FSR 2.0 im LS22: Benchmarks und Fazit
Auf der letzten Seite können Sie unsere angefertigten Benchmarks zum Landwirtschafts-Simulator 22 mit FSR 2.0 begutachten, garniert mit einem abschließenden Fazit.
In diesem Artikel
FSR 2.0 im Landwirtschafts-Simulator 22: Benchmarks
Nachdem die Qualität skizziert ist, widmen wir uns der Leistung. Upscaling respektive Upsampling wurde primär zur Entlastung chronisch überarbeiteter Grafikkarten ins Leben gerufen, während DLAA, MSAA und SSAA die Qualität erhöhen. Wir haben die Herausforderung angenommen und alle verfügbaren AA-Verfahren im Landwirtschafts-Simulator 22 getestet. Angetreten sind vier bewusst unterschiedliche Grafikkarten - zwei alte und zwei neue -, welche die Skalierung in der vollen Spannweite aufzeigen. Beachtenswert ist dabei nur eines: DLSS und DLAA stehen nur auf Geforce-Grafikkarten der RTX-Reihen 2000 und 3000 zur Verfügung. Alle übrigen Modi funktionieren mit allen Grafikkarten, die den Landwirtschafts-Simulator 22 darstellen können. In unserer Benchmark-Stichprobe zeigt daher nur die Geforce RTX 3080 die komplette Vielfalt im Anti-Aliasing-Eldorado Landwirtschafts-Simulator 22.
Mit 19 verschiedenen Modi stehen Sie bei einer RTX-Grafikkarte vor der Qual der Wahl. Eine Entlastung ist nicht zwingend notwendig, denn der Landwirtschafts-Simulator 2022 läuft selbst mit den von uns manuell ausgereizten Grafikdetails noch verhältnismäßig gut. Technisch bedingt erzielt FSR 1.0 - wie bei anderen Spielen mit vielfältigen Upscaling-Optionen - das größte Leistungsplus. Das ist beispielsweise gut am Vergleich der Quality-Modi zu erkennen, welche bei FSR und DLSS mit der gleichen internen Auflösung arbeiten. FSR 2.0 skaliert am schlechtesten, einzig der bröselige "Ultra Performance"-Modus kann die Bildrate signifikant steigern. Nvidias DLSS spannt die Tensor-Kerne der RTX-GPUs für die Upsampling-Berechnungen ein, kann sich in Sachen Fps-Steigerung aber dennoch nur im Mittelfeld einordnen.
Die Radeon RX 6800 XT zeigt im Benchmark, was mit einer aktuellen RDNA-2-Grafikkarte zu holen ist. Die AMD-Grafikkarte ist ohne Anti-Aliasing oder Upscaling klar flotter unterwegs als die Geforce RTX 3080 und profitiert erwartungsgemäß am stärksten von FSR 1.0. Mit einem maximalen Leistungsplus von 40 Prozent erzielt das rein räumliche Upscaling aber keine so großen Fps-Gewinne wie bei der RTX 3080, welche um bis zu 54 Prozent zulegt. Ähnlich sieht es bei FSR 2.0 aus, welches auf der Ampere-GPU bereits mau skaliert, im Falle von RDNA 2 aber noch schwächer abschneidet: Bestenfalls 29 Prozent mehr Frames sind hier mit dem Ultra-Performance-Modus zu holen, beim noch ansehnlichen Performance-Modus nur 16 Prozent. Das Ergebnis ist kurios, denn FSR 2.0 ist ausdrücklich RDNA-2-optimiert und spricht außerdem auf FP16-Durchsatz an. Hier warten die aktuellen AMD-Chips (seit Vega) mit doppelter Leistung gegenüber dem FP32-Standardformat auf, während Ampere mit der gleichen Rate arbeitet.
Die 2017er-Grafikkarten Geforce GTX 1080 Ti und Radeon RX Vega 56 offenbaren, wie es um die Leistung älterer Pixelschubser bestellt ist. Die Annahme, dass Upscaling durch die eingesparten Pixel hier besonders hilfreich ist, bewahrheitet sich nicht, beide Modelle skalieren relativ verhalten mit allen verfügbaren FSR-Modi. Das liegt nur teilweise daran, dass wir hier von Ultra HD auf WQHD heruntergehen. FSR 1.0 presst bestenfalls ein Drittel mehr Fps aus den alten Chips, FSR 2.0 gar nur 21 bis 22 Prozent. Besonders kurios: Während FSR 2.0 Quality die Bildrate der Vega 56 noch um fünf Prozent steigert, kostet das Verfahren auf der GTX 1080 Ti sogar Leistung - trotz der eingesparten Pixel.
Welche GPU man auch betrachtet, in jedem Fall erzielt FSR 1.0 höhere Leistungsgewinne als FSR 2.0. Das kommt nicht überraschend, denn die Grundkosten für eine temporale Aufwertung sind größer als bei einem rein räumlichen Verfahren. Angesichts des deutlichen Qualitätsunterschieds raten wir aber auch Besitzern älterer Grafikkarten zu FSR 2.0 anstelle von FSR 1.0. Multisampling (MSAA) ist, wie oben im Qualitätsvergleich erläutert, keine gute Wahl. Auch die Kosten sprechen gegen das mehr als 20 Jahre alte Verfahren. Während vier Samples pro Pixel in der Regel etwas teurer sind als das Temporal-AA der Engine, schlägt 8× MSAA fühlbar ins Kontor. Davon ausgenommen ist die Geforce GTX 1080 Ti: Hier kostet die achtfache Geometrie-Abtastung "nur" 22 Prozent, während die RTX 3080 um 29 Prozent, die Vega 56 um 33 Prozent und die RX 6800 XT um heftige 42 Prozent einbricht. Das spricht für eine Abspeckung der Raster-Endstufen (ROPs) bei neueren GPUs, welche beim heutzutage seltenen 8× MSAA Extrarunden drehen müssen.
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FSR 2.0 im Landwirtschafts-Simulator 22: Fazit
Der Landwirtschafts-Simulator 22 ist ein echtes Schwergewicht. Das Spiel erfreut sich nicht nur großer Beliebtheit und verkauft sich blendend, es ist auch ein wahrer Showcase für Anti-Aliasing-Modi aller Art. Im Grunde fehlen nur reine Postfilter wie FXAA und SMAA, dann wäre das Spiel komplett. Schon jetzt ist es eine wahre Freude für jeden Technik-Interessierten, selbst wenn Inhalt und Gameplay nicht den eigenen Geschmack treffen, denn jeder AA-Modus ist sauber implementiert. Das erst kürzlich hinzugekommene FSR 2.0 hinterlässt erneut einen guten, wenn auch nicht tadellosen Eindruck. Einer guten Rekonstruktionsqualität stehen mitunter sichtbare Brösel-Artefakte entgegen, während die Entlastungswirkung befriedigend ausfällt.
Gleichwohl sind mehr Optionen besser als wenige. Insgesamt ist FSR 2.0 auf dem besten Weg, der neue Standard für temporales Upsampling in PC-Spielen zu werden. Der qualitative Sprung gegenüber FSR 1.0 ist signifikant, auch wenn FSR 2.0 noch ein gutes Stück von der Perfektion entfernt ist. Während sich Besitzer moderner GPU-Boliden möglicherweise an den Nebenwirkungen aller aktuellen Upscaler stören, ist FSR 2.0 ein Segen für alle Nutzer älterer oder generell schwächerer Grafikkarten. Der AMD-Algorithmus funktioniert laut unseren Tests bis hinunter zu Geforce GTX 900 und Radeon RX 400 und verhilft diesen Pixel-Rentnern somit zu einem zweiten Frühling - DLSS steht hier nicht zur Verfügung. Der offene Standard nützt somit allen PC-Spielern, und das verdient ein Lob. Geforce-RTX-Nutzer haben mit DLSS zwar nach wie vor das insgesamt überlegene Upsampling-Verfahren im Köcher, können aber zumindest Testläufe mit FSR 2.0 wagen - vor allem jene, die sich am Schmieren von DLSS und DLAA stören.


MfG
Raff