Lenkräder: Bigben bringt 3,2- und 6-Nm-Bases für Konsolen und denkt bei der Roadmap größer

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Lenkräder: Bigben bringt 3,2- und 6-Nm-Bases für Konsolen und denkt bei der Roadmap größer
Quelle: PCGH

Bigben baut Revosim auf der Bigben Week 2026 in Paris aus: Neue Direct-Drive-Bases mit 3,2 und 6 Nm zielen auf Konsolen und PC. Head of Racing Sebastien Waxin spricht über günstigere Einstiege, Ausbaupläne und stärkere Modelle für Simracer.

Bigben (Nacon) plant, Revosim deutlich breiter aufzustellen als zum Marktstart. Im Gespräch mit PC Games Hardware erklärte Sebastien Waxin, Head of Racing bei Bigben/Revosim, dass die junge Sim-Racing-Marke nicht bei der bekannten LS-Pure-Base stehen bleiben soll. Auf der Bigben Week 2026 in Paris zeigte das Unternehmen neben der LS-Pure-Wheelbase für Xbox Series X/S und Playstation 5 mit 10 Nm auch die neuen Modelle LS Initial mit 6 Nm und LS Lite mit 3,2 Nm Drehmoment. Hinzu kommen mehrere Add-ons wie Shifter, Kupplung, Handbremse und ein Aston-Martin-Customization-Kit.

Zu den Neuerscheinungen, die Revosim auf der Bigben Week 2026 präsentiert, gehört auch das Aston-Martin-Customization-Kit, das der bestehenden Wheel-Basis eine offenere Formel-Optik geben soll. Quelle: PCGH Zu den Neuerscheinungen, die Revosim auf der Bigben Week 2026 präsentiert, gehört auch das Aston-Martin-Customization-Kit, das der bestehenden Wheel-Basis eine offenere Formel-Optik geben soll. Damit entwickelt Bigben die Marke Revosim über ein einzelnes Direct-Drive-Bundle hinaus zu einer Produktfamilie mit mehreren Einstiegspunkten. In einem Jahr sind wir von der LS-Pure-Base allein zu drei verschiedenen Direct-Drive-Reihen plus Add-ons und Aston-Martin-Kit gegangen. - Sebastien WaxinInteressant ist dabei vor allem die Richtung: Bigben skaliert zunächst nicht weiter nach oben, sondern senkt die Einstiegshürde. Die LS-Lite-Wheelbase soll mit 3,2 Nm Direct Drive und Konsolenkompatibilität besonders erschwinglich werden. Darüber positioniert sich das Modell LS Initial mit 6 Nm, ebenfalls mit Direct Drive, aber einfacherem Pedalset. Waxin nennt hier Hall-Effekt-Technik statt Load Cell. Die LS Pure mit 100 kg Loadcell-Bremse bleibt das stärkere Modell und wird am PC mit 9 Nm, auf Konsole mit 10 Nm eingeordnet.

Günstigerer Einstieg statt sofort mehr Drehmoment

Die Strategie ist aus PCGH-Sicht nachvollziehbar. Revosim wollte laut Waxin zunächst zeigen, dass Bigben technisch solide Sim-Racing-Hardware mit guten Materialien und Load-Cell-Pedalen bauen kann. Erst danach folgt der Schritt in günstigere Klassen. Dahinter steckt eine einfache Logik: Wer als neue Marke zuerst nur billig wirkt, hat es später schwerer, sich glaubwürdig nach oben zu entwickeln.

Bei der ursprünglichen LS Pure spielte der Preis dennoch eine zentrale Rolle. Waxin beschreibt 9 Nm am PC als Sweetspot für ein Bundle, das deutlich unter 1.000 Euro bleiben sollte: "Für 799 Euro am PC war 9 Nm der Sweetspot." Für die Konsolenversion der LS Pure nennt Revosim 10 Nm und einen höheren Preis, was Bigben unter anderem mit Lizenzkosten und einer leicht überarbeiteten Basis erklärt. Für Leser, die sich nicht täglich mit Sim-Racing-Hardware beschäftigen, ist der Punkt schnell erklärt: Direct Drive ist die Technik, bei der das Lenkrad direkt vom Motor angetrieben wird. Mehr Nm stehen für mehr Drehmoment, aber nicht automatisch für ein besseres Gesamtpaket.

Die für die Xbox Series X/S und PS5 entwickelte Konsolenversion der Revosim LS Pure arbeitet mit 10 Nm statt 9 Nm Drehmoment und wird aufgrund von Lizenzen sowie überarbeiteter Technik teurer als 800 Euro. Quelle: PCGH Die für die Xbox Series X/S und PS5 entwickelte Konsolenversion der Revosim LS Pure arbeitet mit 10 Nm statt 9 Nm Drehmoment und wird aufgrund von Lizenzen sowie überarbeiteter Technik teurer als 800 Euro.

Revosim denkt zuerst an Konsolen

Überraschender als die neuen Newtonmeter-Klassen ist der offen formulierte Konsolenfokus. Revosim startete zwar mit einer PC-Version, doch Bigben sieht die Hauptzielgruppe stärker auf Konsolen. Das passt zur Historie des Unternehmens, das mit Nacon bereits viel Erfahrung mit Controllern und offiziellen Plattformlizenzen gesammelt hat.

Diese Aussage sollte man als Positionierung von Revosim lesen, nicht als unabhängige Marktübersicht. Für PC-Spieler ist der Fokus auf Playstation und Xbox trotzdem nicht uninteressant. Wenn Bigben die neuen Bases konsequent auch am PC nutzbar hält, kann der breitere Konsolenansatz zu mehr Stückzahlen, mehr Zubehör und niedrigeren Einstiegspreisen beitragen.

Roadmap: Stärkere Modelle sind Thema, aber nicht angekündigt

Für PCGH-Leser am spannendsten ist der Blick über die neuen Einsteiger-Bases hinaus. Bigben will Revosim nicht nur nach unten ausbauen. Auf Nachfrage bestätigte Waxin, dass stärkere Modelle intern zumindest als Richtung mitgedacht werden. Eine 12- oder 15-Nm-Wheelbase ist damit aber noch nicht angekündigt.

Genau diese Einschränkung ist wichtig: Bigben spricht nicht von einem fertigen Produkt, nennt keinen Modellnamen und keinen Termin. Trotzdem ist die Aussage relevant, weil sie zeigt, dass Revosim perspektivisch nicht nur günstiger werden soll. Nach 3,2 und 6 Nm sowie der LS Pure mit 9 beziehungsweise 10 Nm könnte langfristig auch oberhalb des bisherigen Topmodells etwas passieren.

PCGH-Einordnung

Revosim steht damit nicht mehr nur für ein einzelnes Direct-Drive-Bundle eines neuen Anbieters. Bigben entwickelt die junge Marke in mehrere Richtungen weiter: günstigerer Einstieg, klarer Konsolenfokus und eine flexible Roadmap, die stärkere Modelle nicht ausschließt. Das ist für Sim-Racer interessant, aber auch für Leser, die bisher nur klassische Lenkräder mit Riemen- oder Zahnradantrieb kennen. Direct Drive wandert damit weiter in Preisbereiche, die nicht mehr ausschließlich Enthusiasten vorbehalten sind.

Prototyp-Test: Die LS-Lite-Wheelbase mit 3,2 Nm Direct Drive, die für unter 300 Euro angeboten wird, war bei unserem Besuch der Bigben Week 2026 nur als Prototyp verfügbar. Mit dem macht der Head of Racing Sebastien Waxin höchstpersönlich eine Testfahrt. Quelle: PCGH Prototyp-Test: Die LS-Lite-Wheelbase mit 3,2 Nm Direct Drive, die für unter 300 Euro angeboten wird, war bei unserem Besuch der Bigben Week 2026 nur als Prototyp verfügbar. Mit dem macht der Head of Racing Sebastien Waxin höchstpersönlich eine Testfahrt. Überbewerten sollte man die Aussagen trotzdem nicht. Die LS-Lite- und LS-Initial-DD-Base sind der konkrete Nachrichtenkern. Stärkere Wheelbases mit 12 oder 15 Nm sind dagegen keine Ankündigung, sondern eine mögliche Richtung auf der Roadmap. Auch das Ökosystem wird zwar sichtbar breiter, die technische Öffnung, Softwarefragen und Linux/SteamOS bleiben aber Stoff für eine eigene Betrachtung. Die werden wir Ihnen ebenfalls hier liefern.

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