Smartphones: Ist bei Nokia bald Schluss mit kostenlosen Software-Updates?
HMD Global, die unter der Marke Nokia Smartphones vertreiben, will wohl Software-Updates gegen Bezahlung verkaufen.
Der weltgrößte Smartphone-Hersteller Samsung hat mittlerweile eine Update-Initiative gestartet, um zu Apple aufzuholen. Inzwischen erhalten alle Smartphones des Herstellers drei neue Android-Versionen als Updates. Zudem gibt es - ab dem Verkaufsstart des jeweiligen Modells - vier Jahre lang alle monatlichen Sicherheitsupdates. Apple hingegen liefert gut und gerne fünf Jahre, teilweise sogar sechs Jahre nach Marktstart noch Updates für iPhones aus, wobei sich der Funktionsumfang - je nach Alter der iPhones - unterscheidet. Egal, ob Samsung oder Apple, Software-Updates sind immer kostenlos. Nokia hingegen plant wohl, Android-Updates künftig gegen Bezahlung anzubieten.
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Sicherheitspatches kosten knapp 25 Euro bei Nokia
Bei einem finnischen Onlineshop hat Nokia Pakete mit Security-Patches für die Smartphones Nokia X10 und Nokia X20 eingestellt. Falls man statt drei Jahre noch ein weiteres Jahr Sicherheitsupdates haben möchte, muss man dafür knapp 25 Euro bezahlen. Verschiedene Onlinehändler bieten ähnliche Pakete direkt von Nokia an, um den Update-Zeitraum beim Nokia X10 und X20 zu verlängern.
Alle neuen Nokia-Smartphones, die von HMD Global in Finnland entwickelt und in Asien gebaut werden, setzen auf Stock-Android und bekommen relativ schnell neue Software-Updates. Allerdings offerieren die Finnen nur für die aktuellen Modelle, wie etwa für das Nokia XR20, vier Jahre lang kostenlose Android-Updates. Falls man ein älteres Nokia-Smartphone besitzt, ist nach drei Jahren Schluss mit aktueller Software.
Update-Pflicht gilt für Gerätehersteller
Bereits seit dem 01.01.2022 gilt in Deutschland die Update-Pflicht für neue Elektrogeräte, die mit Software ausgeliefert werden sowie für digitale Dienstleistungen, die nicht auf einem physischen Datenträger ausgeliefert werden. Hiermit müssen Gerätehersteller Software-Aktualisierungen anbieten, wobei nicht genau definiert ist, für wie viele Jahre diese Pflicht pro Gerätemodell gilt. Anhand von eigenen Kalkulationen geht das Bundesjustizministerium davon aus, "dass Updates im Durchschnitt, variierend nach Geräteart, für fünf Jahre bereitgestellt werden müssen." Mit dem Gesetz zur Update-Pflicht wird die EU-Richtlinie 2019/771 in nationales, geltendes Recht überführt und muss von den Geräteherstellern und Software-Entwicklern berücksichtigt werden.
Der Industrieverband Digitaleurope, der Gerätehersteller wie Apple, Samsung und Huawei vertritt, hält wenig von den Änderungen. In einem Positionspapier wird der Vorschlag unterbreitet, dass die Hersteller nur drei Jahre lang verpflichtend Sicherheitsupdates veröffentlichen müssen. Mit diesen Forderungen würde sich für die Gerätehersteller praktisch nichts zum Status Quo verändern. Viele chinesische Hersteller wie Xiaomi, Oppo, Vivo, Oneplus und Co. liefern heute nur für zwei oder drei Jahre Updates aus. Künftig sollen Gerätehersteller verpflichtet werden, Ersatzteile auch für Smartphones & Co. anzubieten, wobei die maximale Lieferdauer bei fünf Werktagen liegen soll. Bei Haushaltsgeräten wie etwa Waschmaschinen, Kühlgeräten und elektronischen Displays gibt es bereits neue Ökodesign-Regeln, die ab dem Jahr 2023 ausnahmslos in allen EU-Mitgliedsstaaten gelten und lediglich von strengeren Regeln ergänzt werden können.
Ebenfalls lesenswert: Smartphones: Bundesregierung will Update-Pflicht über sieben Jahre einführen
Sammlung zu Software-Updates bei Nokia-Smartphones:
- Nokia plant für einige Smartphones kostenpflichtige Software-Updates. So sind bei verschiedenen Onlineshops bereits entsprechende Pakete für knapp 25 Euro bestellbar.
- Somit kann man etwa für das Nokia X10 auch noch im vierten Jahr nach Release aktuelle Sicherheitspatches bekommen.
- Seit dem 01. Januar 2022 gilt in Deutschland die Update-Pflicht für neue Elektrogeräte mit Software. Unklar ist aber, wie lange Gerätehersteller neue Softwareversionen bereitstellen müssen.
Quellen: Nokiapoweruser, Bundestag

Es ist wirklich traurig daß viele Geräte im Müll landen weil die Software veraltet ist, obwohl sie technisch noch funktionieren.
Keine Verpflichtung, dass die Updates vom Nutzer aufgespielt werden.
Keine klare Definition, wie lange Gerätehersteller Software-Updates für die Gerätesicherheit bereitstellen müssen. Der Gesetzgeber schreibt hier folgendes: "Updates im Durchschnitt, variierend nach Geräteart, für fünf Jahre bereitgestellt werden müssen."
Das Gesetz zur "Updatepflicht (EU-Richtlinie 2019/771)" schreibt nur Sicherheits-Updates vor und KEINE neuen Betriebssystemsoftware-Updates, also eben kein Update von z. B. Android 11 auf Android 12.
Link: https://www.bundestag.de/...