PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafikkarten (Teil 5) - Ati X1000-Reihe
Der PC Games Hardware-Rückblick zeichnet die Entwicklung der Grafikkarten seit dem Durchbruch der Voodoo Graphics von 3Dfx im Jahre 1996 bis heute nach. Wie kam es zum Untergang der 3D-Pioniere und wie wogte der Wettstreit zwischen Ati und Nvidia mal in die eine, mal in die andere Richtung - all dies klärt unsere Rückblicks-Reihe.
Die X1000-Reihe
Im Oktober 2005 war es nach der angesprochenen, sechsmonatigen Verzögerung endlich so weit: Mit der - aufgrund der Verspätung - auf einen Schlag vorgestelltenX1000-Familie. Alle Karten, also die X1300 (Low-Cost), X1600 (Mainstream) und X1800 (High-End) verfügten über komplette Shader-Model-3-Unterstützung (nach der Ati-Auslegung der Spezifikation, Nvidia sah das aufgrund fehlenden Vertex-Texture-Fetches etwas anders...) und, was für Spieler bedeutsamer war, konnten HDR-Rendering mit Multisampling-FSAA kombinieren. Nvidia konnte das bis zur Geforce 8 nicht.
Außerdem trat die X1000-Familie im brandneuen 90-Nanometer-Prozess an, welches trotz sehr komplexer Designs - erstmals seit dem R200 (Radeon 8500) waren die Ati-GPUs komplexer als ihre technologischen Nvidia-Gegenstücke - hohe Taktraten erlaubte. Diese Kombination führte allerdings auch zu großem Leistungshunger und entsprechend geräuschvoller Kühlung.
In Sachen Fps war die Radeon wieder an die Geforce heran und in sehr shaderlastigen und speicherfressenden Spielen überholte sie die Geforce auch des öfteren.Aber auch in Sachen Bildqualität hatten die Kanadier zugelegt. Neben ihrem seit der Radeon 9700 Pro schon ungeschlagenem 6x MSAA verbesserten Sie auch den anisotropen Texturfilter. Die Qualität des Letzteren war seit aus Performance-Gründen bei Nvidia stetig verschlechtert worden und hatte sich unterhalb dessen eingependelt, welches Ati seit dem R300 eingeführt hatte. Mit dem R520 bzw. der SM3-fähigen X1000-Reihe wurde die Qualität nun zumindest optional wieder auf ein Niveau angehoben, welches High-End-GPUs dieser Zeit würdig war.
Nvidia schob im November eine Kleinserie der 7800 GTX mit 512 MiByte VRAM und stark erhöhten Taktraten ein - Verzweiflungstat sagen manche, Machtdemonstration sagen andere. Durch die hohen Takrtaten konnten die (wenigen verfügbaren) 7800 GTX/512 jedenfalls die X1800 in den meisten zeitgenössischen Benchmarks wieder hinter sich lassen. Doch all das half wenig, denn trotz Verspätung des R520 war dessen Refresh, der R580, genau im Zeitplan und mit starken Verbesserungen bei geringen Transistorkosten bereits im Januar/Februar 2006 verfügbar. Neben minimal höheren Taktraten bei der GPU bot das Grafikrechenzentrum der X1900XT(X)-Reihe nun dreimal soviele Shader-ALUs wie die R520 und konnte die Geforce abermals deutlich in die Schranken weisen.
Zu X1600-Zeiten schmerzlich vermisst: Ein schlagkräftiger Mittelklasse-Chips wie der RV570 auf dieser X1650 XT.
Mittelkasse: Zu früh, zu wenig
Das galt allerdings weniger für die Mittelklasse: Zwar fußte die X1600 auf derselben, fortschrittlichen Architektur wie die X1800, bot aber nur sehr wenige Ausführungseinheiten auf. Zwar verfügte der RV530-Chip über immerhin 12 MADD-fähige Shader-ALUs und (ebenfalls: immerhin!) entkoppelte Textureinheiten - derer aber nur vier. Damit hatte die Karte trotz modernerer Architektur einen schweren Stand gegen die 6600 GT, sofern diese ebenfalls mit 256 MiByte ausgestattet war. Die 6600 GT verfügte aber erstens mit nur 90 MHz über eine wesentlich geringere Taktdifferenz zur X1600 XT als bei den Topmodellen (X1800 XT vs 7800 GTX/256: Delta 195 MHz) und außerdem über doppelt soviel Textureinheiten, nämlich acht. ein großes Problem für Ati zu der Zeit: Der angesprochene Refresh, die X1900, war bis in den Herbst 2006 nur im High-End-Bereich verfügbar und zur Cebit enthüllte Nividia die Geforce-7-Reihe im frischen Produktionsprozess in 90 Nanometern.
In diesem Artikel
- Seite 1 PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafikkarten (Teil 5) - Einleitung und Rückblick
- Seite 2 PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafikkarten (Teil 5) - Ati X1000-Reihe
- Seite 3 PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafikkarten (Teil 5) - Nvidia Geforce 7,5
- Seite 4 PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafikkarten (Teil 5) - Geforce 8 und Direct X10
- Seite 5 Bildergalerie
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Sehr interresanter Artikel. ATI und N.Vidia- die ewigen Konkurrenten.
War nicht die X1950XTX die erste karte mit GDDR4 Ram?
Eine 1900XTX hatte schon GDDR4 interessant.
Aber teilweise las es sich wie ein Märchenbuch, da ich nichts mehr von den technischen Details verstanden habe.
Aber die x1800 war im Grunde nen Flop... Zu warm, zu laut und zu stromhungrig. Trotz der etwas schlechteren Bildqualität war hier die 7800GTX die eindeutig besserer Wahl.
Auch hätte man erwähnen können das die Geforce 6 auf Grund des SM3.0 Supports ins späteren Spielen (mit SM3.0 Unterstützung) deutlich besser da stand als die x800 Serie. Wer ne zukunftssichere Grafikkarte wollte hat auch hier zu ner Geforce gegriffen. Ich kenne viele die sich dann wegen ihrere x800 in den Arsch gebissen haben.
Ähnliche Vergleiche könnte man natürlich auch jetzt mit DX10 (Nvidia Geforce 200er) vs DX10.1 (ATi HD4000er) anstellen.