Downsampling im GPU-Index 2018: Was spricht dafür? Der Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
PCGH-Leser Robert S. hat den Artikel "GPU-Benchmarks 2018" in der PCGH-Ausgabe 02/2018 gelesen und gesehen, dass beim Rollenspiel Elex 150 % Auflösungsskalierung genutzt wird. Warum hat sich PCGH dafür entschieden?
Der Leserbrief:
"Ich halte es für suboptimal, dass ihr bei den Benchmark-Einstellungen für Elex Down-sampling (Auflösungsskalierung von 150 %) verwendet und zwar aus mehreren Gründen.
Die meisten Leser schauen sich vermutlich nicht genau an, in welchen Detaileinstellungen ihr testet, sondern gehen einfach von "Max" bei der genannten Auflösung aus. Nun nutzt ihr aber Downsampling, das heißt es wird intern mit einer viel höheren Auflösung gerechnet und so der Anschein erweckt, Elex brauche eine viel potentere Hardware als es der Fall ist.
Im konkreten Fall wird der Anschein erweckt, dass man, um Elex in 1080p flüssig mit über 60 Fps spielen zu können, eine GTX 1080 Ti benötige. Die von mir genutzte GTX 970 liefere dagegen im Schnitt nur knapp 27 Fps. Fakt ist aber, dass ich das Spiel auf maximaler Detailstufe mit konstant 50-60 Fps spielen kann - nur eben ohne Downsampling/Auflösungsskalierung.
Der geneigte Leser wird in die Irre geführt: Er denkt, er bekomme Messwerte für 1080p, was aber de facto nicht der Fall ist. Das ist umso schlimmer, da viele sicher (wie ich) eure Benchmarks auch nutzen, um auf ein gewisses Spiel hin aufzurüsten, was somit leicht zu einer falschen Kaufentscheidung führen könnte.
Zudem ist auch überhaupt nicht nachvollziehbar, warum gerade eine Auflösungsskalierung von 150 % gewählt wurde. Warum nicht gleich 200 %? Oder warum nicht 80 %, um in UHD spielbare Fps zu erhalten?
Generell halte ich die Verwendung der Auflösungsskalierung in Elex für (aktuell) recht praxisfern. Denn der geneigte PCGH-Leser hat doch meist ein recht ausgewogenes System, sprich die Grafikkarte passt einigermaßen zur Auflösung des Bildschirms. Wer bitteschön nutzt eine 1080 Ti oder RX Vega 64 LCE zusammen mit einem 1080p-Bildschirm, für den diese Auflösungs-skalierung dann infrage käme? Und andersherum, wer einen WQHD- oder UHD-Monitor hat, wird wohl kaum 150 % Downsampling verwenden, da seine Grafikkarte schon genug schwitzt und kaum flüssige Bildraten liefert - da wäre dann eher Upscaling (Auflösungsskalierung <100%) eine praxisnahe Einstellung.
Ich habe nichts gegen fordernde Benchmark-Szenen, die von mir aus auch den Worst Case im Spiel abbilden dürfen, aber ich denke, die Verwendung von Downsampling für Standard-Benchmarks geht einen Schritt zu weit"
Die Antwort von Raffael Vötter (Fachbereich Grafikkarten):
"Der neue, in der PCGH 02/2018 präsentierte Parcours legt den Grundstein für die GPU-Tests 2018 und muss daher - wie ein neuer 3D Mark - anspruchsvoll sein. Das ist notwendig, um bei künftigen, schnelleren Grafikkarten nicht sofort wieder in ein CPU-Limit zu stoßen, das die Leistungsbewertung der Grafikkarten verfälscht. Der alte Parcours hatte dieses Problem gegen Ende in einigen Spielen - Ende 2016 war aber, wie geplant, alles grafiklimitiert.
Wir standen daher auch bei der neuen Aufstellung bei einigen Spielen vor der Wahl, entweder maskierte Werte im CPU-Limit zu erstellen, oder aber valide Ergebnisse, welche die Unterschiede zwischen den Grafikkarten aufzeigen. Das geht nur mithilfe von Ingame-SSAA alias "Downsampling", das praktischerweise mittlerweile viele Titel anbieten. Unsere Messlatte stellt stets die zum Testzeitpunkt schnellste Grafikkarte dar, in diesem Fall die Titan Xp. Mit ihr prüfen wir das Prozessorlimit der Spiele und justieren die Einstellungen so, dass diese GPU stets ausgelastet ist. Damit nicht genug, es muss darüber hinaus ein Puffer bestehen, um noch schnellere Grafikkarten abzubilden.
Würden wir das nicht berücksichtigen, wäre das zwar praxisnah - Full HD ist nun mal eine eher CPU-lastige Angelegenheit -, würde den Sinn des Leistungsindex aber verwässern. Das Leben ist nun mal ein Kompromiss. 150 % alias 2× SSAA ist es übrigens auch. Wir nutzen diese Zwischenstufe schon seit vielen Jahren bei einigen Index-Spielen, denn damit lässt sich Full-HD nicht nur aus dem CPU-Limit ziehen, sondern möbelt die Qualität in dieser verbreiteten Auflösung auch stark auf, sodass man jedem FHD-Spieler dazu raten sollte.
Zu Elex speziell: Ende Dezember schlug, nach langer Zeit ohne Patches, ein Update ein, das auch neue Kantenglättungmodi einführt. Das theoretisch beste AA inklusive temporaler Verrechnung scheint derzeit fehlerhaft zu sein, weshalb wir nun noch den "Patch für den Patch" abwarten und die Technik des Spiels dann erneut abklopfen sowie nachtesten. Im Zustand bis Mitte Dezember bot das Spiel kein Temporal-AA und flimmerte daher stark, sodass Downsampling besonders sinnvoll war, selbst ohne CPU-Limit."
Leserbriefe können Sie an leserpost@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

Ein GPU Indextest im CPU-Limit machen, nur um Leuten entgegen zu kommen, die nicht lesen können... Forderungen gibt's, die gibt's garnicht.
Es hat allerdings den Anschein, dass dem Schreiber des Leserbriefes nichtmal klar war, dass es sich um einen Indextest handelt. Da könnte man ansetzen.
Beim Index vollkommen richtige Strategie. Wer nicht einmal die Zeit hat, die Achsenbeschriftungen zu lesen, oder zumindest dann ein wenig genauer hinzusehen, wenn die Zahlen im ersten Moment nicht so eindeutig sind, ist wirklich selbst dran schuld.
Ist das nun Standard bei der aktuellen Generation Z?
@KaneTM: Sorry, wenn mein Beitrag angefressen klang. Das war nicht in Deine Richtung, mich hat Pu244's Beitrag nur richtig geärgert.
Was Du möchtest ist also eine Art "Disclaimer" im Artikel, in dem die Indexermittlung erklärt wird, z.B. "Diese Tests dienen nur der Ermittlung eines Indexwertes mit möglichst guter Aussage über die Leistungsfähigkeit der Hardware. Es ist kein Praxistest. Für praxisrelevante Werte schauen sie bitte in die entsprechenden Artikel".
Ich hab den Artikel gerade nicht vor mir, aber ich würde fast wetten, dass das in der einen oder anderen Weise sogar da mit drin steht...
Ein Indexwert ist nun mal etwas anderes als ein Praxistest!
Erklär weniger, warum alle anderen Unrecht haben und finde eine Möglichkeit, bei der kein Beteiligter mehr was zu meckern hat. Geht nicht immer, aber man kann es ja zumindest versuchen...
Wie Du dem Leserbrief entnehmen kannst, ging es bei dem fraglichen Artikel um die Ermittlung des GPU Vergleichsindexes. Klar kann man da weitere Kategorien aufnehmen, aber wozu? Wieviele Kategorien willst Du denn? Und was sollen diese dem Leser vermitteln?
Ein Indexwert ist nun mal etwas anderes als ein Praxistest!