Arc A380 vs. RX 6400 inkl. Raytracing + Fazit
Teil 2 der Benchmarks: Was leistet die Intel Arc A380 im Vergleich mit einer AMD Radeon RX 6400? Das Low-Cost-Duell - inklusive Raytracing.
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Intel Arc A380 vs. AMD Radeon RX 6400
Wir wissen nun, wie die Intel Arc A380 in 32 Spielen der Jahrgänge 2007 bis 2022 dasteht. Spielbare Bildraten sind in den meisten Fällen kein Problem, sofern man ein paar Details opfert oder auf Upscaling zurückgreift, was ganz normal für eine Einsteiger-Grafikkarte ist. Nun setzen wir die Werte ins Verhältnis zu einer AMD Radeon RX 6400, welche uns freundlicherweise von Zed-up zur Verfügung gestellt wurde. Die kleinste RDNA-2-Grafikkarte ist an mehreren Fronten gehandicapt, unter anderem bei der Speicherkapazität (4 GiByte) und bei der PCI-Express-Anbindung (4 Lanes). Ob es ihr dennoch gelingt, der Intel Arc A380 mit ihren 6 GiByte und 8 PEG-Lanes Paroli zu bieten, verrät der folgende Benchmark:
Auch diese Ergebnisse offenbaren eine große Streuung, wobei klare Tendenzen erkennbar sind. Mit reduzierten Details, welche zwecks richtig flüssiger Bildraten stets erforderlich sind, führt in den meisten Fällen die Radeon RX 6400. Mit höheren oder gar maximalen Details steht die Arc A380 hingegen deutlich besser da. Ursächlich ist eine Mischung aus Faktoren. Da wäre der größere Overhead des Intel-Treibers, welcher niedrige Einstellungen nicht so gut in Fps umsetzt wie der Code von AMD (und meist auch Nvidia). Die Hardware erledigt den Rest: Während die RX 6400 dank ihres verhältnismäßig großen Level-3-Caches (nur) bei geringen Datenmengen glänzt, hat die A380 weniger Probleme, wenn die Texturen feiner und die Pixel schwerer werden. Dann bewegt man sich jedoch oft im 30-Fps-Bereich, aus dem viele Spieler längst herausgewachsen sind.
Katastrophal für Intel sind im Grunde nur die Ergebnisse in den drei DX9-Spielen Counter Strike: Global Offensive, TES V: Skyrim und The Witcher 2. Spielbar sind sie zwar, allerdings ist das Spielgefühl, wie erläutert, weder schön noch ansatzweise vergleichbar mit der haushoch überlegenen AMD-Vorstellung. Hier muss Intel auf jeden Fall nacharbeiten, denn mindestens CSGO ist bis heute ein enorm erfolgreicher, viel gespielter Titel, der sich täglich in den Top 5 bei Steam wiederfindet. Wie Intels Lisa Pearce, Vice President und General Manager der Visual Compute Group, jüngst zu Protokoll gab, arbeite man sowohl an Performance unter DX9 als auch DX11, wobei Letzteres künftig annähernd so gut laufen soll wie DX12. Was DX9 angeht, investiere man stark in die Technologie. Mit anderen Worten: Vielleicht ändert sich in Zukunft etwas, auf absehbare Zeit muss man jedoch mit dem Wrapping leben. Somit sind Arc-Grafikkarten die denkbar schlechteste Wahl für Freunde alter Spiele.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass bei der Radeon RX 6400 längst nicht alles Gold ist, was glänzt. Nicht selten geht die gute Performance auf Kosten der Bildqualität. Dafür ist die Grafikkarte nur indirekt verantwortlich: Das Daten-Streaming moderner Spiele ist darauf getrimmt, die Bildrate zu retten. Genügt der Speicher einer Grafikkarte nicht, wird an den Oberflächendetails gespart. Dies geschieht bei einer langsam angebundenen 4-GiByte-Grafikkarte wie der Radeon RX 6400, RX 6500 XT oder auch Geforce GTX 1630/1650 öfter, als einem lieb ist - und tritt in dieser Form nicht auf der Intel Arc A380 auf. Das folgende Elend wurde in Full HD aufgenommen:
Intel Arc A380: Raytracing
Auch wenn die Raytracing-Tauglichkeit im Fliegengewicht keine naheliegende Frage ist, haben wir auch diese Disziplin ausführlich behandelt - für die Wissenschaft. Unser Interesse war geweckt, als Intel vor einigen Monaten den inneren Aufbau der Xe-GPUs schilderte und sich eine relative Raytracing-Stärke offenbarte. Diese ergibt sich durch einen Nvidia-ähnlichen Aufbau des Shader-Cores mit dedizierten, mächtigen Raytracing-Einheiten. Anscheinend ist etwas dran, denn die Arc A380 hinterlässt hier einen erstaunlich guten Eindruck im Vergleich mit der Konkurrenz. Während Nvidias GTX-16-Modelle gar keine Strahlverfolgung abseits eines Software-Fallbacks (etwa in The Riftbreaker) beherrschen, bietet die Radeon RX 6400 zwar 12 Ray Accelerators, gewinnt damit und im Zusammenspiel mit nur 4 GiByte Speicher sowie der abgespeckten PCI-Express-Anbindung aber keinen Blumentopf: Starkes Ruckeln und Texturmatsch wegen unzureichendem VRAM sind selbst bei stark reduzierten Details die Regel - siehe die kleine Galerie des Grauens über diesem Text.
So kommt es, dass die mit 6 GiByte bewehrte Arc A380 beim "Spar-Tracing" geradezu übermächtig aussieht. Bei diesen Tests gingen wir genauso vor, wie bei den Rasterizing-Benchmarks: Zunächst prüften wir alle Spiele mit der Arc A380 und versuchten, hier auf flüssige oder zumindest akzeptable Bildraten zu kommen. Zugegeben, das gelang uns nicht immer, wie der folgende Benchmark zeigt. Anschließend reproduzierten wir die Einstellungen auf einer Radeon RX 6400. Zu behaupten, dass wir staunten, wäre nicht wahr - wir haben mit Unterschieden gerechnet, da Raytracing die Spreu vom Weizen trennt, das Ausmaß ist jedoch markant und entlarvt die Radeon RX 6400 (erneut) als praktisch weitestgehend Raytracing-untauglich.
Wer mit 30 Fps zufrieden ist, kann auf der Arc A380 zweifellos Versuche wagen. Ist das Display klein genug, fällt auch die zuweilen bröselige Grafik nicht sonderlich störend auf. Hochwertiges Upscaling - auch bekannt als Upsampling - leistet dabei wertvolle Dienste. Arc ist erwartungsgemäß voll kompatibel zum offen nutzbaren FSR 2.0, richtig spannend wird es jedoch mit dem Release von Intels XeSS, das wie DLSS auf KI-Unterstützung setzt. Insgesamt stehen die Raytracing-Vorzeichen für die Arc A750 und Arc A770 somit gut, denn hier wartet immerhin knapp die vierfache Rechenleistung auf eine produktive Nutzung.
Game on Arc: Zwischenfazit
Unser Zwischen-Fazit hat sich seit dem Kompatibilitätstest vor wenigen Tagen nicht geändert. AMD und Nvidia regieren den Grafikkarten-Markt seit Jahrzehnten. Dass dieses Duopol nicht über Nacht attackiert werden kann, dürfte jedem Beobachter klar sein. Was wir momentan sehen, ist noch lange nicht perfekt, aber ein funktionierendes Fundament, auf das Intel bauen kann. PCGH meint: Dranbleiben, Intel! Die Vorstellung der Gaming-Grafikkarten Arc A750 und A770, welche laut unserer Einschätzung noch im September stattfindet, wird darüber entscheiden, wie es weitergeht. Gelingt es Intel, die bestehenden Kinderkrankheiten bis dahin auszuschalten, könnte das einige Kunden zum "Fremdgehen" motivieren. Besonders gespannt sind wir, ob sich die bei der Arc A380 angedeutete Raytracing-Stärke bei den großen Modellen fortsetzt. PCGH bleibt selbstverständlich am Puls der Zeit und wird über alle Arc-Entwicklungen berichten. Was meinen Sie? Werden Sie eine Arc A7 (oder A5) zum Launch kaufen, oder warten Sie ab? Diskutieren Sie mit!

Gut für uns, die Konsumenten...
Gruß
theoretisch
würde der Maximalausbau A780 dann schon 300W brauchen!?
(und entfällt daher, ... wird wohl net mit dem 2 Lü.-Design erträglich sein)
Möglicherweise hatte Intel tatsächlich eine A780 - also eine "Ultra" - im Sinn und hat dann bemerkt, dass die Kurve einfach keinen Sinn ergibt. 300 Watt für, sagen wir mal, +200 MHz und somit weniger als +10 Prozent gegenüber der A770 (alles fiktive Zahlen) wäre nicht vernünftig und die RX 6700 XT und RTX 3060 Ti wären wohl immer noch schneller.
MfG
Raff
Hat die A380 die 92W tatsächlich für die 2450MHz gebraucht oder wars im Durchschnitt deutlich weniger, ... 80W?
weil
Davon auszugehen, das ARC als Hardware schon "soweit" ist, wird man u.U. erst bei den Highend-Modellen sehen, ... ob Diese ins Powerlimit laufen oder problemlos performante Takte erreichen.
Bei der kleinen A380 wattmäßig in die Vollen zu gehen ist ja recht unproblematisch, aber ...
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bei 2x Lü. bis zu 285W, lt. Überschrift, ist schon ganz schön grenzwertig, auch wenn der Intelkühler sehr gut sein sollte,
... das sind schon Bereiche von der 3070Ti !!!
(man sieht leider net in dem Video, wie und ob tatsächlich 285W beim OCen genommen wurde und wie sich eigentlich Intel Watt
zum tatsächlichen Stromverbrauch der gesamten Graka verhält, in den Specs ist immer nur von 225W die Rede)
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würde der Maximalausbau A780 dann schon 300W brauchen!?
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