Chinas erste Cloud-GPU: "Big Island" ist bei TSMC in der 7-nm-Massenfertigung
Die von Shanghai Tianshu Zhixin Semiconductor entwickelte Compute-GPU "Big Island" ist offenbar bei TSMC in der Massenfertigung angelangt. Im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten AMD Instinct MI100 und Nvidia A100 fällt insbesondere die niedrige Transistorzahl auf.
China versucht schon seit vielen Jahren, zunehmend mehr Hardware im eigenen Land zu entwickeln und zu produzieren, um sich somit von anderen Ländern unabhängiger zu machen. Beispiele dafür sind massive Investitionen in die Speicherproduktion, die x86-Prozessoren von Zhaoxin und eine neue Compute-GPU: Die von Shanghai Tianshu Zhixin Semiconductor produzierte Big Island.
Big Island gegen MI100 und A100
Im Januar wurde Big Island überraschend angekündigt, doch die Entwicklung der Compute-GPU soll schon 2018 begonnen haben. In diesem Zeitraum wurde eine GPU entwickelt, die es zumindest auf dem Papier in sich hat. Der Chip mit seinen 24 Milliarden Transistoren soll neben 32 GB HBM2 auf einem Interposer untergebracht werden und diverse Rechenarten wie beispielsweise FP16, INT16 und INT8 unterstützen. Konkurrenten dürften somit AMDs Instinct MI100 ("Arcturus") und die Nvidia A100 sein.
Quelle: Iluvatar
Big Island soll auf dem Papier viel Leistung bieten. Ob diese am Ende wirklich so abrufbar wird, dürfte am Ende auch von der Software abhängen.
Quelle: Iluvatar
Big Island soll eine TDP von 300 W haben und GPU sowie Speicher auf einem CoWoS-Interposer unterbringen.
Während im Januar nur die Rede davon war, dass "Big Island" in der Testphase sei, so wurde die GPU nun offiziell vorgestellt. Demnach befindet sie sich aktuell in der Massenfertigung bei TSMC. Dort setzt sie, wie die Compute-Konkurrenz von AMD und Nvidia, auf den 7-nm-Prozess.
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Mit Hinblick auf die Leistung ist ein Vergleich schwer, denn die Grafikkarten von Thianshu Zhixin, AMD und Nvidia decken unterschiedliche Zielgruppen ab und unterstützen somit unterschiedliche Rechenformate. Vergleichswerte gibt es nur für FP32-, FP16- und INT8-Operationen. Hier liegt Big Island durchweg vor AMDs mehr als doppelt so großer MI100-GPU, wohingegen die Nvidia A100 nur in FP32-Berechnungen bezwungen wird.
| GPU | Big Island | AMD MI100 | Nvidia A100 |
|---|---|---|---|
| Fertigung | 7nm, TSMC | 7nm, TSMC | 7nm, TSMC |
| Transistoren | 24 Milliarden | 50 Milliarden | 54 Milliarden |
| Speicher | 32 GB HBM2 | 32 GB HBM2 | 40 GB / 80 GB HBM2 |
| TDP | 300 W | 300 W | 250 W / 400 W |
| FP32 | 37 TFLOPs | 23,1 TFLOPs | 19,5 TFLOPs |
| FP16 | 147 TFLOPs | 92,3 TFLOPs | 312 TFLOPs |
| INT8 | 295 TOPs | 184,6 TOPs | 624 TOPs |
Nachdem alle drei GPUs auf denselben Prozess setzen, dürften die tatsächlichen Unterschiede aber geringer ausfallen: Je nach Verteilung der Recheneinheiten dürften abwechselnd Tianshu Zhixin, AMD und Nvidia vorne liegen. Nvidia hat dabei den Vorteil eines größeren TDP-Spielraums, wohingegen die Big-Island-GPU mit nur 24 Milliarden Transistoren vermutlich weniger Rechenformate oder Operationen unterstützen wird.
Quelle: Iluvatar via Videocardz

Integerleistung wird nur zum abarbeiten von Listen oder Speichererung von Mustern benutzt.
Somit ist die China GPU, mit ihrer sehr guten fp32 Leistung, für ihren Einsatz als 3D-Texture Erkennung, geeignet.
Zum Berechnen von Hashsummen wie bei Cryptocurrency, benötigt man auch eher int Leistung.
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Ist ja bei uns Deutschen bzw. erweitert den Europäern auch nicht anders. Frei nach dem Motto: "Jedes Wesen soll an seinem eigenen genesen". Ob jetzt in Asien, Afrika, Europa oder sonstwo.
Klar ist es bei AI-Workloads ein Unterschied ob es um das Inferencing oder das spätere Matching geht – FP32-Power deutet meiner Meinung nach aber eher auf wissenschaftliche Compute-Anwendungen hin, die nicht große statische Matrizen auf einzelne Werte anwenden sondern komplett mit "zufälligen" Zahlen und hoher Genauigkeit rechnen müssen.