Radeon 9700 - Die Geburt der GPU

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Grafikchips rechnen schneller als selbst modernste CPUs und verfügen bald über mehr als eine Milliarde Transistoren. PCGH blickt im dritten Teil dieser Serie zurück auf einen langen Weg, den die Pixelbeschleuniger von 2001 bis zu den ersten DX9-Karten zurücklegten.

Radeon 9700: Die Geburt der GPU
Nachdem viele Gerüchte bereits im Vorfeld als Unsinn abgetan wurden, überraschte die im September 2002 vorgestellte Radeon 9700 auf Basis der R300-GPU nicht nur viele Beobachter, Fans und Experten, sondern ganz offensichtlich auch Nvidia.
PCGH History: Radeon 9700 Pro Quelle: PC Games Hardware PCGH History: Radeon 9700 Pro
Gefertigt im bewährten, aber für ausgereizt gehaltenen 0,15-Mikrometer-Prozess war der R300 die Basis der Radeon 9500/9700-Reihe und gleichzeitig der erste Grafikchip, der den Namen GPU auch wirklich verdiente. Mit rund 107 Millionen Transistoren war sie nicht nur beinahe doppelt so "schwer", wie die Vorgänger sondern auch über ein Drittel komplexer als Matrox' Parhelia-Chip. Auf diese enorme Anzahl an Schaltungen verteilten sich 256 Datenleitungen zum Speicher, satte vier Vertexshader und volle acht Pixel-Shader mit je einer TMU - damals noch "Pipelines" genannt - und das ganz nebenbei auch noch völlig Direct-X-9-kompliant. Dazu implementierten die Ati-Ingenieure ein optisch hervorragende Ergebnisse lieferndes, gamma-angepasstes Multi-Sampling mit bis zu 6 Samples pro Pixel und einen gegenüber der Radeon 8500 deutlich verbesserten und beinahe ebenso schnellen anisotropen Filter. Trotz alledem und dem (vermeintlich) an die Grenzen getriebenem Fertigungsprozess erreichte man noch einen höheren Chiptakt als Nvidia mit der Geforce 4 Ti 4600.

Die Karte konnte also trotz der Abwesenheit von Direct X 9 bereits zum Launch ihre Stärken in Sachen pfeilschneller Fps bei hoher Bildqualität unter Beweis stellen. Trotz einiger kleinerer Treiberprobleme überschlug sich die Fachpresse (zu Recht) vor Lob und in den Benchmarks ließ der rote Riese die Geforce 4 Ti häufig um ganze Faktoren hinter sich. Die in DX9 vorausgesetzte Fähigkeit, auch in gleitkommagenaue Bildpuffer mit entsprechender Genauigkeit zu rendern und Anweisungsfolgen von 96 und mehr Instruktionen abzuarbeiten, befähigte GPUs erstmals auch Aufgaben, die nicht direkt mit der 3D-Grafik zusammenhingen, zu berechnen. Die moderne GPU war geboren.

Ati schien von diesem Erfolg, der durch die langen Verzögerungen Nvidias, welche mit der neuen FX-Architektur auch gleich auf den neuen 0,13-Mikrometer-Prozess wechseln wollten, noch begünstigt wurde, selbst ein wenig überrascht. Kurz nach dem Topmodell, der Radeon 9700 Pro (325/310 GPU/RAM), schob man die geringfügig niedriger getaktete 9700 (275/270) hinterher und einige Wochen später folgten die stärker abgespeckten Modelle der Radeon-9500-Reihe. Die R9500 Pro glich der 9700, verfügte aber nur über ein 128-Bit-Speicherinterface, während die R9500 zusätzlich auf vier Pixel-Shader und 64 MiByte VRAM begrenzt wurde. Allen Karten lag allerdings noch derselbe R300-Chip zugrunde, den Ati nun auf Produkten mit der großen Preisspanne von 499 bis 179 US-Dollar anbot.

Diese Zeit war auch die Blütezeit von Treiber- und BIOS-Mods, denn häufig ließen sich bestimmte Modelle (L-förmige Speicheranordnung) der Radeon 9500 noch zu 9700ern freischalten (unlocken) und der Spieler konnte so ziemlich viel Geld sparen.

Vor Nvidia - nochmal Ati:
PCGH History: Radeon 9600 Quelle: PC Games Hardware PCGH History: Radeon 9600 Bevor Nvidia überhaupt zu Atem kam und mehr als einige Vorabinformationen über seine neue Geforce-FX-Reihe streuen konnte, kündigten die Kanadier bereits den 380 Megahertz GPU- und 340 MHz RAM-Takt nochmals deutlich beschleunigten Nachfolger auf Basis des immer noch im 0,15-Mikrometer-Prozess gefertigten R350 an. Zudem setzte man die Daumenschrauben auch im Midrange-Bereich an: Der R9600 war ein in fast allen Belangen halbierter R300, der aber schon im moderneren 0,13-Mikrometer-Prozess gefertigt wurde. Dieser sollte die Margen, welche unter den billigen Abverkäufen des großen R300-Chips litten, wieder ins Lot und Gutdünken der Aktionäre befördern.
PCGH History: Radeon 9800 Pro Quelle: PC Games Hardware PCGH History: Radeon 9800 Pro

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Einleitung
  2. Seite 2 Nvidia und Nvidia refreshen, Matrox bringt Parhelia
  3. Seite 3 Radeon 9700 - Die Geburt der GPU
  4. Seite 4 Geforce FX - Aus der Asche... in die Asche
  5. Seite 5 Geforce FX - Erklärungen
  6. Seite 6 Fazit: Die Grafikwelt hat sich verändert
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