Black Mesa - Benchmarks von 33 Grafikkarten
Wie läuft "Half-Life 2020" auf meinem PC? Zur Beantwortung dieser Frage haben wir 33 (!) Grafikkarten der Jahrgänge 2010 bis 2020 getestet.
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Black Mesa - Benchmarks von 33 Grafikkarten
Wie gut läuft "Half-Life 2020" alias Black Mesa auf meinem Spiele-PC? Zur Beantwortung dieser Frage haben wir 33 Grafikkarten der Jahrgänge 2010 bis 2020 getestet. Wie immer verwenden wir die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia, namentlich die Radeon Software Adrenalin 20.2.2 WHQL sowie den Geforce 442.50 WHQL. Die Ausnahme von dieser Regel bilden die Dinosaurier im Test: Nvidia unterstützt die alte Fermi-Generation (Geforce 400/500) nicht innerhalb des aktuellen Treibers, stattdessen muss ein rund zwei alte Legacy-Variante verwendet werden. Bei AMD reicht die Unterstützung des aktuellen Treibers bis hinunter zu ersten GCN-Generation rund um Tahiti (Radeon HD 7970) und Pitcairn (HD 7870); wir testen diese Modelle entsprechend mit der aktuellen Radeon Software.
Wegen der grundsätzlich sehr guten Performance testen wir Black Mesa mit maximalen Details inklusive der mit einer Warnung versehenen Detailstufe "Ridiculous" (lächerlich. Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie im folgenden Benchmark auswählen können.
Als Benchmark verwenden wir einen Schauplatz auf dem Alien-Planeten Xen, den Sie erst am Ende der Story besuchen. Zuvor gilt es, das in der Wüste Nevadas gelegene Black-Mesa-Gelände drinnen wie draußen zu erkunden. Die Performance ist dabei weitgehend höher, wenngleich auch hier einige Szenarien auftreten, die einen deutlich größeren Hardware-Hunger aufweisen. Unser Testabschnitt auf Xen ist mit Abstand das Forderndste, das wir während unserer Black-Mesa-Tests auf verschiedenen Systemen zu Gesicht bekamen. Vor allem Grafikkarten müssen schwitzen. Erreicht Ihr Modell hier gute Bildraten, haben Sie im übrigen Spielverlauf nichts zu befürchten - den garstigen Endgegner einmal ausgenommen ...
Überraschung? Mitnichten. Black Mesa streckt zahlreiche Grafikkarten nieder. Half-Life 2 läuft um mehrere Faktoren flüssiger, kommt jedoch nicht ansatzweise an die grafische Qualität von Black Mesa heran. Gegenüber der Fakefactory-Mod, welche HL2 signifikant umbaut und aufwertet, ist das HL1-Remake ebenfalls wesentlich anspruchsvoller. Dennoch haben wir das sonst relativ moderne Testfeld deutlich nach unten hin erweitert, diverse Grafikkarten der Jahrgänge 2010 bis 2013 zeigen, wie es um die "Retro-Tauglichkeit" steht.
Im eingebetteten Video sehen Sie nicht nur unsere Benchmarkszene, sondern auch eine Geforce 8800 Ultra in Aktion. Die Nvidia-Grafikkarte war vor beinahe 13 Jahren das, was heute die Titan RTX darstellt, befeuert Half-Life 2 tadellos - und scheitert doch kläglich an spielbaren Bildraten in Black Mesa. Selbst in 1.280 × 720 mit minimalen Details erreicht die Nvidia-Legende an unserer Benchmarkszene nur gut 20 Fps und verweigert aufgrund Speichermangels den Dienst mit maximalen Details.
3 GiByte für Full HD empfehlenswert
Die Benchmarks zeigen außerden, wie es um den Speicherbedarf von Black Mesa steht. Obwohl vergleichsweise antiquierte Technologie zum Einsatz kommt, führen die stark erhöhten Geometrie-, Beleuchtungs- und Effektdetails zu einem fast "modernen" Speicherhunger. Die angestaubten 1,5- und 2-GiByte-Grafikkarten im Testfeld zeigen ein relativ regelmäßiges, sehr störendes Ruckeln, das von Speichermangel zeugt. Erst die Geforce GTX 580 mit auf 3 GiByte verdoppelter Speicherkapazität zeigt keine Nachladeruckler - flüssig läuft Black Mesa mit den Ridiculous-Grafikdetails aber dennoch nicht, dafür fehlt's an Rechenleistung.
Black Mesa: Tuning-Tipps
So schön Black Mesa anzusehen ist und so sehr es sich auch vom Original abhebt: Wirklich aktuell ist die Grafik nicht. Das liegt nicht nur an der fehlenden Umgebungsverdeckung/Feinschattierung, sondern phasenweise auch an relativ grober Geometrie und matschigen Texturen. Während sich die Polygonzahlen nicht einfach erhöhen lassen, gibt es für die anderen Baustellen Abhilfe. PCGH empfiehlt, die Grafik mithilfe von Radeon Image Sharpening (RIS) respektive Geforce Image Sharpening (GIS) aufzuwerten. Wie viel Nachschärfung gut ist, hängt vom persönlichen Geschmack ab. In Kombination mit Downsampling, das die FXAA-Kantenglättung effektiv verstärkt und Flimmern eindämmt, lässt sich die Schärfung etwas verstärken, ohne dass es zu Nebenwirkungen kommt. Beispielsweise können Nutzer eimes WQHD-Bildschirms Testläufe in 5K mittels DSR/VSR wagen und dabei die Schärfung auf die Mittelstellung setzen - für die hohe Pixelmenge wird jedoch eine High-End-Grafikkarte vom Schlage GTX 1080 Ti, RTX 2080(S) oder Ti benötigt. Ein paar Bilder mit GIS zum Vergleich:
Besonders bastelfreudige Naturen versuchen sich an weiteren Tweaks mittels Reshade. Die umfangreiche Effektbibliothek erlaubt es sowohl auf AMD- als auch Nvidia-Grafikkarten unter anderem, die Farben zu verändern, verschiedene Nachärfe-Algorithmen anzuwenden, sowie Ambient Occlusion zu "injizieren". Das kann der Grafik wesentlich mehr Plastizität liefern, da Objekte nicht mehr um Raum schweben, führt allerdings auch zu ungewollten Nebenwirkungen wie einem falsch oder zu dick aufgetragenen Schatten.
Auch die Qualität des Texturfilters spielt in Black Mesa eine große Rolle. Da das Spiel keine temporale Bilddatenverrechnung vornimmt, ist Flimmern jeder Art präsenter als bei modernen Spielen. Spart sich der anisotrope Filter Arbeit - und das tut er bei der Standardeinstellung der Radeon- und Geforce-Treiber immer -, führt das je nach Texturinhalt zu schwachem bis deutlich sichtbaren Flimmern. Unser Tipp lautet daher, die AF-Qualität im Treiber auf die maximale Stufe zu setzen und "Optimierungen" (= Sparmaßnahmen) auszuschalten. Das kostet unfühlbar Leistung, beruhigt jedoch das Bild.
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen.
Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen. Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti", um nur ein Beispiel zu nennen - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominentesten sind AMDs Radeon VII und die ältere R9 Fury X, welche wir jeweils im Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.
Black Mesa - Fazit
Black Mesa 1.0/final ist seit dem 05. März 2020 bei Steam verfügbar. Das zweifellos gelungene Half-Life-Remake begeistert die Shooter-Freunde innerhalb der PCGH-Redaktion - nicht unbedingt technisch, aber vor allem inhaltlich. Wer den wegweisenden Valve-Klassiker bis heute nicht gespielt hat, findet hier das ideale Objekt, um das Universum kennenzulernen. Nach einem Durchgang Black Mesa, gefolgt von Half-Life 2 und dessen Episoden sind Sie perfekt für das kommende VR-Abenteuer Half-Life: Alyx (und ein potenzielles Half-Life 3) gerüstet.


Sowohl bezogen auf die Grafik, als auch die Performance Einbußen.
ABER HEY NOSTALGIE!
ach, da gibts nen punkt den man aktivieren kann, glatt übersehen
Ich selbst hab die Karte ausschließlich für 1440p, 1800p und 2160p genutzt. Ich treffe aber auch bei 60fps und Vsync.
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