Interview mit VR-Experte Graham Breen von HTC: "Nur, weil ein Spiel auf VR setzt, muss es noch lange nichts taugen"
Ist Virtual Reality nur eine Hype-Blase, die kurz vor dem Platzen steht? Oder brauchen Software-Entwickler wie bei neuen Spielkonsolen einfach ein, zwei Jahre, um wirklich ansprechende Titel zu produzieren? Gehören Spieler überhaupt Zielgruppe der Hardware-Hersteller? All dies und noch mehr fragten wir Graham Breen von HTC im Rahmen der CES 2017 in Las Vegas.
Im letzten Jahr schlug Virtual Reality hohe Wellen: Selbst die Effektspezialisten von ILM ließen es sich nicht nehmen, mit Trials on Tatooine eine prächtige, wenn auch kurze Star-Wars-Demo für das Vive-System von HTC und Valve zu produzieren. Doch nach dem Verkaufsstart der drei Platzhirschen HTC Vive, Oculus Rift und PlayStation VR im letzten Jahr scheint der Hype etwas gebremst zu sein. Ein Zeichen dafür, dass der Markt bald in sich zusammenbrechen wird? Das wollten wir von Graham Breen wissen, der bei HTC als erster Europäer überhaupt ins Vive-Abenteuer eingestiegen ist. In der britischen Firmenzentrale arbeitet Breen seit 2011: Zunächst war er für Dual-SIM-Mobilgeräte zuständig, seit Februar 2015 ist er Teil des Vive-Teams. Dort arbeitet er als Senior Manager Product Management für die Gebiete Europa, Mittlerer Osten und Asien.
➤ PC Games Hardware: Fast hätte ich heute mit einem berühmten Autor gesprochen ...
Graham Breen: ... aber nur fast. Einen meiner Freunde hat mein Name eins so verwirrt, dass er eine Weihnachtskarte an "Greenie" adressiert hat. (lacht)
➤ PC Games Hardware: Bei Siemens, Sony Ericsson und HTC hast du dich um Mobiltelefone gekümmert - wie kam es zum Sprung zur VR-Technik?
Quelle: PC Games Hardware
Graham Breen von HTC freut sich über zahlreiche Erweiterungen des Vive-Ökosystems - etwa diesen Baseballschläger-Controller, der auf den brandneuen Vive Tracker setzt.
Graham Breen: Das ging recht schnell. Ich war in unserem Büro in Seattle und besuchte von dort aus auch Valve Software, die mir einen frühen Prototyp des Vive-Headsets zeigten. Und mir war augenblicklich klar: Das ist es, woran ich arbeiten will - Zeit für einen Karrierewechsel! So wurde ich Vives erster europäischer Mitarbeiter und gehörte dann auch zum Team, der das System auf dem Mobile World Congress 2015 in Barcelona enthüllen durfte.
➤ PC Games Hardware: Und du hast den Schritt bislang nicht bereut?
Graham Breen: Ganz im Gegenteil. Die Reise vom ersten Prototyp bis zur Verkaufsversion mit vielen Entwicklern und über 1000 Spielen auf Steam - das war und ist eine tolle Sache.
➤ PC Games Hardware: Vor einem Jahr war der VR-Hype wohl das bestimmende Thema in der PC- und Technikpresse. Unsere Leser schnappten jede News darüber begeistert auf und sparten für den Verkaufsstart der ersten Headset-Generation. Aber nicht zuletzt John Riccitiello - Ex-Electronic-Arts-Chef, heute CEO von Unity - warnte Anfang 2016 vor einer "Enttäuschungslücke": einer Zeit, in der die Headsets erhältlich sein werden, aber irgendwie keine richtig tollen Spiele und Anwendungen zu folgen scheinen, weil Entwickler nun an der nächsten Softwaregeneration arbeiten. Was würdest du unseren Lesern sagen, die mitten in dieser Lücke stehen und Virtual Reality derzeit eher skeptisch gegenüberstehen?Nur, weil ein Spiel auf VR setzt, muss es noch lange nichts taugen.
Graham Breen: VR ist noch lange nicht am Ende, es kommt noch so viel auf euch zu. Derzeit erscheinen zum Beispiel jede Woche etwa 30 neue VR-Titel. Ich habe meinen Anspruch längst aufgegeben, jeden einzelnen davon selbst ausprobieren zu müssen. Und weil die Entwickler jetzt mehr Zeit mit der Hardware verbringen konnten, werden wir immer mehr Spiele sehen, die einen länger als nur ein paar Minuten beschäftigen. Dieses Jahr werden etliche solcher Triple-A-Titel vom Schlage eines Fallout 4 erscheinen - und darunter sind auch noch einige noch nicht offiziell angekündigte.
➤ PC Games Hardware: Apropos ankündigen: Hier auf der CES habt ihr auch eine schnurlose Headset-Lösung namens Tpcast vorgestellt. Tolle Sache - aber ist das nicht auch ein bisschen problematisch? Schließlich könnten potenzielle Vive-Kunden jetzt erst einmal mit dem Kauf warten, bis diese Funktion serienmäßig ist. Das Kabel zwischen PC und Headset ist ja noch zu oft eine echte Stolperfalle, insbesondere bei einem Room-Scale-System wie eurem.
Graham Breen: Im Gegenteil, das sind gute Nachrichten. Wir arbeiten sehr eng mit der Entwicklergemeinde zusammen und jeder, der neue Hard- und Software für Vive entwickelt, ist uns hochwillkommen.
➤ PC Games Hardware: Dann lass es mich so fragen: Was sagst du den Leuten, die erst die zweite Vive-Generation kaufen wollen, bei der es unter Umständen kein Kabel mehr geben könnte? Liegt die noch zu weit in der Zukunft?
Graham Breen: Natürlich sage ich: Kauft euch das System jetzt. (lacht) Nein, Spaß beiseite, Vive ist schon jetzt eine großartige Plattform. Wenn es Accessoires wie Tpcast gibt, mit denen das Headset schnurlos wird - prima. Aber auch mit Kabel bietet es großartige Erfahrungen.
➤ PC Games Hardware: Manch einer kauft sich eine Xbox, um darauf Halo zu spielen, ein anderer eine PlayStation 4 für Uncharted. Wieder andere greifen zu Nintendos Konsolen, um Mario und Link zu steuern. Was ist die Killer-App für die Vive?
Graham Breen: Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es dieses eine Spiel gibt, das den Kauf zu einer Pflichtübung macht. Bei VR-Anwendungen ist die Wahl noch viel persönlicher als bei Konsolen. Ich gebe dir ein Beispiel: Am ersten Weihnachtsfeiertag habe ich einem Dutzend Familienmitgliedern das Vive-System vorgeführt ...
➤ PC Games Hardware: ... besser, als deren PC-Probleme zu lösen.
Graham Breen: Auf jeden Fall! (lacht) Und was das Interessante war: Jeder hatte ein anderes Lieblingsspiel. Meine Neffen liebten Space Pirate Trainer, weil es leicht zu lernen ist und sie sich darin gegenseitig überbieten konnten. Aber dem Mann der Schwester meiner Schwägerin gefiel es viel besser, in The Brookhaven Experiment Zombies über den Haufen zu schießen. Seine Frau konnte damit nichts anfangen, sie war dafür vom VR-Malprogramm Tilt Brush begeistert. Ich würde deine Frage deshalb so beantworten: Das Wichtigste ist, dass die Leute einen klaren Grund dafür haben, ein VR-System zu kaufen. Für manche ist das ein bestimmtes Spiel, für andere mag das Google Earth VR sein.
➤ PC Games Hardware: Nun steht nicht jedem ein Graham Breen für eine private Demo zur Verfügung. Viele Leute interessieren sich auch nur peripher für die neusten Technologien. Versteht Otto Normalverbraucher überhaupt, worum es bei Virtual Reality geht, wenn er nicht gerade Fachzeitschriften und deren Webseiten studiert? Oder setzt ihr dieses Wissen inzwischen als bekannt voraus?
Graham Breen: Beides. Technologieaffine Menschen wie eure Leser und Spielefans wissen, was VR bedeutet. Doch damit sind wir noch nicht zufrieden: Wir wollen, dass sie verstehen, was gute VR auszeichnet. Denn nur, weil ein Spiel auf VR setzt, muss es noch lange nichts taugen - es darf zum Beispiel nicht passieren, dass einem dabei schlecht wird. Was "normale" Menschen angeht: Ich war just in einem Einkaufszentrum hier in Las Vegas. Da stand ein Vive-Demosystem, das jeder Einkäufer ausprobieren kann. Und im Flamingo-Hotel ein paar Straßen weiter? Da wartet ein fest installiertes VR-System, bei dem man für zehn Dollar zehn Minuten lang virtuelle Welten erkunden kann. Das bleibt unsere größte Aufgabe: den Menschen die Augen für Virtual Reality zu öffnen. Ich könnte jetzt in 1000 Wörtern darüber schwärmen, aber das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weniger effektiv als fünf Sekunden "in" einem VR-Headset.
➤ PC Games Hardware: Wir müssen also nicht erwarten, dass die aktuellen VR-Systeme ein ähnliches Schicksal wie ihre zugegebenermaßen nicht so prächtigen Vorgänger der 1990er erleiden werden?
Graham Breen: Nein, VR ist ganz gewiss keine Blase, die jeden Moment zu platzen droht. Das VR-Ökosystem wächst und gedeiht - gerade hier auf der CES gibt jede Menge ernsthafter Entwickler. Wenn die Menschen erst einmal merken, was sie mit Virtual Reality alles erreichen können, wird der Markt gewaltig wachsen. Ich selbst habe in meinem Leben bis heute noch nie zuvor ein Medium gesehen, das einen so komplett an einen anderen Ort versetzen kann, den man so nie wirklich besuchen könnte. Oder sollte, wenn du an den [url=i]Flaim Trainer[/url] denkst.
➤ PC Games Hardware: Graham, herzlichen Dank für das Gespräch.
Der kann sich sowas ja nicht leisten. 
ich versteh nicht wieso man etwas schlecht reden kann. Ich bezweifel das er beide brillen hat. ich bezweifel das er 1 davon hat. Ich bewzweifel seine Intelligenz.
In letzter Zeit sind viele trolle von Facebook hier her gekommen. Sie wollen alle nur ihre missbildung hier fortsetzen
die einzigen .... die beim PC bisher an Exklusivdeals gearbeitet hat ist Oculus, weswegen ich Produkte dieser Firma niemals kaufen werde, selber schuld wenn man sich den proprietären Müll ins haus holt und sich dann mit einem weitere launcher rumschlagen muss, genauso beschauert wie resident evil und ps4 vr deal
bin momentan bei serious sam VR dran . Ultimatives erlebnis.
Ca 10 Personen habe die Vive getestet und waren begeistert.
Es ist halt nur teuer
Und während sich so mancher im forum noch das maul zerreisst habe ich am Wochenende mal kräftig bei den Bakers aufgeräumt und in Google Earth die Welt bereist, mittendrin statt nur dabei
"nur weil X über die eigenschaft Y verfügt, muss nicht zwangsweise X gut/schlecht sein."
z.b.
- "nur weil ein monitor 1920x1080 ist ist er nicht zwangsweise gut."
- "nur weil ein laptop einen i7 hat ist es nicht zwangsweise gut."
- "nur weil eine konsole 4k darstellen kann ist sie nicht zwangsweise gut."
ich kann das den ganzen tag lang mit den verschiedenstens beispielen weitermachen, aber ich glaube man versteht worauf ich hinaus will.