RS50 Base, RS Round Wheel und RS Pedals im Sim-Racing-Check, Testfazit
Was leistet das Paket aus RS50 Base, RS Wheel Hub/Round Wheel sowie RS Pedals und wie fällt das Testfazit aus?
Inhaltsverzeichnis
Leistungscheck: Für Einsteiger und ambitionierte Sim-Racer gemacht!
Nach den vielen Informationen zu den einzelnen Komponenten kommt nun der Leistungstest. Was hier zählt, ist allein die Performance auf dem virtuellen Asphalt. Dazu fahre ich in der schon etwas älteren Racing-Sim Assetto Corsa (PC) mit einem Mercedes-Benz AMG GT3 auf der Nordschleife des Nürburgrings (siehe Video). Dabei liefert das Paket aus der Logitech G RS50 Base sowie den RS Pedals und RS Wheel Hub + RS Round Wheel eine beeindruckende Leistung ab.
Die Nuancen der Trueforce-Feedback-Details werden auch beim maximalen Drehmoment von 8 Nm noch klar, und mit einer hohen und somit realistischen Kraftentwicklung übertragen. Es zeigt sich, dass 8 Nm ein voll Sim-Racing-tauglicher Sweetspot sind, und auch die RS50 Base leistet sich bei maximaler Drehmomentproduktion keine Patzer in Form von Oszillation oder FFB-Clipping. Die beim Pilotieren eines GT3-Boliden auftretenden Kräfte wie die Fliehkraft, die Traktionskraft, die Gewichtsverlagerung beim Bremsen oder das Aufschaukeln bei Problemen mit der Radaufhängung und den Stoßdämpfern werden wirklichkeitsgetreu simuliert. So habe ich bei meinen Nordschleifenrunden stets das immersive Gefühl, in einem echten Rennwagen zu sitzen.
Es fehlt zwar das bei Sim-Racing nur in kostspieligen, hydraulischen Sim-Rigs vorhandene "Popometer". Trotzdem spüre ich dank Logitechs Sim-Racing-Peripherie der Mittelklasse den Punkt, an dem mein GT3-Fahrzeug die Traktion verliert. Außerdem nehme ich das Ausbrechen in Kurven voll und vor allem frühzeitig wahr und kann dies durch ein noch rechtzeitiges, kurzes Antippen der Bremse und die daraus resultierende Gewichtsverlagerung verhindern. Weitere Höhepunkte sind die realistische Abbildung der Pistenbeschaffenheit, des Reifenhaftungsverlusts bei Aquaplaning, der Reifenreibung/-verformung sowie die Fliehkraftsimulation. Hier leistet Trueforce-Feedback dank interner Frequenz von 4.000 Hz ganze, präzise Arbeit, die sogar das Fahren im Grenzbereich möglich macht.
Rundes Volant liegt gut in der Hand
Die beiden Schaltwippen mit Magnettechnologie und ihrem harten, direkten Druckpunkt und hohen Widerstand eignen sich optimal für schnelle und dabei kontrollierte Schaltvorgänge. Da ihre Position auf der horizontalen Ebene geändert werden kann, sind diese unabhängig von Ihrer Fingerlänge optimal erreichbar. Das weiche und griffige Silikonleder des RS Round Wheel schmiegt sich angenehm in die Handinnenflächen. Für optimalen Grip, gerade mit schwitzigen Händen, wären jedoch Premium-Mikrofaser oder Wildleder das bessere Material gewesen. Das hätte allerdings auch den Preis um mehr als 100 Euro nach oben gehoben.
Quelle: PCGH
Das Lenkrad liegt ergonomisch in der Hand. Zum Bedienen eines der beiden Drehschalter müssen Sie die komfortable Handhaltung allerdings aufgeben.
Dafür sorgen die Griffpartien am Daumen und die Ablageflächen für die Ringfinger sowie am kleinen Finger an der rechten und linken Lenkradspeiche für sehr festen Halt. Das ist besonders bei hektischen Lenkbewegungen sowie kräftigen Korrekturen beim Aufschaukeln oder Ausbrechen der Pixelkarosse von großem Vorteil. In Abhängigkeit von der Handgröße und Fingerlänge kann der Bereich für die Fingerablagen beim Lenken jedoch zu dick ausfallen. Davon abgesehen liegt das Lenkrad nicht zuletzt dank nur 290 mm Durchmesser und 103 mm Umfang ausgezeichnet und sehr ergonomisch in der Hand. Das qualifiziert das RS Round Wheel auch für virtuelle Langstreckenrennen. Wollen Sie jedoch die funktionalen und nützlichen Drehschalter mit Knopf im unteren Bereich des RS Wheel Hubs bedienen, müssen Sie die ergonomische Handhaltung aufgeben.
Realistisches Pedalverhalten
Quelle: PCGH
Sie haben kleine Füße oder bedienen die Pedale in einem besonderen Winkel? Kein Problem, die Pedalplatten lassen sich zweistufig in der Höhe verschieben.
Die Pedale performen in Anbetracht des geringen Preises erstaunlich gut - auch wenn der Widerstand des Gaspedals nicht mechanisch veränderbar ist. Das ist aber auch nicht notwendig, denn der fällt nicht zu weich aus und der Hall-Effekt-Sensor des Moduls arbeitet so präzise, dass ich meinen Mercedes-AMG GT3 mit viel Feingefühl wohldosiert beschleunigen kann. Dabei ist es vorteilhaft, dass die Position der Pedalplatte nach oben oder unten verändert werden kann. So werden auch die verschiedenen Auslösearten und die Fuß- respektive Schuhgröße berücksichtigt.
Das Bremspedal mit seinem mit gut austarierten 75-kg-Loadcell-Sensor reagiert genauso präzise. Dazu kommt, dass ich den Druckwiderstand in Kombination mit dem Pedalweg mithilfe der drei Elastomer-Elemente und der Abstandshalter sowie Optionen in der Software/der RS50 Base funktional und sehr genau einstellen kann. So kann ich auch mit kurzem Weg und hoher Pedalhärte noch dosiert bremsen. Das freut alle Sim-Racer, die wie ich eine sehr direkt reagierende, harte Bremse ohne Bremskraftverstärkung bevorzugen. Wer dagegen eher eine "weiche" Bremse beim Steuern der Pixelkarossen wünscht, kann mit den in die RS50 Base integrierten Optionen und der G-Hub-Software seine bevorzugte "Bremskraft in kg" sehr genau einstellen. Fest steht: Die Logitech G RS Pedals liefern auf der virtuellen Piste ab, und ich bescheinige ihnen Sim-Racing-Tauglichkeit ohne Einschränkungen.
Quelle: PCGH
Sowohl die Logitech G RS50 Base als auch die RS Pedals liefern auf der virtuellen Nordschleife des Nürburgrings ab. Beiden bescheinige ich uneingeschränkte Sim-Racing-Tauglichkeit.
Logitech G RS50 System PC/Xbox + RS Pedals: Das Testfazit
Mit der neuen RS50 Base und den RS Pedals möchte sich Logitech in der Sim-Racing-Sparte etablieren und gleichzeitig mit den Mittelklasse-Konkurrenten Moza oder Fanatec mithalten. Beides gelingt, nicht zuletzt dank der mit sehr vielen Renn-Sim-Titeln kompatiblen Trueforce-Technologie, der G-Hub-Software, den Einstellmöglichkeiten in der Base und der Option, mit einer gezielten Zusammenstellung gleich drei Plattformen zu bedienen. Man ist zwar nicht besser als die Platzhirsche, verschafft sich aber bei mir wie bei der Konkurrenz mit einem moderaten Preis, vor allem jedoch mit einer sehr guten Performance im Sweetspot-Bereich um 8 Nm Drehmoment Respekt. Logitechs RS50 Base und RS Pedals sind zwar noch lang nicht das Optimum, für ambitionierte Einsteiger und Sim-Racing-Amateure aber eine klare Empfehlung.
Die Tatsache, dass ein Kupplungsmodul fehlt und ich die Feder des Gaspedals nicht wechseln kann, stört mich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, die RS Pedals sind mit 150 Euro wirklich günstig und die Hall-Effekt-Sensoren und der 75-kg-Loadcell-Sensor machen präzise, was sie sollen - selbst meine geliebte "knüppelharte" Bremse kann ich mir einstellen. Und das alles gibt es, in Einzelkomponenten erworben, für 790 Euro. Damit verdient sich Logitechs mit hoher Qualität gefertigtes Peripheriepaket auch noch eine Preis-Leistungs-Auszeichnung.

Daher finde ich es gut, dass jetzt auch Logitech durch ein relativ neues Produkt den Druck auf Fanatec erhöht, etwas Neues in der unteren Mittelklasse zu bringen. Damit haben sie ja auch lange genug gewartet und an der Zahnstangentechnik festgehalten.
Ich persönlich bin zwar noch mit der CSL DD zufrieden, die ich kurz nach Erscheinen erworben habe, werde aber zu gegebener Zeit ins Lager von Moza wechseln. Dort sind die Entwicklungsintervalle kürzer, die Ideen besser und man ruht sich gefühlt nicht auf erreichten Erfolgen aus wie bei Fanatec; was die Landshuter Endor u.a. auch deswegen in die Insolvenz und in die Übernahme durch Corsair getrieben hat.