Revosim: Bigben reagiert auf Kritik - mehr Zubehör, aber SteamOS bleibt Nebenthema
Nach den neuen 3,2- und 6-Nm-Bases geht es nun um die Technik dahinter: Revosim spricht über Force Feedback, Kühlung, Drehmomentlimits und Kritik am geschlossenen Ökosystem. Auch SteamOS und Linux waren Thema - vorerst ohne Priorität.
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Die neue Revosim-Hardware mit 3,2 und 6 Nm war erst der Anfang. Nach dem Blick auf Roadmap und Konsolenfokus geht es nun um die Technik dahinter: Bigben/Revosim spricht über Force Feedback, Kühlung, Drehmomentlimits und die Frage, wie offen das noch junge Ökosystem wirklich wird.
Denn bei Sim-Racing-Hardware entscheidet nicht allein die Newtonmeter-Zahl. Force Feedback muss sauber gefiltert werden, die Wheelbase darf unter Dauerlast nicht einbrechen, und ein junges Ökosystem muss beweisen, dass Käufer später nicht in einer Sackgasse landen. Genau an diesen Punkten musste sich Revosim nach dem Marktstart Kritik gefallen lassen: zu wenig Zubehör, zu wenig Auswahl und ein zunächst recht geschlossenes System.
Quelle: PCGH
Sebastien Waxim, Head of Racing bei Revosim/Bigben, äußert sich in unserem Interview nicht nur über das Zusammenspiel aus Motor, Firmware und Software. Er stellt sich auch der Kritik der Sim-Racer am geschlossenen Ökosystem.
Auf der Bigben Week 2026 in Paris wurde Sebastien Waxin, Head of Racing bei Bigben/Revosim, dazu konkreter. Er sprach über das Zusammenspiel aus Motor, Firmware und Software, über Kühlung und Drehmomentlimits, aber auch über USB-Add-ons, einen geplanten Pedal-Adapter und die Frage, ob SteamOS und Linux für Revosim künftig mehr werden als nur ein beobachteter Trend.
Die folgenden Interviewauszüge zeigen: Beim Zubehör bewegt sich etwas, bei der Technik liefert Bigben verwertbare Details - und bei Linux bleibt Revosim vorerst vorsichtig.
Hardware, Software und Force Feedback
Beim Thema Force Feedback vermeidet Revosim im Interview absolute Zahlen zu Latenz oder Polling-Rate, liefert aber einige technische Einblicke. Waxin betont vor allem das Zusammenspiel aus Hardware und Software. Eine gute Wheelbase brauche nicht nur einen starken Motor, sondern auch passende Firmware, Filterung und Software-Abstimmung. Die Hardware dürfe nicht durch die Software ausgebremst werden; im Idealfall könne die Software die Präzision sogar verbessern.
Quelle: PCGH
Für die optimale Motor- und Simulationsleistung müssen, wie bei der neuen Base LS Initial, Hardware und Software zusammenarbeiten.
Drehmoment, Kühlung und Sicherheitslimit
Beim thermischen Verhalten verweist Revosim auf die Form des Gehäuses und den Einsatz von Aluminium. Die seitlichen Streifen sollen der Wärmeabfuhr helfen. Laut Waxin zeigen interne Tests, dass die Wheelbase auch über längere Sessions stabil bleibe und dank Wärmeableitung keine Leistung verliere. Besonders interessant ist seine Aussage zur 10-Nm-Konsole: Der Motor könne laut Revosim teils 12 bis 13 Nm liefern, werde aber auf 10 Nm begrenzt, damit die Basis nicht an einem Punkt abschaltet.
Ökosystem-Öffnung und Pedal-Adapter
Der größere Nachrichtenwert liegt allerdings beim Ökosystem. Waxin räumt ein, dass die frühe Kritik am kleinen und geschlossenen Revosim-Ökosystem berechtigt war. Genau darauf reagiere man nun mit Shifter, Handbremse, Kupplung, Aston-Martin-Kit und einer Öffnung über USB. Revosim-Add-ons sollen dadurch auch für Nutzer interessant werden, die bereits eine Fanatec- oder Moza-Basis besitzen. Für das Pedalset stellt Waxin zudem einen Adapter in Aussicht, mit dem es direkt am PC betrieben werden kann.
Zu den konkreteren Add-ons im wachsenden Ökosystem gehört etwa die neue Revosim-Handbremse für bezahlbare 179 Euro. Bigben/Revosim setzt auf eine Load-Cell-Lösung mit 150 kg, nicht nur auf ein weiteres Add-on. Für Sim-Racer zählt das bei Rallye-, Drift- oder Offroad-Titeln, weil eine Handbremse reproduzierbar und dosierbar arbeiten muss.
Sebastien Waxin hebt die werkzeuglose Anpassung des Widerstands hervor. Die Handbremse besitzt eine magnetische Abdeckung, die sich abnehmen lässt. Darunter können Nutzer die Charakteristik verändern. Im Lieferumfang nennt Waxin eine Feder sowie zwei Gummielemente mit unterschiedlicher Dichte. Damit lässt sich die Handbremse anpassen, ohne das Zubehörteil zu zerlegen oder Werkzeug anzusetzen.Es ist eine 150-kg-Load-Cell-Handbremse. Der Widerstand lässt sich ohne Werkzeug wechseln - in dieser einfachen Form ist das neu.
- Sebastien Waxin
Neu sind Load-Cell-Handbremsen laut Waxin nicht. Revosim sieht die Besonderheit eher in der Kombination aus 150-kg-Load-Cell, einfacher Verstellung und zugänglichem Gesamtpaket. Für PC-Spieler wichtig: Die Add-ons sollen per USB nutzbar sein. Damit könnte die Handbremse für Nutzer interessant werden, die mit Fanatec, Moza oder anderer Basis fahren. Entscheidend bleibt, wie sauber das in Sims funktioniert.
Quelle: PCGH
Mit Shifter, Handbremse, Kupplung und Aston-Martin-Kit reagiert Revosim auf Kritik am zu geschlossenen Ökosystem.
Ebenfalls interessant ist die geplante Erweiterung der LS Lite. Obwohl die 3,2-Nm-Basis nur einen RJ45-Port besitzt, soll ein Expander kommen, über den sich weitere Produkte wie Shifter und Handbremse anschließen lassen. Genau solche Details sind für Sim-Racer wichtiger als reine Drehmomentwerte, denn ein System steht und fällt mit seiner Upgrade-Perspektive.
Linux und SteamOS
Bei SteamOS und Linux fällt die Antwort zurückhaltender aus. Waxin bestätigt, dass Revosim den Trend beobachtet und die Nachfrage wachse. Priorität hat das Thema aber bisher nicht. Bigben sieht den stärksten Hebel derzeit weiterhin auf Konsolen.
PCGH-Einordnung
Für PC-Sim-Racer ist an Waxins Aussagen weniger das einzelne Technikversprechen interessant, sondern die erkennbare Kurskorrektur. Revosim reagiert auf die naheliegende Kritik an einem jungen, zunächst überschaubaren Ökosystem: USB-fähige Add-ons, ein geplanter Pedal-Adapter und ein Expander für die LS Lite sind mehr als unverbindliche Absichtserklärungen, sondern konkrete Bausteine für mehr Nutzbarkeit.
Das macht Revosim noch nicht automatisch zu einem offenen System auf Fanatec-, Moza- oder Simagic-Niveau. Aber es nimmt einen wichtigen Einwand auf: Wer in Direct Drive investiert, kauft nicht nur eine Wheelbase, sondern eine Plattform. Genau hier muss Revosim/Bigben zeigen, dass frühe Käufer später nicht in einer Sackgasse landen.
Quelle: PCGH
Revosim als Plattform: Aston-Martin-Kit und Add-ons sollen das Ökosystem stärken.
Bei Force Feedback, Kühlung und Drehmomentlimits bleibt die spannendste Antwort ohnehin der PCGH-Test. Waxins Aussagen zur Wärmeableitung und zur bewusst begrenzten 10-Nm-Base klingen plausibel, ersetzen aber keine Messwerte. Entscheidend wird sein, wie sich Revosim unter Dauerlast schlägt: Temperatur, Clipping, Oszillation, Filter, Latenz und Kompatibilität in den wichtigsten Rennsimulationen. Erst dann zeigt sich, ob das offener wirkende Ökosystem auch technisch hält, was Bigben respektive Revosim in Paris in Aussicht stellt.
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