Welches Netzteil braucht es für die RTX 5090? Wir erklären es und geben konkrete Tipps
Die Geforce RTX 5090 ist da. Stellt sich die Frage, welches Netzteil kann das neue Flaggschiff tragen? Ab wann empfiehlt sich eine andere PSU als Upgrade?
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Allgemeine Infos zum Stromverbrauch
Grundlegend genehmigt sich die Geforce RTX 5090 mit bis zu ca. 580 Watt deutlich mehr als der direkte Vorgänger. Wie auch bei allen anderen Grafikkarten hängt der Wattverbrauch direkt von der anliegenden Last ab. Bedeutet: Mitnichten liegen die bis zu 580 Watt immer an. In leichteren WQHD- bis Full-HD-Szenarien oder im Idle ist der Verbrauch deutlich niedriger.
Egal, ob älteres ATX 2.4 oder die für Lastspitzen besser ausgelegten Netzteile mit ATX 3.0 und ATX 3.1: Die Gesamtlast des Systems darf die Nennleistung des Netzteils nicht dauerhaft überschreiten. Zwar können einzelne Serien und Modelle die angegebene Leistung dauerhaft überschreiten - beispielsweise können bei einem 750 Watt Netzteil 15 Prozent, ergo ca. 860 Watt durchaus funktionieren -, jedoch steigt unter anderem die Restwelligkeit, und andere wichtige Faktoren wie die Spannungsqualität sinken. Diese Art der Überbelastung kann nicht nur für Schutzabschaltungen sorgen, sondern über Zeit auch zu dauerhaften Schäden an angeschlossener Hardware wie eben der eigenen RTX 5090 führen.
| Leistungsaufnahme | RTX 5090 | RTX 4090 | RTX 3090 Ti | RTX 4080 Super | RX 7900 XTX | RX 6800 XT | RTX 3080 10GB |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leerlauf (UHD-Desktop) | 27 – 31 Watt** | 23 Watt* | 22 Watt* | 14 – 17 Watt** | 17 Watt | 8 Watt | 12 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 37 – 39 Watt** | 32 Watt* | 30 Watt* | 20 – 23 Watt** | 48 Watt | 39 Watt | 21 Watt |
| Ultra-HD-Youtube-Video | 52 – 65 Watt** | 35 Watt* | 28 Watt* | 19 – 22 Watt** | 69 Watt | 49 Watt | 31 Watt |
| Gaming (MAXIMUM) | 580 Watt | 442 Watt | 460 Watt | 317 Watt | 353 Watt | 302 Watt | 330 Watt |
| Full-HD-Gaming @ 60 Fps | 86 Watt | 81 Watt | 91 Watt | 57 Watt | 89 Watt | 101 Watt | 80 Watt |
| Anno 1800 (Full HD) | 364 Watt | 268 Watt | 456 Watt | 280 Watt | 349 Watt | 296 Watt | 321 Watt |
| Control (WQHD + RT) | 468 Watt | 361 Watt | 444 Watt | 307 Watt | 350 Watt | 285 Watt | 329 Watt |
| Metro Exodus EE (UHD + RT) | 578 Watt | 442 Watt | 456 Watt | 316 Watt | 349 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Assassin's Creed Mirage (FHD) | 321 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet | 213 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Dying Light 2 (UHD, RT, DLSS Q) | 473 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet | 291 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
| Indiana Jones (Full HD) | 371 Watt | 318 Watt | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet | Nicht getestet |
Sense-Codierungen erklärt
Damit die Geforce RTX 5090 überhaupt ordnungsgemäß bootet, muss an den Sense-Signalen des 12+4-Pol-Anschlusses mindestens eine Codierung von 450 Watt vorliegen. Die Sense-Codierung ergibt sich aus der Erdung und dem Kurzschließen von SENSE0 und SENSE1 bei den zwei beziehungsweise insgesamt vier feineren Sense-Polen. Je nach Variation der beiden Pole wird der Grafikkarte an der 12+4-Buchse signalisiert, wie viel Strom sie vom Netzteil ziehen darf. Das Netzteil stellt die Leistung im Grunde blind zur Verfügung, die GPU limitiert den eigenen Verbrauch der Signalisierung entsprechend selbst. Zusätzlich zum Stromkabel darf sich die Grafikkarte auch über den PCI-E-Slot etwa über die 12-Volt-Leitung bis zu 66 Watt im Durchschnitt einer Sekunde ziehen.
Quelle: PCGH
Offizielle Spezifikation der Sense-Signal: Sofern SENSE0 und SENSE1 beide geerdet sind, darf sich die RTX 5090 über den 12V-2×6-Anschluss bis zu 600 Watt im Durchschnitt einer Sekunde genehmigen. Mit offenem SENSE0- und geerdetem SENSE1-Pol (andere Codierung) werden daraus nach Spezifikation über den 12V-2×6-Stromanschluss maximal 450 Watt. Mit einer 300-Watt-Codierung bootet die RTX 5090 nicht. Ausführlichere Details und Erklärungen zu dem Spezifikationsthema sind in unserem Plus-Artikel erläutert.
[PLUS] ATX-3.1-Netzteile und 12V-2×6: Was muss man wissen?
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Der beiliegende Adapter
Der zur Karte beigelegte Adapter von Nvidia und Partnern besteht aus vier 8-poligen Buchsen zu einem 12+4-Stecker (H++), der an der 12V-2×6-Buchse am GPU-PCB angeschlossen wird. Pro 8-poliger Buchse sind in der Spezifikation 150 Watt vorgesehen. Mit allen vier angeschlossenen (älteren und bekannten) 6+2-Pol-Stromsteckern am Adapter limitiert sich die Geforce RTX 5090 nicht, sondern darf bis zu 600 Watt über das Kabel in Anspruch nehmen. Mit drei 8-Pol-Steckern sinkt das Power-Limit herab, mit dem Ergebnis, dass die RTX 5090 statt den bis zu ca. 580 Watt in der Praxis auf insgesamt bis zu ca. 475 Watt kommt.
Quelle: PCGH
Die beigelegten Adapter der Custom-Modelle (wie hier bei der Geforce RTX 5090 Suprim von MSI) können anders aussehen als die der Founders Edition. Im Falle von MSI sind die Adapter mit einer sinnvollen gelben Markierung ausgestattet, mit der sichtbarer wird, wenn der Stecker nicht ordnungsgemäß bis zum Anschlag an der Buchse angeschlossen ist.
Bedeutet: Sobald die RTX 5090 die vollen 600 W als Signal an der Buchse bekommt, per Adapter oder nativem 12+4-Kabel, läuft alles, wie es soll. Mit einem Signal von 450 W reduziert sich das Power-Limit. Alle Signale darunter (300 W etwa) lassen die Karte nicht booten.
Das richtige Netzteil und Kabel wählen
Für die Geforce RTX 5090 setzt Nvidia selbst ein Netzteil von 1.000 Watt voraus. Als erster Orientierungspunkt ist die 1.000er-Klasse mit ATX 3(.1) durchaus sinnvoll. Bei ambitionierten Übertaktungs- oder Systemvorhaben sind auch 1.200 bis 1.650 Watt vorstellbar, je nach Budgetvorstellungen. Es braucht jedoch nicht zwangsläufig 1.000+ Watt. Zentral sind die restlichen Komponenten und der Verbrauch dieser.
Quelle: PCGH
Um es konkret zu machen: Mit einem Core i9-14900KS, der unlimitiert auch in Spielen auf üppige 200 Watt kommen kann, empfiehlt sich mit der RTX 5090 in der Tat ein Netzteil mit 1.000 Watt. Unter Last kämen CPU und GPU allein schon auf über 750 Watt, dazu kommen noch Arbeitsspeicher, Mainboard, SSDs und Co.
[PLUS] ATX 3: 8× 1.000-W-Netzteile mit Titanium, Platin und Gold im Vergleichstest - Teil 2
PCGH Plus: Acht weitere Stromherzen schlagen, ach, in unserem Testlabor. Diesmal dabei: Von Lesern angefragte Netzteile mit 80 Plus Titanium, Platinum und Gold in der exemplarischen 1.000er-Wattklasse. Der Artikel stammt aus der PC Games Hardware 01/2024.
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Ganz anders sieht es dagegen etwa mit einem Ryzen 7 7800X3D aus, der ohne Tuning in Spielen auf knapp 50 Watt kommt. Mit so einer sparsameren Konfiguration würde auch mit dem Restsystem ein gutes ATX-3er-Netzteil mit 850 Watt ausreichen.
Netzteile mit 750 Watt gilt es dagegen zumindest mit der RTX 5090 nach Möglichkeit zu meiden oder zumindest die Codierung des 12+4-Kabels (12V-2×6) beziehungsweise die Anzahl der 8-Pol-Kabel zu prüfen (es braucht für den Adapter mindestens drei davon). Sollte dennoch ein ATX-3er-Netzteil um 750 Watt herum zum Einsatz kommen, raten wir mindestens dazu, das Power-Limit auf unter 450 Watt zu reduzieren (Achtung: Leistungseinbuße!) und sparsamere Restkomponenten zu verwenden. Gravierendere Ersparnisse über Undervolting-Tuning konnten wir bisher noch nicht beobachten. Die Nennleistung des Netzteils gilt es stets einzuhalten.
Was ist mit nativen Kabeln und ATX 2.4?
Sofern ein natives 12+4-Pol-Kabel am Netzteil zur Verfügung steht - entweder das neuere 12V-2×6 mit H++-Markierung oder das ältere 12VHPWR mit H+ - ist das grundlegend dem beigelegten "vierzackige" Adapter, vorzuziehen; vorausgesetzt, die Sense-Codierung des Kabels liegt bei 450 W respektive den vollen 600 W. Weniger Anschlüsse reduzieren potenzielle Störquellen zwischen Netzteil und Grafikkarte. Alle namhaften ATX 3er-Netzteile haben ein entsprechendes 12+4-Kabel beiliegen.
Bei guten, älteren ATX 2.4/2.5-PSUs (bestenfalls Single-Rail mit über 1.000 W) sind je nach Hersteller und Modell Zusatzkabel mit 600-W-Codierung in Shops erhältlich. Es braucht also nicht immer einen Neukauf mit RTX 5000. Der Hauptunterschied zwischen ATX 2.4 und 3.1 liegt in der höher garantierten Transient-Slew-Rate begründet (der maximalen Anstiegsgeschwindigkeit der Last), die bei abrupt wechselnden Lasten die vorzeitige Schutzabschaltung vermeidet. Viele ältere ATX-2.4-Spannungswandler, mit eigentlich löblich fein eingestellten Schutzschaltungen, kamen beispielsweise nicht mit einigen Ampere-Launch-Karten (RTX 3090/3080) und Peaks zurecht. RTX 4090 und Co. zeigen sich dagegen deutlich stabiler. Als Neuanschaffung raten wir jedoch explizit von ATX-2er-PSUs ab, sofern kein äußerst attraktives Angebot mit über 1.000 Watt vorliegt.
Unsere Top-5-Netzteile mit 1.000 Watt im Test
Als Empfehlung bereits von uns getesteter Netzteile können wir drei konkrete Modelle und Serien aufzählen. In unserer ausführlicheren Netzteil-Kaufberatung und den PCGH-Plus-Artikeln finden Sie weitere Informationen und Erklärungen. Dort finden Sie auch die hier in aller Kürze gelisteten Top-5-Empfehlungen in breiterer Form.
- Das Asus ROG Strix Aura Gaming (80 Plus Gold) liefert üppige Ausstattung sowie hervorragende Messergebnisse, und der Lüfter bleibt mit 0,6 Sone in unserem längeren Chroma-Test unter Volllast beeindruckend ruhig. Bei der Steckerzahl und den Kabellängen fällt das Aura Gaming dagegen zurück (fünf SATA-Stecker mit bis zu 64,0 cm).
- Das Corsair HXi 2023 (80 Plus Platinum) lässt sich digital über die iCUE-Software auslesen und ansprechen, wobei die anpassbare Lüfterkurve mit einem Drehzahlminimum von 40 Prozent im Vergleich zur sehr guten semi-passiven Voreinstellung für Silent-Liebhaber überflüssig wirkt. Durch proprietäre 12+4-Stecker können 12VHPWR-Buchsen mit neueren Karten (und H++) komplett vermieden werden.
- Das FSP Hydro Ti Pro (80 Plus Titanium) bietet erstklassige Effizienz und Sone-Werte bei der Kühlung. Im semi-passiven Modus blieb der Lüfter im steigenden Lastverlauf bis 75 Prozent völlig passiv, jedoch sind On/Off-Lüfterschwankungen durch die Temperatursteuerung nicht auszuschließen. Im rein aktiven Modus ist der Lüfter mit 0,2 bis 0,3 Sone in der Praxis beinahe unhörbar.
- Das Corsair RMx Shift ist technisch sauber und versetzt die PSU-Buchsen an die Seite. Mit kleineren Microfit-Anschlüssen zum Seitenteil hin kann das alternative Kabelsystem gefallen, solange ein entsprechend passendes Gehäuse vorhanden ist.
- Das MSI MPG A1000G PCIE5 liefert saubere Spannungen und zeigt sich im Bereich der Restwelligkeit nicht nur niedrig, sondern vorbildlich stabil. Zum Knackpunkt wird die Effizienz bei niedriger Last.
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danke für deine Antwort.
Ja, ich denke auch, dass es reichen sollte.
Sind diese Lastspitzen in Igors Tests vom Gesamsystem oder nur der RTX 5090?
Bei dem Netzteil liegt ein extra 600W Kabel dabei. Damit betreibe ich auch meine aktuelle RTX 4090.
Das sind 2x8 PCI-E Stecker, die ins Netzteil gehen und ein 12VHPWR-Anschluss für die GPU.
Deswegen wird ja sowohl seitens IgorsLab als auch PCGH bei 850W-NTs eine Powerlimit von 450W für 5090 empfohlen. Das brauchst Du allerdings nicht.
Man sieht aber, dass ein Powerlimit ggf trotzdem lohnen könnte. In Cyberpunk hat Der Bauer nur -7% Fps bei 450W Powerlimit ausgewertet. Wenn man bedenkt, was die 5090 für eine Heitzung ist, vielleicht gar keine schlechte Option.
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Schau nur nach einem ordentliche Kabel mit 12VHPWR-Anschluss für die Grafikkarte.
danke für deine Antwort.
Ja, ich denke auch, dass es reichen sollte.
Sind diese Lastspitzen in Igors Tests vom Gesamsystem oder nur der RTX 5090?
Bei dem Netzteil liegt ein extra 600W Kabel dabei. Damit betreibe ich auch meine aktuelle RTX 4090.
Das sind 2x8 PCI-E Stecker, die ins Netzteil gehen und ein 12VHPWR-Anschluss für die GPU.
Ich habe einen 9800x3d in Betrieb und eine RTX 4090 MSI Suprim X. Eventuell hole ich mir die RTX 5090.
Igors Lastspitzen haben mich etwas verunsichert. Er empfiehlt ganz klar ATX 3.1. Allerdings war mein Netzteil teuer und funktioniert super. Das müsste doch ausreichen?
Schau nur nach einem ordentliche Kabel mit 12VHPWR-Anschluss für die Grafikkarte.