GPU-Chiplets: Neues AMD-Patent zu aktivem Bridge-Design mit integriertem Cache
Ein neues Patent gibt einen möglichen Ausblick auf das von den Ryzen-CPUs bekannte Chiplet-Design bei GPUs für kommende AMD-Grafikkartengenerationen.
Bereits Anfang des Jahres war ein AMD-Patent zu breitbandig verbundenen GPU-Chiplets aufgetaucht und nun ist unter dem Titel "Active Bridge Chiplet with integrated Cache" eine weitere Schutzschrift zu dem Thema auf freepatentsonline.com erschienen. Darin wird ein ganzes Chiplet-Array beschrieben und wie es mit der CPU und einem einzelnen GPU-Chiplet als aktive Bridge verbunden ist, die einen integrierten Cache aufweisen soll. Laut Einschätzung von Videocardz.com stellt das Ganze dabei "eine wesentliche Verbesserung" gegenüber dem letzten Patent dar, das noch eine passive Brücke zwischen den Chiplets vorsieht.
GPU-Chiplet als Active-Bridge-Cache
Demnach würde das aktive Bridge-Chiplet dabei als Die-to-Die-Interconnect mit hoher Bandbreite zwischen den GPU-Chiplet-Dies dienen, während es auch als eine Art Speicherquerverstrebung ("memory crossbar") mit einem gemeinsamen, vereinheitlichten Last-Level-Cache (LLC) arbeiten würde. Dieser würde wiederum die Inter-Chiplet-Kommunikation ermöglichen und Chiplet-übergreifende Synchronisationssignale weiterleiten. Mit dem LLC ist in diesem Fall der L3-Cache gemeint, der in der aktuellen RDNA2-Architektur als "Infinity Cache" bezeichnet wird.
AMD erklärt in dem Patent, dass jegliche Inter-Chiplet-Kommunikation über das aktive Bridge-Chiplet geleitet würde, das für den Zugriff auf Speicherkanäle auf einzelnen GPU-Chiplets erforderlich wäre. Darüber hinaus würde sich der gesamte Active-Bridge-Cache ähnlich wie ein monolithischer GPU-Cache verhalten, statt auf einzelne Chiplet-Caches zu setzen: Der Speicher wäre als ein einziges Register adressierbar, was dafür sorgen würde, dass aus Sicht der Software-Entwickler keine Chiplet-spezifischen Überlegungen notwendig sind.
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Chiplet-Design auch bald für Gaming-Grafikkarten?
Laut Videocardz.com bestätigen die Patente, dass AMD bestrebt ist, GPU-Chiplet-Designs auf den Markt zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt sei aber noch unklar, ob sich die Patente auf Computing-Architekturen wie CDNA oder auf die spieleorientierte RDNA-Architektur beziehen. Die Übernahme von Chiplet-Designs in eine traditionelle Grafik-Rendering-Pipeline sei dabei eine komplexe Aufgabe, die bisher noch nicht erreicht wurde.
Derweil gebe es hier keine Probleme im Bezug auf CPU-Chiplet-Designs oder sogar GPU-Chiplets für GPGPUs wie Instinct MI200, Intels Xe-HP(C) oder Nvidias GH100 ("Hopper"), die auf absehbare Zeit allesamt die ersten GPU-Chiplet-Architekturen der Branche sein sollen, aber eben für professionelle Anwendungen. AMDs aktuelles Active-Bridge-Chiplet-Patent könnte sich daher dementsprechend erst auf deren Nachfolger beziehen.


(Oder geht das inzwischen ohne aktive Ausgabe am Mainboard-Grafikausgang? Kann gut sein, dass ich da nicht auf dem aktuellen Stand bin.)
Mir geht's eher um den Regelfall: Gestreamt wird die Daddelei, die dGPU ist also ohnehin eingebaut, deren Enoder ist leistungsfähiger, also kann man den auch gleich nehmen.
Auf der iGPU zocken und streamen klingt sehr abenteuerlich
Wer würde auf so eine Idee kommen?
Ganz davon zu schweigen, dass Gaming mit Intels iGPU in den meisten Titeln nicht gerade das Höchste der Gefühle ist. Was dabei rauskommt, möchte man in aller Regel nicht erleben, geschweige denn streamen.
Ich weiß, dass man mit ein wenig Getrickse auch QuickSync parallel nutzen kann. Das sorgt allerdings in etlichen Anwendungen für neue Probleme und ist angesichts der leistungsfähigeren Hardware-Encoder in der dGPU (siehe oben) ohnehin nicht empfehlenswert.