Intel launcht Arc Pro B70 & B65: Der BMG-G31 alias "Big Battlemage" ist da - und teuer
Totgesagte leben länger: Der große Battlemage-Prozessor BMG-G31 kommt nach einer langen Odyssee endlich auf Grafikkarten zum Einsatz - allerdings nicht auf Gaming-Modellen, sondern der neuen Arc Pro B70 und Arc Pro B65. PCGH verrät, was das für Interessenten bedeutet.
Inhaltsverzeichnis
Als sich Intel Ende 2024 mit der Arc B580 und dem BMG-G21-Chip zurückmeldete, ging ein Ruck durch die Zockerwelt. Die erstaunlich effiziente und attraktiv bepreiste Grafikkarte erneuerte Intels Versprechen, mit Arc langfristig am Ball zu bleiben, um sich als dritter Grafikkartenanbieter zu etablieren. Anfang 2025 waren daher alle Blicke auf den großen Bruder gerichtet: den BMG-G31, welcher als Arc B770 oder Arc B780 durch die Gerüchteküche geisterte. Doch er kam nicht. Nun erscheint "Big Battlemage" doch - allerdings nicht als offizielle Gaming-Grafikkarte, sondern in Gestalt der Profi-Modelle Arc Pro B70 und Arc Pro B65.
Arc Pro B70 und Arc Pro B65: Übersicht
Mit der Arc Pro B70 und B65 macht sich Intel bereit, besonders gekonnt auf der KI-Welle mitzusurfen. Füllige Sprachmodelle und Kreativanwendungen mit großen Datenmengen sind der erklärte Einsatzzweck. Um diesen bestmöglich zu bedienen, verfügen beide neuen Intel-Grafikkarten über stolze 32 GiByte Speicher - genauso viel wie eine Geforce RTX 5090 oder Radeon AI Pro R9700. Sehen wir uns die offizielle Präsentation der Arc Pro B70 und B65 an:
Haben Sie den Text unter "Features" gelesen? Dieser unterscheidet sich zwischen Arc Pro B70 und Arc Pro B65, hat aber eine klare Message: Wer sich eine entsprechende Grafikkarte kauft, kann damit jederzeit spielen. Das ist nicht verwunderlich, sondern Standard bei allen Herstellern. Die professionellen Modelle - gemeint sind Grafikkarten, keine reinen Beschleuniger für Datenzentren - sind auf den Pro-Modus getrimmt, mit entsprechenden Funktionen im Treiber sowie technischem Support seitens AMD, Intel und Nvidia. Gaming-Support besteht trotzdem, wie wir unter anderem im Test der Arc Pro B60 erläutern. Spieler können eine Arc Pro somit "zweckentfremden", wenn sie den Gaming-Treiber installieren. Doch lohnt sich das? Sehen wir unter die Haube:
| Intel-Grafikkarten | Arc Pro B70 | Arc Pro B65 | Arc Pro B60 | Arc B580 |
|---|---|---|---|---|
| Marktstart | 25.03.2026 | Mitte April 2026 | 05.09.2025 | 13.12.2024 |
| Architektur | Xe 2 (BMG) | Xe 2 (BMG) | Xe 2 (BMG) | Xe 2 (BMG) |
| GPU-Codename/Konfektion | BMG-G31 WKSTN | BMG-G31 WKSTN | BMG-G21 WKSTN | BMG-G21 |
| Chipgröße (Die) | 368 mm² | 368 mm² | 272 mm² | 272 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 27,7 | 27,7 | 19,6 | 19,6 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | N5 (TSMC) | N5 (TSMC) | N5 (TSMC) | N5 (TSMC) |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 4.096/256/128 | 2.560/160/80 | 2.560/160/80 | 2.560/160/80 |
| Raytracing-Einheiten | 32 | 20 | 20 | 20 |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 256 | 160 | 160 | 160 |
| Level-2-Cache (MiB) | 24 | 18 | 18 | 18 |
| Typ. GPU-Boost-Takt (MHz) | 2.800 | 2.400 | 2.400 | 2.850 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 22,9 | 12,3 | 12,3 | 14,6 |
| Füllrate (Gtex/Gpix pro Sek.) | 716,8/358,4 | 384,0/192,0 | 384,0/192,0 | 456,0/228,0 |
| Multi Frame Generation | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) |
| Treiber-Frame-Generation | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 256 | 192 | 192 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 19,0/9.500 | 19,0/9.500 | 19,0/9.500 | 19,0/9.500 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 608 | 608 | 456 | 456 |
| Speicherkapazität (MiB) | 32.768 | 32.768 | 24.576 | 12.288 |
| PCI-Express-Anbindung | 5.0 ×16 | 5.0 ×16 | 5.0 ×8 | 4.0 ×8 |
| Stromanschlüsse | 1× 8-Pol* | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme | 230 Watt* | 200 Watt | 200 Watt | 190 Watt |
| Display-Konnektivität | 4× DP 2.1 (UHBR13.5) | 4× DP 2.1 (UHBR13.5) | 4× DP 2.1 (UHBR13.5) | DP 2.1 (UHBR13.5), HDMI 2.1 |
| Video-Decoding | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 |
| Video-Encoding | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 |
*Spezifikation der Intel-Referenzkarte. Boardpartner-Modelle können zwischen 160 und 290 Watt spezifiziert werden.
Die Arc Pro B70 verfügt über den Vollausbau des BMG-G31, die Arc Pro B65 wird deutlich beschnitten. Letztere ähnelt stark der Arc Pro B60 auf Basis des BMG-G21, allerdings mit zwei gewichtigen Unterschieden: G31 und somit die B65 können über 32 GiByte Speicher sowie eine volle PCIe-Anbindung gemäß 5.0-×16-Standard verfügen. Somit ist bereits die Arc Pro B65 in der Lage, die größten Sprachmodelle zu stemmen, allerdings stagniert die Rechenleistung gegenüber der Arc Pro B60. Die B70 ist mit rund 86 Prozent mehr Rechenleistung gegenüber der B65 deutlich potenter. Auch Spieler dürfen hier hellhörig werden, wie der folgende Vergleich zeigt:
| Grafikkarten (Gaming-Fokus) | Arc Pro B70 | Arc B580 | Radeon RX 9060 XT 16GB | Geforce RTX 5060 Ti 16GB |
|---|---|---|---|---|
| Marktstart | 25.03.2026 | 13.12.2024 | 05.06.2025 | 16.04.2025 |
| Architektur | Xe 2 (BMG) | Xe 2 (BMG) | RDNA 4 | RTX Blackwell |
| GPU-Codename/Konfektion | BMG-G31 WKSTN | BMG-G21 | Navi 44 XT | GB206-300 |
| Chipgröße (Die) | 368 mm² | 272 mm² | 199 mm² | 181 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mrd.) | 27,7 | 19,6 | 29,7 | 21,9 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | N5 (TSMC) | N5 (TSMC) | N4P (TSMC) | 4N (TSMC) |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 4.096/256/128 | 2.560/160/80 | 2.048/128/64 | 4.608/144/48 |
| Raytracing-Einheiten | 32 | 20 | 32 | 36 |
| Matrix-Einheiten („AI-Cores”) | 256 | 160 | 64 | 144 |
| Level-2-Cache (MiB) | 24 | 18 | 4 | 32 |
| Level-3-Cache (MiB) | – | – | 32 | – |
| Typ. GPU-Boost-Takt (MHz) | 2.800 | 2.850 | 3.110 | 2.720 |
| FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) | 22,9 | 14,6 | 51,0 | 25,1 |
| FP32-Leistung ALUs (TFLOPS) | 22,9 | 14,6 | 25,5 | 25,1 |
| Füllrate (Gtex/Gpix pro Sek.) | 716,8/358,4 | 456,0/228,0 | 398,1/199,0 | 391,7/130,6 |
| Multi Frame Generation | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) | Nein | Ja (bis zu 3 KI-Bilder) |
| Treiber-Frame-Generation | Nein | Nein | Ja (1 Zwischenbild) | Ja (1 Zwischenbild) |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 192 | 128 | 128 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 19,0/9.500 | 19,0/9.500 | 20,0/10.008 | 28,0/14.001 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR7 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 608 | 456 | 320 | 448 |
| Speicherkapazität (MiB) | 32.768 | 12.288 | 16.384 | 16.384 |
| PCI-Express-Anbindung | 5.0 ×16 | 4.0 ×8 | 5.0 ×16 | 5.0 ×8 |
| Stromanschlüsse | 1× 8-Pol* | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol |
| Leistungsaufnahme | 230 Watt* | 190 Watt | 160 Watt | 180 Watt |
| Display-Konnektivität | 4× DP 2.1 (UHBR13.5) | DP 2.1 (UHBR13.5), HDMI 2.1 | DP 2.1a (UHBR13.5), HDMI 2.1b | DP 2.1b (UHBR20), HDMI 2.1b |
| Video-Decoding | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | H.264/H.265/AV1 |
| Video-Encoding | VP9/H.264/H.265/AV1 | VP9/H.264/H.265/AV1 | H.264/H.265/AV1 | H.264/H.265/AV1 |
*Spezifikation der Intel-Referenzkarte. Boardpartner-Modelle können zwischen 160 und 290 Watt spezifiziert werden.
Gegenüber der bislang schnellsten Intel-Gaming-Grafikkarte, der Arc B580, legt die Arc Pro B70 deutlich zu. Ein Plus von 57 Prozent Rechenleistung und 33 Prozent aufseiten des Speicherdurchsatzes sowie der Kapazität stehen im Datenblatt. Wie deutlich sich der BMG-G31 in üblichen Workloads vom BMG-G21 absetzen kann, werden unabhängige Tests zeigen müssen. Die Intel-Präsentation der neuen Pro-Grafikkarten enthält einige Benchmarks, welche auch die Multi-GPU-Eignung ins Rampenlicht stellen:
Den besten Ausblick auf die Leistung liefert der erste Benchmark. Hier kann sich die Arc Pro B70 um bestenfalls 69 Prozent von der B60 absetzen (bei +86 Prozent roher Rechenleistung). Klammert man den Ausreißer aus der Berechnung aus, steht ein mittleres Performance-Plus von 50 Prozent im Raum. In Ermangelung von Testmustern nutzen wir diesen sehr groben (!) Anhaltspunkt für eine erste Performance-Prognose. Was leistet eine Arc Pro B70 beim Gaming? Hierbei gibt es zwei Szenarien:
Wie Sie sehen, hat Intel hier zweifellos einen Kontrahenten für die Radeon RX 9060 XT 16GB und Geforce RTX 5060 Ti 16GB in petto. Beide Grafikkarten werden mit großer Wahrscheinlichkeit geschlagen - wie deutlich, hängt von der Skalierung des G31 und der Treiberqualität ab. Falls der L2-Cache nur 24 MiB groß ist [Update: mittlerweile durch Intel bestätigt] und weitere Hemmfaktoren, wie ein partielles CPU-Limit, zusammenkommen, sind auch Ergebnisse unterhalb von 50 Prozent möglich. Wir gehen jedoch davon aus, dass die B70 unter Volllast mehr als 50 Prozent gegenüber der B60 zulegen wird. Wir werden diese Einschätzung schnellstmöglich mithilfe der PCGH-Benchmark-Suite überprüfen, derzeit liegt uns jedoch weder ein Muster, noch eine Bestätigung dafür vor. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass Gaming-Tests nicht im Fokus stehen, sodass zunächst nur Workstation-affine Medien mit Samples bedacht werden.
Intel Arc Pro B70 & B65: Zwischenfazit
Die Arc Pro B70 startet heute zum offiziellen Preis von 949 US-Dollar; das entspricht hierzulande inklusive Mehrwertsteuer rund 975 Euro. Die kleinere Arc Pro B65 wird Richtung Mitte April erscheinen, derzeit ohne Preisangabe (wir rechnen mit ungefähr 700 USD). Möglicherweise fragen Sie sich bis hierhin, weshalb Intel die Arc Pro B70 und B65 als Arbeitstiere positioniert und das Gaming-Segment außen vor lässt. Ursächlich ist, wie könnte es anders sein, die Speicherkrise. Ähnlich wie Nvidia bezüglich des RTX-5000-Refreshes dürfte auch Intel die Möglichkeiten geprüft und durchgerechnet haben - mit dem bedauerlichen Ergebnis, dass sich neue Gaming-Grafikkarten bei den horrenden Speicherpreisen nicht lohnen. Anders sieht das im professionellen Segment aus, denn die dortige Kundschaft ist hohe Preise gewohnt und außerdem gewillt, für entsprechende Hardware-Eigenschaften sowie technischen Support zu zahlen. So kommt es, dass die Arc Pro B70 und Arc Pro B65 trotz der mutmaßlich teuren 32 GiByte GDDR6 Sinn ergeben, während eine "Arc B770" mit 16 GiByte für höchstens 400 Euro kaum wirtschaftlich wäre. Falls sich die Lage am Speichermarkt entspannt, kann sich das ändern. Bis dahin können Interessenten zur Arc Pro B70 greifen und diese in Spielen ausfahren - wir sind sehr gespannt auf die ersten Ergebnisse.
Intel Arc Pro B70 & B65
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Das schmälert die Performance-Prognose minimal, aber so sehr dürfte G31 nicht an der Transferrate hängen.
MfG
Raff
MfG
Raff
MfG
Raff
Beim G21 steht da dann 18MB ... sollte sich also auf den L2$ beziehen.