Intel Z77 im Test: Chipsatz für Ivy Bridge mit Sandy-Bridge-CPU kombiniert plus USB 3.0 geprüft
Der Z77 ist Intels neuer Chipsatz für die Ivy-Bridge-Generation und arbeitet auch mit einer Sandy-Bridge-CPU zusammen. PC Games Hardware testet die Kombination Sandy Bridge plus Z77, zudem vergleichen wir die Leistung der integrierten USB-3.0-Schnittstelle mit der von AMDs A75-Chipsatz sowie einem üblichen Zusatz-Controller.
Der Z77 ist das Topmodell von Intels neuer Chip-Reihe mit dem Codenamen Panther Point - zum Vergleich: Die bisherigen Chips der 6er-Reihe gehören zur Cougar-Point-Familie. Neben dem Z77 umfasst die Panther-Point-Generation (unter anderem) noch die Chips Z75 und H77. Ein wichtiger Vorteil: Alle drei 7er-Chips unterstützen nativ die neuen Ivy-Bridge-CPUs und bilden die Maho-Bay-Plattform. Ein weiterer Pluspunkt der 7er-Reihe: Als erste Chips verfügen sie über einen integrierten USB-3.0-Controller. Bei allen bisherigen Desktop-Boards mit Intel-Chip ist ein zusätzlicher Controller für USB 3.0 nötig. Z77, Z75 und H77 bieten vier USB-3.0-Anschlüsse. Immerhin sind mittlerweile zahlreiche USB-3.0-Sticks und entsprechende externe Festplatten zu fairen Preis verfügbar, die einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber ihren USB-2.0-Pendants bieten. Zudem sind nur Panther-Point-Chips in der Lage, die integrierte Ivy-Bridge-Grafikeinheit mit drei Displays gleichzeitig zu nutzen - bei den 6er-Chips geht das nicht.
SSD-Caching, integrierte Grafik und Lucid Logix
Wie der Z68 unterstützen auch Z77 und H77 SSD-Caching; Intel nennt diese Technik Smart Response Technology (kurz: SRT). Dabei wird eine SSD als Zwischenspeicher (Cache) genutzt. Der Anwender kann dann nicht mehr auf die SSD zugreifen, stattdessen legt das System automatisch Daten, die häufig genutzt werden, auf die SSD. So ließen sich im Test mit einem Z68-Board beispielsweise der Windows-Start und das Aufrufen mancher Programme wie Firefox deutlich beschleunigen.
Erwartungsgemäß unterstützen alle Panther-Point-Chips die integrierte Grafikeinheit von Intel-CPUs; der ältere P67 ist also voraussichtlich der letzte Chip, der die Grafikeinheit in Sandy-Bridge- oder Ivy-Bridge-CPUs nicht nutzen kann. Beim Z68-Chip lässt sich per Virtu-Technik von Lucid Logix sogar bei Bedarf die integrierte Grafikeinheit trotz zusätzlich eingebauter Grafikkarte nutzen. So können Sie theoretisch in Situationen, in denen wenig Grafikleistung gebraucht wird, Strom sparen. In unserem ersten Z68-Test lief Virtu aber noch nicht fehlerfrei. Auch der Z77-Chip unterstützt Virtu - wir sind gespannt, ob bei finalen Z77-Boards mit aktuellen Virtu-Treibern diese Technik besser funktioniert, und berichten natürlich entsprechend darüber.
| Chip | Z77 | H77 | Z68 | H67 | H61 | P67 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Integrierte CPU-Grafikeinheit | Unterstützt | Unterstützt | Unterstützt | Unterstützt | Unterstützt | Nicht unterstützt |
| SSD-Caching (Intel Smart Response Technology) | Unterstützt | Unterstützt | Unterstützt | Nicht unterstützt | Nicht unterstützt | Nicht unterstützt |
| Offizielle Unterstützung für zwei Grafikkarten | 1 x 16, 2 x 8 Lanes oder 8 + 2 x 4 Lanes (ohne Zusatz-Chip) | Nicht offiziell | 1 x 16 oder 2 x 8 Lanes (ohne Zusatz-Chip) | Nicht offiziell | Nicht offiziell | 1 x 16 oder 2 x 8 Lanes (ohne Zusatz-Chip) |
| SATA 6Gb/s | 2x | 2x | 2x | 2x | Nicht unterstützt | 2x |
| USB 3.0 | 4x | 4x | Nicht unterstützt | Nicht unterstützt | Nicht unterstützt | Nicht unterstützt |
| PCI-E-2.0-Lanes (zusätzlich zur CPU) | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x |
Leistungsvergleich Z77 gegen Z68
Wir haben mehrere Benchmarks durchgeführt, um herauszufinden, ob der neue Z77-Chip einen Leistungsvorteil gegenüber dem bisherigen Topmodell Z68 bietet. Da es für die neuen Ivy-Bridge-CPUs noch keine (Test-)Freigabe gibt, haben wir die Sandy-Bridge-CPU Core i5-2400 verwendet, welche auch bei allen bisherigen Sockel-1155-Mainboard-Tests zum Einsatz kam.
Wie unsere Benchmarks zeigen, ist der Z77 erwartungsgemäß in Spielen und Anwendungen nicht schneller als sein Vorgänger Z68 - die Unterschiede sind minimal. Wie vorhergehende Tests zeigen, bietet der Z68 auch nicht mehr Performance als andere Chips der 6er-Generation. Für Sparfüchse kann es sich daher lohnen, ein älteres Board der 6er-Serie für eine Ivy-Bridge-CPU zu verwenden - einen Nachteil bei der Leistung haben Sie dadurch nicht. Allerdings braucht das jeweilige Board ein neues BIOS/UEFI, um Ivy-Bridge-CPUs zu unterstützen. Im schlimmsten Fall müssen Sie das Update zuerst mit einem älteren Prozessor durchführen, falls das Board nicht mit Ivy Bridge startet. Zudem müssen Sie auf manche Funktionen verzichten - wie die Option, drei Monitore mit der integrierten Grafikeinheit zu nutzen.
USB 3.0 getestet - schneller als AMDs Lösung
Im Gegensatz zur 6er-Reihe unterstützt der Z77, wie die übrigen 7er-Chips der neuen Panther-Point-Serie, nativ vier USB-3.0-Ports. In den folgenden Benchmarks zeigen wir, wie sich dessen Performance gegen übliche Zusatz-Controller schlägt.
Bei unserem Kopiertest mit einer per USB 3.0 angeschlossenen SSD liefert der Controller im Z77-Chip sehr gute Ergebnisse. Er liegt klar vor dem PD720200 von NEC/Renesas, dem am häufigsten eingesetzten Zusatz-Controller. Der integrierte USB-3.0-Controller in AMDs A75-Chip, der auf Sockel-FM1-Mainboards zum Einsatz kommt, bildet eindeutig das Schlusslicht.
Weitere Ergebnisse sowie einen ausführlichen Vergleichstest mehrere Z77-Boards finden Sie voraussichtlich in der nächsten PC Games Hardware 06/2012, die ab dem 02. Mai im Handel erhältlich ist.

Hätte nicht gedacht das die AMD Plattform hier so im Nachteil ist bzw. sogar noch hinter nem Zusatzcontroller.
Aber jetzt weiß ich zumindest auch das man an Ivy Boards 3 Monitore anschließen kann - danke für die Info.
Auch Windows7 kann man "überreden" den USB3 Treiber frühzeitig zu laden.
Leider nützt der reine Treiber wenig - sonst würde es zumindest mit der Windows8 Beta laufen - wenn ich davon ausgehe, dass ich ihn nicht richtig in die Windows7 Installation eingebunden habe.
Momentan scheitert es eher daran:
Booten via USB 3.0 | c't
Der Intel Chipsatz und Win8 sind dafür ready, MB Hersteller müssen jedoch noch die Technische Hürde überspringen.
Booten via USB 3.0 | c't
Das wäre dann aber nicht eine Frage des Chipsatzes, sondern von Windows. Die Legacy-Unterstützung kannst du im BIOS ja einfach deaktivieren - wenn du es schaffst, dass Windows bereits zu beginn der Installation nativ auf USB-Datenträger zugreift. Der Anschlussmodus bei Panther Point ist jedenfalls das beschriebene Modell "USB2 Anschluss mit zusätzlichen Leitungen vom USB3 Controller" und bevor Windows und Treiber aktiv werden, ist der USB3 Teil inaktiv.
Das ist mir schon klar. Windows8 lädt den USB3 Treiber jedoch schon am Anfang - somit könnte die komplette Installation in Superspeed ablaufen.
Auch Windows7 kann man "überreden" den USB3 Treiber frühzeitig zu laden.
Leider nützt der reine Treiber wenig - sonst würde es zumindest mit der Windows8 Beta laufen - wenn ich davon ausgehe, dass ich ihn nicht richtig in die Windows7 Installation eingebunden habe.
Momentan scheitert es eher daran:
Booten via USB 3.0 | c't