Intel Arc A380 im Test: Benchmarks von 32 Spielen
Die Leistung im Fokus. Was leistet die Intel Arc A380 bzw. deren Treiber unter DX9, DX10, DX11, DX12, Vulkan und OpenGL?
In diesem Artikel
GPU-Testsystem 2022
Für den Test der Intel Arc A380 verwenden wir unser im März aufgebautes Grafikkarten-Testsystem 2022. Ein händisch optimierter Intel Core i9-12900K sorgt hier für maximalen Druck "von unten". Auch wenn dies bei einer Low-End-Grafikkarte wie der Arc A380 nicht zum Tragen kommt, läuft das System in diesem Test wie immer. Zwecks maximaler Spieleleistung deaktivieren wir die Effizienzkerne und investieren die freigewordene Energie in die Performance-Kerne. Letztere laufen konstant mit 5,2 GHz bei 16 Threads via SMT, während der Uncore-Bereich (Ring/Cache) mit 4,9 GHz arbeitet. Damit nicht genug, auch der Arbeitsspeicher ist rasant: Wir setzen auf den Testsieger eines unserer DDR5-Vergleiche, das G.Skill-Kit Trident Z5 RGB F5-6400J3239G16GX2-TZ5RK. Selbstverständlich legen wir auch manuell Hand an und schärfen die Timings. Damit all das stabil läuft, verpflanzen wir die Hardware auf ein potentes Asus ROG Maximus Z690 Apex und kühlen sie via gehabt mithilfe einer modularen Alphacool-Wasserkühlung. Die moderne Plattform bietet uns nicht nur reichlich Leistung, sondern auch PCI-Express 5.0, welches mutmaßlich von der im 4. Quartal anstehenden, neuen GPU-Generation von AMD und Nvidia unterstützt wird. Damit auch Next-Gen-Games reibungslos laufen, liegen die Spiele nach wie vor auf einer PCI-Express-4-SSD im M.2-Format (NVME 1.3 ×4). Wie gehabt ist auf kompatiblen (Geforce-)Grafikkarten Hardware Accelerated Scheduling (HAGS) zur effizienteren Speichernutzung aktiv. Dabei kommt Windows 11 in der 64-Bit-Variante zum Einsatz.
Quelle: PC Games Hardware
Intel Arc A380 im Test: HWInfo Overview
Bewährte Methodik
Was wir auch testen, jede abgedruckte Zahl entspricht einem Mittelwert aus drei, teilweise vier Durchläufen pro Auflösung, Ausreißer werden nicht gewertet. Da die GPU-Taktrate ein- und derselben Karte während der Tests stark unterschiedlich ausfällt, geben wir den Takt-Mittelwert über alle Auflösungen an (berechnet durch unser Messtool CapFrameX). Arbeitet eine Grafikkarte beispielsweise mit Frequenzen zwischen 2.350 und 2.450 MHz, führt das zur Angabe von "~2,40 GHz".
Resizable BAR (rBAR) alias SAM ist mittlerweile breitflächig sowohl auf AMD- als auch Intel-Plattformen verfügbar, weshalb wir seit April 2021 Grafikkarten standardmäßig mit SAM/rBAR testen. Bei den Grafikkarten-Benchmarks 2022 machen wir selbstverständlich keine Ausnahme. Weitere Informationen zu den Auswirkungen von SAM auf Radeon-Grafikkarten und rBAR auf Geforce-Grafikkarten entnehmen Sie den verlinkten Artikeln. Bei Intels Arc ist die Sachlage anders, hier ist ReBAR Pflicht für eine konkurrenzfähige Leistung. Intel betont diesen Umstand in einem aktuellen Video erneut, sodass die von früheren Tests skizzierten, herben Leistungsverluste auf älteren Plattformen ohne das Feature offenbar Bestand haben. Wir werden uns anhand der Arc A750 und Arc A770 ansehen, welche Unterschiede sich hier ergeben.
Intel Arc A380: Spiele-Benchmarks
Kommen wir nun endlich zur Leistung. Normalerweise die spannendste Disziplin sehen wir die Benchmarks - so umfangreich sie auch sind - nur als erweiterte Vorschau an. Immerhin handelt es sich bei der Arc A380 um eine Einsteiger-Grafikkarte für mehr oder minder gepflegtes Full-HD-Gaming. Dabei sind bei einer Grafikkarte dieses Kalibers stets Kompromisse in Sachen Details oder Bildrate nötig. Doch von welchem Kaliber sprechen wir hier eigentlich? Zu erwarten ist eine Leistung im Dunstkreis der kleinsten AMD- und Nvidia-Offerten, namentlich Radeon RX 6400 und Geforce GTX 1630. Das wissen wir spätestens seit den ersten Tests im Juni und auch wenn die erfreulich oft erscheinenden Treiber-Updates hier und da Bremsen lösen, ist nicht davon auszugehen, dass die Arc A380 plötzlich deutlich weiter oben rangiert. Intel selbst sieht die Arc A380 als 60-Fps-Grafikkarte für Full HD (1080p) bei mittleren Details - egal, ob werkseitig übertaktet oder nicht - und liefert im Reviewers Guide entsprechende Referenz-Daten:
Quelle: Intel (Screenshot: PCGH)
Intel Arc A380: Referenz-Leistungsdaten für 1080p medium
Normalerweise fänden Sie hier die 20 Benchmarks des PCGH-Leistungsindex 2022 in vier Auflösungen vor. Da es sich bei der Arc A380 jedoch um eine Einsteiger-Grafikkarte handelt, die unsere regulären Tests und Einstellungen nur zäh absolvieren könnte, gehen wir diesmal anders vor. Das Prozedere lief folgendermaßen ab: Wir haben die Arc-Grafikkarte zunächst im luftleeren Raum verwendet und nur mit sich selbst "verglichen". Die Erfahrungen im ausgedehnten Praxistest bestimmten, welche Einstellungen bei den Benchmarks zum Einsatz kamen. Während Full HD aufgrund der großen Verbreitung entsprechender Bildschirme gesetzt war, passen wir die Details der Intel-Leistung entsprechend an. Läuft ein Spiel sehr gut, kommen maximale bis hohe Details zum Einsatz. Läuft ein Spiel hingegen wie ein sprichwörtlicher Sack Nüsse, reduzieren wir die Details stärker, bis eine subjektiv angenehme Steigerung bei noch vertretbarer Qualität zu sehen ist. Upscaling erweist sich im Fliegengewicht besonders oft als gern verwendeter Notnagel gegen allzu starkes Ruckeln.
Wo wir schon bei einem speziellen Parcours mit angepassten Settings sind, können wir auch die Präsentation der Leistung anders gestalten als sonst. Sehen wir uns daher an, wie die Arc A380 performt - für sich genommen, ohne andere Grafikkarten, um ein Gefühl für das Leistungsniveau zu bekommen. Der folgende Benchmark zeigt ausnahmslos Full-HD-Ergebnisse ohne Upscaling in Spielen, die optisch ohne Fehler laufen. Die Sortierung haben wir diesmal nach Schnittstelle vorgenommen: DirectX 9, DirectX 10, DirectX 11, DirectX 12, Vulkan und OpenGL.
32 Spiele, sechs verschiedene APIs und ein großes Spektrum bei den Bildraten: Die Leistung der Arc A380 ist bunt, vielseitig - und erfordert in der Regel etwas Detailverzicht, um flüssige Bildraten zu erreichen. Letzteres ist auch bei anderen Einsteiger-Grafikkarten, wie der Radeon RX 6400 und Geforce GTX 1630, nötig und daher nicht unbedingt erläuternswert. Die Arc A380 leistet sich jedoch ein paar Ausfälle, die Intel dringend angehen muss: Das Spielgefühl in The Witcher 2 & 3, Skyrim, CSGO und RDR 2 leidet unter Stuttering. Das P1-Perzentil offenbart eine sehr unruhige, miserable Frame-Verteilung, die zweifellos fühlbar ist. Würde es sich nur um vereinzelte Ruckler handeln, wäre das P1 nicht betroffen. Interessant ist, dass nicht nur die drei DX9-Titel CSGO, Skyrim und Witcher 2 betroffen sind, sondern auch DX11 und sogar Vulkan. Wir halten dies nicht für ein Overhead-Problem (welches sich laut unseren Messungen immer noch via 3DMark attestieren lässt), sondern vermuten die Ursache an einer anderen Stelle. Intels Treiber-Team hat noch einige Profiling-Sessions vor sich. Auf der nächsten Seite ziehen wir den Vergleich zum Mitbewerber AMD.

Gut für uns, die Konsumenten...
Gruß
theoretisch
würde der Maximalausbau A780 dann schon 300W brauchen!?
(und entfällt daher, ... wird wohl net mit dem 2 Lü.-Design erträglich sein)
Möglicherweise hatte Intel tatsächlich eine A780 - also eine "Ultra" - im Sinn und hat dann bemerkt, dass die Kurve einfach keinen Sinn ergibt. 300 Watt für, sagen wir mal, +200 MHz und somit weniger als +10 Prozent gegenüber der A770 (alles fiktive Zahlen) wäre nicht vernünftig und die RX 6700 XT und RTX 3060 Ti wären wohl immer noch schneller.
MfG
Raff
Hat die A380 die 92W tatsächlich für die 2450MHz gebraucht oder wars im Durchschnitt deutlich weniger, ... 80W?
weil
Davon auszugehen, das ARC als Hardware schon "soweit" ist, wird man u.U. erst bei den Highend-Modellen sehen, ... ob Diese ins Powerlimit laufen oder problemlos performante Takte erreichen.
Bei der kleinen A380 wattmäßig in die Vollen zu gehen ist ja recht unproblematisch, aber ...
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bei 2x Lü. bis zu 285W, lt. Überschrift, ist schon ganz schön grenzwertig, auch wenn der Intelkühler sehr gut sein sollte,
... das sind schon Bereiche von der 3070Ti !!!
(man sieht leider net in dem Video, wie und ob tatsächlich 285W beim OCen genommen wurde und wie sich eigentlich Intel Watt
zum tatsächlichen Stromverbrauch der gesamten Graka verhält, in den Specs ist immer nur von 225W die Rede)
theoretisch
würde der Maximalausbau A780 dann schon 300W brauchen!?
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