich nicht.
        Ansonsten bleibt mir nur das Rausbauen der Karte, Linux installieren und dann die Karte blacklisten.
        So wie hier von "Hyrules" gemacht: https://forum.endeavouros...
        Der Kernel ist mehr oder minder der gleiche also wird es keinen Unterschied machen zwischen den Distributionen.
        Rausbauen und die Karte blacklisten wird wohl leider aktuell die einzige Lösung sein.
      Direkt zum Diskussionsende
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