Nach Niederlage gegen Lego: Bluebrixx schützt eigene Teile, will andere aber nicht verklagen
Bluebrixx darf nach einem Rechtstreit mit Lego bestimmte Klemmbausteine nicht mehr nutzen. Nun äußert man sich zum Umgang mit seinen eigenen Designs und der theoretischen Möglichkeit, Mitbewerber abzumahnen.
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Bluebrixx schrieb in den letzten Jahren wiederholt Schlagzeilen, etwa durch inoffizielle Command-and-Conquer-Sets und Star Wars, aber nicht dem Namen nach. Einem breiten Publikum wurde der Lego-Rivale durch die Star-Trek-Lizenz bekannt. Die Försheimer hatten innerhalb weniger Jahre Dutzende Raumschiffe, Stationen und Brick Buddies veröffentlicht. Mini-Figuren gingen nur noch in homöopathischen Dosen in den Handel. Der Grund: Man konnte die Lizenz nicht weiter verlängern. Die Spekulationen schossen damals ins Kraut, inzwischen weiß man, dass die Lizenz an die Dänen ging.
Vergangene Woche hatte Bluebrixx ein Video veröffentlicht und sich darin erstmals über einen Rechtsstreit mit Lego geäußert. Darin thematisierte Bluebrixx' Marco eine Niederlage vor Gericht bezüglich der Designrechte verschiedener Klemmbausteine. Lego konnte sich, obwohl der eigentliche Klemmbaustein weder patentrechtlich noch markenschutzrechtlich abgesichert ist, in mehreren Fällen durchsetzen. Das Urteil fällten die Richter bereits im vergangenen Jahr. Bluebrixx muss daher einen großen Teil seines Sortiments umstellen. Betroffene Steine werden durch eigene Designs ersetzt.
Nun haben die Flörsheimer eine zweite Stellungnahme veröffentlicht. Darin äußert man sich zum Spring Sale, dem in der Vergangenheit oft kritisierten Support und dem Umgang mit seinen eigenen Designrechten.
Bluebrixx schützt sich mit Designschutz vor allem selbst
Bezüglich der Designrechte erklärt Marco, dass es nicht das Ziel sei, gegen seine Mitbewerber vorzugehen. Vielmehr geht es um den Eigenschutz. Würde man neue Teile entwickeln und diese nicht schützen lassen, könnte sie jemand nachbauen, selbst schützen lassen und dann wiederum Bluebrixx verbieten, die selbst designten Teile weiterzunutzen. Davor müsse man sich schützen. "Um das klar zu sagen: Wir planen nicht, mit diesen Schutzrechten gegen Mitbewerber vorzugehen. Das ist nicht unser Ansatz, das entspricht nicht unserem Verständnis von fairen Spielregeln in dieser Branche."
Laut Bluebrixx ist ein Großteil des eigenen Sortiments von dem Rechtsstreit mit Lego betroffen. Da sei nichts kleinzureden, die Umstellung solle aber bis zum Sommer über die Bühne gebracht werden. Eine genaue Liste könne man nicht zur Verfügung stellen. In dem Kontext kam es laut Bluebrixx auch zu Verwirrung, weil viele Sets als EOL (End of Life) markiert waren, die aber nicht gänzlich aus dem Sortiment verschwinden, sondern mit angepassten Teilen dorthin zurückfinden. Nur noch echte EOL-Sets sind laut Video noch entsprechend markiert, zurückkehrende Bausätze nicht.
Support soll sich verbessern, alte Sets erhalten weiter Ersatzteile
Quelle: PCGH
Erste neue Designs haben wir schon gesichtet.
Betroffene Sets werden laut Bluebrixx nicht vom Support ausgeschlossen. Ersatz- und Fehlteile wird man für einschlägige Sets weiterhin anbieten. Ich hatte übrigens schon mehrere der neuen Steine in der inoffiziellen SSV Normandy gesichtet, die ich gerade privat baue. Steine werden dabei mitunter auf zwei aufgeteilt - mit am Ende identischer Funktion.
Bluebrixx gelobt in dem Video auch allgemeine Besserung. Hintergrund ist der Support, der in den letzten Monaten und Jahren immer wieder für seine Bearbeitungszeiten kritisiert wurde. Marco und Ross bitten in dem Video um Verzeihung. Das Warenwirtschaftssystem sei immer noch auf einem Niveau, welches nicht dem aktuellen Bestellvolumen entspricht. Im Hintergrund würde kräftig an einer Umstellung gearbeitet. So wurden laut Ankündigung etwa neue Leute eingestellt und die IT überarbeitet. Das System wird Marco zufolge jede Woche getestet und soll noch in diesem Halbjahr live gehen.
Spring Sale mit betroffenen Sets gestartet
Der Ausverkauf der vom Designrecht betroffenen Sets soll bis zum Sommer über die Bühne gehen. Dazu hatte man bekanntlich schon diverse Sales und die Outlets ins Leben gerufen. Nun findet auch noch ein Spring Sale statt, um Überbestände loszuwerden. In diesem Zuge gewährt man ab heute "und nur kurze Zeit" bis zu 30 Prozent Nachlass auf ausgewählte Sets im Online-Store. Parallel dazu haben wir eine Aktion bei Amazon gesichtet, bei der zum Beispiel die Stargate-Sets befristet reduziert sind.
In den Ladenlokalen sind reduzierte Sets mit Stickern gekennzeichnet: Rot bedeutet laut Ankündigung 30 Prozent, gelb 20 und grün zehn Prozent. Aus den Outlets kenne ich das übrigens anders, dort steht rot für 70 Prozent. Diese hat Bluebrixx jedoch nur an einzelnen Standorten wie Sankt Augustin eröffnet, Dülmen wurde schon wieder geschlossen. Der Großteil des Sortiments wurde dort nach meinen Beobachtungen jedoch nicht feilgeboten, es muss sich also nicht zwangsläufig um dieselben Sets wie im Online-Sale handeln.
Überdies sollen laut Video sporadisch in den Ladenlokalen bestimmte Sets wie Blumen und Vögel für wenige Euro, teilweise sogar im Centbereich, aufschlagen. Planbar scheint das nicht zu sein, es gibt also keine Garantie, dass man bei seinem nächsten Besuch in einem der Stores auch derart stark rabattierte Sets findet.
