Intel Arc Grafikkarten-Kompatibilität: 50 Spiele seit 1999 geprüft - was läuft, wo klemmt es noch? - Teil 2
Weiter geht es auf Seite 2 mit unserem Spiele-Test zu Intels Grafikkarten-Kompatibilität, welcher zum Schluss mit einem Zwischenfazit garniert wird.
In diesem Artikel
Auch Spiele-Entwickler sind gefragt
Etwas, das bei Radeon und Geforce Seltenheit hat, sind Warnmeldungen von Spielen, dass der Treiber veraltet sei - zumindest für alle Zocker, die mindestens alle paar Wochen ein Update aufspielen. Diese Meldungen sind in der Regel hard-coded, sprich, die Spiele fragen beim Start spezielle Versionsnummern ab. Der Intel-Treiber meldet selbstverständlich eine andere Ziffernfolge und das Spiel ist unglücklich - funktioniert in der Regel aber trotzdem einwandfrei. Dies passierte während unserer gut 50 Teststunden mit der Arc A380 in Battlefield 2042, Crysis Remastered und Guardians of the Galaxy:
Laut unserer Einschätzung ebenfalls auf starre Abfragen zurückzuführen sind die Probleme in Sniper Elite 5 und Minecraft RTX: Ersteres bietet die Vulkan-Schnittstelle nicht an, obwohl der Intel-Treiber diese fraglos beherrscht, und Minecraft startet stur im DX11-Modus und erlaubt daher kein Raytracing. Das ist bedauerlich, denn unsere ersten Praxis-Erfahrungen beim "Spar-Tracing" abseits von Minecraft RTX fallen positiv aus. Diese ergibt sich durch einen Nvidia-ähnlichen Aufbau des Shader-Cores mit dedizierten, mächtigen Raytracing-Einheiten. Anscheinend ist etwas dran, denn die Arc A380 hinterlässt hier einen erstaunlich guten Eindruck im Vergleich mit der Konkurrenz - doch dazu, wie zuvor erwähnt, ein andermal mehr.
Insgesamt macht unsere Stichprobe mit 50 Spielen eines klar: Intel ist auf die Zusammenarbeit mit Spiele-Entwicklern angewiesen. Dass diese bereits stattfindet, gab Intel in der Vergangenheit zu Protokoll. Die just veröffentlichten Details zum Upsampling-Verfahren XeSS unterstreichen die Bemühungen um gute Developer & Tech Relations. Es bleibt abzuwarten, inwiefern bestehende Spiele für Arc-GPUs fit gemacht werden, denn nicht jeder Titel steht noch im Entwicklungsfokus. Nur Patches können engstirnige Abfragen nach Feature Flags oder besagte Treiber-Versionsnummern adressieren.
Game on Arc: Zwischenfazit
AMD und Nvidia regieren den Grafikkarten-Markt seit Jahrzehnten, treiben sich gegenseitig zu immer neuen Höchstleistungen und Innovationen. Dass dieses scheinbar ewige Duopol nicht über Nacht attackiert werden kann, dürfte jedem Beobachter klar sein. Intel als Prozessor-Marktführer hatte die finanziellen Kapazitäten und nahm die Herausforderung an - pikanterweise teils durch Anstellung ehemaliger AMD- und Nvidia-Mitarbeiter. Was bislang nur Geld gekostet hat und sogar schon namhafte Analysten zu kühnen Aussagen trieb, biegt nun tatsächlich auf die Zielgerade ein. Intel hat mit Xe/Arc einen schweren Weg bereits hinter sich, doch die kommenden Monate und Jahre werden steinig bleiben.
Was wir momentan sehen, ist noch lange nicht perfekt, aber ein Fundament, auf dem Intel aufbauen kann - und wird, sofern der CEO Pat Gelsinger nicht frühzeitig den Geldhahn der Grafiksparte Accelerated Computing Systems and Graphics (AXG) zudreht. PCGH meint: Dranbleiben, Intel! Die Vorstellung der Gaming-Grafikkarten Arc A750 und A770, welche vermutlich noch im September stattfindet, wird darüber entscheiden, wie es weitergeht. Gelingt es Intel, die bestehenden Kinderkrankheiten des Arc-Treibers und der Steuersoftware Arc Control bis dahin auszuschalten, könnte das einige Kunden zum "Fremdgehen" motivieren. PCGH bleibt selbstverständlich am Puls der Zeit und wird über alle Arc-Entwicklungen berichten. Nächster Halt in wenigen Tagen: Benchmarks der Arc A380 in rund 40 Spielen.

Ist denn geplant, diese Liste aktuell zu halten (sie kontinuierlich zu erweitern)?
Da hilft dann wirklich nur ein separater Retro-Rechner, der die komplette Umgebung simuliert.
Sicherlich sollte man keine ewige Rückwärtskompatibilität bei gänzlichen neuen Architekturen erwarten, aber dass AMD und Nvidia eine solche im Prinzip bieten, ist für Gamer, die gerne alte und neue Titel auf dem selben Rechner zocken, doch sehr komfortabel und in dem Fall eher ein Argument gegen Arc.
Intel muss dann schon gute Argumente liefern, die das ausgleichen. "Wir haben Karten, die eigentlich doch nicht so schlecht funktionieren, wenn diese und jene Bedingung erfüllt wird ..." ist derzeit kein sonderlich starkes Argument.
Ich hoffe aber ebenfalls, dass sich das in Zukunft ändert. Wenn bei aktuellen und jüngeren Titeln wirklich alles rund läuft und das P/L-Verhältnis konkurrenzfähig ist, dann wäre ich persönlich bereit, hinsichtlich der Retro-Kapazität Abstriche zu machen. Im Moment häufen sich aber noch zu viele kleine Haken und Ösen.
Nicht falsch verstehen, bitte. Wer weiß dass er selbst großen Wert auf alte Spiele legt, der darf und soll ruhig vom Kauf absehen. Das finde ich vernünftig. Nur wer eher selten alte Schinken spielt, der hat sicherlich auch noch irgendwo ne alte Karte herum liegen, die er kurz einsetzen kann, oder holt sich für 20 Euro eine bei Kleinanzeigen.