Intel Ice Lake vs. AMD Picasso: Core i7-1065G7 gegen AMD Ryzen 5 3500U im Passmark
Ein mittlerweile wieder gelöschter Eintrag im Passmark lässt Core i7-1065G7 gegen den AMD Ryzen 5 3500U antreten. Das Duell ist interessant, weil bei Intel die neue Architektur Ice Lake in 10 nm und angeblich 19 Prozent mehr IPC zum Einsatz kommt. AMD bei Picasso aber noch nicht auf Zen 2 aufgerüstet hat.
Neuer Tag, neue Einträge in der Datenbank von Passmark. Dieses Mal betrifft es einen Core i7-1065G7, der in 10 nm gefertigt wird, und die Picasso-Modelle Ryzen 5 3500U and Ryzen 7 3750H. Dieses Mal reden wir von Mobil-Prozessoren bzw. APUs - die Leistung ist also entsprechend weit weg von Desktop-Systemen und von Picasso ist auch bekannt, dass es nicht die nagelneue Zen-2-Technik ist.
Der Core i7-1065G7 konnte im Geekbench bereits 5.234 Punkte in Single-Core-Benchmark sammeln und 17.330 Punkte im Multi-Core-Benchmark. Der Prozessor bietet 4 Kerne und 8 Threads, die mit 1,5 bis 3,5 Ghz takten. Dazu kommen 8 MiByte L3-Cache. Verbaut war alles in einem Dell XPS 13 7390 2-in-1-Gerät.
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Im Passmark sind es nun 2.625/10.316 Punkte, bei leicht anderen angegeben Taktraten von 1,3/3,9 GHz, und damit im Vergleich zu einem ebenfalls getesteten AMD Ryzen 5 3500U etwas mehr. Der kommt auf 1.818./8.042 Punkte, hat die gleiche Kernzahl und taktet mit 2,1 bis 3,7 GHz. Beide Prozessoren sind auf eine TDP von 15 Watt ausgelegt und spielen auf dem gleichen Feld um Marktanteile bei Ultrabooks, 2-in-1 und dergleichen.
Quelle: Passmark
Da scheint man sich wohl noch etwas gedulden zu müssen, um AMD in besserer Form zu sehen - nämlich wohl erst, wenn Zen 2 auch in diesem Format angekommen ist. Der Core i7-1065G7 ist momentan nach den vorgelegten Werten noch schneller als der Ryzen 7 3750H, der auf 35 Watt TDP ausgelegt ist.
Bei den neuen Prozessoren verspricht Intel wenigstens 19 Prozent mehr Pro-Takt-Leistung, die im Mobilbereich ab dem vierten Quartal verfügbar sein sollen. Die Ice-Lake-Prozessoren sind in 10 nm gefertigt und mit Sunny-Cove-Kernen ausgestattet. AMD verspricht bei Zen 2 15 Prozent mehr IPC.
Quelle: Twitter

Im Desktop gilt beides übrigens erst recht, wenn Ice Lake kommt, wird AMD bereits mit Zen 3 antreten - Zen 2 kann das "Milchgeld" so also ohnehin nicht wirklich abgenommen werden.
Es ist natürlich nicht auszuschließen (beziehungsweise sogar eher wahrscheinlich), dass unter jeder Zen 2-Review Beiträge der Marke "Ich warte lieber auf Ice Lake!" zu lesen sein werden und natürlich würden / werden sich dann die üblichen Diskussionen wieder entfalten. Ich folge der Hardware-Welt aber längst lang genug, um zu wissen, dass man die niemals abstellen kann. Es ist quasi vollkommen egal, wie überzeugend das Produkt ist, wie gut Effizienz, Leistung und Preis - Hate gibt es immer, für jeden Hersteller. Insofern ... wie auch immer. Die neue Zen-Iteration wird sich dennoch gut verkaufen, allmählich ist einfach das Gesamtpaket zu gut für das Gegenteil.
Zur Eroberung des Server- und vor allem auch des Notebook-Marktes wird aber trotzdem noch einiges gehören, es wird konsistent gute Produkte über einen langen Zeitraum brauchen. Das gibt Intel natürlich auch genug Zeit, seine Stellung zu verteidigen.
Den Notebook-Markt versuchen letztere übrigens nicht zu erobern, sondern zu verteidigen.
PassMark - CPU Comparison AMD Ryzen 7 3700U vs AMD Ryzen 5 3500U
Rein technisch betrachtet sollte die Auswahl bei einem reinen CPU-Test aber nur einen geringen Unterschied machen. 15 W abzüglich Grafikeinheit ein sehr enges Limit, bei gut optimierter Software könnten beide CPUs schon im Single-Thread-Test ausgebremst werden. Bei Multi-Core-Last erreicht der 3700U definitiv nicht mehr als die 3,7 GHz, die auch dem 3500U offen stehen. Dafür müsste man die nicht-U-Versionen mit deutlich mehr als 15 W Verbrauch heranziehen, die Stromsparmodelle unterscheiden aus Anwendersicht vor allem in der Grafikeinheit, die hier aber nicht getestet wurde.
Was man momentan seit Jahren bekommt ist zu 85% Mist.
In dieser niedrigen Leistungsklasse liegen zwischen einem Ryzen und einem gleichschnellen Core nur noch wenige Euro. Der große Rest vom Notebook bleibt gleich teuer, man erhält also kein günstigeres, preislich attraktiveres Produkt nur in dem man auf AMD wechselt. Entweder der Hersteller spart zusätzlich an Display, RAM, Gehäuse und SSD oder er nimmt direkt das werbewirksame "Intel"-Logo. Dieses spielt für viele Käufer weiterhin eine wichtigere Rolle als 10 Euro Preisersparnis bei einem 400- bis 800-Euro-Gerät.
Theoretisch könnte AMD mit der starken IGP punkten, aber die Mehrheit der Notebook-Käufer ist schlecht über Technik informiert und assoziiert integrierte Grafikeinheiten seit langem mit Schrott. Wenn ein Notebook-Hersteller mit Grafikleistung werben möchte, verbaut er deswegen immer eine dedizierte. Selbst wenn diese genauso lahm wie die der APU ist, wird sich das Produkt wesentlich besser verkaufen.
Fefes Blog
Bei diesen Cores hat Intel folgendes gemacht:
L1D Cache 32KiB -> 48KiB
L2 Cache 256KiB -> 512KiB
L2 TLB 1536 -> 2048 entries
µOp Cache 1536 -> 2304 opcodes
out of order opcodes in the flight (OoO window) 224 -> 352 opcodes
integer pipelines 4 -> 5
execution ports 8 -> 10
Dies sind die Änderungen, die so richtig Auswirkungen auf die IPC haben. Es gibt noch weitere kleinere aber gute Änderungen wie 2x AVX2 Units (die aber nur jeweils ne 256 Bit Bandbreite haben).
Allerdings gibt es auch gravierende Nachteile, über die Intel nicht spricht. Der Yield bei diesen Chiplets ist übel, richtig übel. Wenn Intel damit Gewinn macht, dann aber nur minimalen. Die Cores sind darüberhinaus bei hohen Taktzahlen ziemlich instabil. Es gibt keine, die auch nur mit einem Single-Core Turbo über 4 GHz kommen. Bei gleichzeitiger Auslastung aller Cores sind mit Mühe und Not 3,5 GHz erreichbar. Mehr als 4 Cores pro Die sind im Moment nicht realisierbar.