Nvidia: Output der RTX-4000-Reihe soll mutwillig gering gehalten werden
Nvidia soll absichtlich wenige RTX-4000-Modelle auf den Markt bringen, um die verbliebenen RTX-3000-Chips abverkaufen zu können. Lesen Sie daher im Folgenden, welche Maßnahmen der Hersteller dafür ergriffen hat und welche Alternativen sich Ihnen auf dem aktuellen Markt bieten.
Seit wenigen Tagen ist Nvidias neue Geforce RTX 4070 nun erhältlich. Die Grafikkarte arbeitet ungefähr auf einem Level mit Nvidias eigener Geforce RTX 3080 und AMDs Radeon RX 6800XT. Durch die Nutzung von DLSS 3.0 können diese beiden Modelle aber deutlich geschlagen werden und auch der Stromverbrauch liegt mit durchschnittlich 185 Watt in erfreulich niedrigen Regionen. Die Preise für die RTX 4070 beginnen im PCGH-Preisvergleich bei 639 Euro und damit ca. 100 weniger als die RTX 3080.
Damit ist die RTX 4070 zumindest in der Nvidia-Blase eine sehr gute Grafikkarte, die der RTX 3080 jederzeit vorzuziehen ist. Doch Nvidia selbst weiß um dieses Problem und hat daher keinen dringenden Bedarf, die neue Grafikkarte in großer Stückzahl auf den Markt zu geben. Berichten von Service-Unternehmen, die mit dem Grafikkartenhersteller zusammenarbeiten, zu Folge versucht Nvidia lieber weiterhin, die verbliebenen RTX-3000-Modelle über seine Partner abzuverkaufen.
Diese sind in jeder Hinsicht unterlegen und "Last-Gen-Produkte", die nur empfohlen werden könnten, wenn Nvidia die Preise deutlich anpassen würde. Das ist nicht im Interesse des Unternehmens und daher sitzt man die kleineren neuen Chips wie AD106 und AD107 für den Desktop-Markt lieber weiterhin aus. Nvidia müsste bereits jetzt Fertigungskapazitäten bei Silicon Precision Industries (SPIL) und King Yuan Electronics (KYEC) buchen, um die neuen Grafikkarten in ausreichender Stückzahl im dritten Quartal 2023 bauen zu können.
Stattdessen scheint der Hersteller die bestellten Wafer von TSMC auf Lager zu halten und den Output zu reduzieren, um die Preise nicht absenken zu müssen. Die Nachfrage der bisherigen RTX-4000-Modelle ist weiterhin eher verhalten, obwohl die Grafikkarten - ohne Berücksichtigung des Preises - sehr gut gelungen sind. Für Spieler bleiben daher drei Alternativen zum Neukauf einer Nvidia-Grafikkarte der oberen Mittelklasse.
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Sie können eine gebrauchte Grafikkarte der RTX-3000-Reihe kaufen, mit der unter Umständen für Monate oder Jahre Kryptowährungen geschürft wurden und die über keine Garantie mehr verfügt. Alternativ können AMDs Produkte in Betracht gezogen werden. Vor allem die Radeon RX 6800XT, die es ab 569 Euro gibt, punktet mit guter Preis-Leistung und dank des Fine-Wine-Effekts und ausgereiften Treibern kann sie sich sogar im Leistungsindex vor die RTX 4070 setzen und mit 16 GiB Grafikspeicher punkten. Für 829 Euro gibt es dagegen die Radeon RX 7900XT mit dem ca. gleichen Preis-Leistungs-Verhältnis der Geforce, aber deutlich höherer Leistung.
Quelle: Toms Hardware


Aber da bisher alle 4000er Karten mit GDDR6X bestückt sind, ist der Flaschenhals hier NVIDIA, weil die Grafikkarten-Hersteller GPU und Speicher von NVIDIA abnehmen müssen. D.h. die Hersteller profitieren einerseits nicht von den gesunkenen Preisen, gleichzeitig positioniert NVIDIA die FE-Modelle immer aggressiver gegenüber den Custom-Modellen. Sehr clever, wenn man die Board-Partner irgendwann mal loswerden will.
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AMD und NVIDIA werden noch eine Weile auf dem aktuellen Prozess bleiben. Mit 3N kann man bei den aktuellen Preisen und der Apple-Nachfrage anscheinend keinen Blumentopf gewinnen. Immerhin werden Kapazitäten auf den älteren Nodes frei. Und so wie der PC-Markt eingebrochen ist, könnte das TSMC auch zu Preissenkungen veranlassen. Weil Unterauslastung ist ungeil.
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Das könnte für die nächste Generation Hoffnung machen, aber der letzte Satz sollte die Hoffnung klein halten, denn auch TSMC reduziert geplante Kapazitäten um die Preise halten zu können.
Die Zeiten der RX570 Preise sind vorbei, das gibt die Lieferkette nicht mehr her.
Natürlich braucht man nicht von früheren Preisen zu phantasieren, aber es wären sicher deutlich andere Preise möglich, wenn man in der Lieferkette nicht zwei Monopolisten hätte, die ihre marktbeherrschende Situation in Marge umsetzen. Und das sind TSMC und NVIDIA.
Von daher ist es schon grotesk, dass ein wichtiger Zulieferer wie Micron sich gerade in der vielleicht größten Krise seiner Firmengeschichte befindet und Rekordverluste einfährt, während sich NVIDIA wieder auf seine vergoldete Zielmarke von 65% Bruttomarge hocharbeitet.
Dass die Bilanz bei NV momentan nicht gut aussieht ist klar, Mining ist eingebrochen und der PC Absatz im Sturzflug.
Der Einzelverkauf von Grafikkarten kann das sowieso nicht ausgleichen. Und NV, AMD und auch Intel stehen vor dem Problem, dass Preissenkungen hart auf die eigenen Margen gehen werden, aus denen die Entwicklung der kommenden Generationen bezahlt werden, da in der Produktion momentan noch keine Kostenkürzungen zu realisieren sind. Abgesehen davon wäre es für den Gesamtmarkt fast egal, wenn die UVP um 20% fällt. Das würde zwar für uns hier einen Unterschied machen, aber für die Allgemeinheit ist eine 500 Euro Grafikkarte genauso zu teuer wie eine 620 Euro Karte und die 1200 Euro ist genauso zu teuer wir die für 1500.
Die Zeiten der RX570 Preise sind vorbei, das gibt die Lieferkette nicht mehr her.