IDF 2012: Ivy-Bridge-Overclocking - das ändert sich gegenüber Sandy Bridge
Intel hat auf dem Intel Developer Forum 2012 in Peking, das für den 11. bis 12. April angesetzt ist, neue Informationen zum Übertakten der kommenden Ivy-Bridge-Prozessoren veröffentlicht. Obwohl die in Kürze erscheinenden Prozessoren wie Sandy Bridge für den Sockel 1155 ausgelegt sind, gibt es einige Unterschiede. PC Games Hardware fasst die wichtigsten Neuigkeiten für Sie zusammen.
Wie bei aktuellen Sandy-Bridge-Systemen sind die PCI-Express- sowie DMI-Verbindungen bei Ivy-Bridge-Setups an den Referenztakt (Standard: 100 MHz) gekoppelt und es besteht anders als bei Sockel-2011-Mainboards mit X79-Chip keine Möglichkeit, durch Teileränderungen - von Intel Straps genannt - mehr Spielraum beim Referenztakt zu erreichen. Damit führt für nennenswerte Taktsteigerungen weiterhin kein Weg an CPUs aus der K-Serie vorbei, da der Referenztakt nur leicht angehoben werden kann. Intel spricht von +/- 7 MHz, was nach unserer Erfahrung zumindest für Sandy-Bridge-Systeme bereits ein optimistischer Wert ist.
Die kommenden K-Prozessoren der Ivy-Bridge-Generation verfügen allerdings über einen größeren Spielraum hinsichtlich des maximal möglichen Multiplikators: Während der Höchstwert bei Sandy Bridge 59 beträgt, liegt er bei Ivy Bridge bei 63. Während diese Funktion nur für Extrem-Übertakter mit Zugang zu Flüssigstickstoff interessant ist, können auch "Normalos" davon profitieren, dass der Multiplikator ohne Neustart vom Anwender geändert werden kann. Intel spricht hierbei von "Real-Time Overclocking" und bewirbt dabei vor allem die Zeitersparnis, da der mehrfache Wechsel zwischen der Konfiguration im UEFI-Menü und das Testen im Windows-Betrieb entfällt. Hierfür muss voraussichtlich die Turbo-Funktion aktiviert sein.
Neben dem Multiplikator für den Kerntakt lässt sich auch der Multiplikator für die Taktfrequenz des integrierten Grafikchips stärker anheben (Ivy Bridge: 60/Sandy Bridge: 57) und ebenfalls ohne Neustart justieren - beispielsweise mit der Overclocking-Software Intel Extreme Tuning Utility, über die auch einzelne Paramter des CPU-Turbos verändert werden können. Die kleinstmögliche Taktveränderung bei der integrierten GPU beträgt 50 Prozent des eingestellten Referenztakts, standardmäßig also 50 MHz. Der Intel-Präsentation zufolge sollten Ivy-Bridge-Übertakter für Tuning-Zwecke ein Mainboard mit einem Z-Chip verwenden, da die H-Serie nicht über die Funktionen "Turbo Ratio Overrides", "DDR Frequency Overrides" und "BCLK Overrides" verfügt. Wir tippen allerdings darauf, dass dies zwar für Intel-Mainboards, aber nicht notwendigerweise von Hauptplatinen anderer Hersteller zutrifft. PC Games Hardware hat übrigens bereits einen ersten Test einer Z77-Platine durchgeführt.
Deutlich mehr Spielraum als bisher haben RAM-Übertakter: Intel möchte mit Ivy Bridge nicht nur Teiler bis DDR3-2667 anbieten, sondern hat sich auch den Frequenzlöchern angenommen, die im Zusammenspiel mit dem geringen Spielraum beim Referenztakt und den groben RAM-Teiler-Abstufungen zustandekamen. Statt DDR(3)-266-Abstufungen stehen nun auch DDR(3)-200-Schritte zur Verfügung, sodass beispielsweise auf DDR3-1600 nicht DDR3-1866, sondern erst DDR3-1800 folgt. Ein typisches Ivy-Bridge-Mainboard mit Z77-Chip könnte als Speicherteiler für DDR3-800/(1000/)1066/1333/1400/1600/1800/1866/2000/2133/2200/2400/2600/2666 bieten und - je nach Hersteller-Implementierung - auch zusätzliche Teiler wie DDR3-2800/2933/3000/3200 zur Verfügung stellen. Zumindest den DDR3-2800-Teiler erwähnt Intel im IDF-Dokument, wenngleich der "logical support" nur bis DDR3-2666 reicht; möglicherweise ist dies ein Hinweis darauf, dass Intel die Verwendung der Teiler mit DDR(3)-266-Abstufungen empfiehlt. Ivy Bridge kann außerdem mit der neuen XMP-Version 1.3 umgehen, die Vorteile bei Taktfrequenzen ab DDR3-1866 bringen soll und ist nicht wie Sandy Bridge auf 1.2 beschränkt.
Im Mobile-Segment möchte Intel einige ausgewählte Core-i7-Systeme mit "partial unlocking" ausstatten, was für bis zu 400 MHz mehr Takt reichen soll. Ähnlich wie beim Core i7-3820 für den Sockel 2011 wird es sich also wohl um CPUs handeln, die eingeschränkt über den Multiplikator übertaktet, aber nicht zwangsläufig wie normale K-CPUs ans Limit (und darüber hinaus) gebracht werden können.
Vorab-Einschätzung: Auch wenn Intel auf dem Papier einige Verbesserungen bringt, wird erst die Praxis zeigen, welche Vorteile sie wirklich bringen. Klar ist: Für Extrem-Übertakter ist vor allem der höhere Kern-Multiplikator hilfreich, worauf bereits einige OC-Ergebniss mit bis zu rund 7 GHz hinweisen. Übertakter mit Luft-/Wasserkühlung werden zumindest von den zusätzlichen RAM-Teilern profitieren, die Fein-Tuning erleichtern. Offen bleibt allerdings, wie gut sich die CPUs im Vergleich zu Sandy Bridge übertakten lassen werden: Gerüchten zufolge könnte die höhere Packdichte und auf die Fläche bezogene Abwärme dafür sorgen, dass trotz fortschrittlicher 22-nm-Fertigung ohne Extremkühlung keine höheren Taktraten möglich sind.

Mich würde mal interessieren wie weit man nun per LuKü Ocn kann und wie viel besser(%) die CPU´s als deren Vorgänger sind.
Wirklich abenteuerlich im Luxx - sollte doch jemand mal bitte mit seinem ES testen, ob Multi 63 @1,55V läuft
das ewige neutstarten kann schon mal nerven, ich finde der schritt geht in die richtige richtung. beim übertakten würde ich nicht mehr wie 1.3 volt für den dauerbetrieb geben. natürlich wird eine gute cpukühlung vorrausgesetzt, aufgrund von 22nM würde zuviel spannung die lebensdauer verkürzen, stichwort elektromigration.
Das kann ich auch.Was ist daran jetzt neu?
Die Nummer mit "ohne Neustart" gefällt mir sehr gut - da kann man massig Zeit sparen beim ausloten des OCs am Anfang.
Das erübrigt zwar sicher nicht die Einstellungen im BIOS/UEFI aber man muss nicht immer ständig neustarten wenn man mal grob abschätzen will in welchem Bereich man sich stabil aufhalten kann und einfach bei laufendem Prime95 mal alle 2 Minuten den Multi eins anhebt