Hoffnung für Linux-Multiplayer: Epic sucht Anti-Cheat-Profi
Epic Games sucht per Stellenanzeige einen Security-Spezialisten, der ausdrücklich das Anti-Cheat unter Linux voranbringen soll. Ein Produktversprechen für SteamOS-Multiplayer ist das noch nicht, als Signal taugt es trotzdem.
Epic Games hat gerade eine Stellenanzeige für einen Senior Game Security Engineer veröffentlicht, welche die Linux-Gemeinde aufhorchen lässt. Wer auf dem Steam Deck oder unter SteamOS bislang unfreiwillig auf seine kompetitive Online-Titel verzichten musste, darf durch diese Personalie durchaus wieder neue Hoffnung schöpfen.
Der gesuchte Kandidat soll laut Ausschreibung die Anti-Cheat-Fähigkeiten von Epic unter Linux voranbringen. Dahinter steht das hauseigene Easy Anti-Cheat, an dem bis heute ein Großteil der Multiplayer-Titel unter Linux bedauerlicherweise scheitert. Eine für Linux-Spieler nach wie vor sehr unbefriedigende Situation und für das offene Betriebssystem ein großer Wettbewerbsnachteil gegenüber Windows.
Wie hartnäckig das Problem ist, zeigen nicht zuletzt auch die jüngste Debatte um die Steam Machine und das Kernel-Anti-Cheat von Battlefield 6 sowie der Umstand, dass Easy Anti-Cheat bereits seit 2021 offiziell unter Linux läuft und trotzdem kaum eines der Entwicklerstudios die Funktion aktiviert.
Easy Anti-Cheat unter Linux: Was die Stellenanzeige aussagt
Die Stellenausschreibung des Online Services Teams von Epic Games listet einen Punkt, welcher bei Linux-Spielern Hoffnung weckt: Der künftige Mitarbeiter soll die "Linux Anti-Cheat-Fähigkeiten von Epic" vorantreiben. Gefordert werden außerdem entsprechend tiefe Kenntnisse zu den Betriebssystemen Linux und Windows 11, Erfahrung im Reverse Engineering von x86-64-Binaries und sowie versierte Programmierkenntnisse in C und C++, so die Stellenausschreibung.
Easy Anti-Cheat läuft unter Linux zwar, allerdings ohne Zugriff auf den Kernel; dieser fehlende Kernel-Modus ist der eigentliche Knackpunkt. Während die Proton-Software Grafikbefehle wie DirectX zuverlässig nach Vulkan übersetzt, lässt sich ein auf den Windows-Kernel ausgelegtes Anti-Cheat nicht ohne Weiteres in den Linux-Kernel überführen und daran scheitern aktuell noch zahlreiche der Multiplayer-Titel.
Der vorhandene Linux-Modus über Wine und Proton arbeitet im User-Space und deaktiviert die kernelnahe Überwachung. Für Entwickler kompetitiver Titel gilt das als zu großes Risiko, weshalb sie Linux trotz vorhandener Technik aktiv sperren.
Die Aktivierung ist ohnehin eine Opt-in-Entscheidung: Entwicklerstudios müssen die Linux-Unterstützung für Easy Anti-Cheat im Anti-Cheat-Dashboard freischalten, die Bibliothek einbinden und einen neuen Build ausliefern. Das passiert auch bei den aktuellen Spielen leider nur in den wenigsten Fällen.
Tim Sweeney und die Nutzer-Schwelle: Epics alte Bedingung
Epic-Chef Tim Sweeney knüpfte offiziellen Linux-Support bereits 2023 an eine klare Bedingung: Erst bei "zig Millionen SteamOS-Nutzern" lohne sich der Aufwand. An dieser Schwelle bzw. Bedingung hat sich bis heute nur wenig geändert. Auf der Vertriebsplattform Steam erreicht Linux inzwischen in etwa 4 Prozent der Spielerschaft und könnte so auch in den Fokus von Epic geraten.
SteamOS-Multiplayer: Hoffnungssignal oder bloße Routine?
Für SteamOS-Multiplayer ist die Stellenanzeige ein Signal, mehr aber zunächst nicht. Eine einzelne Personalie garantiert kein Produktupdate, und in der Reddit-Diskussion überwiegt entsprechend die Skepsis. Einige Nutzer verweisen zurecht darauf, dass Easy Anti-Cheat ohnehin schon Linux-Code enthält und Epic Games lediglich bestehende Technik pflegen könnte.
Andere wiederum vermuten einen Bezug zu Android oder mobilen Plattformen statt zu SteamOS. Bemerkenswert bleibt der Zeitpunkt: Valve positioniert die Steam Machine ausdrücklich als Hebel, um mehr Studios zur Anti-Cheat-Freigabe unter Linux zu bewegen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Sollte Epic die kernelnahe Überwachung tatsächlich für Linux nachrüsten, fiele eine der letzten großen Hürden für kompetitive Spiele auf SteamOS. Eine neue Roadmap für Fortnite oder Valorant unter Linux ergibt sich daraus indes nicht. Belastbar wird das Signal erst, wenn auf die Ausschreibung auch ein konkreter Build oder eine Ankündigung folgt. Es gibt dennoch Hoffnung für Linux-Multiplayer.
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Quelle: Epic Games via FRVR

"Easy Anti-Cheat läuft unter Linux zwar, allerdings ohne Zugriff auf den Kernel; dieser fehlende Kernel-Modus ist der eigentliche Knackpunkt. Während die Proton-Software Grafikbefehle wie DirectX zuverlässig nach Vulkan übersetzt, lässt sich ein auf den Windows-Kernel ausgelegtes Anti-Cheat nicht ohne Weiteres in den Linux-Kernel überführen und daran scheitern aktuell noch zahlreiche der Multiplayer-Titel."
Es geht also nicht darum, die Software ans Laufen zu bringen, sondern um die Simulation der Gängelung unter Windows.
Vermutlich ist das so schwer wie das Hacken eines angeblich absolut totsicher gesicherter Kopierschutzes.
Ich könnte mir vorstellen das die es zukünftig mit einer Art "Dummie Kernel" lösen, der virtuell und abgeschottet, aber ohne direkten Hardwarezugriff, dem Anti-Cheat Funktion "vorgaukelt"
Aber das ist nur meine Laienhafte Spekulation
Es geht hier darum Kernel Zugriff zu bekommen, ja das sehe ich. Also ist es wohl der Grund warum man Spiele nicht unter Linux freigibt.
"Easy Anti-Cheat läuft unter Linux zwar, allerdings ohne Zugriff auf den Kernel; dieser fehlende Kernel-Modus ist der eigentliche Knackpunkt. Während die Proton-Software Grafikbefehle wie DirectX zuverlässig nach Vulkan übersetzt, lässt sich ein auf den Windows-Kernel ausgelegtes Anti-Cheat nicht ohne Weiteres in den Linux-Kernel überführen und daran scheitern aktuell noch zahlreiche der Multiplayer-Titel."
Es geht also nicht darum, die Software ans Laufen zu bringen, sondern um die Simulation der Gängelung unter Windows.
Vermutlich ist das so schwer wie das Hacken eines angeblich absolut totsicher gesicherter Kopierschutzes.
Es geht hier darum Kernel Zugriff zu bekommen, ja das sehe ich. Also ist es wohl der Grund warum man Spiele nicht unter Linux freigibt.