Liebe GPU-Hersteller, bitte baut doch diese Grafikkarten! Video-Update [Kommentar]
Der Grafikkarten-Markt erholt sich noch vom Crypto-Boom und die neuen GPU-Generationen hämmern schon längst an der Tür - mit dem High-End und vierstelligen Preisen. Trotz der Energiekrise samt Inflation wäre eine Rückbesinnung auf Preis-Leistungs-Kracher die eine notwendige Wiederbelebungsmaßnahme des Hardware-Markts.
In diesem Artikel
Update: PCGH hat im Nachgang zu diesem Artikel, der sehr viel Anklang gefunden hat, noch ein Video zum Thema veröffentlicht. Die Beschreibung dazu: "Der Grafikkarten-Markt erholt sich noch vom Crypto-Boom und die neuen GPU-Generationen hämmern schon längst an der Tür - mit dem High-End und vierstelligen Preisen. Trotz der Energiekrise samt Inflation wäre eine Rückbesinnung auf Preis-Leistungs-Kracher eine notwendige Wiederbelebungsmaßnahme des Hardware-Markts".
Die Crypto-Miner sind verzogen, aber die Hype-Preise von Grafikkarten sollen bleiben? Das kann nicht angehen. Es kann nicht sein, dass Otto Normalverbraucher zum einfachen Zocken am Rechner für eine Oberklasse-GPU (nicht High-End!) knapp 900 Euro blechen soll, um in den Genuss neuester Technologien zu kommen. Das eigentlich Ärgerliche daran: Diese Politik schadet dem PC-Ökosystem nachhaltig.
Der PC wird es als Plattform schwieriger haben, wenn Konsolen und mobile Geräte ein insgesamt entspannteres, gefühlt günstigeres Erlebnis für den Durchschnittspieler bieten. Was könnte diese Entwicklung abbremsen? Eine faire Preisgestaltung von Grafikkarten, klare, transparent steigende GPU-Namen, genügend Videospeicher, mehr BIOS-Variation mit neuem Effizienz-Fokus, mehr Raytracing-Performance und zukunftsorientierte Anschlüsse - ja, das alles auch samt den neuen Upsampling- und Technologiefortschritten wie der Frame Generation.
Hinweis: Passend zum Thema "Baut doch bitte andere Grafikkarten" haben wir auch einen Quickpoll erstellt, der ein Effizienz-BIOS als Standard für Grafikkarten hinterfragt. Grafikkarten werden tendenziell nicht nur immer teurer, sondern auch stromhungriger - und das, obwohl sie mit leichterem Tuning bereits deutlich effizienter sein können (siehe auch die Stichprobe der Ada-Karten mit Hinblick Watt pro Fps und dem möglichen Spielraum). Daher die Frage an die Community: Was halten Sie von einem Effizienz-BIOS für Grafikkarten, statt dem üblichen, meiner Meinung nach zu lasch genutzten Quiet-Profil? Würden die PCGH-User lieber einige Fps gegen ein starkes Stromsparpaket oder lieber mehr Strom samt Abwärme und Lüfterandrehen für mehr Performance in Kauf nehmen? Oder hat ein Effizienz-Profil keinen Sinn, weil jeder selbst an den Reglern nachjustieren kann? Danke für Ihre Teilnahme am Quickpoll.
Selbst alt ist zu oft überteuert
Man blicke nur auf die Preisschilder bei den neuen Generationen von Nvidia mit Ada Lovelace oder AMDs Radeon RX 7900er-Karten, die aufgerufenen Summen sind salziger als pure Maggi Würze auf der Zunge. Bei AMD gibt es wenigstens bei der Vorgänger-Generation noch faire Angebote, doch bei Nvidias Ampere-GPUs liebkost man unverständlicherweise immer noch im zu teuren Bereich mit einer verwirrenden Zielgruppe herum. Knapp 800 Euro für eine RTX 3080 10 GiB, die auch noch durch zu mickrigen Speicher (zu oft) bei UHD-Auflösung an die Grenzen stößt? Wie wärs mit Nein?
MSI Geforce RTX 3080 10 GiB Gaming Z Trio LHR
Zotac Geforce RTX 4070 Ti 12 GiB Trinity
Zu hoher Preis, zu wenig Speicher, zu hungriger Stromverbrauch - die alten Nvidia-Generationen sind nicht sinnvoll bepreist, wenn die neuen Karten deutlich Attraktiveres liefern (Stichwort: Raytracing-Leistung, DLSS 3.0 und Co.). Und dass auch diese neuen Generationen für die Massen bisher völlig überteuert sind, ist nun wirklich nichts Neues.
Die Kraft kommt aus dem Portemonnaie
Das schärfste Schwert des Konsumenten ist der Mammon - oder weniger geschwollen ausgedrückt: Die Kaufentscheidung bestimmt zentral über vorherrschende Preise mit. GPU-Preise steigen vor allem dann, wenn sie eben auch vom Markt akzeptiert werden. Das heißt im Umkehrschluss: Wenn Sie für eine teure GPU nicht bereit sind, den hohen Preis zu zahlen, dann halten Sie konsequent an der Entscheidung fest, bis Sie wieder ruhigen Gewissens zuschlagen können. Wer jedoch von der Grafikleistung direkt angewiesen ist, besonders im professionellen Bereich, der wird nur bedingt bei dieser Art von Wartespiel teilnehmen können.
Quelle: PC Games Hardware
Preiswert, passen in praktisch jedes Gehäuse und haben genügend Rasterizing-Leistung - nur an Raytracing-Kraft mangelt es den älteren Radeon 6000er-Karten wie der hier zu sehenden Radeon RX 6700.
Als einigermaßen valide und günstigere Alternativen zu Nvidia zählen nicht nur AMDs Radeon RX 6000er-Karten, sondern auch Intels Arc-Reihe. Ja, Intel hat es auch in unserer Redaktion geschafft, sich mit überarbeitetem Treiber zumindest beliebter als noch zum Launch zu machen. In unserem jüngsten Arc-Nachtest sind erfreuliche Fortschritte zu erkennen, die für einen mehr oder weniger "Neueinsteiger" bei Weitem nicht selbstverständlich sind. Preislich wird zudem nicht die 400-Euro-Grenze überschritten, auch nicht mit der Arc A770 Limited Edition mit 16 GiB Videospeicher, die für ca. 380 Euro die praktisch genauso aufgerufene RTX 3060 mit 12 GiB je nach Szenario eindeutig schlagen kann. Die wohl attraktivsten Karten unter oder um 400 Euro für Normalsterbliche sind wohl die Radeon RX 6700 10 GiB respektive 6700 XT mit 12 GiB. Der Punkt ist: Es gibt noch bezahlbare Karten, aber das Gleichgewicht zwischen Einsteiger, Mittelklasse, Oberklasse und High-End hat sich in den vergangenen Jahren grotesk verzogen.
Welche Punkte momentan für (wünschenswerte) Idealkarten wichtig wären, finden Sie auf der zweiten Seite. Dazu gehören unter anderem: faire Preissegmente, klare Nomenklaturen, genügend Videospeicher, mehr BIOS-Variation mit Effizienz statt Quiet-Profilen, zukunftsorientierte Anschlüsse und mehr Raytracing-Performance.

Da spielt ein Haufen Psychologie mit rein und die ist nun mal meist vom Kleinhirn gesteuert.
Das umgeht den Verstand und sagt "haben wollen".
Oder eben auch nicht.
Zu blöd, die Kaufkraft und den Bedarf zu analysieren, den UVP zu hoch angesetzt und schwupps sitzt man auf einem Haufen unverkäuflicher Ware
Das ist seit Ewigkeiten so.