Details PD-HM-Pedale, Sim-Racing-Software, Sim-Racing-Check, Testfazit
Was leisten Pedale und Software? Force-Feedback-Performance im Check und Testfazit.
Inhaltsverzeichnis
Die Pedalerie: Modular, aber ohne Kupplung und Load-Cell-Bremse
Die mit 80 Euro angesetzte, robust aus Stahl und Aluminium gefertigte Pedaleinheit des PXN-VD6-Gesamtpakets ist zweckdienlich ausgeführt, und richtet sich an Einsteiger und Schreibtisch-Racer, die vorerst nicht in ein Rig investieren möchten. Das heißt jedoch nicht, dass Sie die Pedaleinheit, bei der die Pedalwege von Hall-Sensoren ermittelt werden, nicht auch in eins der immer zahlreicher angebotenen Rigs einbauen können. Die Frage ist nur, ob Sie sich dann nicht für ein besser geeignetes Modell mit Load-Cell-Bremse und Kupplungspedal entscheiden, denn beides gehört nicht zur Ausstattung des PXN-PD-HM-Brems-Gaspedal. Auch auf alternative Gaspedalfedern (Gasfederdruck: 8 kg) müssen Sie in der Preisklasse bis maximal 100 Euro in der Regel verzichten.
Quelle: PCGH
Mithilfe eines Federdämpfer-Kits erhöhen Sie den Druckwiderstand des Bremspedals von 10 kg auf 20 kg.
Möglichkeiten, die Bremssteifigkeit und Bremskraft anzupassen, gibt es auch nur sehr begrenzt. Immerhin kann die Bremskraft von 10 kg, die durch die Federkonstruktion im Pedalgelenk erzielt wird, durch den Einsatz eines Federdämpfer-Kits (siehe Bild oben) von 10 kg auf 20 kg erhöht werden. Dem gegenüberstehen mehrere Möglichkeiten, die zwei Pedale an die Größe und die bevorzugte Haltung ihrer Füße beim Bremsen und Beschleunigen anzupassen: Der Winkel der Pedalplatten ist verstellbar (Ausgangsposition: 60°), die Höhe der Pedalplatten kann verändert werden und die Module lassen sich horizontal verschieben. Zudem können Sie in der PXN-Sim-Racing-Software vier Ausgangskennlinien (Output Curves) auswählen, die Pedale mappen oder für diese den Reverse-Modus einstellen.
Solide Software, die Einsteiger nicht überfordert
Zur Steuerung der einzelnen Komponenten des PXN VD6 Gaming Lenkrad Bundles stellt PXN eine eigene Software mit dem Namen PXN Sim Racing bereit. Die fällt umfangreich sowie übersichtlich aus, lässt sich einfach bedienen und teilt sich, wie Sie unten sehen, in die Bereiche Home, Devices, Games, Update, Arena, Help und Settings auf. Unter der Option "Device" verwalten und exportieren Sie etwa Profile und rufen Presets auf, die Sie dann im Games-Bereich unter "Device Presets" für die Base, das Lenkrad und die Pedale einzeln festlegen können. Für das Einspielen von Updates für die genutzte PXN-Peripherie steht der Update-Bereich bereit. Wer Feineinstellungen an der VD6-Base, dem W-AS-Lenkrad oder der Pedaleinheit vornehmen möchte, kann dies ebenfalls unter "Device" erledigen.
PXN-Sim-Racing-Software: Übersicht über die Optionen
Einerseits finden Sie dort die Tastenzuordnung für das Lenkrad inklusive Einstellungen für die RPN-LEDs und Schalt- und Analogwippen. Andererseits bestimmen Sie dort unter anderem die Ausgangskennlinie der Pedale und stellen typische Wheelbase-Optionen ein. Die Auswahl, die PXN hier trifft, überfordert Einsteiger nicht, ermöglicht im Gegenzug aber auch erfahrenen Sim-Racern, gerade mit den Optionen Mechanical Inertia/Friction/Damping und den Einstellungen unter "Advanced Setting" die Force-Feedback-Performance zu tunen und zu optimieren.
Leistungscheck: Force-Feedback-Performance mit Tuning-Potenzial!
Im Praxistest - wir fahren bei den Racing-Sims Assetto Corsa (PC) und Assetto Corsa Evo (PC) mit einem Mercedes-Benz AMG GT3 (siehe Video) respektive Mercedes-Benz-GT2-Fahrzeug auf der Nordschleife des Nürburgrings - lieferte das PXN VD6 Gaming Lenkrad Bundle für ein Einsteigersystem eine erstaunlich starke Force-Feedback-Performance ab. Anders als anfänglich vermutet stellen sich die 6 Nm und die 7-Nm-Lastspitzen der VD6-Base durchaus als tauglich für das Sim-Racing heraus. Im Leistungsbereich ist PXNs Einsteigerpaket der Konkurrenz von Moza und Fanatec mit Sicherheit ebenbürtig und liegt teils sogar noch etwas darüber.
Reduzieren Sie die Dämpfung (Game Damping) deutlich auf Werte von 10 oder weniger, wird das Force Feedback sehr direkt und gibt auch kleine Details präzise wieder. Dazu zählen typische Kräfte beim Fahren eines GT2/3-Boliden wie Flieh- und Traktionskraft, Gewichtsverlagerung beim Bremsen oder das Aufschaukeln, wenn Radaufhängung und Stoßdämpfer an ihre Grenzen kommen. In der Software lassen sich unter "Mechanical Inertia" (Devices) weitere Feineinstellungen vornehmen - auch hier empfehlen wir maximal 10. Mit weiterem, gezieltem Tuning können Sie außerdem die Pistenbeschaffenheit, Haftungsverlust bei Aquaplaning sowie Reifenreibung und -verformung (Mechanical Friction/Damping) noch realistischer abbilden.
Die PXN-PD-HM-Pedaleinheit eignet sich dagegen nicht uneingeschränkt für Sim-Racing. Pedalwiderstand und Hall-Sensoren erlauben zwar dosiertes Bremsen und Beschleunigen, Bremspedalgefühl und -härte reichen aber nicht an Load-Cell-Lösungen heran. Das Feder-Elastomer-Kit erhöht den Bremspedaldruck auf 20 kg und verbessert das Gefühl, doch Loadcell-Pedale wie Fanatecs CS Pedals V3 oder das Moza-CRP2-Pedalset simulieren das Ansprechen noch realistischer. Dort lässt sich die Pedalkraft deutlich feiner, auch per Software, einstellen; zusätzlich gibt es mehr Optionen für Pedalweg und Widerstand. Ein weiterer Nachteil: Wenn sie nicht direkt vor der Wand oder vor einem schweren Objekt wie einer (Bier-)Kiste oder Box abgestellt werden, die vor der Wand steht. Zudem kippen sie bei sehr kräftiger Bremspedalbetätigung nach vorn.
Quelle: PCGH
Eine Schwachstelle der PXN-PD-HM-Pedale: Sie sind nicht rutschfest. Schreibtischfahrer müssen diese direkt an eine Wand oder vor ein Hindernis positionieren, das nicht verrutschen kann.
PXN VD6 Gaming Lenkrad Bundle: Das Testfazit
PXN liefert mit dem VD6 Gaming Lenkrad Bundle für 420 Euro ein rundes Direct-Drive-Einstiegspaket mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die PC-Base mit 6 Nm (7 Nm Peak) arbeitet dank 24-Bit-Encoder, Temperaturkontrollsystem und ruhigem Lauf sauber, bietet moderne Anschlüsse und lässt sich in der PXN-Sim-Racing-Software übersichtlich anpassen. Im Praxistest in Assetto Corsa und Assetto Corsa Evo erreicht das Set eine Force-Feedback-Performance auf Augenhöhe mit Moza/Fanatec, teils sogar darüber - und das deutlich unter der 500-Euro-Grenze. Das leichte W-AS-Rundlenkrad unterstützt die direkte Rückmeldung, verlangt mit 280 mm Durchmesser aber etwas Eingewöhnung; Tastenlayout, Encoder und Schaltwippen sind für die Preisklasse stimmig.
Einschränkungen gibt es bei der Montage: Die Tischklemme hält nur auf dicken, rauen Tischplatten wirklich fest, ein Rig bleibt die bessere Lösung. Auch die PD-HM-Pedale sind Einsteigerklasse: ohne Kupplung und Loadcell, mit begrenzter Bremskraft-Anpassung und ohne Rig rutsch- und kippanfällig. Zusammengefasst eignet sich das Bundle als preiswerter Direct-Drive-Start, sofern Sie die Grenzen von Tischmontage und Pedalerie einplanen.

[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]: Der Unterschied zwischen dem Moza R9 und R12 liegt hauptsächlich darin, dass die R12 bei Force-Feedback-Lastspitzen (Peak Torque) einfach besser abliefert. Zusätzlich fällt auch die Hold-Torque, also das maximal erreichbare Drehmoment über einen längeren Zeitraum, etwa in lang gezogenen Kurven, höher aus. Da machen 3 Nm schon etwas aus. Die grundlegende Technik in beiden Geräten ist gleich. Offen gesagt, ist auch mit Mozas R9 schon voll Sim-Racing-tauglich. Wenn man sich allerdings wie ich als Besitzer einer R12 ein höheres Force-Feedback wünscht, damit man mehr Reserven hat, um das Oszillieren (das Lenkrad schaukelt sich aufgrund des Force-Feedbacks um die Mittellage auf) zu verhindern, sind 12 Nm sicherlich ein Vorteil. Allerdings habe ich das R9 und R12 nicht vergleichend testen können, sodass ich nur vermuten kann, dass die Moza R12 die bessere Lösung ist. Generell liegt bei vielen Sim-Racern bei der Force-Feedback-Sweetspot bei 12 Nm.