Smartphones: Bundesregierung will Update-Pflicht über sieben Jahre einführen

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Smartphones: Bundesregierung will eine Update-Pflicht über sieben Jahre einführen.
Quelle: Samsung

Die Bundesregierung will für Smartphones und Tablets eine Updatepflicht für Hersteller einführen. Ab dem Jahr 2022 sollen neu auf dem Markt erscheinende Geräte sieben Jahre lang mit Sicherheitspatches versorgt werden.

Gerade bei vielen Elektronikgeräten gibt es häufig Berichte über einen geplanten Produkttod, damit Verbraucher möglichst schnell sich ein neues Produkt kaufen müssen. Etliche von diesen sind so konzipiert worden, dass die Geräte schlecht oder gar nicht reparierbar sind. Ab dem 1. Januar 2022 sollen neue Regeln gelten, die dafür sorgen, dass Neugeräte wieder leichter repariert werden können. Die Bundesregierung will sogar strengere Regeln durchsetzen als die EU-Kommission, wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums gegenüber c't erklärt.

So sollen Gerätehersteller verpflichtet werden, sieben Jahre lang Sicherheitsupdates für neue Smartphones und Tablets anzubieten, die ab dem kommenden Jahr neu auf dem Markt erscheinen. Bislang bekommen etwa iPads von Apple gut fünf Jahre lang Sicherheitspatches und Samsung spendiert allen Tablets und Galaxy-Smartphones ab dem Baujahr 2019 immerhin vier Jahre lang Sicherheitsaktualisierungen. Unabhängig davon bieten Gerätehersteller noch Funktionsupdates an.

Das fordert die Bundesregierung von Smartphone-/Tablet-Herstellern

Die EU-Kommission möchte eine Update- und Ersatzteilpflicht für fünf Jahre ab dem Erscheinungsdatum einführen, wobei Tablet-Ersatzteile sechs Jahre lang verfügbar sein sollen. Zudem möchte die EU alle Gerätehersteller dazu verpflichten, die Preise für Ersatzteile öffentlich einsehbar zu dokumentieren und nach der Veröffentlichung nicht mehr zu erhöhen.

Der Bundesregierung gehen diese Vorschläge der Kommission aus Brüssel nicht weit genug. Um noch mehr für den Umweltschutz zu tun, sollen Hersteller verpflichtet werden, sieben Jahre lang Ersatzteile und Sicherheitspatches für ihre Smartphones und Tablets anzubieten. Außerdem sollen alle Ersatzteile "zu einem angemessenen Preis" angeboten werden, da schlussendlich die Instandsetzung eines Geräts so teuer wie ein neues Gerät ist.

Des Weiteren will die Bundesregierung erreichen, dass die Ersatzteile möglichst schnell geliefert werden. Die EU-Kommission plant derzeit eine maximale Lieferdauer von fünf Werktagen. Einigkeit herrscht beim geplanten Reparierbarkeits-Index, den die EU einführen will. Daneben gilt bereits seit März das neue EU-Energielabel. Alle neuen Regeln sollen in Deutschland ab dem 1. Januar 2022 in Kraft treten, während die EU-Kommission das Jahr 2023 anpeilt. Sämtliche Ökodesign-Regeln gelten ausnahmslos in allen EU-Mitgliedsstaaten und können lediglich von strengeren Regeln ergänzt werden.

Apple, Samsung, Huawei & Co. wollen maximal drei Jahre Updates liefern

Der Industrieverband Digitaleurope, der Gerätehersteller wie Apple, Samsung und Huawei vertritt, hält wenig von den geplanten Änderungen. In einem Positionspapier wird der Vorschlag unterbreitet, dass die Hersteller nur drei Jahre lang verpflichtend Sicherheitsupdates veröffentlichen müssen. Für Funktionsupdates - wie etwa eine neue Betriebssystemversion - soll die Pflicht nur zwei Jahre betragen. Mit diesen Forderungen würde sich für die Gerätehersteller praktisch nichts zum Status Quo verändern. Viele chinesische Hersteller wie Xiaomi, Oppo, Vivo, Oneplus und Co. liefern heute nur für zwei oder drei Jahre Updates aus.

Der Verband will zudem die Ersatzteilpflicht nur für Displays und Akkus verpflichtend machen. Alle anderen Bauteile wie etwa Kameras, Mikrofone, Lautsprecher und Anschlüsse würden vergleichsweise selten ausfallen. Eine Mindestanforderung an die Akku-Lebensdauer befürwortet Digitaleurope nicht. Schließlich könnten nur wenige Zulieferer Akkus bereitstellen, die nach 1.000 Ladezyklen noch mindestens eine Kapazität von 80 Prozent besitzen. Laut Samsung habe man die durchschnittliche Erstnutzungsdauer von Smartphones von 21 Monaten im Jahr 2015 auf durchschnittlich 29 Monate im Jahr 2020 steigern können. Die Pläne der Politiker hat Samsung bislang nicht kommentiert. Apple hat hingegen bisher überhaupt nicht auf die Anfrage von c't reagiert.

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Ebenfalls lesenswert: Verbraucherrechte: Pflicht für Updates bei Smartphone, Tablet und Co.

Sammlung zur geplanten Update-Pflicht für Smartphone-Hersteller:

  • Innerhalb der EU sollen bald neue Richtlinien für Hersteller von Smartphones und Tablets gelten. Die EU-Kommission möchte eine Update- und Ersatzteilpflicht für fünf Jahre ab dem Erscheinungsdatum verpflichtend machen.
  • Die Bundesregierung will die Verbraucherrechte noch weiter stärken. So sollen in Deutschland ab Veröffentlichung des Smartphones/Tablets sieben Jahre lang Sicherheitsupdates und Ersatzteile zur Verfügung stehen. Zudem sollen die Hersteller die Ersatzteile nur zu einem angemessenen Preis verkaufen dürfen.
  • Ab dem 1. Januar 2022 sollen die neuen Regelungen in Deutschland in Kraft treten. In allen EU-Mitgliedsstaaten sollen die Regeln der EU-Kommission ab dem Jahr 2023 gelten.

Quellen: Heise Online, Bundesjustizministerium

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    • Kommentare (67)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Haasinger PC-Selbstbauer(in)
        Ich habe ein Wechselintervall von 2,5 Jahren. Dabei ist aber keines meiner Smartphones an Softwarealterung gestorben. Ich bewege mich meist im 150-250€ Segment.
        Gründe bisher:
        1. Akkuverschleiß
        2. Verschleiß der USB Buchse
        3. Mangelnder Speicher wegen wachsender Dateigröße

        Hand in Hand damit gingen Upgrades wie Geschwindigkeit, Größe, Kamera und Funktionsumfang die mich bisher zum Neukauf bewogen haben.

        Bei 7 Jahren Updates würde ich wahrscheinlich etwas teurer einkaufen und das Wechselintervall auf 4-5 Jahre erhöhen. Aber als technikbegeisterter Mensch mache ich das wirklich von technischer Innovation abhängig.
        Die letzte Innovation die mir wirklich gefiel war das Verschwinden der schwarzen Balken über und unter dem Display, hieß 1" mehr Außenabmessung für 2,5" mehr Display. Fand ich sehr schön.

        Aktuell bin ich wieder bei 2,5 Jahren angekommen. Mein aktuelles Smartphone hat etwa 15% Akkukapazität verloren, auch habe ich zu wenig Speicher (hantiere sehr viel mit Actioncam und 2k Videos seit diesem Jahr). Auch habe ich es geschafft mein Kameraglas zu zerkratzen, was merklich an der Fotoqualität zehrt.

        Was mich aktuell an neuen Smartphones reizt: AMOLED+120Hz in der Mittelklasse (hat meine Frau seit 3 Monaten und ich finde es wirklich massiv angenehmer). NFC (aber da warte ich auch noch auf die passende Smartwatch).
      • Von Haasinger PC-Selbstbauer(in)
        Ich habe ein Wechselintervall von 2,5 Jahren. Dabei ist aber keines meiner Smartphones an Softwarealterung gestorben. Ich bewege mich meist im 150-250€ Segment.
        Gründe bisher:
        1. Akkuverschleiß
        2. Verschleiß der USB Buchse
        3. Mangelnder Speicher wegen wachsender Dateigröße

        Hand in Hand damit gingen Upgrades wie Geschwindigkeit, Größe, Kamera und Funktionsumfang die mich bisher zum Neukauf bewogen haben.

        Bei 7 Jahren Updates würde ich wahrscheinlich etwas teurer einkaufen und das Wechselintervall auf 4-5 Jahre erhöhen. Aber als technikbegeisterter Mensch mache ich das wirklich von technischer Innovation abhängig.
        Die letzte Innovation die mir wirklich gefiel war das Verschwinden der schwarzen Balken über und unter dem Display, hieß 1" mehr Außenabmessung für 2,5" mehr Display. Fand ich sehr schön.

        Aktuell bin ich wieder bei 2,5 Jahren angekommen. Mein aktuelles Smartphone hat etwa 15% Akkukapazität verloren, auch habe ich zu wenig Speicher (hantiere sehr viel mit Actioncam und 2k Videos seit diesem Jahr). Auch habe ich es geschafft mein Kameraglas zu zerkratzen, was merklich an der Fotoqualität zehrt.

        Was mich aktuell an neuen Smartphones reizt: AMOLED+120Hz in der Mittelklasse (hat meine Frau seit 3 Monaten und ich finde es wirklich massiv angenehmer). NFC (aber da warte ich auch noch auf die passende Smartwatch).
      • Von cinedani Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich nutze mein Motorola Razr V3 seit 2005 und in den letzten Jahren nur noch als Wecker, ansonsten brauche ich das Ding nicht. Eher so als Notfallgerät falls mal was sein sollte, was auch fast nie vorkommt. Bisher konnte mir niemand erklären wozu "ICH" ein Smartphone brauche. Ein neuer Akku kostet auf ebay 5 Euro und der hält auch mindestens 5 Jahre.
      • Von Av4l PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von DIY-Junkie
        Es liegt nicht an der Hardware, sondern oft an der Software. Dazu gibt es einen schönen Artikel, der anhand von einigen Beispielen aufzeigt, wie beschissen software mittlerweile ist:
        Stimme zu, von der Seite kann man das auch sehen. Oder halt das alte SOC ist zu langsam für die ineffiziente neue SW.
        Hab jetzt ein Oneplus 8 Pro, da läuft das komplett flüssig.

        Bei Maps fingen die Probleme auf dem LG X mach glaube ich an, als die Funktion eingeführt wurde, dass Kartenbereiche und Suchergebnisse schon beim Tippen vorausgeladen werden. (Zumindest hab ich so ne Information im Hinterkopf, kann auch Halbwissen sein.)
        Es wäre halt gut, wenn es von den ganzen Systemapps ne Performance-Schiene geben würde, wo vielleicht auf ein paar Features verzichtet wird, die aber dann auf alter Hardware gut laufen. Es gibt nur keinen Grund für die Hersteller/Google, sowas zu machen. In meiner Erinnerung war das X mach in 2017 auch richtig schnell, zumindest im Vergleich zum Moto G, das ich vorher hatte. Das läuft jetzt mit LineageOS (Android 7) sogar fast besser als das X mach (Android 6, gab kein einziges Update). Und seit kurzem unterstützt meine Banking App Android 6 nicht mehr, deshalb kann ich das X mach nicht mal als Backup dafür nutzen.

        Edit: Danke für den Link übrigens, war interessant zu lesen. Dass die Apps immer größer werden ohne erkennbaren Grund ist mir schon aufgefallen. Dass man es so sehen kann, dass man ein neues Smartphone kauft, um die gleichen, alten Funktionen wieder flüssig nutzen zu können stimmt auf eine gewisse Art auch. Denn 2017, als das LG X mach neu war, lief das auch alles ohne Probleme. Leider kann man das jetzt nicht mehr nachvollziehen, da man die GoogleApps nicht mehr in der damaligen Version nutzen kann.
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Hier versucht man etwas für das Klima zu tun.
        Nur nutzt kaum einer ein heutiges Smartphone 7 Jahre lang.
        Ich habe zwar heute immer noch kein Smartphone, da ich für mich keinen Nutzen sehe. Mein Handy reicht mir zum Telefonieren.
        Die Bundesregierung versucht überall Pflichten einzuführen, aber beim Smartphone mit 7 Jahre Update Pflicht haben die mal wieder keine Ahnung.
        Warum? Akkus halten nicht mal 7 Jahre durch, wenn man das Ding ständig am Gurgeln hat. Die Software wird ständig erweitert und ist letztendlich zu langsam für alte Smartphones. Sicherheitsupdates hängen an Betriebsystemen etc.
        Außerdem will der heutige Smartphone Nutzer mehr als nur Telefonieren/Tippeln & Co.
        Auch wenn viele das Smartphone nur für kleine Zwecke nutzen, ist die Masse dagegen höhere Nutzen bedacht.
        Für das Klima kann man leider heute nicht mehr viel tun, da der Mensch nicht von seinem Wohlstand kürzer treten möchte.
        Daher ist diese Aktion gegen null zu sehen.
        Nichts ist heute langlebig...
      • Von DIY-Junkie Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Av4l
        Ich kann das auch bestätigen mit dem zu langsam werden. Hatte bis Mai noch ein LG X mach verwendet, das hat nen Snapdragon 808 verbaut. 2014 war dieses SOC mal Highend, jetzt zum Schluss aber zu langsam, um eine angenehme Verwendung des Smartphones zu ermöglichen.
        Das zeigte sich durch:
        - starke Wärmeentwicklung bei einfachen Aufgaben wie browsen mit Chrome
        - häufig kurze Hänger von 1-2s
        - lange Ladezeiten bei allen Apps
        - selbst in Doodlejump Mikroruckler
        - Google Maps war extrem langsam, da waren auch Tastatureingaben extrem verzögert

        Und als Zusatz zu all dem gab's noch ne extrem kurze Akkulaufzeit, weil das SOC anscheinend so viel Strom gezogen hat. Austauschakku hat nichts gebracht, genau so wenig wie ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.
        Es liegt nicht an der Hardware, sondern oft an der Software. Dazu gibt es einen schönen Artikel, der anhand von einigen Beispielen aufzeigt, wie beschissen software mittlerweile ist:
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