Geforce FX - Aus der Asche... in die Asche

0
Special Carsten Spille Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Grafikchips rechnen schneller als selbst modernste CPUs und verfügen bald über mehr als eine Milliarde Transistoren. PCGH blickt im dritten Teil dieser Serie zurück auf einen langen Weg, den die Pixelbeschleuniger von 2001 bis zu den ersten DX9-Karten zurücklegten.

Geforce F(ön)X
Offiziell stellte Nvidia den Chip zwar bereits am 18. November 2002 vor, außer wahrhaft erstaunlich klingenden technischen Spezifikationen war davon jedoch bis zum Frühjahr kaum etwas zu sehen - rudimentäre Benchmarkfetzen auf einigen Internetseiten einmal ausgenommen. So kam es, dass vor allem Anhand der enormen Taktrate von 500 MHz die Fachwelt im Vorfeld große Stücke auf die Geforce FX hielt. Umso enttäuschter war man jedoch, als die Chips dann endlich kauf- und testbar waren.

Nvidia hatte sich mit der FX viel vorgenommen. Direct X 9 sollte nicht nur erreicht, sondern gar "übererfüllt" werden, eine komplette Produktfamilie von High-End- bis Einsteiger-Bereich, FX5800 Ultra bis FX5200, sollte vorgestellt werden. All dies klappte zwar auch, allerdings, wie bereits angedeutet, mit enormer Verspätung. Schuld daran war der ambitionierte Projektplan, welcher neben großen Neuerungen in der Architektur auch den Wechsel auf den vielversprechenden, aber unerprobten 0,13-Mikrometer-Prozess vorsah. FX5800 und FX5600 nutzten diesen Prozess, die FX5200 musste aufgrund der benötigten höheren Stückzahlen weiterhin mit 0,15-Mikrometer Strukturbreite auskommen. Das der Plan, einen "Family-Launch" durchzuführen, nicht nur aus der Not geboren war, ist keine abwegige Vorstellung (gleiches gilt für die R5xx und R6x-Familie, welche im Mai 2007 debütierte).

Einen Ruf hatte die Geforce FX schnell weg - und keinen guten. Bei einer Live-Präsentation im Giga-Fernsehen stürzte der Demo-Rechner, den Nvidia-Mann Ottmar Knauer mitgebracht hatte, spektakulär mit einem Bluescreen (BSOD) ab. Die FX5800 Ultra gab - nicht nur im TV - im 3D-Betrieb ein markerschütterndes Heulen von sich, was ihrem ungeregelten Radiallüfter und der hohen Hitzeentwicklung von Chip und vor allem dem ebenfalls neuen und unerprobten GDDR2-RAM geschuldet war. Der "Fön" ist nicht nur Dank PCGH-Retro-Video vielen noch ein Begriff. Viel schlimmer aber wog, dass die Geforce FX - und das galt umso stärker für die kleineren Modelle - beim Einsatz der neuen Direct-X-9-Shader in Version 2.0 um Längen hinter die entsprechenden Radeon-Karten zurückfiel - nur bei älteren Spielen, die Multitexturing oder maximal Pixel-Shader 1.x nutzten, konnten die Nvidia-Produkte mithalten.

Gewisse Unregelmäßigkeiten bei der Ausführung von Benchmarks wie dem 3DMark03 kamen ans Licht und die resultierenden, nicht unbegründeten Cheating-Vorwürfe eskalierten in einer wild um sich schlagenden Firma Nvidia, die Sinn und Glaubwürdigkeit des 3DMarks zu beschädigen versuchte. Eine Episode, die die Kalifornier gern vergessen würden.

Bildergalerie

0
  1. Seite 1 Einleitung
  2. Seite 2 Nvidia und Nvidia refreshen, Matrox bringt Parhelia
  3. Seite 3 Radeon 9700 - Die Geburt der GPU
  4. Seite 4 Geforce FX - Aus der Asche... in die Asche
  5. Seite 5 Geforce FX - Erklärungen
  6. Seite 6 Fazit: Die Grafikwelt hat sich verändert
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk