Lautsprecher im Test (2018): Bluetooth-Stereo-Boxen im Vergleich

PC-Lautsprecher mit Bluetooth im Test (2018): Unsere Übersicht mit Stereo-Boxen, die mit und ohne Subwoofer daherkommen. Heute testen wir drei aktuelle PC-Lautsprecher mit Bluetooth-Verbindung.

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Lautsprecher im Test (2018): Bluetooth-Stereo-Boxen im Vergleich
Quelle: Tekke, Flickr, CC BY-ND 2.0

Bei kompakten, für den PC, Konsole oder andere Multimedia-Geräten geeignete Lautsprecher gibt es eine breite Auswahl, die aktuell zumindest in einigen Bereichen merklich im Wandel ist. Viele Boxen, darunter auch die recht typischen, primär für Desktop-Gaming konzipierten 2.1-Systeme, erhalten in Form einer Bluetooth-Unterstützung technische Upgrades. In unserem Test (siehe Folgeseite) mit dabei ist das Speedlink Gravity Carbon, ein günstiges Einsteiger-System. Die von den Ausmaßen verhältnismäßig großen Wavemaster Cube Neo gefallen mit gutem Klang und schickem Korpus aus massivem Bambus. Und Edifier kann mit den kleinen, aber potenten und technisch wie klanglich sehr attraktiven S880DB überzeugen.

Bluetooth-Lautsprecher: Qualitäts-Offensive

Neben Bluetooth ist aber auch ein weiterer Trend zu beobachten: Viele, insbesondere zuvor für Gaming-orientierte Soundsysteme bekannte Hersteller fahren eine kaum übersehbare Qualitätsoffensive. Offensichtlich, um mit den schick designten, ansprechend verarbeiteten Lautsprechern auch die anspruchsvollere Klientel zu bedienen - eine schöne Sache, schließlich werden auch ehemalige Jugendliche - einmal stolze Besitzer von 2.1-"1000-Watt-PMPO"-Rumpelkisten - irgendwann älter und über die Jahre vielleicht auch weiser. Hersteller wie Wavemaster und Edifier scheinen mit einigen ihrer neuen Produkte genau auf dieses Marktsegment abzuzielen, liegen mit rund 250 bis 300 Euro aber noch im preis-/leistungstechnisch günstigen Bereich.

Wir wollen diesen Artikel in Zukunft ausbauen, und planen, analog zu unserer Headset-Übersicht, mit der Zeit weitere Produkte sowie generelle Tipps zu ergänzen. Wir wollen aber bereits an dieser Stelle ein wenig in die Materie eintauchen, da sich schon bei den drei vorgestellten Produkten recht große Unterschiede bei Ausmaßen, Design-Konzept und Abstrahlverhalten und klanglicher Abmischung auftun, die nicht nur einen beträchtlichen Einfluss auf den Klang haben, sondern auch für den Eignungszweck.

Kaufkriterien für aktive PC-Lautsprecher: Verstärker

Bei Boxen gilt ähnlich wie bei Kopfhörern oder Headsets: Den größten Einfluss auf die klanglichen Eigenschaften und die Güte des Sounds haben die Schallwandler, also die Lautsprecher selbst. Anders jedoch als bei guten Kopfhörern, die zumeist eine kräftige Verstärkung beispielsweise durch eine Soundkarte benötigen, tritt dieser Punkt bei aktiv verstärkten Lautsprechern logisch nachvollziehbar in den Hintergrund - schließlich ist die Verstärkereinheit bereits integriert. Dabei sollten Sie trotzdem einen genaueren Blick auf die Leistung des Amplifiers werfen, denn nicht selten wird dabei seitens des Herstellers die P.M.P.O-Leistung (Peak Music Power Output) angegeben. Hierbei handelt es sich um einen Spitzenwert, der mit wenig seriösen oder gar beliebigen Testmethoden ermittelt wird (z.B. jene maximale Leistung, die für einige Millisekunden durch ein Lautsprechersystem gejagt werden kann, bevor sich die Technik in Rauch auflöst und das System zerstört).

Die Angabe der P.M.P.O ist zwar seit vielen Jahren rückläufig, doch insbesondere bei günstigen Lautsprechern findet sich häufig die gegenüber der RMS-Leistung (Root Mean Square) deutlich imposanter wirkende P.M.P.O. Die einzig international anerkannte Angabe ist die per aufwendiger Messung mittels einem rosa Rauschen (Pink Noise) ermittelte RMS-Leistung. Lassen Sie sich daher nicht vor großen, eindrücklich wirkenden Zahlen irritieren. Spätestens, wenn ein 25-Euro günstiges, kaum 3 Kilo schweres und per 5V-Netzteil gespeistes Audiosystem eine Leistung angibt, die mit rund 1 KW etwa dem Level eines Mofas, einer guten Profi-Schlagbohrmaschine oder drei GTX 1080 Ti im SLI-Verbund entspricht, ist Skepsis geboten.

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Lautsprecher mit Subwoofer richtig aufbauen: Tipps

Ein weiterer wichtiger Punkt bei Lautsprechern ist ihre Bauweise, die Abmessungen sowie das Abstrahlverhalten der verbauten Schallwandler. Diese Aspekte können (nicht müssen!) sehr deutliche Einflüsse auf den Sound, die Eignung für einen bestimmten Einsatzzweck sowie die Praxistauglichkeit haben. Sind Boxen etwa zu groß, passen sie eventuell nicht auf Ihren Schreibtisch - logisch, doch leider ist die Thematik deutlich komplizierter. Ist die Aufstellung trotzdem möglich, passt eventuell das Abstrahlverhalten der (zu großen) Lautsprecher nicht für ein kleines Stereo-Dreieck. Strahlen (große) Lautsprecher den Ton in einem weiten Kegel ab, was tendenziell für die Raumbeschallung vorteilhaft wäre, sind diese für den Einsatz am Desktop mit einiger Gewissheit eher ungeeignet. Es könnten beispielsweise bestimmte Frequenzen zuerst auf die Tischoberfläche treffen und von dort zurückgeworfen ins Ohr gelangen und somit nicht nur die tonale Wahrnehmung stark verändern, sondern außerdem Aufgrund der Verzögerung durch den längeren Weg der Schallwellen und durch die menschliche Psychoakustik eine verfälschte räumliche Darstellung begünstigen.

Aus diesem Grund sollten Sie für einen kleinen Hörplatz Boxen bevorzugen, die verhältnismäßig kompakt ausfallen und ein kleines Stereo-Dreieck ermöglichen. Sogenannte Studio-Lautsprecher oder -Monitore sind beispielsweise für ein solches Einsatzgebiet optimiert und erlauben ein präzises Ausrichten der Boxen auf den Hörplatz. Das sogenannte Stereo-Dreieck stellt dabei das theoretische Optimum und ein auf den Kopf gedrehtes, gleichseitiges Dreieck dar. Der Abstand zwischen rechter und linker Box ist bestenfalls derselbe, wie der Abstand Ihres Sitzplatzes zu der jeweiligen Box. Dabei darf dieser Abstand aber auch nicht zu klein ausfallen, ansonsten leidet die räumliche Wahrnehmung. Ist der Abstand dagegen zu groß, wird ein Großteil des Sounds einfach an Ihnen vorbei projiziert. Bestenfalls sollte sich außerdem der Hochtöner der Lautsprecher auf Ohrhöhe befinden - oder mittels eines Keils so angewinkelt werden, dass eine gedachte Linie von dort direkt auf den jeweiligen Lauscher trifft.

Die Bauweise ist ebenfalls von größerem Belang und betrifft nicht nur die Abmessungen der Lautsprecher, sondern auch ihr Ansprechverhalten, die Tiefton-Performance und eventuell tonale Balance. Häufig vertretene Bassreflexsysteme liefern beispielsweise einen zumeist kräftigeren Bass als vergleichbare geschlossene Lautsprecher. Allerdings geht dies zumeist auf die Kosten der Präzision. Des Weiteren kann scharf ein- und austretende Luft an ungünstig geformten Reflex-Rohren unschöne Strömungsgeräusche verursachen. Die Position dieser Öffnungen kann außerdem Einflüsse auf den wahrgenommenen Sound haben, etwa wenn eine rückseitig angebrachte Reflex-Öffnung von einer Wand verdeckt wird. Ebenso können ungewollte Schallreflexionen in einem Regalstellplatz (Regallautsprecher) oder unter dem Schreibtisch (Subwoofer) auftreten und vor allem den Tiefton stark beeinflussen.

Auch lesenswert: Onboard-Sound gegen Soundkarte: Wo liegen die wesentlichen Unterschiede?

2.1-Lautsprecher: Eine Frage der Abstimmung

Bei 2.1- oder generell Systemen mit Subwoofer - in eingeschränkter Form auch bei Mehrwege-Lautsprechern - kann es außerdem zu Ungleichgewichten kommen, wenn beispielsweise kleine Satelliten-Lautsprecher mit einem großen Subwoofer zum Einsatz kommen. Wenn im Vergleich winzige Mittelhochtöner für einen Großteil des hörbaren Klangspektrums herhalten sollen, fehlt es ihnen in vielen Fällen an Vermögen, auch etwas tiefere Frequenzen im unteren Bereich der Mitten und Oberbass ausdrucksstark wiedergeben zu können. In solch einem Fall muss dann häufig der Subwoofer zur Kompensation herhalten und schon bei deutlich höheren als ihm eigentlich technisch zumutbaren Frequenzen einsetzten. Die zumeist verhältnismäßig riesigen und oft mit dicken Gummisicken für großen Hub optimierten und daher im Vergleich trägen Tieftöner sind im Normalfall eher keine Detailkünstler und häufig klafft ein riesiges tonales Loch zwischen Satelliten und Subwoofer in dem gar größere Teile des Klangbilds komplett verschwinden können. Zudem sind Frequenzen im Bassbereich (ca. 20-150 Hz) für das menschliche Ohr normalerweise schlecht bis nicht räumlich ortbar, die nur wenige Hertz darauf folgenden unteren Mitten hingegen schon.

Bei einem unausgewogenen System können Sie daher nicht nur Stimmen, Gitarren oder Streicher aus Ihrer Bassbox hören, sondern auch deren Position einschätzen - was sehr irritierend sein kann, wenn der Subwoofer beispielsweise unter dem Schreibtisch steht; was aber auch generell aufgrund der Reflexionen ein eher ungeeigneter Platz für einen Tieftöner wäre. Bestenfalls steht die Bassbox möglichst frei im Raum, entfernt von Ecken und Wänden, ansonsten kann es bei den abgestrahlten Schallwellen zu Überlagerungen kommen, die den Bass zum unschönen Dröhnen bringen oder ihn durch Phasenumkehr gar eliminieren und unhörbar werden lassen können. Das korrekte Aufstellen von Subwoofern ist eine sehr komplexe, von einer Vielzahl Faktoren (beispielsweise Möbel, Raumschnitt, etc.) abhängige Geschichte - dass sich dabei häufig Probleme einstellen können, dessen sollten sich auch wenig anspruchsvolle Einsteiger zumindest bewusst sein.

So viel zu den wichtigsten Aspekten, die auch die drei getesteten Bluetooth-Boxen tangieren. Es sind lange nicht alle Eigenschaften, die es bei Lautsprechern zu berücksichtigen gibt. Wir planen, die Tipps beizeiten zu ergänzen und vervollständigen. Für unseren aktuellen Test der drei Bluetooth-Systeme sollen sie indes vor allem als Ergänzung und Erklärung dienen, denn die getesteten Lautsprecher sind in einer oder anderer Form diesbezüglich auffällig. Daher fürs erste genug der Theorie, auf zum Testen!

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