Evga GTX 960 SSC/4G im Test: Wie stark profitiert die Mittelklasse-GPU von 4 GiByte VRAM? [Test der Woche]
Ohne Rummel fiel im laufenden Monat der Startschuss für viele 4-GiByte-Modelle von Nvidias Geforce GTX 960. PC Games Hardware hat vorab ein Super-Superclocked-Modell (SSC) von Evga zur Verfügung gestellt bekommen und wagt einen ersten Test. Kann es die GTX 960/4G mit den vergleichbar teuren Radeon-Modellen R9 280X und R9 290 aufnehmen?
Anmerkung: Dieser Test hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir ihn heute erneut.
Hinweis: Wir haben den Artikel um Details zur Evga GTX 960 SSC/4G ergänzt.
Von Anfang an machten Nvidias Boardpartner klar, dass es die Geforce GTX 960 irgendwann auch mit verdoppelter Speicherkapazität geben wird. Seit Mitte März werden die ersten Custom-Designs mit 4 GiByte in unserem Preisvergleich gelistet, die ersten sind inzwischen auch schon verfügbar. Grund genug, um uns den Mittelklasse-Ableger mit Maxwell-Innenleben erneut anzusehen. Zum Einsatz kommt dabei eine Super-Superclocked-Version von Evga, die uns derzeit als einziges Testmuster zur Verfügung steht, weitere sollen in den kommenden Wochen folgen. Einen ausführlichen Test mit allen greifbaren 4-GiByte-Modellen finden Sie dann in der PCGH-Ausgabe 06/2015.
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GTX 960/4G im Test - Speicher-Einmaleins: 2 × 2 = 4
Wenn die Boardpartner bei der GTX 960 4 GiByte schreiben, meinen sie tatsächlich auch 4 GiByte. Irgendwelche Besonderheiten wie bei der Geforce GTX 970 gibt es nicht. Der L2-Cache des GM206-Grafikchips ist vollständig aktiviert, auf den kompletten Grafikspeicher kann mit voller Geschwindigkeit (insgesamt 128 Bit) zugegriffen werden. Das ist insofern pikant, da die GTX 960 unter der GTX 970 angesiedelt ist, so aber dennoch mehr Speicher mit voller Geschwindigkeit zur Verfügung stehen hat. Inwiefern das dem GM206-Vollausbau auf die Sprünge hilft oder ob die Rohleistung beziehungsweise Speichertransferrate schon vor der eigentlichen Kapazität limitieren, erfahren Sie in unserem Kurztest.
GTX 960/4G im Test - Benchmarks
Aus unserem Benchmark-Parcours haben wir exemplarisch zwei Spiele herausgepickt, die zwei unterschiedliche Leistungsbilder skizzieren. Zum einen Crysis 3, das unter Full HD und SMAA genügsam mit Grafikspeicher hantiert, und zum anderen Watch Dogs, das bekanntlich sehr speicherintensiv ist. Daneben haben wir eine Vielzahl aktueller und älterer Grafikkarten aus diesem Marktsegment mit den aktuellen Treibern getestet, um Ihnen einen Rundumblick bieten zu können. Die Pixelschubser laufen dabei mit den Referenztaktraten, die Evga-Modelle mit ihrem selbstangelegten Boost-Taktraten, nachdem sie einige Minuten aufgewärmt wurden.
In Crysis 3 zeigt sich dementsprechend keine große Überraschung. Der Geschwindigkeitsvorteil der 4G-Karte gegenüber der 2G-Schwester mit vergleichbarem Boost befindet sich innerhalb der Messtoleranz und ist mit 0,2 Fps beim besten Willen nicht auszumachen. Aufgrund der höheren Rohleistung zeigt sich die Radeon R9 280X noch knappe 10 Prozent schneller, die GTX 770 auf Kepler-Basis sogar 17 Prozent.
Interessanter wird es bei Watch Dogs, wo sich die 2 GiByte schnell negativ bemerkbar machen. Gegenüber der Geforce GTX 760/2G hatte die GTX 960/2G in dem Titel kaum zulegen können, auch die GTX 770/2G bewegt sich auf dem gleichen Niveau. Die GTX 960 mit 4 GiByte kann hier gekonnt von allen zuvor genannten Grafikkarten davonziehen und liefert sogar mehr Bilder pro Sekunde als AMDs R9 280X - die verdoppelte Speicherkapazität könnte sich also kaum stärker bemerkbar machen. Selbst der R9 290/4G kommt man gefährlich nahe, wohingegen die GTX 970 unangetastet bleibt. Dort ist die Rohleistung schlichtweg zu hoch, aber Achtung: Aufgrund der Speicherproblematik kann es dort bei extremeren Auflösungen und Kantenglättungsmodi wegen Mikrorucklern zu einem gefühlt schlechteren Erlebnis kommen.
Wissenswert: Die wichtigsten Tests zur aktuellen Grafikkartengeneration von Nvidia und AMD
- RX 480 Test: Preisbrecher mit 14-nm-Technik
- RX 470 Test: Nur wenig langsamer als ihre große Schwester
- RX 460 Test: Die Kleine mit der Polaris-11-GPU
- GTX 1080 Test: High-End von Nvidia
- GTX 1070 Test: Gehobene Mittelklasse von Nvidia
- GTX 1060 Test: Konkurrenz für die RX 480
- Titan X Test: Brachiale Exklusivität
Ein Skalierungsdiagramm verdeutlicht die Vorteile von 4 gegenüber 2 GiByte: Wo die GTX 960/2G auf unspielbare 12 Fps abrutscht, sind es bei der GTX 960/4G noch mindestens 32 Fps. Nachladeruckler und langsam nachladende Texturen, wie sie mit 2-GiB-Karten normal sind, verschwinden. Dadurch wird der Frameverlauf insgesamt ruhiger, das Spielerlebnis runder.
Quelle: PC Games Hardware
Watch Dogs: EVGA GTX 960 SSC 2 GiB vs. 4 GiB: Skalierungsdiagramm (y-Achse: Fps, x-Achse: Zeit in Sekunden)
Evga GTX 960 SSC/4G - die Besonderheiten
Quelle: PC Games Hardware
EVGA GTX 960 SSC/4G (rechts) besitzt im Gegensatz zur 2-GiB-Version (links) eine Backplatze
Mit seiner Geforce GTX 960/4G bringt EVGA das Dual-BIOS in die Mittelklasse. Das ist besonders für Enthusiasten ein Pluspunkt, falls ein BIOS-Flash mal in die Hose gehen sollte (auf Basis des zweiten lässt sich dann das erste zurückflashen). Sowohl auf Nvidias als auch auf AMDs Seite gibt es das eigentlich erst bei höherpreisigen Modellen. Zusätzlich bringt EVGA bei der GTX 960 SSC/4G jetzt eine Backplate an (siehe Bild links).
Insgesamt kann das Custom-Design überzeugen. Die Taktraten werden stets nach Herstellerangaben gehalten und die Lautstärke ist im offenen Testaufbau subjektiv gering. Die Kühllösung mit drei 8-mm-Heatpipes (mit Bodenplatte) und zwei Lüftern (Doppelkugellager) sollte also noch ordentlich Reserven für ein manuelles Anheben der Taktraten haben. Wie schon bei früheren ACX-2.0-Modellen schalten sich die beiden Lüfter ab, sobald die GPU-Temperatur unter 60 Grad Celsius fällt. Im Leerlauf und bei geringer Last ist die Grafikkarte also lautlos. Je nach Modell gibt es eine Übertaktung ab Werk, bei unserer Super-Superclocked sind es 1.279/1.342/3.500 MHz (GPU-Basis/GPU-Boost/VRAM). Ausgelegt ist das Design für eine durchgehende Leistungsaufnahme von 160 Watt, wobei die Stromversorgung über einen einzelnen achtpoligen Anschluss erfolgt.
Das Hauptargument für Evga dürfte immer noch die ausgedehnte Garantie darstellen, die sich standardmäßig auf drei Jahre beläuft. Optional kann diese auf 5 oder 10 Jahre erweitert werden (im Falle der GTX 960 SSC/4G würde das 12 beziehungsweise 25 Euro kosten).
GTX 960/4G im Test - vorläufiges Fazit
Auch wenn es nicht bei allen aktuellen Spielen der Fall ist, geht die Reise in eine klare Richtung: 2 GiByte Grafikspeicher sind nicht mehr zeitgemäß. Obwohl die Rohleistung der Geforce GTX 960 im Vergleich zur GTX 980 halbiert ist, kann erstere Grafikkarte dennoch stark von den 4 GiByte profitieren. In Zukunft dürften sich die Spiele mit einem Speicherhunger jenseits der 2 oder 3 GiByte noch weiter anhäufen. Damit ist die GTX 960/4G eine gute Alternative zur R9 280(X) - wenn denn der Preis nicht wäre.
Die günstigsten Custom-Designs der GTX 960 mit 4 GiByte kosten über 250 Euro, die von uns getestete Evga Super-Superclocked sogar 285 Euro. Damit wildert man im Bereich der deutlich leistungsstärkeren R9 290, die somit empfehlenswerter erscheint. Bei dem hohen Kostenpunkt helfen dann auch nicht mehr die überzeugende Kühllösung, die hinzugekommene Backplate (die Evga GTX 960 SSC/2G besitzt keine) und das ansonsten einzigartige Dual-BIOS weiter. Der Kostenpunkt müsste in Richtung 220 bis 230 Euro gehen, damit das Gesamtpaket stimmt. Das ist allerdings kein Evga-, sondern ein GTX-960-spezifisches Problem.
Wir sind gespannt, wie sich der Markt in den kommenden Wochen bei einer breiten Verfügbarkeit entwickeln wird. Übrigens: In der PCGH-Ausgabe 06/2015, welche Anfang Mai erscheint, werden wir alle greifbaren 4-GiB-Modelle versammeln und ausführlich testen (derzeit befindet sich nur die Evga-Karte im Testlabor). Bis dahin hat der Markt Zeit, die Preise zu regulieren.

das ist doch genauso wie es sein soll.
Leider war die MSI mal wieder nicht lieferbar sonst hätte ich mir diese geholt, ne andere kam nicht in Frage weil zu lang oder zu laut und zu warm.
Aber nun bin ich guter Dinge, die GTX 960 tut ihren Job und erfüllt alle meine Anforderungen
Dass die r280 mehr frisst bestreite ich nicht ab, aber je nach Person ist das nicht soviel und macht sich dann auch nicht mal bemerkbar.
Ist ja auch egal, würde aber in den allermeisten Fällen wirklich die r280 empfehlen - die Vergangenheit hat gezeigt, dass so ein 1GB VRAM mehr schon nützlich sein.