Bericht: Versicherer setzen KI-Drohnen zur Überwachung bei Hausratversicherungen ein

18
News Jusuf Hatic Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Bericht: Versicherer setzen KI-Drohnen zur Überwachung bei Hausratversicherungen ein
Quelle: Pexels via Pixabay

"KI-gestützte Luftüberwachung" soll bei einem Hausbesitzer dazu geführt haben, dass die zugehörige Versicherung gekündigt wurde. Entsprechend wird über die Rechtmäßigkeit solcher KI-Einsätze diskutiert.

Vom Nutzen und den Gefahren künstlicher Intelligenz wird seit Monaten rege diskutiert. Eine kürzlich auf dem Online-Magazin Business Insider veröffentlichte Kolumne löst nun auf dem Privacy-Subreddit eine Grundsatzdiskussion aus.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Beim Autor des Berichts handelt es sich um Albert Cahn, der der Gründer des "Surveillancy Technology Oversight Project" (STOP) ist und unter anderem für den Schutz der Privatsphäre und Abschaffung der Massenüberwachung durch lokale Behörden steht. Einer solchen Überwachung scheint Cahn zum Opfer gefallen zu sein, denn seine Hausratsversicherung vom Unternehmen "Travelers" wurde plötzlich gekündigt. Der Grund: "KI-gestützte Luftüberwachung", wie der Travelers-Angestellte Cahn gegenüber erklärt hat.

Diese per Drohne durchgeführte Kontrolle soll wohl Moos auf dem Dach des Hausbesitzers entdeckt haben, was der KI-Algorithmus wohl als "erhebliches Risiko" eingestuft hat - zu erheblich, um das Versicherungsverhältnis fortzuführen. Entsprechend argumentiert Cahn, dass KI-gesteuerte Überwachung zu ungerechten Entscheidungen führen könne; immerhin hätten Versicherungen einen Anreiz zu einem solchen KI-Einsatz, um Ansprüche zu verweigern und potenziell unnötige Reparaturen zu erzwingen, da keinerlei Konsequenzen für den Versicherer zu befürchten sei.

Angesichts dessen fordert Cahn strengere und vor allem zeitnaher Regulierungen, um Verbraucher vor missbräuchlicher KI-Nutzung zu schützen. Travelers selbst wehrt sich allerdings gegenüber Business Insider gegen die Vorwürfe: "Die verwendeten hochauflösenden Luftaufnahmen stammen nicht von einer Drohne". Aussagen zum gemeldeten Einsatz von KI finden sich in der kurzen Stellungnahme allerdings nicht.

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Über die Kommentarfunktion können Sie uns Ihre Meinung mitteilen. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine kostenlose Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln.

18
    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Emil_Esel
        zur miete und fahrrad

        also sowas versteh ich komplett
        ich brauch aber den nervenkitzel
        Ja, und wenn du mit deinem Fahrrad über einen Stein fährst, die Kontrolle verlierst und ein (parkendes) Auto krachst, oder noch schlimmer einen Fussgänger umfährst, dann hast die ohne Privathaftpflicht ein "kleines" Problem.

        Eine Hausratversicherung ist auch nicht schlecht (und kostet sehr wenig), denn auch zu Miete bezahlt dir bei Feuer, oder Wasserschaden, keiner dein Zeugs in der Wohnung.

        zum Thema:
        Der Betroffene kann noch von Glück sagen, dass der Versicherer gekündigt hat und ihm weitere Beitragszahlungen erspart hat!
        Die ganz findigen Versicherer lassen weiter bezahlen und legen im Schadensfall die Beweisfotos mit dem Moos von der Drohne vor und verweigern dann die Zahlung.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Emil_Esel
        zur miete und fahrrad

        also sowas versteh ich komplett
        ich brauch aber den nervenkitzel
        Ja, und wenn du mit deinem Fahrrad über einen Stein fährst, die Kontrolle verlierst und ein (parkendes) Auto krachst, oder noch schlimmer einen Fussgänger umfährst, dann hast die ohne Privathaftpflicht ein "kleines" Problem.

        Eine Hausratversicherung ist auch nicht schlecht (und kostet sehr wenig), denn auch zu Miete bezahlt dir bei Feuer, oder Wasserschaden, keiner dein Zeugs in der Wohnung.

        zum Thema:
        Der Betroffene kann noch von Glück sagen, dass der Versicherer gekündigt hat und ihm weitere Beitragszahlungen erspart hat!
        Die ganz findigen Versicherer lassen weiter bezahlen und legen im Schadensfall die Beweisfotos mit dem Moos von der Drohne vor und verweigern dann die Zahlung.
      • Von warawarawiiu
        Zitat von Emil_Esel
        hab zum glück keine versicherung
        am ende bist eh immer der blöde esel
        Diese Leichtfertigkeit kann man sich, oder würde zumindest ich mir, auch nur leisten wenn:
        1. ich zur Miete ohne Wohneinheiten wohnen würde (Haus und eigentumsversicherungen)
        2. ich kein Auto hätte (kfz Versicherung )
        3. ich arbeitsloser bürgergeldempfänger wäre (berufsunfähigkeitsversicherung)
        4. ich auf mein Erscheinungsbild und meine Gesundheit wenig geben würde (zahnzusstzversicherungen etc)

        Wäre der anders gesagt: je mehr ich habe und je mehr ich erhalten will, desto mehr Versicherungen brauche ich.

        Mit wenig Besitz und wenig Anspruch lebt es sich halt immer leichter - nicht nur wegen den Versicherungen.
      • Von MajoPCGH PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Penman
        Wobei die Privathaftpflicht sich wegen 200-250 Euro wirklich nicht aufregen sollte.
        Ich glaube aber gerade dafür beschäftigen sie ein Heer von Sachbearbeitern um solche Schäden wegzudiskutieren. Denn wer bringt sowas schon vor Gericht / findet dafür einen Anwalt?
        Meine Fälle waren:
        1. Freundin im strömenden Regen mit dem Auto abgeholt, noch mit ihr telefoniert um sie zu finden, Handy auf den Beifahrersitz geschmissen und sie hat sich drauf gesetzt. War im Eimer. Antwort der Versicherung: Handy gehört nicht auf den Beifahrersitz.
        2. Fall: irgend ein Dude hatte ne Topfpflanze draußen auf dem Fensterbrett und die ist mir direkt aufs autodach gefallen. Riesen delle drin, aber uralter ford ka mit kaum noch Wert. Versicherung: höhere Gewalt.
        3. Fall: kleines Kind von Freunden hat sich im Bad eingeschlossen, hat die Tür nicht mehr entriegelt bekommen. Also hat der Papa die Tür mit meinem Einverständnis aufgebrochen. Versicherung: hätte ich ihm ja nicht erlauben müssen. Hätte das Kind halt warten müssen bis die Feuerwehr (!) da ist.

        Nur um zu zeigen dass das keine völlig absurden Fälle waren wo die Schuldfrage jetzt uneindeutig wäre. Aber der Wert war immer unter 1000€, also wenig Möglichkeit zur Gegenwehr und hohe Wahrscheinlichkeit dass der Geschädigte aufgibt.
      • Von jannesK Schraubenverwechsler(in)
        Ein Hinweis in welchem Land das stattgefunden hat, wäre nett im Artikel gewesen.
      • Von Penman PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von MADman_One
        Ich sehe bei dem Fall eher das Problem, daß man als Versicherung irgendwann nicht mehr genug Kunden hat wenn man anfängt so pingelig zu werden. Für mich sieht das eher danach aus, als lassen sich da Unternehmer das Denken zu stark von Algorithmen abnehmen und schneiden sich ins eigene Fleisch.
        Versicherungen sind ein kurioses Geschäft. Effektiv soll ja die Gemeinschaft der Versicherten den Schaden eines Einzelnen abfangen. Im Prinzip will jeder mit Gewinn rausgehen, weil wozu zahlt man Jahrelang ein, wenn dabei nichts oder weniger herumkommt? Aber gibt es keine Versicherten, weil man alle gekickt hat, müsste die Prämie steigen. Aber da keine Schäden entstehen, weil ja alles top Kunden sind... Wirr

        Zitat von MADman_One
        Kann schon verstehen, warum manche bei Versicherungen sehr skeptisch sind. Schwierig wird es bei Berufsunfähigkeitsversicherungen, die winden sich gerne mal raus weil es immer um sehr viel Geld geht, auch Hausratversicherungen sind nicht immer kooperativ, ja.
        Joa. Im Prinzip ist das auch deren Aufgabe: Bloß nichts auszahlen. Schmälert den Gewinn und am Ende muss man noch die Prämie erhöhen, weil das sonst nicht mehr wirtschaftlich ist. Versicherungen sind schließlich keine Wohlfahrtsorganisation. Die bedauerliche Masse an Einzelschicksalen leidet dann irgendwelchen kleinen Nebensätzen oder Paragraphen in der Versicherungspolice.
        Beispiel: Für ca. 20 Euro mehr im Monat, hätte ich mein Fahrrad gegen Diebstahl versichern können. Die Hausratsversicherung brauche ich ohnehin. Super Angebot, wenn da nicht das Normalgedruckte im Vertrag stehen würde: Gilt nur, wenn das Fahrrad mehr als 10 km von der Wohnung entfernt gestohlen wird. Ganz toller Versicherung. Bringt mir halt nichts, wenn mir das Fahrrad wieder mal am Bahnhof gestohlen wird.

        Zitat von MADman_One
        Ich persönlich sehe aber von den freiwiligen Versicherungen die Privathaftpflichtversicherung als unverzichtbar für mich an, sie kostet fast nichts (50-70€ im Jahr), kann aber existenzbedrohende Schäden abwenden. Die sollte der Gesetzgeber meiner Meinung nach auch zur Pflicht machen. Das ist aber auch schon die einzige die ich in der Kategorie sehe, der Rest ist optional.
        Volle Zustimmung! Schäden entstehen immer mal. Wobei ich Versicherer schon verstehen kann, dass teilweise Vorfälle wie gestellt oder Absicht wirken. So mancher könnte das ja sogar noch als Einladung sehen, mutwillig etwas zu zerstören. Was natürlich wieder kaum jemand weiß: Mutwillig verursachte Schäden sind natürlich nicht abgedeckt. Aber weis mal jemanden nach, dass er das Smartphone des Freundes nicht absichtlich von der Brücke fallen lassen hat oder den Fernseher des Freundes nicht mit Absicht mit einer WiiMote beworfen hat. Diese Reality TV Serien über Versicherungsbetrüger müssen ja schon irgendwie mindestens ein Fünkchen Wahrheit beinhalten.

        Zitat von MajoPCGH
        Ich hab auch eine - einfach damit ich diesen Stress nicht habe. Aber gerade wenn man bei Freunden was kaputt macht / die einem was kaputt machen bekommt man einen Scheiss von der Haftpflicht. Den letzten Schaden (Akkuschrauber vom Balkon gefallen und pv Modul der Nachbarn im EG zertrümmert) hab ich daher sofort selbst bezahlt.
        Klingt richtig scheiße. Genau das Gegenteil von diesen Absichtsdingern. Unter Freunden könnte man durchaus mal Versicherungsbetrug annehmen. Aber beim Nachbarn des Freundes wird es dann doch etwas weit hergeholt. Da steht sicherlich auch etwas zu Hilfsarbeiten am Bauwerk (was u.U. in Richtung Schwarzarbeit gehen kann). Da wieseln sich die Versicherungen wieder mit raus. Bei manchen Dingen lohnt sich der Stress mit den Versicherungen auch nicht. Gerade bei "kleineren" Summen. Wobei die Privathaftpflicht sich wegen 200-250 Euro wirklich nicht aufregen sollte.

        Zitat von MADman_One
        Ich selbst habe bei meiner Privathaftpflichtversicherung darauf geachtet, daß sie mir auch Schäden ersetzt, die mir Leute verursachen die keine Versicherung haben. Die Versicherung hat da kaum Möglichkeiten mich als Kunden hängen zu lassen, da der Schaden meist eindeutig festgestellt ist und es kaum Ausschlussgründe gibt und sie ja den Verursacher notfalls in die Privatinsolvenz klagen kann, wenn er meint keine Versicherugn zu brauchen und keine Kohle hat. Nicht mein Problem dann.
        Klingt absolut großartig! Dem Typen, der sowieso knapp bei Kasse ist, wirst du mit Sicherheit kaum Geld entlocken können. Wenn man das inkassomäßig auf die Versicherung abtreten kann und nichts mehr damit zu tun hat, erscheint mir das nach einer guten Lösung für einen selbst. Das Schicksal des anderen sei mal dahingestellt, aber von Gutmütigkeit bezahlt sich der eigene Schaden leider nicht.

        ---
        Was den Artikel angeht: Menschen werden auch immer perfider. Wie schon geschrieben, gibt es eine Menge Betrüger, die irgendwie etwas aus der Versicherung rausholen wollen. Klingt ja nach einem lohnenswerten Geschäft.
        Im Gegenzug die eigene Absicherung der Versicherung durch umfassendere Fragebögen und Technik zu erhöhen, scheint mir nachvollziehbar. Was mich wundert: Wieso wird ihm die Versicherung Ersatzlos gekündigt, wenn sich das Risiko dieser Person ändert? Man könnte initial so eine Prüfung machen, ja. Man kann regelmäßige Prüfungen auch vertraglich vereinbaren und Verpflichtungen des Versicherungsnehmers zur Erhaltung seines Risikolevels niederschreiben. Alles möglich. Auch automatisiert mit "KI" und Drohnen.
        Ob man bei so einer Versicherung einen Vertrag abschließen möchte, steht auf einem anderen Blatt. Aber am Ende stellt sich immer die unverschämte Frage: "Datenschutz? Hast du etwas zu verbergen?"

        Die Telematik Tarife für KFZ Versicherungen scheinen oftmals auch recht lukrativ zu sein. Menschen fahren ordentlicher, weil sie kontrolliert werden. Im Gegenzug bezahlen sie weniger. Für die Versicherung sinkt das Risiko eines Versicherungsfalls. Win-Win? Ich weiß nicht. Die Algorithmen liegen nur teilweise offen und diese technische ständige Kontrolle unter Androhung von Konsequenzen führt meiner Meinung nach langfristig zu psychischen Schäden. Allen voran Depressionen. Bossware schlägt ja in dieselbe Kerbe. Schön kontrollieren, dass der Arbeitnehmer auch die ganze Zeit im Hamsterrad läuft, sonst wird automatisiert ein Alarm verschickt. Dass man daran einfach kaputt geht, steht außer Frage.

        Auch die Versicherer müssen ein Risiko tragen. Fertig. Man kann nicht alles ausklammern und detaillierter Erfassen als die Versicherten eigentlich selbst über sich und ihr Eigentum Bescheid wissen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk