Voodoo2 bringt SLI, Voodoo Banshee und Voodoo3

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3dfx Interactive gilt als Musterbeispiel für den schnellen Aufstieg und Fall eines Unternehmens in der PC-Industrie. PC Games Hardware skizziert die faszinierende sechsjährige Geschichte des einstigen 3D-Grafik-Pioniers.

3dfx - Voodoo 2 Quelle: PC Games Hardware 3dfx - Voodoo 2 Voodoo2 bringt SLI
Die in der Zeit mit Sparflamme weiterentwickelten PC-Chips endeten im Frühjahr 1998 vorerst im Voodoo2-Chipsatz, einer sanften Weiterentwicklung des bereits zweijährigen Voodoo Graphics. Mit Neuerungen wie"Single Pass Multitexturing", trilinearem Texturfiltering und einem vollständig in den Chip integrierten Dreieckssetup baute 3dfx den Technikvorsprung auf die Konkurrenz noch etwas aus. Neue Effekte wie Umgebungsreflektionen auf Texturen oder primitives Bump Mapping zogen einmal mehr die Blicke auf sich. Der Voodoo2-Chipsatz taktete dank der Fortschritte in der Halbleitertechnik auch doppelt so schnell (90 MHz) wie der Vorgänger und bestand nun aus einem Pixelprozessor und gleich zwei Texturprozessoren.

Die bereits im Vorgänger integrierte Möglichkeit zum Parallelbetrieb mehrerer Karten wurde mit dem Voodoo2 nun auch im Massenmarkt beworben. Zwei über ein Flachband-Kabel verbundene Voodoo2-PCI-Karten konnten sich die Rendering-Arbeit aufteilen. Im so genannten "SLI"-Betrieb widmete sich eine 3D-Karte den geraden Bildzeilen, die zweite Voodoo2-Karte berechnete die ungeraden Bildzeilen. Während ein einzelner Vodooo2-Chipsatz bei nun maximal möglichen 800x600 Bildpunkten bereits bis zu doppelt so schnell war wie der nächste Verfolger, deklassierte 3dfx den Mitbewerb in der Doppeltraktion ("SLI") um den Faktor drei bis vier. Zur Überraschung mancher gönnte sich rund ein Viertel aller Voodoo2-Käufer gleich ein zu Beginn rund 600 US-Dollar teures Doppelgespann. Die Traumkombination ermöglichte Auflösungen von 1.024x768 Bildpunkten bei sagenhaften 60 Bildern pro Sekunde.

3dfx - Voodoo Banshee Quelle: PC Games Hardware 3dfx - Voodoo Banshee Voodoo Banshee
3dfx, gesegnet mit den Millionen des Börsengangs, verpasste es, rechtzeitig zusätzliche Ingenieure zu rekrutieren, um so parallel mehrere Entwicklungen voranzutreiben. Mit dem Ziel, im umsatzträchtigen OEM-Markt Fuß zu fassen, wurden Ingenieure von der Entwicklung der nächsten Chipgeneration abgezogen, um kurzfristig einen integrierten, preiswerten 2D-/3D-Chipsatz ("Banshee") zu entwickeln. Der Plan misslang. Der Chip erschien schlussendlich im Spätsommer 1998 mit über sechsmonatiger Verspätung und in einem schwer umkämpften Markt. "Ich hätte in eine größere Gruppe Mitarbeiter für die physische Realisierung von Chipdesigns investieren sollen, so dass wir den Voodoo2 und den Banshee zur selben Zeit hätten fertig stellen können", äußerte sich der Ex-CEO Ballard im Nachhinein selbstkritisch.

3dfx - Voodoo 3 Quelle: PC Games Hardware 3dfx - Voodoo 3 Voodoo3
Gerüchteweise kämpfte 3dfx in jener Zeit zudem mit einer Abwanderung von Mitarbeitern, die aus Frustration über Entscheidungen des Managements zum Teil zur Konkurrenz "überliefen". Die Entwicklung der neuen Chipgeneration kam nicht vom Fleck und 3dfx hoffte, weiter mit marginalen Verbesserungen des bestehenden Voodoo-Chipdesigns konkurrenzfähig zu bleiben. Der nur leicht überarbeitete Voodoo3-Chip ("Banshee 2") wurde durch den Wechsel des Geschäftsmodells (3dfx übernimmt die Kartenherstellung selbst) um mehrere Wochen verzögert im Frühjahr 1999 auf den Markt gebracht. 3dfx stand derweil immer mehr in der Kritik. Den 3dfx-Chips fehlten viele Rendering-Fähigkeiten, die bei den Konkurrenten zur Standardausstattung gehörten. Spieleentwickler und viele Kunden wendeten sich vom einstigen 3D-König ab, zumal auch die Leistung der 3dfx-Chips jener der Konkurrenz nicht mehr überlegen war. Praktische Vorteile wie die hohe Spielekompatibilität und die deutlich bessere 16-Bit-Renderingqualität ("22 Bit" dank Post-Filterung) stießen auf wenig Resonanz.
3dfx - Cover-Artwork Voodoo 3 Quelle: PC Games Hardware 3dfx - Cover-Artwork Voodoo 3

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Einleitung, Eine neue Ära beginnt und Kompromisslose Technik
  2. Seite 2 Preissturz, Grundsteinlegung und der Sega-Fehlschlag
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  4. Seite 4 VSA-100, Kauf von Gigapixel und Rekordverluste/Pleite
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