Intel Arc: Grafikkartentreiber sind hart, aber man gibt nicht auf
Intel gibt einen Einblick, warum man sich mit den Treibern für Arc abmüht. Aber man möchte nicht aufgeben und am Ball bleiben.
Die Einstiegshürde in den Grafikkartenmarkt ist hoch und auch am Ball zu bleiben, keine einfache Aufgabe. Deswegen sieht man heute nur noch zwei große Teilnehmer für Grafikchips, mit einem Dritten, der den Anschluss sucht - Intel. Zu Intels Bemühungen gibt es unterschiedliche Ansichten. Die einen geben Intel Flakfeuer für das Angebot, die anderen drücken die F-Taste, dass man sich überhaupt bemüht.
Grafikkarten sind eben kompliziert, weil man nicht nur einen konkurrenzfähigen Chip produzieren muss, wovon AMD und Nvidia ein Lied singen können, sondern weil man auch gute Treiber produzieren muss. Beim Software-Support gilt Nvidia für gewöhnlich als das zu erreichende Maß.
Intels Arc-Launch wird von den meisten Beobachtern bei der Hardware eigentlich als gelungen betrachtet. Zumindest für das, was es sein sollte - Mittelklassekarten zu normalen Preisen. Das ist Intel weitestgehend gelungen, wie auch die Tests von PCGH zeigen. Schaut man sich die FPS pro Transistor an oder die FPS pro Watt, dann trübt sich das Bild ein, aber die Treiber waren und sind Intels größere Baustelle.
Doch da gibt man nicht auf: Gegenüber Gamers Nexus sagt man, dass man am Ball bleibt und mit Battlemage sollen nicht nur Hardware-Verbesserungen kommen, sondern auch noch bessere Treiber, die über die letzten rund anderthalb Jahre bereits sukzessive verbessert wurden. Abseits vom Legacy-Support war Starfield ein Fall, wo Intel zum Launch nicht gut ausgesehen hat.
Warum Grafikkartentreiber laut Intel so schwierig sind
Intel erklärt, dass es sich um einen besonders anspruchsvollen Titel handelt, was zum Teil daran liegt, wie häufig das Spiel aktualisiert wurde. Das kann natürlich dem Käufer von Starfield und einer Arc-Grafikkarte egal sein, denn der erwartet von einem nach aktuellen Standards produzierten Spiel und Grafikkarte, dass sie miteinander klarkommen. Für potenzielle Kunden ist es aber abschreckend, wenn solche Fälle auftreten.
Ebenfalls nicht so gut sieht es bei GTA 5 aus und hier kann Intel kaum sagen, dass das Spiel ein Novum ist. Und vor allem zählt es zu den Brot- und Butter-Spielen. Es stellt sich heraus, dass das Problem mit GTA 5 und Arc das MSAA (Multi-Sampling Anti-Aliasing) ist. Laut Intel liegt das Problem nicht an MSAA im Allgemeinen, das bei Arc in vielen anderen Spielen problemlos funktioniert, sondern an der speziellen Implementierung von MSAA in GTA 5. Die Verwendung einer anderen Anti-Aliasing-Option, wie FXAA, oder gar kein AA bringt die Arc-Leistung wieder dorthin, wo sie eigentlich sein sollte.
Und das macht das eigentliche Problem deutlich - und warum Treiber heute längst jenseits der 500 Megabyte sind. Im Zweifel muss jeder Titel für sich betrachtet und optimiert werden. Das verschlingt Ressourcen und trifft einen noch härter, wenn man zu AMD und Nvidia aufholen muss.
Für Intel muss es daher heißen, sich einerseits darauf zu konzentrieren, die Hardware zu verbessern, sodass man langfristig auch im Bereich der schnellen Karten mitmischen kann, und andererseits lange genug am Ball zu bleiben, dass man bei den Treibern irgendwann an den Punkt kommt, wo man ein einigermaßen rundes Paket hat. Das braucht einfach Zeit - und Intel den die Ausdauer und Geduld, auch wenn die Buchhaltung mit den Hufen scharrt.
Man ist auf der richtigen Flugbahn, solange die Nachbrenner laufen
Die gute Nachricht für Intel ist, dass sich das Investment bisher auf der richtigen Flugbahn befindet. Zwar gab und gibt es Probleme, aber schaut man sich die Treiber an, so hat man in den letzten Monaten richtig gezielt. Es wurde generell immer besser, auch beim Legacy-Support. Intel bestätigte, dass die Überarbeitung der DX9-Treiberarchitektur nun abgeschlossen und vollständig in den Treiber implementiert ist. Davon verspricht man sich eine deutlich besseren Leistung in den meisten DX9-Spielen. Eine Überarbeitung der Treiberarchitektur für DX11 nähert sich dem Ende und soll in Kürze in ein Treiber-Update integriert werden. Intel peilt danach DX12-Treiber-Updates für das Jahr 2024 an.
Denn man muss auch sagen, dass Intel durchaus Sachen richtig gemacht hat: "Intels Arc Alchemist [unterstreicht] erneut die Raytracing-Schwäche der RDNA-2-Architektur", schreibt PCGH-Grafikkartenguru Raffael Vötter im Test zu Raytracing-Performance. Entsprechend sind die Augen auf Battlemage gerichtet, also die zweite Arc-Generation, aber Spekulationen sind hier eher zurückhaltend. Die Generation soll die Sparte "am Leben halten" und maximal zwischen der Performance der RTX 4060 Ti und 4070 operieren. Am Nachfolger von Battlemage, Celestial (gefolgt von Druid), wird gearbeitet und man hofft, dass niemand den Stecker in der Zwischenzeit zieht und der Wurf größer wird. Intels Roadmap ist vage: Battlemage soll 2024 kommen; danach aber ist vieles offen.

Auch wenn keine großer Chip kommt so hoffe ich doch auf signifikante Verbesserungen. Es wird sowieso eine spannende Generation.
Und ja die Konkurrenz schläft nicht (vielleicht momentan doch ein bisschen) aber ich finde es war von Anfang an wenig realistisch das Intel innerhalb von zwei Generationen aufholen kann.
Schwierig.
Ich sehe eine gefährliche Symbiose von Nvidia mit den Spielerherstellern. Die individuelle und gute Betreuung von Nvidia für die Spielehersteller ist ein Danaergeschenk. Man macht sich von Nvidia und seinem Treiber auf Gedeih und Verderb abhängig. Und wenn in Zukunft Nvidia seine Grafikkartenpreise erhöht und erhöht, dann werden die Spielerzahlen für aufwendige AAAA Titel mangels Nachwuchs mit potenter Hardware sinken. So meine Befürchtung.
Neue Hersteller von Grafikkarten sind nicht in Sicht, wenn selbst Intel solche Probleme hat. Und die bauen sein vielen Jahrzehnten Grafikkarten, bzw. integrierte Grafikeinheitenn.
Es müssen saubere Standards geschaffen werden und keine individuellen Lösungen. Aber das betrifft die gesamte IT. Und wenn ich jetzt sehe, was mit und durch die KI passiert, die selbstständig programmiert und Algorithmen schafft, die wir gar nicht mehr verstehen, wird das alles noch viel unsicher.
Das wird jetzt eine ganz spannende Zeit. Vielleicht wird es mit der KI auch ganz simple, weil die Grafikkartentreiber viel besser optimieren wird,
MfG
Raff