Intel XeSS im ersten Test - Jetzt auch mit Intel-GPUs und KI-Verbesserungen!
Unsere erste Tuchfühlung mit Intels spannendem XeSS-Upsampling haben wir bereits umfangreich dokumentiert, doch fehlte bislang ein Test-Kandidat - ausgerechnet Intel höchstselbst! Dabei bieten Intels Arc-GPUs Hardware-Einheiten, welche XeSS verbessern sollen. Hier ist nun Intels Arc A750 - wie schneidet der Neuzugang ab?
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Unseren umfänglichen Test zu Intels neuen Arc-Grafikkarten haben Sie sich wahrscheinlich schon zu Gemüte geführt. Und eventuell haben Sie auch schon unsere Abhandlung zu Intels neuer Upsampling-Technologie XeSS gelesen. Dieser Artikel ist eine Ergänzung zu Letzterem und ein Extra zum bereits veröffentlichten Test: Wie gut schneidet Intel selbst beim Einsatz von XeSS ab? Und kann Intels Upsampling-Verfahren durch die auf den Arc-GPUs verbauten XMX-Rechenwerke, wie vom Hersteller versprochen, sowohl bei Leistung als auch beim Qualitätseindruck tatsächlich nochmals profitieren?
Im Test trifft Intels Arc A750, die kleinere der beiden neuen Intel-GPUs, auf Nvidias RTX 3060 sowie AMDs RX 6600 XT. Auf erstere GPU hat es Intel insbesondere abgesehen, die etwas potentere RX 6600 XT wird dagegen eher selten von Intel als Vergleichsobjekt herangezogen. Und Nvidia wäre es ausdrücklich recht, wenn statt der RTX 3060 die schnellere RTX 3060 Ti als Vergleichsobjekt herangezogen würde. Aber unser Testkandidat ist ja die kleinere der beiden Intel-GPUs, die zu einem Preis (ohne Steuern) von 289 Dollar erhältlich sein soll. Die RTX 3060 Ti als Konkurrenzprodukt zu der kleinen Intel Arc A750 heranzuziehen, wäre angesichts der aktuellen Preise von rund 500 Euro für das Nvidia-Modell unseres Erachtens ein wenig hoch gegriffen. Falls Nvidia allerdings die Preise speziell der RTX 3060 und RTX 3060 Ti anpassen möchte, wollen wir hiermit gerne unsere Zustimmung bekunden.
Außerdem soll es ja vornehmlich um XeSS sowie die Optik- und Performance-Verbesserungen gehen, die in Kombination mit den neuen Intel-GPUs laut Hersteller möglich sein soll. Wir möchten prüfen, in welchem Umfang diese Aussage gültig ist oder nicht. Wenn Sie genauere Details erfahren möchten, legen wir Ihnen unseren vorherigen Artikel ans Herz, aus diesem stammen die restlichen Messwerte und obendrein unsere Eindrücke, auf die wir uns in diesem Artikel beziehen.
Quelle: Intel
Intel Arc (Xe HPG): "normale" Vector-ALUs und XMX-Matrix-Units berechnen Grafik und KI-Aufwertungen parallel
XeSS jetzt auch mit Intel - Ein Plus an Optik und Performance?
Intels XeSS hat bislang einen ordentlichen, aber noch verbesserungswürdigen Eindruck gemacht. Die gute Bildqualität und angenehm hohe Bildschärfe wurde allerdings durch einige Nebeneffekte getrübt, insbesondere die Bildung von Moiré-Artefakten ist - beziehungsweise war ohne die auf den Arc-GPUs verbauten Hardware-Einheiten - sowohl in Shadow of the Tomb Raider als auch Death Stranding Director's Cut etwas auffällig. Durch das Flimmern dieser recht häufig auftretenden Artefakte bei XeSS ohne zusätzliche Hardware-Beschleunigung leidet die ansonsten gefällige Optik mit dem Intel-Upsampling. Der Performance-Verlust durch XeSS gegenüber DLSS 2.0 sowie FSR 2.0, den wir mit AMD- und Nvidia-GPUs gemessen haben, ist außerdem relativ hoch.
Wie sieht das Ganze nun aus, wenn statt einer AMD- oder Nvidia-GPU eine Intel-Grafikkarte genutzt wird, die über XMX-Einheiten und somit über Hardware-Beschleunigung für XeSS verfügt? Laut Intel soll sich nicht nur die Performance verbessern, sondern auch die Optik profitieren. Nun, als allererstes hat uns Intel einen Schrecken eingejagt, doch dies ist kein Problem von XeSS, sondern wird durch ein auf den Arc-Grafikkarten fehlerhaftes FSR 2.0 ausgelöst, welches zumindest in Death Stranding bislang nicht korrekt mit Intels neuen GPUs funktioniert. Bewundern Sie dieses von dem zuvor aktivierten FSR 2.0 angestoßene und darauf von XeSS verschönerte Kunstwerk. Es handelt sich offenkundig um einen Bug. Das eigentliche XeSS-Upsampling ist nicht fehlerhaft.
Quelle: PC Games Hardware
Death Stranding DC mit einem von FSR 2.0 ausgelösten Bug auf Intel-Arc-GPUs. Wir sind nicht ganz sicher, was genau hier alles nicht korrekt funktioniert, aber das so maschinell geschaffene Kunstwerk sieht definitiv interessant aus.
Tatsächlich sind nahezu alle optischen Nebeneffekte, die beim Einsatz von XeSS auf Nvidia- und AMD-GPUs auftreten, verschwunden oder treten zumindest stark in den Hintergrund. Dies ist wirklich sehr positiv zu werten, qualitativ macht Intels XeSS Hardware-unterstützt einen großen Sprung. So ist etwa das extrem hässliche Moiré-Artefakt bei Laras Kleid nahezu verschwunden, bzw. wird durch die KI-unterstützte Aufbereitung des Bildes sehr wirksam unterdrückt. In Bewegung und an einigen Stellen (etwa an Laras Ärmel) lässt sich Artefaktbildung noch immer erahnen, doch ist das Ergebnis verglichen mit der nicht beschleunigten Version von XeSS klar besser. Besser noch als bei Nvidias DLSS, wo der gleiche Anzeigefehler ebenfalls auftritt. Sehen Sie selbst:
Auch die Artefakte bei Wellblech, Bretterwänden, die uns zuvor in Tomb Raider störten, oder bei den Fahrbahnmarkierungen in Death Stranding sind nahezu verschwunden. Obendrein ist das Bild nochmals eine Ecke knackiger und selbst das Verwischen der Vögel im Hintergrund ist beim Einsatz des Hardware-XeSS nicht mehr zu sehen, die winzigen flatternden Gestalten werden tatsächlich extrem fein und detailliert dargestellt. Vergleichen Sie die Ergebnisse des Hardware-unterstützten XeSS mit der Darbietung ohne Hardware-Beschleunigung sowie mit der Konkurrenz. Optisch macht Intels XeSS also tatsächlich einen hervorragenden Eindruck, wenn es zusammen mit einer der neuen Arc-GPUs genutzt wird. Die Darstellung von FSR 2.0 ist allerdings zumindest in Death Stranding Director's Cut kompromittiert und kann obendrein weitere Fehler verursachen (siehe Bild unten).
Die Performance von XeSS ist ebenfalls deutlich besser als mit vergleichbaren Nvidia- und AMD-GPUs - obwohl die Grafik beim Einsatz von XeSS mit der Intel-GPU nochmals besser ist. Allerdings hat die Karte mit nur 8 GiByte einige Probleme mit ihrem engen Speicher, insbesondere in Shadow ot the Tomb Raider, wo die Performance bereits mit nativer 4K-Darstellung heftige Hänger aufweist. Trotz fleißigem Neustarten vor jedem Auflösungswechsel. Mit 4K und XeSS Performance reicht der Speicher gerade so aus, um eine relativ saubere Messreihe zu produzieren, bei längerem Spielen kann es aber dennoch zu speicherbedingten Leistungseinbrüchen kommen. Wenn Sie Upsampling auf hohe 4K-Auflösungen anstreben, raten wir Ihnen dringend zu einer Grafikkarte mit deutlich mehr Speicher, 8 GiByte sind bereits für ältere Spiele wie Death Stranding und Shadow of the Tomb Raider sehr respektive sogar zu knapp.
Intel XeSS jetzt auch mit Intel - Fazit
Intel hat tatsächlich nicht zu viel versprochen. Die Bildqualität steigt beim Einsatz der Hardware-Beschleunigung tatsächlich deutlich sichtbar an und auch die Performance von XeSS sieht mit einer Intel-Arc-GPU wesentlich besser aus. Vorwiegend in Death Stranding kann sich die kleine Intel-Arc-GPU tatsächlich sowohl leistungstechnisch als auch optisch mit den Konkurrenten von AMD und Nvidia anlegen - und sie hier und da gar schlagen. Noch immer ist das Bild mit Nvidia DLSS minimal stabiler, doch Intels XeSS zeichnet sowohl in Shadow of the Tomb Raider als auch Death Stranding ein deutlich knackigeres, detaillierter anmutendes Bild. Mit Hardware-Beschleunigung sind außerdem viele der kleinen Störimpulse, die uns beim Einsatz von XeSS auf AMD- und Nvidia-GPUs ins Auge gesprungen sind, verschwunden oder nahezu verschwunden. Dazu zählen prominent Moiré-Artefakte, allerdings sind auch die Kanten etwas feiner und zeigen weniger störendes Aliasing. Nicht schlecht, Intel.

MfG
Raff
(derzeit hats im Gamepass nur TAA und nen eigenen Scaler, was rel. gut funzt, habs aber nur mit 85% in 4k probiert ala NIS-ultra)
Wir haben nun also nicht nur 1337 Upsampling-/Upscaling-Modi, sondern auch - weil man sonst vielleicht ansatzweise einen Überblick haben könnte - verschiedene Untermodi der Modi.
MfG
Raff
Gruß,
Phil