Corsair Air 5400 RS-R ARGB im Test: Kühlung und Fazit
Wie gut kühlt das Corsair Air 5400 RS-R ARGB wirklich? Detaillierte Messergebnisse, Temperaturwerte und Fazit des Tests.
In diesem Artikel
Leistungstest
Auch wenn wir beim Corsair Air 5400 RS-R ARGB auf ein ähnliches Testverfahren zurückgegriffen haben wie bei unseren bisherigen Gehäusetests, sind die Ergebnisse nicht direkt vergleichbar. Zum Einsatz kam hier ein komplett neues Testsystem mit Intel Core i7-14700K, PNY GeForce RTX 5070 Ti Triple Fan OC, 32 GiB G.Skill DDR5-6000, MSI MAG Z790 Tomahawk MAX WiFi und einer Corsair Nautilus-AiO in der Front. Das System unterscheidet sich also deutlich von unserem bisherigen Aufbau mit Luftkühler und älterer GPU, weshalb die absoluten Temperaturen in anderen Tests nicht als Referenz dienen können. Gemessen wurde 50 cm frontal sowie schräg vorne (45 Grad) zur lauteren Seite mit einem Neutrik NC10. Als Last kamen Cyberpunk 2077 (WQHD, Preset "Hoch", 30 Minuten mit Vorwärmphase) und Cinebench R23 (10 Minuten Multicore) zum Einsatz.
Quelle: PCGH
Corsair Air 5400 RS-R ARGB im Test: Drei Kammern, viele Fragen - gibt es Antworten? (2)
Im Cinebench-Durchlauf erreichte die CPU zwischen 56 und 60 °C, die GPU zwischen 36 und 43 °C. Mit montierten Luftführung lag die CPU bei 60 °C, die GPU bei 43 °C - ohne Kunststoffteile waren es 57 °C und 39 °C. Auch bei fixierten 60 Prozent Lüfterdrehzahl blieb das Verhalten ähnlich, die Temperaturen lagen zwischen 59 °C/39 °C und 59 °C/41 °C. Unter Cyberpunk 2077 zeigt sich der Effekt etwas deutlicher: Mit Luftführung blieb die CPU bei 54 bis 57 °C, die GPU konstant bei 64 bis 65 °C. Ohne Kunststoff stieg die GPU leicht auf 65 bis 66 °C, während die CPU auf ähnlichem Niveau blieb.
Der Temperaturunterschied ist also messbar, aber nicht markant - die Luftführung lenkt den Strom lediglich gezielter in Richtung Grafikkarte, was für eine etwas gleichmäßigere Wärmeabfuhr sorgt. Da die Front durch den Radiator weitgehend blockiert ist, übernehmen die drei Bodenlüfter den Hauptluftstrom. Mit Luftführung verläuft dieser fokussierter und wird schneller nach oben abgeleitet, wodurch sich die Temperaturspitzen an der GPU reduzieren. Ohne Kunststoffteile verteilt sich der Luftstrom diffuser, wodurch sich die GPU etwas stärker erwärmt. In der Lautheitsmessung unter Spielelast erreichte das System 3,4 Sone frontal, 2,5 Sone links und 3,5 Sone rechts. Diese Werte sind recht hoch, allerdings sollte bedacht werden, dass von rechts durch die dritte Kammer, also die AiO natürlich mehr Lärm produziert wird. Stellt man sich dieses Gehäuse auf den Schreibtisch, dann sollte man darauf achten, dass man links davon sitzt.
Die Vitrinen-Optik
Summa summarum
Das Corsair Air 5400 RS-R ARGB ist ein außergewöhnliches Gehäuse: technisch solide, optisch auffällig und mit klarer Ausrichtung auf AiO-Kühlungen sowie modernes Hardware-Layout. In der Kategorie Ausstattung erreicht das Air 5400 eine Note von 2,47. Trotz seiner Größe und des modularen Aufbaus bleibt der Funktionsumfang überschaubar: Es gibt nur einen Kombi-Platz für zwei 2,5-Zoll-SSDs oder eine 3,5-Zoll-HDD. Vorinstalliert sind drei 120-mm-RS120R-ARGB-Lüfter, weitere Lüfter können ergänzt werden - allerdings ausschließlich im 120-mm-Format, 140er werden nicht unterstützt. Auf der Habenseite steht dafür viel Platz für Radiatoren bis 360 mm an Front, Deckel und Boden, ein modernes I/O-Panel mit drei USB-C-Anschlüssen. Das Frontkabel ist als Strang ausgeführt, was den Einbau vereinfacht. Der Verzicht auf USB-A-Ports dürfte allerdings nicht jedem Nutzer gefallen.
In der Kategorie Eigenschaften erzielt das Air 5400 eine sehr gute 1,78. Die Materialverarbeitung ist hochwertig, die Schnittkanten sind sauber, und die Verwindungssteifheit überzeugt. Der Zusammenbau verlief weitgehend problemlos, das Kabelmanagement ist großzügig und bietet viele Haltepunkte. Besonders positiv fällt der Platz für High-End-Hardware und große AiOs auf. In der Praxis gab es nur leichte Schwierigkeiten, etwa bei den fest verschraubten Slotblenden oder beim beengten Raum hinter dem Front-Radiator.
Gehäuse im Überblick
Einen klassischen Leistungstest, wie wir ihn üblicherweise für Gehäuse durchführen, konnten wir beim Corsair Air 5400 nicht sinnvoll umsetzen. Durch die dreigeteilte Struktur und den Radiatoraufbau wären die Ergebnisse nicht mit anderen Gehäusen vergleichbar. Diese würden also ein verzerrtes Bild liefern. Daher entfällt bei diesem Gehäuse auch die Leistungsnote und dementsprechend auch die Gesamtnote. Festzuhalten bleibt aber: Obwohl das Air 5400 erkennbar auf Kühlung ausgelegt ist, ist es kein Benchmark-Wunder, sondern bewegt sich im guten Durchschnitt. Die Temperaturen sind stabil, aber nicht herausragend: Die Stärken liegen klar in der optischen Inszenierung und dem innovativen Aufbau.
Wer ein klassisches Airflow-Gehäuse sucht, wird hier nicht den kühlsten Kandidaten finden. Wer hingegen ein Show-Case möchte, das durch seine gebogenen Glasflächen, die Vitrinen-Optik und den außergewöhnlichen Aufbau hervorsticht, wird hier definitiv fündig. Das Air 5400 ist ein Hingucker, keine Kompromisskonstruktion.
Beachtet werden sollte allerdings der Preis: Mit rund 280 Euro für die RS-R-Variante (und 330 Euro für die LX-R-Version) ist das Air 5400 kein Schnäppchen. Für deutlich weniger Geld bekommt man bereits etablierte Alternativen wie das Be Quiet Light Base 900 FX oder das Lian Li Lancool 3.
Was halten Sie von dem Drei-Kammer-Gehäuse? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.
| Gehäuse | Air 5400 |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Corsair (www.corsair.com) |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | Verschiedene Versionen |
| Aktueller Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | ca. 190 Euro (UVP)/Note: 2- |
| Ausstattung | 2,47 |
| Plätze für Laufwerke (ab Werk) | 2× 2,5 Zoll oder 1× 3,5 Zoll (Kombi-Platz) |
| Lüfterplätze | Front, Decke, Boden: je 3× 120 mm, Heck: 1× 120 mm |
| Vorhandene Lüfter | Boden: 3× 120 mm |
| Plätze für Radiatoren (bis zu) | Front, Decke, Boden: 360 mm, Heck: 120 mm |
| Erweiterungs-Slots (Blende) | Sieben |
| Frontanschlüsse | 3× USB 3.2 (2× Gen 1 Type-C 5 GBit/s, 1× Gen 2 Type-C 20 GBit/s), 1× Audio-Klinke (Headset/Mikrofon), Power-Taste |
| Staubschutz (Erreichbarkeit) | Front (leicht, eingeklemmt), Boden (leicht, eingeschoben) |
| Handbuch | Nur als QR-Code und digital |
| Auszug der Bestandteile | Front- und Seitenteil aus 4 mm gebogenem Glas, über Scharniere mit dem Rahmen verbunden. Deckel und Boden aus Stahl, werkzeuglos lösbar. Sieben Slotblenden aus Metall mit Thumbscrews. Kabelführung über Bürstendurchführungen und zahlreiche Haltepunkte hinter dem Mainboard-Tray. Vormontierter Bodenfilter. Lieferumfang: Schraubenset, Kabelbinder, optionaler Staubfilter. |
| Eigenschaften | 1,78 |
| Material – Gewicht (nicht gewertet) | Stahl, Kunststoff, gehärtetes Glas, ca. 14 kg |
| Abmessungen (H × B × T)/Gesamtvolumen | 47 × 34 × 46,7 cm, ca. 75 L |
| Komponenten-Maße (bis zu Länge bzw. Höhe) | GPU: ca. 36,0 cm, CPU: 18,0 cm, Netzteil: ca. 20,0 cm, Mainboard: bis zu E-ATX (305 × 277 mm) |
| Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/Verwindungssteifigkeit | Gut/sehr gut/gut |
| Auszug der Zusammenbaudetails | Note: 2+. Durch die Scharniere an Front und Seite ist der Zugang zum Innenraum besonders komfortabel, der Innenaufbau insgesamt großzügig. Die Slotblenden sitzen ab Werk sehr fest, lassen sich nach dem ersten Lösen aber problemlos per Hand entfernen. Kabelmanagement gelingt dank zahlreicher Haltepunkte einfach, auch wenn die Bürstendurchführungen nach dem ersten Gebrauch etwas an Form verlieren. Der Platz hinter dem Mainboard-Tray ist üppig bemessen, sodass sich überschüssige Kabel leicht verstauen lassen. Die Lüfterrahmen sind teilweise herausnehmbar, was den Einbau großer AiOs vereinfacht. Eine gedruckte Anleitung fehlt |
| Maximale Radiator-Kombination | (360/360/360/120) |
| Praxisprobleme | Enger Raum zwischen Frontradiator und Kabeldurchführungen erschwert das Verlegen der Lüfterkabel. Bürstendurchführungen verlieren nach mehrmaliger Nutzung an Form und wirken schnell unordentlich. Slotblenden sitzen ab Werk sehr fest und benötigen beim ersten Lösen Werkzeug. Der Deckel kann sich beim Transport leicht verschieben, da keine Verriegelung vorhanden ist. Keine gedruckte Anleitung, nur QR-Code zur Online-Version. |

Wie weit ist es den nun tatsächlich von der Front zur CPU?
Das Gehäuse ist 470 mm breit. Dem rechten Bild nach zu Urteilen sind 20 cm viel zu kurz für die Front.
Wie weit ist es den nun tatsächlich von der Front zur CPU?