Intel Arc A380 im Benchmark-Test mit 35 Spielen: Ist der Treiber nun reif für die großen Kaliber A750 und A770?
Nachdem wir in einem vorhergehenden Artikel die Kompatibilität und Alltagstauglichkeit geklärt haben, geht es nun ans Eingemachte: Welche Bildraten erreicht die Intel Arc A380 in Spielen? Ist sie der weitverbreiteten Full-HD-Auflösung gewachsen? Und was leistet die Konkurrenz im Vergleich? Das haben wir in 35 Spielen geprüft - inklusive Raytracing.
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Von einem "Comeback" zu sprechen, fällt aus mehreren Gründen schwer. Denn einerseits war Intel niemals weg - gemessen an den verkauften Grafikeinheiten innerhalb von CPUs ist die Firma sogar Marktführer - und andererseits konnte der Prozessor-Gigant mit seinem ersten Grafikchip i740 in den späten 90er-Jahren niemals Fuß fassen. Damals setzte Intel nicht auf eine Eigenentwicklung, sondern auf die Expertise von Real3D, einer Tochter des Rüstungskonzerns Lookheed-Martin. 2022 ist das anders: Für die im eigenen Hause entwickelte Xe-Architektur warb Intel einige Fachkräfte von AMD, Nvidia und weiteren Branchengrößen ab. Das Zepter von Intels Grafikkönigreich schwingt seit Ende 2017 Raja Koduri, der ehemalige Chef der Radeon Technologies Group. Nun, nach mehr als einer halben Dekade Entwicklungszeit, sind die ersten Produkte verfügbar, welche allesamt unter dem Markennamen "Arc" erscheinen.
Verzögerungen, Schweigen und ein verstohlener Launch in China: Jeder, der sich für die Intel-Grafikkarten interessiert, hat den bisher unrühmlichen Werdegang sicher mitbekommen. Wir haben ganz bewusst einige Wochen gewartet, bis sich der Staub um den Launch und die ersten Tests gelegt hat, in der Hoffnung, später von einer positiven Entwicklung berichten zu können. Später ist jetzt - und tatsächlich hinterlässt das "Bananenprodukt" Arc A380, welche zwischenzeitlich auch im US-Handel gesichtet und das uns von Golem.de (siehe Arc-A380-Test) netterweise zur Verfügung gestellt wurde, nun einen deutlich reiferen Eindruck. Da wir fest davon ausgehen, dass die Arc-Grafikkarten inklusive der deutlich stärkeren A750 und A770 in wenigen Wochen auch hierzulande starten, ist nun der richtige Zeitpunkt für den Test gekommen.
Zur Erinnerung: Mit dem Grafikkarten-Markteintritt von "Team Blau" starten alle Beteiligten bei null - nicht nur Intel, sondern auch Tester und Konsumenten. Hard- und Software sind brandneu. Unser Fokus bei den ersten Arc-Tests und -Artikeln lag daher klar auf Kompatibilität und Praxistauglichkeit der Karte inklusive Treiber-Steuerung - wichtige Themen, die Sie hier nachlesen können und die auch im obigen Video zur Sprache kommen. In diesem Artikel geht es um die Leistung. Performance. Bildraten. Frames. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Quelle: Intel (Screenshot: PCGH)
Intel Arc A380 Overview: Die bisher erhältlichen Modelle arbeiten übrigens allesamt mit nur 186 GByte/s Speichertransferrate, dafür aber höherer Rechenleistung.
Intel Arc Alchemist: Übersicht
Die erste Generation der Arc-Grafikkarten hört auf den Codenamen Alchemist und wird, dem Buchstaben entsprechend, als A-Serie bezeichnet. Das einzige Modell in freier Wildbahn ist seit ihrem Launch auf dem chinesischen Markt die Arc A380. Diese setzt auf den Vollausbau des 157 mm² kleinen und in modernem N6 bei TSMC gefertigten ACM-G11-Chips. Dieser beinhaltet acht sogenannte Xe-Cores. Ein jeder beherbergt unter anderem 128 FP32-ALUs und eine Raytracing-Einheit, sodass die A380 auf 1.024 Shader- sowie acht Raytracing-Rechenwerke kommt.
Quelle: Intel (Screenshot: PCGH)
ACM-G11: Auf der Arc A380 kommt der Vollausbau zum Einsatz.
Das Speicher-Subsystem ist für eine Einsteiger-GPU ungewöhnlich, auf die relativ üppigen 4 MiByte Level-2-Cache folgen in der Hierarchie 6 GiByte GDDR6-RAM. Letzteres ergibt sich durch die insgesamt 96 Bit breite Speicherschnittstelle und ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen Einsteiger-Optionen, wie etwa die Radeon RX 6400 und Geforce GTX 1650 mit jeweils 4 GiByte. Bei diesen besteht technisch die Option auf 8 GiByte, allerdings bei erhöhter Verdrahtungskomplexität und daher wenig Interesse seitens AMD und Nvidia. Wir sehen uns im Folgenden an, welche Vorteile sich für die Intel-Grafikkarte durch ihren um 50 Prozent größeren Speicher ergeben.
| Grafikkarte | Arc A770 | Arc A750 | Arc A580 | Arc A380 | Arc A310 |
|---|---|---|---|---|---|
| Marktstart | Q3 2022 | Q3 2022 | Q3 2022 | Juni 2022 (in China) | Q3 2022 |
| Architektur | Xe HPG | Xe HPG | Xe HPG | Xe HPG | Xe HPG |
| GPU-Codename | ACM-G10 | ACM-G10 | ACM-G10 | ACM-G11 | ACM-G11 |
| Grafikkarten-Serie | Alchemist | Alchemist | Alchemist | Alchemist | Alchemist |
| Schnittstelle | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×8 | PCI-E 4.0 ×8 |
| Fertigungstechnologie | N6 TSMC | N6 TSMC | N6 TSMC | N6 TSMC | N6 TSMC |
| Typischer Kerntakt (MHz) | 2.200 | 2.200 | 2.000 | 2.000 | 1.900 |
| Speichertakt (MHz/GTs) | 8.000/16,0 | 8.000/16,0 | 8.000/16,0 | 7.750/15,5 | 7.000/14,0 |
| SIMDs (Xe-Cores) | 32 | 28 | 16 | 8 | 4 |
| FP32-ALUs (SP) | 4.096 | 3.584 | 2.048 | 1.024 | 512 |
| Raytracing-Einheiten | 32 | 28 | 16 | 8 | 4 |
| GFLOPS FP32 (SP) | 18.022 | 15.770 | 8.192 | 4.096 | 1.946 |
| Textureinheiten | 128 | 112 | 64 | 32 | 16 |
| Texelfüllrate (Megatexel/s) | 281.600 | 246.400 | 128.000 | 64.000 | 30.400 |
| Speicherinterface (Bit) | 256 | 256 | 128 | 96 | 64 |
| Speichertransferrate (GByte/s) | 512 | 512 | 256 | 186 | 112 |
| Speicherbestückung (MiByte) | 16.384 | 8.192 | 8.192 | 6.144 | 4.096 |
| Leistungsaufnahme (TBP in Watt) | 225 | 225 | 175 | 75* | 75 |
Spezifikationen der Referenzkarten. Abseits der bereits veröffentlichten A380 ist alles spekulativ und bis zum Release offen. Angaben ohne Gewähr! *Modelle mit 2.250 und 2.350 MHz sind ebenfalls möglich, dann mit Strombuchse und TGPs von 80 bzw. 87 Watt. Alles, was darüber hinaus geht, ist offiziell Overclocking durch Binning.
Für diesen Test setzen wir, wie beinahe alle westlichen Interessenten derzeit, auf einen China-Import der Gunnir A380 Photon 6G OC. Dabei handelt es sich um ein Custom-Design mit zweifach axialer Belüftung, 8-poliger Strombuchse sowie werkseitiger Übertaktung. Deren offizielle Boardpower beträgt 92 Watt bei 2.450 MHz GPU-Boost alias "Graphics Clock". Intel legt die Minimalspezifikation bei 75 Watt und 2.000 MHz ohne zusätzliche Strombuchse. Ebenfalls möglich sind Modelle mit 2.250 oder 2.350 MHz zu 80 respektive 87 Watt Boardpower, jeweils mit kabelgebundener Stromversorgung. Alles, was darüber hinausgeht, müssen die Hersteller laut Intel selektieren.
Das Gunnir-Modell ist somit eindeutig am oberen Ende des Leistungsspektrums angesiedelt, dient uns aber dennoch als Testvehikel für alle Betrachtungen. Normalerweise takten wir OC-Modelle mithilfe von Tools herunter, gängige Tuning-Programme unterstützten die A380 jedoch (noch) nicht. Die Alternative, Heruntertakten mithilfe eines gesenkten GPU-Powerlimits via Arc Control, ist unpräzise, sodass wir in diesem Fall ausnahmsweise die OC-Spezifikation testen. Sobald wir eine Arc A380 im Referenzdesign erhalten, folgen alle Standardtests inklusive Leistungsaufnahme, Effizienz, Lautheit & Co. - betrachten Sie diesen Artikel als umfangreiche Vorschau.

Gut für uns, die Konsumenten...
Gruß
theoretisch
würde der Maximalausbau A780 dann schon 300W brauchen!?
(und entfällt daher, ... wird wohl net mit dem 2 Lü.-Design erträglich sein)
Möglicherweise hatte Intel tatsächlich eine A780 - also eine "Ultra" - im Sinn und hat dann bemerkt, dass die Kurve einfach keinen Sinn ergibt. 300 Watt für, sagen wir mal, +200 MHz und somit weniger als +10 Prozent gegenüber der A770 (alles fiktive Zahlen) wäre nicht vernünftig und die RX 6700 XT und RTX 3060 Ti wären wohl immer noch schneller.
MfG
Raff
Hat die A380 die 92W tatsächlich für die 2450MHz gebraucht oder wars im Durchschnitt deutlich weniger, ... 80W?
weil
Davon auszugehen, das ARC als Hardware schon "soweit" ist, wird man u.U. erst bei den Highend-Modellen sehen, ... ob Diese ins Powerlimit laufen oder problemlos performante Takte erreichen.
Bei der kleinen A380 wattmäßig in die Vollen zu gehen ist ja recht unproblematisch, aber ...
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bei 2x Lü. bis zu 285W, lt. Überschrift, ist schon ganz schön grenzwertig, auch wenn der Intelkühler sehr gut sein sollte,
... das sind schon Bereiche von der 3070Ti !!!
(man sieht leider net in dem Video, wie und ob tatsächlich 285W beim OCen genommen wurde und wie sich eigentlich Intel Watt
zum tatsächlichen Stromverbrauch der gesamten Graka verhält, in den Specs ist immer nur von 225W die Rede)
theoretisch
würde der Maximalausbau A780 dann schon 300W brauchen!?
(und entfällt daher, ... wird wohl net mit dem 2 Lü.-Design erträglich sein)
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