Intel und Nvidia: Ex-CEO Gelsinger räumt GPU-Irrtum ein

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Intel und Nvidia: Ex-CEO Gelsinger räumt GPU-Irrtum ein
Quelle: Intel + Nvidia / Montage: Sven Bauduin

Der ehemalige Intel-CEO Pat Gelsinger hat im All-In-Podcast eingeräumt, dass sein Konzern die GPUs von Nvidia zu Zeiten eigener CPU-Dominanz als Gamer-Spielzeug abtat. Diese Fehleinschätzung kostete Intel den Anschluss an das KI-Zeitalter.

Im Gespräch mit den Hosts des amerikanischen All-In-Podcasts erklärte der Manager, warum sein früherer Arbeitgeber den Sprung ins KI-Zeitalter verschlafen hat. Schon im Herbst 2025 sorgte Gelsinger mit seiner These vom nahen "Ende des GPU-Hypes" im Branchenumfeld für Aufsehen, jetzt blickt Intels Ex-CEO auf die Ursprünge (s)eines Versäumnisses zurück. Dass Intel seinen kalifornischen Chip-Rivalen lange nicht ernstgenommen habe, steht im Kontrast zu dem Kurs, mit dem Pat Gelsinger seinerzeit als CEO später selbst Druck auf Nvidias GPUs aufbauen wollte

Warum Intel Nvidias-GPUs als Gamer-Hardware abtat

Der Manager, der Intel von Februar 2021 bis Dezember 2024 führte, ordnete seine Selbstkritik in den Kontext eines Konzerns ein, welcher auf dem absoluten Höhepunkt seiner Prozessor-Vormacht keinen Grund sah, das Geschäft eines vermeintlichen Grafikkartenherstellers ernst zu nehmen. Genau diese Haltung wurde dem Unternehmen aus Santa Clara zum Verhängnis, so Gelsinger.

Vom Gamer-Spielzeug zum KI-Motor

Auf dem Höhepunkt seiner CPU-Stärke habe Intel Nvidias Rechenmaschinen als Grafikkarten für ein paar Gamer abgetan, gesteht Gelsinger. Erst als Nvidia mit CUDA und der Technik SIMT begann, einen echten Software-Stack aufzubauen und diesen Schritt für Schritt verbesserte, sei aus dem belächelten Nischenprodukt etwas Größeres geworden. Intel hatte das Potenzial völlig falsch eingeschätzt.

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Den entscheidenden Anstoß gaben laut Pat Gelsinger japanische HPC-Forscher, welche demnach als Erste erkannten, dass sich GPUs für das Hochleistungsrechnen, das sogenannte HPC ("High-Performance Computing"), zweckentfremden lassen. Aus der belächelten Gamer-Hardware wurde so die fundamentale Grundlage des heutigen KI-Hardwaremarkts. Dieser dominiert die gesamte Branche mit absurden Umsätzen.

Warum Jensen Huang Gelsinger an Steve Jobs erinnert

Nvidia-Chef Jensen Huang erinnert Gelsinger an Apple-Ikone Steve Jobs, weil beide über Jahre geduldig an einer zunächst unterschätzten Technologie feilten. Als Beleg für Jobs' Weitblick führt Gelsinger den Wechsel von Apple auf Intel-Prozessoren im Jahr 2005 an: Bei den ersten Gesprächen über die Portierung von macOS von der PowerPC- auf die x86-Architektur habe Jobs erklärt, er arbeite bereits seit vier Betriebssystem-Generationen an genau diesem einen Schritt.

Diese Geduld attestiert Gelsinger auch Jensen Huang und Nvidia, deren primär an Spieler adressierten Geforce-Grafikkarten sich in vielen kleinen Schritten zu einem HPC-Beschleuniger und damit zum Fundament des KI-Booms entwickelten.

Pat Gelsinger thematisiert Nvidia sehr häufig

Schon 2025 hatte Gelsinger auf Nvidias Hausmesse GTC behauptet, Jensen Huang habe mit dem KI-Boom vor allem Glück gehabt. Damals bezeichnete der Ex-Manager GPUs für Inferenz-Aufgaben als rund 10.000-mal zu teuer und sagte einen Wechsel zu günstigerer Hardware voraus (wir berichteten via Tom's Hardware).

Wie ernst Intel den Grafikmarkt einst nahm, zeigt das eigene Grafikchip-Projekt "Larrabee", ein früher Versuch, eine GPU auf x86-Basis zu bauen. Das Vorhaben wurde kurz nach Gelsingers erstem Weggang im Jahr 2009 eingestellt, lange bevor der Konzern mit den Arc-Grafikkarten einen neuen Anlauf wagte.

Ex-Intel-CEO setzt auf Quantencomputer statt GPU-Hype

Für die Zeit vor 2030 stellt Gelsinger bedeutende Quantencomputing-Resultate in mehreren Branchen in Aussicht. Der heute als Partner und Investor äußerst eng mit dem Quantenspezialisten PsiQuantum verbundene Manager erwartet, dass sich damit Aufgaben aus Chemie und Biologie lösen lassen, die klassische Rechner überfordern.

Zugleich warnte er vor den Folgen einer chinesischen Blockade Taiwans: Die Insel verfüge über weniger als drei Wochen Energiereserven, ein Ausfall der dortigen Fertigung träfe die Weltwirtschaft härter als die große Depression.

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Quelle: All-in-Podcast via Wccftech

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DevouringKing Software-Overclocker(in)
        Kann man ihm nicht verübeln.
        Keiner hätte so eine Explosion an Erfolg und Umsatz kommen sehen.
      • Von DevouringKing Software-Overclocker(in)
        Kann man ihm nicht verübeln.
        Keiner hätte so eine Explosion an Erfolg und Umsatz kommen sehen.
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