Corsair Air 5400 RS-R ARGB im Test: Verarbeitung und Alltagstest
Wie gut ist die Verarbeitung des Corsair Air 5400 RS-R ARGB? Materialqualität, Montagekomfort und Alltagstauglichkeit im Check.
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Eine gedruckte Anleitung liegt nicht bei. Stattdessen ist auf der Verpackung ein QR-Code abgedruckt, der zur Online-Anleitung weiterleitet. Das spart Papier, kann beim Aufbau aber etwas umständlich sein, wenn man schnell eine Schraubenposition oder Montagerichtung nachsehen möchte. Insgesamt ist der Lieferumfang jedoch vollständig und praxisgerecht, auch wenn Corsair bei der Benutzerfreundlichkeit ein wenig Komfort einspart.
Materialqualität, Verarbeitung und Alltagstauglichkeit
Quelle: PCGH
Statt auf Gummierungen setzt Corsair dieses Mal auf Borsten für die Kabeldurchführungen.
Das Corsair Air 5400 vermittelt je nach Stelle einen unterschiedlichen Qualitätseindruck. Während die großen Flächen aus gehärtetem Glas und Stahl sehr hochwertig wirken und einen stabilen und massiven Eindruck hinterlassen, wirken einige der Kunststoffelemente zur Luftstromoptimierung und die Trennwand der AiO-Kammer deutlich einfacher. Gerade die perforierten Kunststoffteile erinnern mit ihrer Struktur ein wenig an das Gemüsefach im Kühlschrank, was zwar kurios wirkt, aber nichts über die tatsächliche Effektivität der Belüftung aussagt.
Corsair hatte hier möglicherweise keine bessere Option: Glas wäre aus thermischer Sicht ungeeignet gewesen und hätte das ohnehin schon schwere Gehäuse noch deutlich schwerer gemacht. Dass man auf transparenten Kunststoff setzt, ist nachvollziehbar, denn nur so kommen die ARGB-Lüfter optisch richtig zur Geltung. Weniger wertig wirken hingegen die Borsten der Kabeldurchführungen. Trotzdem ist das Konzept interessant, da Corsair hier bewusst auf klassische Gummidurchführungen verzichtet, die oft verrutschen oder unsauber sitzen. Die Umsetzung ist also durchaus innovativ, auch wenn die Haptik noch nicht ganz mithalten kann.
Abgesehen von den Kunststoffteilen wirkt das Air 5400 insgesamt sehr stabil und verwindungssteif, allerdings gibt es auch hier wieder eine Ausnahme: Der Bereich für die SATA-Festplatten lässt sich bei Bedarf demontieren, wodurch das Konstrukt an sich ein wenig an Stabilität verliert. Ähnlich verhält es sich bei dem Kabelkanal hinter der dritten Kammer, der leicht nachgibt, wenn Druck ausgeübt wird. Im Alltag dürfte es sich hier allerdings nicht wirklich um eine relevante Schwachstelle handeln.
Quelle: PCGH
Hinter dem Mainboard gibt es eine Menge Platz, um Kabel zu verstauen. Insgesamt stehen fast 12 cm in die Tiefe zur Verfügung.
Der Zusammenbau
Beim Aufbau gab es nur kleinere Schwierigkeiten. Der Lüfterrahmen für den Frontradiator lässt sich herausnehmen, was die Montage deutlich erleichtert, auch wenn der Platz für die Kabelführung der dort montierten Lüfter am Ende recht knapp ausfällt. Beim Verlegen der Kabel zeigt sich zudem, dass die Bürstendurchführungen nach dem ersten Gebrauch nicht mehr ganz so ordentlich aussehen wie im Auslieferungszustand. Wer Wert auf ein makelloses Innenbild legt, muss hier eventuell nachjustieren. Allerdings bietet das Corsair Air 5400 trotz seiner neuartigen Bürstendurchführungen viele klassische Optionen für das Kabelmanagement.
Wie schon beim 5000D gibt es zahlreiche Ausstanzungen und Haltepunkte, um Kabel sauber entlangzuführen oder zu bündeln. Allerdings legt Corsair diesmal nur einfache Kabelbinder bei, auf die praktischen Klettbänder, die man von anderen Modellen kennt, wurde verzichtet. Dafür punktet das Gehäuse mit reichlich Raum hinter dem Mainboard-Tray. Hier lässt sich überschüssiges Kabelmaterial problemlos verstauen, ohne dass man penibel auf den Verlauf achten muss. Wer also keine Lust auf minutiöses Kabelverlegen hat, kann die Leitungen bei Bedarf auch schlicht "verschwinden lassen". Das spart Zeit und sorgt dennoch für ein ordentliches Gesamtbild, besonders dann, wenn das System ohnehin auf rückseitige Anschlüsse ausgelegt ist.
Quelle: PCGH
Die Borsten der Kabeldurchführungen sehen nicht mehr so clean aus, wenn einmal Kabel durchgeführt werden.
Ein echtes Highlight sind die gebogenen Glasflächen an Front und Seite, die dem Air 5400 nicht nur einen eleganten, fast schon futuristischen Look verleihen, sondern auch funktional gelöst sind. Beide Paneele sitzen auf Scharnieren, wodurch sich das Gehäuse ähnlich wie eine Vitrine öffnen lässt. Das sorgt beim Zugriff auf den Innenraum für einen besonderen Moment: Man klappt den PC buchstäblich auf, statt die Seiten wie üblich abzunehmen. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern macht auch den Zugang zu Komponenten spürbar angenehmer.
Bei der Staubfilterung verfolgt Corsair einen klaren Kompromiss zwischen Luftdurchsatz und Schutz. Filter sind lediglich an Front und Boden vorhanden, nicht jedoch an der Oberseite oder der perforierten Seite. Der Bodenfilter ist bereits vormontiert und besteht aus einem klassischen, feinmaschigen Einschubfilter aus Netzgewebe, der sich zur Reinigung einfach herausziehen lässt. Für die Front liegt ebenfalls ein Filter bei, dieser ist allerdings nicht vormontiert, lässt sich aber ohne Werkzeug simpel einklemmen.
Beim Transport sollten Nutzer beachten, dass sich Seitenteile und Deckel nicht zusätzlich verriegeln lassen. Die Seitenteile rasten immerhin sehr fest ein und halten auch beim Anheben sicher. Der Deckel hingegen sitzt etwas lockerer und kann sich beim Tragen oder leichten Stoßen leicht verschieben: ein kleiner, aber erwähnenswerter Punkt, der vor allem dann auffällt, wenn man das Gehäuse häufig bewegt oder offen zeigt.

Wie weit ist es den nun tatsächlich von der Front zur CPU?
Das Gehäuse ist 470 mm breit. Dem rechten Bild nach zu Urteilen sind 20 cm viel zu kurz für die Front.
Wie weit ist es den nun tatsächlich von der Front zur CPU?