Test Radeon HD 5750: Juniper-GPU zum Zweiten
Im Test muss die kleinste DirectX-11-Grafikkarte von AMD - Ati Radeon HD 5750 - zeigen, ob sie genauso wie ihre DirectX-11-Geschwister überzeugen kann.
Mit der Radeon HD 5750 tritt die vorerst letzte DirectX-11-Karte zum Test an. Ihre großen Geschwister Radeon HD 5870 (Test), Radeon HD 5850 (Test) und Radeon HD 5770 (Test) konnten uns bereits größtenteils überzeugen, nun folgt die bisher kleinste Ausbaustufe von AMDs DX11-Riege. Die Radeon HD 5750 wildert im Preisbereich von 120 bis 130 Euro und steht damit in Konkurrenz mit der Radeon HD 4870/1G und der Geforce GTX 260-216. Ausgehend von den technischen Daten kann die Radeon HD 5750 zumindest hinsichtlich der Fps-Leistung mit beiden nicht konkurrieren, dafür wirft die Radeon eine deutlich niedrigere Leistungsaufnahme und Lautstärke in die Waagschale. Der Test der Radeon HD 5750 wird klären, in welche Richtung das Pendel schwingt.
Quelle: AMD
Radeon HD 5750 (22)
Radeon HD 5750 im Test: Spezifikation
Der Grafikchip der Radeon HD 5750 trägt wie auch bei der Radeon HD 5770 den Codenamen Juniper. Dieser erfüllt die DirectX-11-Spezifikation ebenso wie sein großer Stammvater Cypress, welcher auf der HD 5870 beziehungsweise HD 5850 werkelt. Im Gegensatz zu diesem hat AMD jedoch die Anzahl der Funktionseinheiten reduziert: Der Juniper ist praktisch ein halber Cypress. Während die Radeon HD 5770 aber über 10 SIMD-Einheiten à 16 Prozessoren zu je fünf ALUs (800 insgesamt) sowie 10 Quad-TMUs verfügt, ist bei der HD 5750 eines der 10 SIMDs deaktiviert. Die Anzahl der Shader-Einheiten sinkt ergo auf 720, die der TMUs auf 36. Ebenfalls verringert sind der Chip- wie auch der Speichertakt: Die HD 5750 rechnet mit 700/2.300 MHz. Wie auch schon Cypress arbeitet Juniper mit Shader-basierter Texture Adress Interpolation, sodass hier kein Flaschenhals mehr entsteht, wie es noch bei der Vorgängergeneration der Fall ist. Vier Quad-ROPs - gut für einen Durchsatz von 16 Pixeln pro Takt - sorgen für die meisten Transaktionen vom und zum zweifach ausgelegten GDDR5-Speichercontroller, gepuffert durch zwei Level-2-Caches. Alles in allem bietet die HD 5750 eine Rohleistung, welche sich leicht oberhalb der älteren HD 4850 bewegt.
Zusammgefasst haben wir alle uns bekannten Details noch einmal in dieser Tabelle:
| Hersteller | AMD Radeon | Nvidia Geforce | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| HD 5870 | HD 5850 | HD 5770 | HD 5750 | HD 4890 | HD 4870 | HD 4850 | GTX 285 | GTX 275 | GTX 260-216 | |
| Chip | Cypress | Cypress | Juniper | Juniper | RV790 | RV770 | RV770 | GT200b | GT200b | GT200(b) |
| Version (DirectX / Shader) | 11/5.0 | 11/5.0 | 11/5.0 | 11/5.0 | 10.1 / 4.1 | 10.1 / 4.1 | 10.1 / 4.1 | 10.0 / 4.0 | 10.0 / 4.0 | 10.0 / 4.0 |
| Process tech (Nanometer) | 40 | 40 | 40 | 40 | 55 | 55 | 55 | 55 | 55 | 65/55 |
| Transistors (Mio.) | 2150 | 2150 | 1040 | 1040 | 965 | 965 | 965 | 1400 | 1400 | 1400 |
| Engine clock (MHz) | 850 | 725 | 850 | 700 | 850 | 750 | 625 | 648 | 633 | 576 |
| Shader clock (MHz) | 850 | 725 | 850 | 700 | 850 | 750 | 625 | 1476 | 1404 | 1242 |
| VRAM clock (MHz) | 2400** | 2000** | 2400** | 2300** | 1950** | 1800** | 993 | 1242 | 1134 | 999 |
| Numbers | ||||||||||
| Shader-ALUs | 1600 | 1440 | 800 | 720 | 800 | 800 | 800 | 240 | 240 | 216 |
| Texture Units | 80 | 72 | 40 | 36 | 40 | 40 | 40 | 80 | 80 | 72 |
| ROPs / -Render-Backends | 32 | 32 | 16 | 16 | 16 | 16 | 16 | 32 | 28 | 28 |
| VRAM (MiByte) | 1024 | 1024 | 1024 | 512-1024 | 1024 | 512-1.024 | 512-1.024 | 1024 | 896 | 896 |
| Bus width (Bit) | 256 | 256 | 128 | 128 | 256 | 256 | 256 | 512 | 448 | 448 |
| VRAM type | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR3 | GDDR3 | GDDR3 | GDDR3 |
| Performance-Peaks | ||||||||||
| GFLOP/s (Single-Prec. MADD) | 2720 | 2088 | 1360 | 1008 | 1360 | 1200 | 1000 | 709 | 674 | 537 |
| Texel-Fillrate (MTex/sec.) | 68000 | 52200 | 34000 | 25200 | 34000 | 30000 | 25000 | 51840 | 50640 | 41472 |
| Pixel-Fillrate (MPix/sec.) | 27200 | 23200 | 13600 | 11200 | 13600 | 12000 | 10000 | 20736 | 17224 | 16128 |
| Peak Bandwidth (GiByte/sec.) | 153,6 | 128 | 76,8 | 73,2 | 124,8 | 115,2 | 64 | 158,9 | 127 | 111,9 |
| Misc. | ||||||||||
| Anti-Aliasing, best | 8x SGSSAA, 24x CFAA | 8x SGSSAA, 24x CFAA | 8x SGSSAA, 24x CFAA | 8x SGSSAA, 24x CFAA | 24x CFAA | 24x CFAA | 24x CFAA | 16xQ CSAA | 16xQ CSAA | 16xQ CSAA |
| Multi-Sampling, max. | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x | 8x |
| Multi-GPU (Crossfire X / SLI | up to 4 cards | up to 4 cards | up to 4 cards | up to 4 cards | up to 4 cards | up to 4 cards | up to 4 cards | up to 3 cards | up to 3 cards | up to 3 cards |
| PCI-E.-Connectors (6-Pin/8-Pin) | 2 x / 0 x | 2 x / 0 x | 1 x / 0 x | 1 x / 0 x | 2 x / 0 x | 2 x / 0 x | 1 x / 0 x | 2 x / 0 x | 2 x / 0 x | 2 x / 0 x |
| Length of card (approx., mm) | 282 | 242 | 220 | NA | 241 | 241 | 234 | 267 | 267 | 267 |
* Einzelwerte addieren sich nicht notwendigerweise durch ein Multi-GPU-Setup.
** Angegeben ist die Summe der beiden Write-Clocks bei GDDR5
Quelle: PC Games Hardware
Radeon HD 5750 (8)
Radeon HD 5750 im Test: Platine und Kühlung
War bereits die HD 5770 mit einer Platinenlänge von nur 208 Millimetern recht kompakt, ist die HD 5750 mit 183 Millimetern noch einmal sichtlich kürzer. Für eine Karte der unteren Mittelklasse bringt die HD 5750 viele Anschlüsse mit sich: Zwei Dual-Link-DVIs sowie einen HDMI- und einen Display-Port. In der Mitte des PCBs (Printed Circuit Board) thront wie gehabt der Juniper-Chip (RV840), welcher in 40 Nanometer Strukturbreite bei TMSC gefertigt wird. Umringt wird die GPU von Hynix-GDDR5-Speicher des Typs H5GQ1H24AFR T2C 930A, ergo ist dieser wie bei allen Radeon HD 5000 auf 2,5 GHz spezifiziert. Um die Karte möglichst günstig fertigen zu können, werden - wie auch bei der HD 5770 - keine Volterra-Wandler eingesetzt - auch kein per Software manipulierbarer VT1165MF. Die GPU wird von nur zwei, der GDDR5 von nur einer Phase versorgt. Eine weitere Kosteneinsparung nimmt AMD in Sachen Kühlung vor: Statt einer Direct-Heat-Exhaust-Konstruktion samt Radiallüfter sitzt ein simpler , vollständig aus Aluminium gefertigter Kühlblock mit nur wenigen recht dicken Fins auf dem Juniper; darauf ein Axial-Propeller mit nur 0,35 Ampere. Der Lüfter ist per 2-Pin-Stecker angeschlossen. Die Plastikabdeckung leitet den Luftstrom über den GDDR5 und Richtung der Spannungsversorgung.
Radeon HD 5750 im Test: Leistungsaufnahme und Lautstärke
Mit unserem Messgerät nehmen wir aus 50 Zentimetern Entfernung senkrecht zur Lüfternabe das Laufgeräusch der Grafikkartenkühler auf und ermitteln die Lautheit in Sone. Das restliche System kommt ohne bewegliche Teile aus und besteht aus einem Scythe-Orochi-Kühler, einem AMD Athlon X2 BE-2350 mit 2,1 GHz, einem Asrock A780 FDP mit AMD-780G-Chipsatz, dem Nesteq-X-Zero-Netzteil mit 600 Watt Nennleistung und einer Hama-SSD. Das "Grundrauschen" in unserem schallarmen Testlabor beträgt 0,1 Sone.
Quelle: PC Games Hardware
Der PCGH-Lautstärkemessstand
Um Ihnen präzise Temperatur- und Leistungsaufnahme-Werte zu liefern, messen wir nicht den Verbrauch des Gesamtsystems, sondern ermitteln aufwendig nur den Konsum der Grafikkarte. Dabei kommen die Messstation Adexelec PEX16IX und das Zangenamperemeter Chauvin Arnoux F09 AC/DC zum Einsatz. Einerseits messen wir die 2D-Werte auf dem Vista-Desktop, andererseits auch die Last-Temperaturen. Hierbei setzen wir auf Race Driver: Grid in 1.920 x 1.200 mit 4x MSAA und 16:1 AF. Das Spiel fordert die Karten gleichmäßiger und stärker als Crysis Warhead und viele andere Spiele. Als absolutes Worst-Case-Szenario ziehen wir zudem den Ozone3D Furmark in der Version 1.6.5 heran. Dieser lastet spätestens mit umbenannter Ausführungsdatei alle Prüflinge zu 100 Prozent aus und treibt das Kühlsystem an den Rand der Leistungsgrenze. Dieser Worst-Case zeigt, mit welchen Werten, was Lüfterlautstärke und Leistungsaufnahme (im Rahmen des gegebenen Testsystems) angeht, Sie im schlimmsten Fall rechnen müssen - praxisnah ist der Furmark jedoch nicht. Der Furmark wird seit dem Catalyst 9.7 jedoch dauerhaft per Catalyst-Treiber gedrosselt, AMDs HD-Radeons arbeiten ergo nicht unter Volllast.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon HD 5750 (7)
Messungen: Radeon HD 5750
Bereits die HD 5870, HD 5850 und HD 5770 überzeugten durch ihre exzellent niedrige Leistungsaufnahme - die HD 5750 bildet hier keine Ausnahme: Gerade einmal 17 Watt zieht die Radeon im Leerlauf aus der Steckdose. Unter Last steigt der "Stromverbrauch" auf 62 (Race Driver: Grid) bis 79 Watt (Furmark). Angesichts dieser Werte liegt eine HD 5750 ohne zusätzlichen Stromanschluss im Bereich des Machbaren, des Weiteren liegt die Karte sehr nahe an den von AMD propagierten TDP-Werten (2D: 16 Watt; 3D: 86 Watt).
Hinsichtlich der Lautstärke waren wir etwas enttäuscht: Im 2D-Betrieb erzeugt die Referenzkühlung der HD 5750 bereits 1,6 Sone. Dies ist zwar nicht störend, aus leisen Rechnern jedoch heraus hörbar - hier hat AMD unserer Meinung nach an der falschen Stelle gespart. Dafür dreht der Lüfter unter Last kaum schneller: 1,9 bis 2,3 Sone sind hörbar, aber nicht störend. Angesichts der niedrigen Temperaturen ist eine Drosselung des Propellers unproblematisch, 20 Prozent und damit 0,5 Sone im Leerlauf lassen die GPU rund 50 Grad Celsius warm werden.
Erste Board-Partner-Lösungen - wie die von Sapphire - agieren allerdings insbesondere im 2D-Betrieb deutlich leiser als AMDs Referenzdesign. Mehr erfahren Sie in der Marktübersicht der kommenden PCGH 12/09.
Alle Werte in der Übersicht:
| Radeon HD 5750 | Radeon HD 5770 | Radeon HD 5850 | Radeon HD 5870 | Radeon HD 4890 | Geforce GTX 275 | Geforce GTX 260-216 (55 nm) | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leistungsaufnahme 2D | 17 Watt | 22 Watt | 19 Watt | 20 Watt | 60 Watt | 34 Watt | 29 Watt |
| Leistungsaufnahme 3D (Race Driver Grid) | 62 Watt | 78 Watt | 104 Watt | 128 Watt | 158 Watt | 162 Watt | 121 Watt |
| Leistungsaufnahme 3D (Furmark 1.6.5) | 79 Watt | 102 Watt | 149 Watt | 186 Watt | 226 Watt | 215 Watt | 159 Watt |
| Lautheit 2D (Aero aktiv) | 1,6 Sone | 0,9 Sone | 0,8 Sone | 0,5 Sone | 0,8 Sone | 1,2 Sone | 1,6 Sone |
| Lautheit 3D (Race Driver Grid) | 1,9 Sone | 2,3 Sone | 4,0 Sone | 3,1 Sone | 6,8 Sone | 3,6 Sone | 2,4 Sone |
| Lautheit 3D (Furmark 1.6.5 ) | 2,3 Sone | 2,9 Sone | 4,9 Sone | 6,4 Sone | 8,2 | 4,5 Sone | 3,7 Sone |
| Temperatur 2D (Aero aktiv) | 38 °C | 41 °C | 45 °C | 38 °C | 43 °C | 49 °C | 48 °C |
| Temperatur 3D (Race Driver Grid) | 64 °C | 71 °C | 69 °C | 68 °C | 84 °C | 79 °C | 80 °C |
| Temperatur 3D (Furmark 1.6.5) | 73 °C | 79 °C | 83 °C | 86 °C | 87 °C | 86 °C | 86 °C |
Quelle: PC Games Hardware
Radeon HD 5750 (9)
Radeon HD 5750 im Test: Overclocking
Unser Exemplar der HD 5750 scheint ein besonders gutes zu sein: Mit voller Drehzahl und Zusatzbelüftung sind immerhin 880/2.700 MHz stabil. Dies sind 26 Prozent mehr Chip- und 17 Prozent mehr Speichertakt. In Crysis Warhead steigen die Fps durch Übertaktung daher um rund 20 Prozent:
Bildergalerie
In diesem Artikel
- Seite 1 Radeon HD 5750 im Test - Einleitung, Specs, Leistungsaufnahme, Kühlung und Overclocking
- Seite 2 Radeon HD 5750 im Test - Testsystem und Benchmarkauswahl
- Seite 3 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark Call of Duty: World at War (DirectX 9)
- Seite 4 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark Crysis Warhead (DirectX 10, 64 Bit)
- Seite 5 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark Fallout 3 + HD-Pack (DirectX 9)
- Seite 6 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark Far Cry 2 (DirectX 10)
- Seite 7 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark Grand Theft Auto 4 (GTA IV)
- Seite 8 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark Half Life 2 Episode 2 + CM 9.51 (DirectX 9)
- Seite 9 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark Race Driver GRID (DirectX 9)
- Seite 10 Radeon HD 5750 im Test - Benchmark World of Warcraft: WotLK (DirectX 9)
- Seite 11 Radeon HD 5750 im Test - Fazit
- Seite 12 Bildergalerie
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