GPU-Chiplets: Neues AMD-Patent zu aktivem Bridge-Design mit integriertem Cache

66
News Norman Wittkopf Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Blockdiagramm zur Veranschaulichung eines Verarbeitungssystems, das passive Crosslinks mit hoher Bandbreite zur Kopplung von GPU-Chiplets verwendet.
Quelle: AMD / freepatentsonline.com

Ein neues Patent gibt einen möglichen Ausblick auf das von den Ryzen-CPUs bekannte Chiplet-Design bei GPUs für kommende AMD-Grafikkartengenerationen.

Bereits Anfang des Jahres war ein AMD-Patent zu breitbandig verbundenen GPU-Chiplets aufgetaucht und nun ist unter dem Titel "Active Bridge Chiplet with integrated Cache" eine weitere Schutzschrift zu dem Thema auf freepatentsonline.com erschienen. Darin wird ein ganzes Chiplet-Array beschrieben und wie es mit der CPU und einem einzelnen GPU-Chiplet als aktive Bridge verbunden ist, die einen integrierten Cache aufweisen soll. Laut Einschätzung von Videocardz.com stellt das Ganze dabei "eine wesentliche Verbesserung" gegenüber dem letzten Patent dar, das noch eine passive Brücke zwischen den Chiplets vorsieht.

GPU-Chiplet als Active-Bridge-Cache

Demnach würde das aktive Bridge-Chiplet dabei als Die-to-Die-Interconnect mit hoher Bandbreite zwischen den GPU-Chiplet-Dies dienen, während es auch als eine Art Speicherquerverstrebung ("memory crossbar") mit einem gemeinsamen, vereinheitlichten Last-Level-Cache (LLC) arbeiten würde. Dieser würde wiederum die Inter-Chiplet-Kommunikation ermöglichen und Chiplet-übergreifende Synchronisationssignale weiterleiten. Mit dem LLC ist in diesem Fall der L3-Cache gemeint, der in der aktuellen RDNA2-Architektur als "Infinity Cache" bezeichnet wird.

AMD erklärt in dem Patent, dass jegliche Inter-Chiplet-Kommunikation über das aktive Bridge-Chiplet geleitet würde, das für den Zugriff auf Speicherkanäle auf einzelnen GPU-Chiplets erforderlich wäre. Darüber hinaus würde sich der gesamte Active-Bridge-Cache ähnlich wie ein monolithischer GPU-Cache verhalten, statt auf einzelne Chiplet-Caches zu setzen: Der Speicher wäre als ein einziges Register adressierbar, was dafür sorgen würde, dass aus Sicht der Software-Entwickler keine Chiplet-spezifischen Überlegungen notwendig sind.

Bildergalerie

Chiplet-Design auch bald für Gaming-Grafikkarten?

Laut Videocardz.com bestätigen die Patente, dass AMD bestrebt ist, GPU-Chiplet-Designs auf den Markt zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt sei aber noch unklar, ob sich die Patente auf Computing-Architekturen wie CDNA oder auf die spieleorientierte RDNA-Architektur beziehen. Die Übernahme von Chiplet-Designs in eine traditionelle Grafik-Rendering-Pipeline sei dabei eine komplexe Aufgabe, die bisher noch nicht erreicht wurde.

Derweil gebe es hier keine Probleme im Bezug auf CPU-Chiplet-Designs oder sogar GPU-Chiplets für GPGPUs wie Instinct MI200, Intels Xe-HP(C) oder Nvidias GH100 ("Hopper"), die auf absehbare Zeit allesamt die ersten GPU-Chiplet-Architekturen der Branche sein sollen, aber eben für professionelle Anwendungen. AMDs aktuelles Active-Bridge-Chiplet-Patent könnte sich daher dementsprechend erst auf deren Nachfolger beziehen.

66
    • Kommentare (66)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von owned139
        Seh ich anders. Habe es selbst mal getestet und OBS unterstützt das eigentlich auch. Habe jetzt nicht in Erinnerung, dass es da irgendwelche Probleme gab und die Qualität ist auch ziemlich gut.
        Allerdings auch etwas umständlich, extra einen zweiten Monitor anzuschließen, damit parallel die iGPU und damit QuickSync läuft, von dem man dann gar keinen Vorteil mehr hat.

        (Oder geht das inzwischen ohne aktive Ausgabe am Mainboard-Grafikausgang? Kann gut sein, dass ich da nicht auf dem aktuellen Stand bin.)

        Zitat von owned139
        Steht den Hardware Encodern der GPU in nichts nach, allerdings ist diese Info 3 Jahre alt. Vielleicht hat sich das mittlerweile geändert.
        QuickSync war eigentlich schon immer hintenan, aber in der Praxis hängt es sicher davon ab, in welcher Qualität man überhaupt streamen will. Und klar, nicht jeder streamt grafiklastige Titel oder überhaupt Spiele. Für schnell mal etwas encoden geht das schon.

        Mir geht's eher um den Regelfall: Gestreamt wird die Daddelei, die dGPU ist also ohnehin eingebaut, deren Enoder ist leistungsfähiger, also kann man den auch gleich nehmen.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von owned139
        Seh ich anders. Habe es selbst mal getestet und OBS unterstützt das eigentlich auch. Habe jetzt nicht in Erinnerung, dass es da irgendwelche Probleme gab und die Qualität ist auch ziemlich gut.
        Allerdings auch etwas umständlich, extra einen zweiten Monitor anzuschließen, damit parallel die iGPU und damit QuickSync läuft, von dem man dann gar keinen Vorteil mehr hat.

        (Oder geht das inzwischen ohne aktive Ausgabe am Mainboard-Grafikausgang? Kann gut sein, dass ich da nicht auf dem aktuellen Stand bin.)

        Zitat von owned139
        Steht den Hardware Encodern der GPU in nichts nach, allerdings ist diese Info 3 Jahre alt. Vielleicht hat sich das mittlerweile geändert.
        QuickSync war eigentlich schon immer hintenan, aber in der Praxis hängt es sicher davon ab, in welcher Qualität man überhaupt streamen will. Und klar, nicht jeder streamt grafiklastige Titel oder überhaupt Spiele. Für schnell mal etwas encoden geht das schon.

        Mir geht's eher um den Regelfall: Gestreamt wird die Daddelei, die dGPU ist also ohnehin eingebaut, deren Enoder ist leistungsfähiger, also kann man den auch gleich nehmen.
      • Von owned139 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Mahoy
        Wenn an spielt und streamt, hat man in aller Regel eine dGPU, die Encoding in Hardware bereitstellt und höhere Bitraten bei besserer Kompression und Bildqualität erreicht. QuickSync ist dann eher entbehrlich.
        Ging ja nur darum eine Alternative zu erwähnen. Aussage war, dass viele über die CPU streamen, wass mit QS möglich ist. Siehe zitierten Post.

        Zitat von Mahoy
        Ganz davon zu schweigen, dass Gaming mit Intels iGPU in den meisten Titeln nicht gerade das Höchste der Gefühle ist. Was dabei rauskommt, möchte man in aller Regel nicht erleben, geschweige denn streamen.
        Bin eher davon ausgegangen, dass man eine dedizierte GPU zum spielen nutzt und die iGPU dann zum streamen.
        Auf der iGPU zocken und streamen klingt sehr abenteuerlich
        Wer würde auf so eine Idee kommen?

        Zitat von Mahoy
        Ich weiß, dass man mit ein wenig Getrickse auch QuickSync parallel nutzen kann. Das sorgt allerdings in etlichen Anwendungen für neue Probleme und ist angesichts der leistungsfähigeren Hardware-Encoder in der dGPU (siehe oben) ohnehin nicht empfehlenswert.
        Seh ich anders. Habe es selbst mal getestet und OBS unterstützt das eigentlich auch. Habe jetzt nicht in Erinnerung, dass es da irgendwelche Probleme gab und die Qualität ist auch ziemlich gut. Steht den Hardware Encodern der GPU in nichts nach, allerdings ist diese Info 3 Jahre alt. Vielleicht hat sich das mittlerweile geändert.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von owned139
        Intel Quick Sync regelt.
        Wenn an spielt und streamt, hat man in aller Regel eine dGPU, die Encoding in Hardware bereitstellt und höhere Bitraten bei besserer Kompression und Bildqualität erreicht. QuickSync ist dann eher entbehrlich.

        Ganz davon zu schweigen, dass Gaming mit Intels iGPU in den meisten Titeln nicht gerade das Höchste der Gefühle ist. Was dabei rauskommt, möchte man in aller Regel nicht erleben, geschweige denn streamen.

        Ich weiß, dass man mit ein wenig Getrickse auch QuickSync parallel nutzen kann. Das sorgt allerdings in etlichen Anwendungen für neue Probleme und ist angesichts der leistungsfähigeren Hardware-Encoder in der dGPU (siehe oben) ohnehin nicht empfehlenswert.
      • Von owned139 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Nebulus07
        Stimmt nur teilweise.... Viele streamen über die CPU... Und es spricht nichts dagegen das mal zu benchmarken...
        Intel Quick Sync regelt.
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von derneuemann
        Benchmarks egal welcher Seite muss man immer für sich selber einschätzen. Aber dann immer irgendwelche Andeutungen das eine Absicht dahinter steckt... für mich echt überflüssig.

        Wollte ich nicht andeuten, man könnte es zwar tun und ich hätte durchaus erwartet, dass dies deutlich intensiver diskutiert wird.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk