Bluebrixx im Interview: Lego-Rivale über Stargate, Asterix, MoCs und die Expansion ins Ausland

Neue Lizenzen, eigene Klemmbausteine und die Expansion nach Europa: Bluebrixx-CEO Sven Bornemann stellt sich den Fragen von PCGH. Es geht auch um die Zukunft von Stargate, die kommenden Asterix-Sets samt Minifiguren, die Bedeutung der Bluebrixx-Specials und die Grenzen des Sortiments.

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Bluebrixx im Interview: Lego-Rivale über Stargate, Asterix, MoCs und die Expansion ins Ausland
Quelle: Universum-Film; Bluebrixx; Montage

Der Klemmbausteinmarkt ist heute so vielfältig wie nie. Lego gilt als Vordenker und Marktführer in diesem Segment, doch schon die Ursprünge des Noppensteins zeichnen ein differenzierteres Bild. Den ursprünglichen Klemmbaustein entwickelte nämlich nicht Lego, sondern der britische Unternehmer Hilary Page in den 1930er-Jahren. Trotzdem blieb Konkurrenz über Jahrzehnte weitgehend unsichtbar. Das änderte sich spätestens ab 2010, als der Europäische Gerichtshof entschied, dass dem klassischen Klemmbaustein kein Markenschutz zusteht. Das Patent war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgelaufen. In der Folge etablierte sich eine Vielzahl neuer Anbieter.

Einer der bekanntesten Vertreter im deutschsprachigen Raum ist Bluebrixx. Als Flaggschiff gilt Burg Blaustein, die samt Erweiterungen längst über 30.000 Teile umfasst. Auch neue Lizenzen wie Asterix und Obelix, der Ausbau des MoC-Portfolios sowie die Umstellung auf eigene Teile nach einem Rechtsstreit mit Lego sorgten zuletzt für Gesprächsstoff.

Wir hatten Gelegenheit, Bluebrixx einige Fragen zukommen zu lassen. Wie sich das Sortiment entwickelt, wie die Zukunft der Lizenzen aussieht und welche Rolle die neu entwickelten Teile spielen, erläutert CEO Sven Bornemann im PCGH-Interview.

Wie es mit Stargate weitergeht

Die ersten Stargate-Modelle erschienen zunächst parallel zu den späteren Star-Trek-Sets von Bluebrixx. Im Sortiment der Flörsheimer blieben die Star-Trek-Modelle jedoch nur bis zur Mitte 2025. Später wurde bekannt, dass sich Lego die Lizenz gesichert hat. Stargate-Sets erscheinen weiterhin bei Bluebrixx, angekündigt ist unter anderem ein mittelgroßes Atlantis-Set. Fans stellen sich natürlich die Frage, ob weitere Sets geplant sind und ob die Lizenz noch längere Zeit im Sortiment bleibt.


Frage: Der Wegfall der Star-Trek-Lizenz wurde von vielen, unter anderem von mir, sehr bedauert. Stargate füllt diese Lücke. Wird diese Lizenz weiterhin in eurem Sortiment bleiben und das bisherige Veröffentlichungstempo beibehalten?

Sven Bornemann, CEO der BB Services GmbH Quelle: Bluebrixx Sven Bornemann, CEO der BB Services GmbH.

Sven Bornemann: Stargate ist für uns eine sehr wichtige Lizenz, die wir langfristig im Sortiment sehen. Die Resonanz aus der Community und die Verkäufe der bisherigen Sets bestätigen das ganz klar. Wir sind zuversichtlich, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Lizenzgeber auch künftig fortzusetzen. Beim Veröffentlichungstempo gehen wir bewusst differenziert vor: Unser Ziel ist nicht ein schnellstmögliches Veröffentlichen neuer Sets, sondern eine nachhaltige Entwicklung der Produktlinie. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir Neuveröffentlichungen gezielt planen: Wir beziehen das Feedback der Community ein, achten auf die sinnvolle Kombinierbarkeit neuer Sets und bieten regelmäßig unterschiedliche Setgrößen an.

In der Community werden häufig Wünsche geäußert, etwa ein großer Replikator, der Puddle Jumper im Mini-Figuren-Maßstab oder das Goa'uld-Mutterschiff. Wie stark fließt dieses Feedback in eure Planung ein - und gibt es schon konkrete Kandidaten in der Entwicklung?

Sven Bornemann: Community-Feedback spielt für uns eine sehr große Rolle und ist ein fester Bestandteil unserer Themenfindung. Gleichzeitig haben wir auch intern viele große Stargate-Fans im Team, die das Universum sehr gut kennen und ein gutes Gespür dafür haben, welche Modelle besonders relevant und gewünscht sind. Wir beobachten sehr genau, welche Themen, Schiffe oder Maßstäbe in der Community immer wieder genannt werden, und gleichen das mit unserer eigenen Einschätzung ab. Gleichzeitig müssen wir jede Idee auch unter technischen, lizenzrechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewerten - nicht jedes Wunschmodell lässt sich sinnvoll oder maßstabsgetreu umsetzen.

Über konkrete Projekte sprechen wir daher erst, wenn sie sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass viele der genannten Wünsche sehr gut in die Richtung passen, in die wir das Stargate-Universum weiterentwickeln möchten.

Im Stargate-Kalender zum Kinofilm fand man erstmals Güsse für Goa'uld-Rüstungen. Set 108211 - "Stargate auf Planet" - enthält Wraith-Waffen und Ronons Knarre. Wird es noch passende Mini-Figuren als Teil größerer Sets oder sogar Battle-Packs geben?

Der Stargate-Adventskalender von BlueBrixx bot erstmals Jaffa-Güsse. Quelle: Bluebrixx Der Adventskalender zum 1994er-Film mit Rüstungen.

Sven Bornemann: Der Ausbau unseres Figurenportfolios ist ein wichtiger Bestandteil der Lizenzentwicklung. Erste Ansätze - wie auch die von dir genannten Elemente - zeigen bereits, in welche Richtung wir denken.

Grundsätzlich prüfen wir verschiedene Formate, von Einzelfiguren bis hin zu kleineren, stärker fokussierten Sets. Ob und in welcher Form daraus konkrete Produkte entstehen, hängt jedoch stark davon ab, wie gut sich diese Konzepte in das Gesamtsortiment integrieren lassen.

Unser Ziel ist es, das Universum schrittweise zu erweitern, ohne die Balance zwischen Figuren, Modellen und Spielwert zu verlieren.

Was denkt ihr über die neue Stargate-Serie, die für Amazon Prime von den Machern der alten Serien entwickelt wird? Bekannt ist aktuell nur wenig, aber für euch als Lizenznehmer dürfte das Thema sehr interessant sein.

Sven Bornemann: Als Lizenznehmer verfolgen wir die Entwicklungen unserer Lizenzen natürlich genau und mit großem Interesse. Neue Inhalte - insbesondere in Form einer Serie - sind immer eine wichtige Grundlage, um ein Universum weiterzuentwickeln und auch neue Produktansätze zu ermöglichen.

Gleichzeitig gilt: Je mehr relevanter Content entsteht, desto größer ist auch die Bandbreite an Themen, Charakteren und Szenarien, die sich potenziell in Klemmbaustein-Sets übersetzen lassen.

Da aktuell noch sehr wenig konkret bekannt ist, halten wir uns mit einer Bewertung der neuen Stargate-Serie bewusst zurück. Sobald klarer wird, in welche Richtung sich die Serie entwickelt, werden wir prüfen, ob und wie sich daraus sinnvolle Anknüpfungspunkte für unser Sortiment ergeben.

Über MoCs, Specials, Andrejs Kapellenerker und ein Markus-Rühl-Set

Wir haben schon öfter über Sets berichtet, die uns an Themen aus der Popkultur erinnern. Die mit SR-1 abkürzbare Stealth-Reconnaissance-One oder der Kristall-Konflikt sind nur zwei Beispiele von vielen. In diesem Zusammenhang wollten wir wissen, wie es mit dieser Art Sets weitergeht und wo die Grenzen des Sortiments liegen. Uns hat auch die Zukunft der eigenen Marken interessiert. Wir fragten etwa nach, ob die Bluebrixx-Specials erhalten bleiben.


Frage: Neben Lizenzmodellen, Eisenbahnen und Mittelaltersets wie Burg Blaustein befinden sich MoCs in eurem Sortiment, die stilistisch auch Filmfans und Gamer ansprechen. Viel gelesen wurden bei uns News zum "Kristall-Konflikt". Sind schon Basen anderer Stilrichtungen oder Panzer in anderem Maßstab in Arbeit?

Der Kristall-Konflikt von der BlueBrixx-Marke Modbrix. Quelle: Bluebrixx Der Kristall-Konflikt von der Bluebrixx-Marke Modbrix.

Sven Bornemann: Wir beobachten sehr genau, welche Themen, Stilrichtungen und Maßstäbe bei unseren Kunden gut ankommen. Formate wie der "Kristall-Konflikt" zeigen, dass bestimmte Genre-Richtungen - gerade im Bereich Science-Fiction und Strategie - auf großes Interesse stoßen.

Wir überlegen daher kontinuierlich, wie sich solche Themenfelder weiterentwickeln lassen - sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich Maßstab und Systematik. Dabei orientieren wir uns vor allem daran, ob sich daraus Produktkonzepte ableiten lassen.

Zu konkreten Umsetzungen oder neuen Linien äußern wir uns wie üblich erst, wenn diese entsprechend fortgeschritten sind. (Anmerkung: Ein superschwerer Panzer befindet sich mittlerweile unter den Ankündigungen.)

Eure Produktpalette ist teilweise sehr ungewöhnlich. Gibt es Grenzen, was ihr thematisch umsetzen würdet?

Sven Bornemann: Ja, die gibt es. Auch wenn unsere Produktpalette bewusst breit angelegt ist, um unterschiedliche Interessensgebiete abzudecken, orientieren wir uns an klaren inhaltlichen und konzeptionellen Anforderungen. Entscheidend ist für uns vor allem, ob sich ein Thema sinnvoll in ein Klemmbaustein-Set übersetzen lässt und zu unserer Marke sowie unseren Zielgruppen passt. Dabei spielen Faktoren wie Baubarkeit und Wiedererkennbarkeit ebenso wie eine attraktive optische Umsetzbarkeit eine zentrale Rolle. Nicht jede Idee, die auf den ersten Blick spannend ist, lässt sich auch in ein überzeugendes Produkt überführen.

Was haltet ihr von der Idee, Markus Rühl als Klemmbausteinset im Format eures Robocops zu verewigen?

Sven Bornemann: Die Idee hätte auf jeden Fall Unterhaltungswert. Wenn, dann wäre das wahrscheinlich eher ein Fall für eine sehr individuelle Umsetzung als Auftragsarbeit - inklusive passender Details und Wiedererkennungswert. Für unser reguläres Sortiment ist so etwas aktuell aber nicht vorgesehen.

Es werden zunehmend Specials in die Pro-Serie mit bedrucktem Karton, bedruckter Anleitung und Bauschrittunterteilung überführt. Das ist naheliegend, wenn man sie im stationären Handel verkauft und außerhalb eigener Plattformen expandieren möchte. Wird es die Special-Sets bald nicht mehr geben?

Sven Bornemann: Nein, ein vollständiger Ersatz der Specials durch Bluebrixx-Pro-Sets ist aktuell nicht geplant. Die verschiedenen Linien erfüllen unterschiedliche Funktionen innerhalb unseres Sortiments. Die Weiterentwicklung einzelner Serien - etwa durch hochwertigere Verpackung oder angepasste Bauanleitungen - ist in erster Linie eine Reaktion auf neue Vertriebskanäle und veränderte Kundenanforderungen. Gerade die Specials geben uns die Möglichkeit, auch kleinere Stückzahlen und spitzere, teilweise sehr spezifische Themen umzusetzen, die in anderen Formaten oder im klassischen Retail so nicht darstellbar wären. Das ist eine Stärke, die wir bewusst beibehalten wollen.

Im Netz wurde spekuliert, dass Modbrix langfristig die Bluebrixx-Specials ersetzen könnte. Ist an solchen Überlegungen etwas dran?

Sven Bornemann: Nein, das ist so nicht vorgesehen. Modbrix und Bluebrixx-Specials sind unterschiedlich positioniert und sprechen teilweise auch unterschiedliche Zielgruppen an.

Unser Ziel ist es, die jeweiligen Stärken der Marken klar herauszuarbeiten und parallel weiterzuentwickeln - nicht, die eine durch die andere zu ersetzen.

Bekommt Andrej von Geschichtsfenster noch seinen Kapellenerker?

Sven Bornemann: Solche Projekte entstehen oft in enger Abstimmung und hängen von mehreren Faktoren ab - unter anderem von Entwicklungsressourcen, Priorisierung und technischer Umsetzbarkeit.

Wir haben das Thema auf dem Schirm, können aber zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen konkreten Zeitplan nennen.

Anmerkung: Andrej ist ein Geschichtsvermittler, der auf seinem Youtube-Kanal insbesondere das Spätmittelalter behandelt. Er hatte Bluebrixx Burg Blaustein samt Erweiterungen auf ihre historische Genauigkeit hin untersucht und einen Kapellenerker vorgeschlagen.


Auf der zweiten Seite dieses Artikels geht es um die Rolle eigener Noppensteine, die Expansionspläne des Unternehmens und die Asterix- und Obelix-Sets. Bluebrixx hat schon einen ganzen Schwung an Modellen angekündigt. Unklar bleibt vor allem, wie man die markanten Charaktere als Mini-Figuren umsetzt.

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  1. Seite 1 Stargate und die Zukunft der eigenen Marken
  2. Seite 2 Umstellung auf neue Teile, Asterix und Expansionspläne
    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Palkuun Kabelverknoter(in)
        Spannende Fragen aber bei den Antworten hätte man das Interview auch sein lassen können. Da hätte man jetzt nicht das Gefühl, das der CEO seine Marke bewerben möchte oder generell iwie was sinnvolles zu sagen hätte...
      • Von Palkuun Kabelverknoter(in)
        Spannende Fragen aber bei den Antworten hätte man das Interview auch sein lassen können. Da hätte man jetzt nicht das Gefühl, das der CEO seine Marke bewerben möchte oder generell iwie was sinnvolles zu sagen hätte...
      • Von matssa Schraubenverwechsler(in)
        Interessante Fragen, auf die es maximalen Corpo-Sprech als Antwort gab.

        Schade!
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