Lego Builder's Journey: Das erste Unity-Engine-Spiel mit Vollbild-Raytracing und DLSS

Lego Builder's Journey, ein beliebtes Mobile Game auf Apple Arcade, gibt es nun aufgewertet am PC. Es handelt sich um das erste Spiel, bei dem die Unity-Engine mit Vollbild-Raytracing zeigen kann, was grafisch wirklich in ihr steckt. PCGH hat das charmante Lego-Abenteuer durchgespielt und präsentiert Fakten zur Technik und Performance.

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Lego Builder's Journey: Das erste Unity-Engine-Spiel mit Vollbild-Raytracing und DLSS
Quelle: PC Games Hardware

Ambient Occlusion, Global Illumination, Reflections & Shadows: Lego Builder's Journey setzt am PC all diese Effekte mithilfe von Raytracing um - und ist damit ein unverhoffter Hingucker geworden. Die technische Basis dafür bildet die weitverbreitete Unity-Engine, welche meist für Spiele mit weit weniger Technik-Prunk verwendet wird. Das Facelifting katapultiert Spiel und Engine jedoch direkt in den Fokus technikaffiner Spieler und somit auch PCGH.

Nvidia bewirbt Lego Builder's Journey derzeit als RTX-Showcase und bot der Presse daher die Gelegenheit, das Spiel vor Release zu begutachten. Die einzige Bedingung dafür lautete, keinen Artikel vor dem Fall des Embargos (Launch des Spiels) zu veröffentlichen. Wir sagten zu - der vorliegende Artikel, welcher umfangreicher als anfangs geplant ausfällt, ist das Ergebnis des kleinen Ausflugs in die Kindheit.

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Lego Builder's Journey: Überblick

Auf der Steam-Store-Page wird das Spiel als "poetisches Puzzle" beschrieben, "das im bunten Universum der Steine mit perfekt digitalisierten Lego-Elementen spielt". Das trifft den Nagel durchaus auf den Kopf, denn obwohl nur kleine Plattformen aus Lego-Elementen dargestellt werden, verblüfft Lego Builder's Journey mit seiner digitalen Umsetzung der weltberühmten Steine. Tatsächlich gehört Kunststoff zu den eher einfachen Übungen der Shader-basierten Darstellung - und so manche Figur sah in den Anfangstagen nach der Jahrtausendwende mehr nach Plastik aus als gewollt -, die Qualität des gesamten Renderings erinnert jedoch an so manchen älteren Pixar-Kurzfilm, was aller Ehren wert ist.

Das Gameplay ist schnell erklärt: Helfen Sie dem Lego-Jungen dabei, unwegbares Terrain zu erklimmen. Dabei steuern Sie lediglich einen Cursor - also eine virtuelle Hand, wie in Black & White -, mit dem Sie die vom Spiel kredenzten Bausteine rotieren und platzieren können. Während der Bub von Stein zu Stein hüpft, wird er samt der überschaubaren Spielwelt von Strahlen beschossen. Tatsächlich erfolgt die komplette Beleuchtung ray-traced und zeigt daher eine sehenswerte Dynamik. Objekte spiegeln sich in den glatten Lego-Steinen, die Schattierung fällt glaubhaft bis in kleinste Ecken und die volumetrische Beleuchtung sieht einfach fantastisch aus. Tatsächlich gibt es kaum einen besseren Einsatzzweck für hochwertige Beleuchtung als ein derart gemütliches Spiel, bei dem man sich die Grafik in Ruhe ansehen kann - ganz anders das ab dem 29. Juni ebenfalls Raytracing-fähige Doom Eternal, bei dem man schneller stirbt, als man "Ui, hübsche Refle... argh!" sagen kann.

Doch zurück zu Lego Builder's Journey. Das Spiel ist auch inhaltlich das komplette Gegenteil von Doom Eternal, es ist niedlich, familiengerecht und entspannend. Auch akustisch. Die dänischen Light Brick Studios setzen ihre Vision mithilfe der Unity-Engine um (laut Log-Datei die Version 2021.1.6f1), genauer gesagt auf Basis deren High-Definition Rendering Pipeline, kurz HDRP. Dank Physically-based Rendering in Kombination mit Raytracing wird der Lego-Kunststoff glaubhaft akzentuiert. Die Qualität aller Effekte lässt sich im Grafikmenu von Lego Builder's Journey in mehreren Stufen einstellen und funktioniert auf jeder Grafikkarte mit Raytracing-Einheiten, ergo Geforce RTX 20, Geforce RTX 30 und Radeon RX 6000. Die Auswirkungen sind auf jeden Fall deutlich - in Bewegung mehr als im Standbild - und begrüßenswert. Wir bedienen uns im Folgenden der Vergleichsshots von Nvidia, da wir es auch nicht besser abbilden könnten:

Selbstverständlich greifen auch die Light Brick Studios auf zahlreiche Kniffe zurück, um die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten. Zu diesem Zweck werden möglichst wenige Strahlen verschossen und die Lücken anschließend effizient spatial und temporal verrechnet. Wie bei jedem anderen Raytracing-Spiel ist dieses Tun mitunter sichtbar: Ändert sich der Bildinhalt, etwa bei beweglichen Objekten oder Kameraschwenks, ist Ghosting oder Aufpixeln erkennbar. Ursächlich ist die Herangehensweise, Informationen aufeinander folgender Frames zu verrechnen. Steht das Bild still, werden die Pixeldaten aufsummiert, was die Szene vervollständigt (Akkumulation).
Typisch: Werden Objekte schnell bewegt - in diesem Beispiel rotieren wir den Stein -, kommt es für Sekundenbuchteile zu sichtbaren Artefakten (Grieß, Ghosting). Kurz darauf sieht alles sauber aus - temporale Akkumulation live. Quelle: PC Games Hardware Typisch: Werden Objekte schnell bewegt - in diesem Beispiel rotieren wir den Stein -, kommt es für Sekundenbuchteile zu sichtbaren Artefakten (Grieß, Ghosting). Kurz darauf sieht alles sauber aus - temporale Akkumulation live.

DLSS 2.2 an Bord

Wer eine Geforce-RTX-Grafikkarte besitzt, kann auf seiner Lego-Reise außerdem das KI-Upsampling DLSS verwenden, welches in der Unity-Engine derzeit als Beta-Plugin genutzt werden kann. Bis Ende des Jahres soll DLSS ein fester Bestandteil der HDRP-Variante von Unity werden. Technikfreunde wird es interessieren, dass Lego Builder's Journey offenbar auf eine fortgeschrittene DLSS-Iteration setzt - DLSS 2.2.6.0 laut der mitgelieferten nvngx_dlss.dll. Diese Variante zeigt bereits in anderen Spielen sichtbare Fortschritte und macht auch im neuen Lego-Abenteuer eine gute Figur. Wird die Kamera nicht rotiert, ist das DLSS-Bild praktisch nicht vom Temporal-AA der Unity-Engine zu unterscheiden. Objektbewegungen oder Kamerarotation (die im Spiel nicht oft notwendig ist) mit aktivem DLSS führt jedoch zu klar sichtbarem Aufpixeln für Sekundenbruchteile. Angesichts der gigantischen Leistungsgewinne - dazu gleich mehr - durch DLSS ist das verschmerzbar, aber ein klarer Nachteil gegenüber TAA mit voller Auflösung. Im folgenden Vergleich können Sie die DLSS-Modi und auch die Qualität auf RDNA 2 mit Ampere vergleichen.

Lego Builder's Journey: Benchmarks

Raytracing auf allen Objekten: Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist trotz aller Optimierungen eine sehr anspruchsvolle Sache. Vom Entwickler empfohlen werden eine Geforce RTX 2060 oder Radeon RX 6700 XT - das ist gleichzeitig die Mindestvoraussetzung für Raytracing. Wir haben uns die Leistung der jeweils kleinsten Raytracer von AMD und Nvidia in einem überdurchschnittlich anspruchsvollen Level angesehen. Eine Radeon RX 6900 XT rundet das überschaubare Ensemble ab.

Blickt man auf die Bildraten bei nativer Bildschirmauflösung, wird klar, warum derzeit so viele Köpfe an cleveren Upsampling-Verfahren forschen. DLSS zeigt in Lego Builder's Journey, wie man es macht: Die Bildrate steigt bereits im Quality-Mode um 89 bis 111 Prozent, während die Grafik zumindest bei den Modi Balanced/Ausgewogen und Quality/Qualität kaum sichtbar leidet. Dieses Ziel verfolgt auch das seit heute verfügbare FidelityFX Super Resolution (FSR) von AMD - in Lego Builder's Journey ist es jedoch noch nicht angekommen.

Lego Builder's Journey: Fazit

Wer drei Stunden wieder Kind sein möchte (oder ein Spiel für seinen Nachwuchs sucht), macht mit Lego Builder's Journey nichts falsch. Doch nicht nur Junggebliebene werden Spaß haben, sondern auch Technik-Enthusiasten - das Lego-Abenteuer ist dank des Vollbild-Raytracings absolut sehenswert und zeigt, dass moderne Technik keinesfalls Multimillionen-Dollar-Produktionen vorbehalten ist. Wer's lieber blutig mag, wartet auf das Raytracing-Update für Doom Eternal. Stichtag hierfür ist der 29. Juni, selbstverständlich begleitet von einem weiteren PCGH-Techniktest.

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von deady1000 Volt-Modder(in)
        Der Benchmark ist echt sadistisch.
        RX6900XT vs RTX2060? Srsly?

        Kaum auszumalen, was mit einer Nvidia-GPU der aktuellen Generation gewesen wäre.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von MasterofHell Komplett-PC-Aufrüster(in)
        @Luebke82 Hast du auch etwas sinnvolles mitzuteilen oder kannst du hier nur Smilys unter die Kommentare setzen?
      • Von DARPA Volt-Modder(in)
        Hatte letztens schon ein Video gesehen, Raytracing bringt hier auf jeden Fall einen schönen Mehrwert.

        Aber musste bei den Benchmarks grad schlucken und nochmal gucken, welche Auflösung ich da grad ausgewählt habe

        Sieht auch ganz witzig aus für zwischendurch, aber der Umfang ist leider ein Witz
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von blubb3435
        Das sind ja ordentliche Anforderungen! Wie viel VRAM belegt das Spiel in UHD?
        Ich meine, dass mir der Afterburner nach einer zweistündigen Session einen Peak deutlich über 6 GiByte anzeigte, sicher bin ich aber nicht mehr. Wenn man sich die Benchmarks anschaut und dort den Vergleich zwischen RTX 2060 und RX 6700 XT, knickt Erstere ab UWQHD ein - das könnte am Speicher liegen.

        MfG
        Raff
      • Von blubb3435 PC-Selbstbauer(in)
        Das sind ja ordentliche Anforderungen! Wie viel VRAM belegt das Spiel in UHD?
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