EndeavourOS im Porträt: Eine der mächtigsten Linux-Distributionen im Detail vorgestellt
Die niederländische Linux-Distribution EndeavourOS trat im Juli 2019 in riesige Fußstapfen und wollte das geistige Erbe von Antergos antreten. Dieses Vorhaben darf in der Zwischenzeit durchaus als gelungen bezeichnet werden, und zwar sowohl für x86-Computer als auch für ARM64-Systeme.
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Ein einsteigerfreundliches Derivat zu Arch Linux mit grafischer Installationsroutine, welches die Nachfolge des beliebten Antergos antreten sollte, suchten versierte Anwender bereits seit Längerem, was im Juli 2019 dann die niederländische Distribution EndeavourOS auf den Plan rief. Diese übernahm dessen Grundsätze und Ziele mit dem Vorhaben, die große Lücke zu füllen, die das "geistige Vorbild", welches im Mai 2019 eingestellt worden war, hinterlassen hatte. 6 Jahre später darf festhalten werden, "Mission accomplished".
Die Hauptidee hinter EndeavourOS besteht darin, dem Benutzer die Freiheit und Möglichkeit zu geben, ein System für seine ganz spezifischen Anforderungen zu erstellen und das System zu erlernen, indem die gewünschten Pakete mithilfe einer freundlichen und herzlichen Community selbst installiert werden.
- EndeavourOS -
EndeavourOS 25.02.08 ("Mercury") ist die neueste Ausgabe der weitreichend anpassbaren und nicht nur von Linux-Enthusiasten hochgeschätzten Distribution und erst vor wenigen Tagen auf den Download-Servern des Projekts offiziell erschienen.
EndeavourOS im Porträt
Doch wie ist es EndeavourOS gelungen, sich darüber hinaus sowohl als eine der populärsten als auch meist geschätzten Linux-Distributionen zu etablieren? Wir schauen uns das freie Betriebssystem, welches sein 6. Jubiläum mit einem neuen Release feiert, in diesem ausführlichen Porträt einmal gemeinsam ganz im Detail an.
Das neueste Installationsmedium, das sogenannte ISO-Systemabbild, EndeavourOS in der Version 2025.02.08 ("Mercury"), basiert momentan auf den nachfolgenden Hauptkomponenten.
Basis und Abstammung
- GNU/Linux
- → Arch Linux
- → Antergos
- → EndeavourOS
- → Image 2025.02.08
- → EndeavourOS
- → Antergos
- → Arch Linux
Umgebung und Desktop
Als Standard-Desktop fungieren KDE Plasma 6, welches im März des vergangenen Jahres als "Mega-Release" seine Premiere gefeiert und den Linux-Desktop kräftig umgebaut hat, sowie dessen neuestem Feature-Update KDE Plasma 6.2.5. Zudem stehen optional zahlreiche weitere aktuelle quelloffene Desktop-Umgebungen zur Auswahl bereit.
- Deepin Desktop 2024.07
- MATE Desktop 1.28.2
- Cinnamon 6.4.7
- Budgie 10.9.2
- Gnome 47.4
- LXQt 2.1.0
- Xfce 4.2
Für versierte Anwender und Entwickler stehen zudem besonders leichtgewichtige Fenstermanager wie WORM, Sway, i3, Openbox, Qtile und BSPWM bereit und lassen sich schnell und unkompliziert nachinstallieren. Alles startet mit eine einfach aufzusetzenden Basisinstallation, welche sich anschließende weitreichend anpassen lässt.
Als Basis für EndeavourOS 2025.02.08 ("Mercury") dienen neben dem neuesten Betriebssystemkernel Linux 6.13, der auch den neuen 3D V-Cache Performance Optimizer für Ryzen X3D mitbringt, auch der für das Spielen unter Linux essenzielle Grafikstack Mesa 3D in der neuesten Version 24.3.4 sowie Nvidias neuester Grafiktreiber in der Version 570.86.
Betriebssystemkernel
- Linux 6.13
- Linux 6.13.2-arch2-1
Grafikstack & Treiber
- Mesa 3D 24.3.4
- KDE Frameworks 6.10
- KDE Gear 24.12.2
- Qt 6.8.2
- Nvidia 570.86
- Nvidia 565.77
Softwarepakete
- EndeavourOS kommt wie Arch Linux als Rolling Release out of the box mit den aktuellsten Softwarepaketen daher.
- Anwendungen wie der quelloffene Browser Mozilla Firefox 135.0 und der E-Mail-Client Thunderbird 135.0 sind auf aktuellsten Stand.
- Gleiches gilt für Laufzeitumgebungen und Bibliotheken wie Mesa 3D v24.3.4 sowie die Grafiktreiber von AMD und Nvidia.
Installation
Die Installation erfolgt mittels der grafischen Installationsroutine Calamares v3.3.13 und geht schnell und unkompliziert von der Hand, ein Linux-Profi muss man hierfür bei Weitem nicht sein. Anschließend begrüßt EndeavourOS den Anwender mit seinem Plasma-Desktop.
Quelle: EndeavourOS
Das übersichtliche Welcome Center hilft Einsteigern und Windows-Umsteigern bei den ersten Schritten und relativ einfach gehalten. Alle wichtigen Softwarepakete lassen sich aus den umfangreichen Paketquellen, den sogenannten Repositorien, nachinstallieren.
Da standardmäßig kein GUI-Paketmanager ausgeliefert wird, ist das Team davon überzeugt, dass der Benutzer besser weiß, was er installiert, und daher mehr Kontrolle über das installierte System hat.
Es spielt keine Rolle, ob der Benutzer sich für "pures Arch" entscheidet, GUI-Apps wie Pamac oder Octopi verwendet oder Sandbox-Lösungen wie Snap oder Flatpak verwendet. Der Benutzer entscheidet selbst wie er sein System einrichtet.
- EndeavourOS -
Das Entwickler-Team hinter EndeavourOS hat sich bewusst dazu entschieden, eine Zielgruppe anzusprechen, die entweder Arch Linux bereits benutzt hat, aber eine schnelle und einfache Installation wünscht, oder die sogenannten "Distro-Hopper", welche schon einiges an Kenntnissen haben, aber Arch Linux erkunden wollen ohne dabei das manuelle Installationsverfahren der Basisdistribution durchlaufen zu müssen.
Das Konzept von EndeavourOS ist von Grund auf dahingehend ausgelegt, dass es sich sowohl an Linux-Experten als auch an Einsteiger richtet, welche ihr Wissen über die Grundlagen und den Aufbau des freien Betriebssystems vertiefen möchten und sich "ihre" bis hin ins letzte Detail vollständig angepasste Distribution erstellen wollen.
Support für x86 und ARM64
Neben x86-Computern werden ARM64-Systeme von EndeavourOS bedient, wofür die Entwickler insgesamt fünf zusätzliche Systemabbilder zur Verfügung stellen. Insgesamt werden also gleich sechs Installationsmedien zum Download angeboten.
Unterstützte Systeme
Der neueste Build von EndeavourOS wird für die sechs nachfolgenden Systeme und Plattformen zum Download angeboten.
- x86-Systeme
- Pine64 Pinebook Pro
- Raspberry Pi 4 Model B
- Raspberry Pi 5 Model B
- Hardkernel Odroid N2
- Headless Server*
*) auf Basis eines Raspberry Pi 4 oder 5.
Weitere Informationen zur Installation auf Systemen mit ARM-Prozessor liefert die speziell dafür vorgesehene offizielle Website.
Herunterladen
Während das x86-Systemabbild auf der regulären Website zum Download angeboten wird, stehen die ARM-Systemabbilder auf einer dedizierten Seite bereit. Weitere angepasste Installationsmedien für Apples M1, M2 und M3 werden aktuell noch erprobt und sollen voraussichtlich noch etwas länger auf sich warten lassen. Sobald die beiden neuen Snapdragon X Linux-Support bieten, sollen diese ebenfalls unterstützt werden.
Weitere Informationen zu EndeavourOS liefern die offiziellen Release Notes, die Projektseite auf GitHub und das Support-Forum.
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Kommentare (11)
Zur Diskussion im Forum-
Von sentinel1 Software-Overclocker(in)Läuft immer noch Top, den Brother Treiber schaue ich mir auch noch an.
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Danke fürs zusammen schreiben und an schauen.
Ich würde mir wirklich wünschen, dass ein Umstieg reibungslos funktioniert, aber wenn es schon an so essentiellen Dingen immer wieder scheitert, sehe ich auch 2025 immer noch nicht als das Jahr des Linux Desktops.
Bisher war unter Linux immer Fehlanzeige.
Ich nutze aber auch Win10 imit AB Im multiboot.
Eventuell wird in der GPU etwas unter Windows gespeichert, was unter Linux zu Problemen führt?
Oder mein Freesync Monitor hat Schuld?
Unter Linux gibt es immer noch kein IrfanView 🤔
Der Brother MFC 490cw Treiber ist ein unendlicher Tod.
Ich würde gern arch linux Hardware kaufen.
Die Brother Treiber laufen eigentlich immer einwandrei inkl. der ganzen Scan-Funktionen bei Multifunktionsgeräten. Man muß nur einmal nach der Anleitung auf der Brother-Webseite vorgehen. Das heißt man lädt ein Skript von Brother runter, startet das im Terminal, beantwortet aufmerksam 4,5 Optionsfragen und fertig. Meine Erfahrungen beziehen sich da allerdings auf Debian und Ubuntu Derivate.
(leider hatte ich nicht beachtet; die selbe SSD für den bootloader auszuwählen wie für die root - Partition, standardmäßig war eine andere SSD ausgewählt, was zu Fehlern führte)
OpenGL vendor string: NVIDIA Corporation
OpenGL renderer string: NVIDIA GeForce RTX 2080/PCIe/SSE2
OpenGL core profile version string: 4.6.0 NVIDIA 570.86.16
OpenGL core profile shading language version string: 4.60 NVIDIA
Benchmark:
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Photoflare könnte als Ersatz für Irfanview herhalten, die Alternativen schaue ich mir mal an.
Danke!
Nachtrag:
hier ein paar Benches von https://gravitymark.tellu... :
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1M Asteroids
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Bisher war unter Linux immer Fehlanzeige.
Ich nutze aber auch Win10 imit AB Im multiboot.
Wie man den nVidia Treiber am besten installiert hängt ein wenig von der verwendeten Distribution ab:
1. Die Distribution erkennt, dass du eine nvidia Grafikkarte benutzt und bietet dir den Treiber zum herunterladen durch eine Meldung an.
2. Die Distribution hat ein Treiberpaket in ihren Paketquellen und du musst es mit dem Paketverwalter nur installieren. Suchwort: "nvidia"
3. Die Distribution bietet zwar kein Treiberpaket an, aber es gibt Dritt-Paketquellen, die diesen anbieten, dann muss erst das meta-paket der Dritt-Paketquelle installiert werden, danach funktioniert es wie bei Option 2.
4. Wenn all dies nicht gegeben ist, kann man zur not von der nvidia-Webseite den Installer von nvidia herunterladen, was aber Nachteile hat: A: Er muss an der Konsole installiert werden. B: Updates müssen jedes mal selbst erneut heruntergeladen werden. C: Wird der Linux Kernel von deinem Paketverwalter geupdated, musst du den Installer erneut durchlaufen lassen, damit ein Modul für die neue Kernel Version generiert wird, sonst wird nach dem Neustart wieder "nouveau" genutzt statt dem nvidia Treiber.
Dass man sich vor dem Hardware-kauf natürlich etwas informiert brauch ich in einem PC-Hardware-Forum sicher nicht erwähnen, deswegen sind wir alle hier. Es wäre natürlich zukünftig wünschenswert wenn bei PCGH und anderen in die Test mit einfließt wie einfach oder eben nicht einfach die Installation unter Linux funktioniert. So kann man natürlich zukünftig beim Kauf schon entscheiden wieviel Aufwand man sich selbst aufnötigt.