Zotac MEK Mini im Test: Kleines Kraftpaket mit viel Leistung auf wenig Raum
Auf nur 9,2 Liter Raum stattet Zotac den MEK Mini mit aktueller Gaming-Hardware aus. So setzt unser Testgerät auf eine Kombination aus Intel Core i7-9700, Nvidia Geforce RTX 2070 Super und 16 GiByte RAM. Wieviel Flexibilität der kompakte Gaming-Riese mit zwei externen Notebook-Netzteilen bietet, haben wir getestet.
Wer Gaming und Mobilität kombinieren möchte, landet schnell bei Gaming-Notebooks. Große 17-Zöller der Kategorie Desktop Replacement sind ähnlich schwer, aber eben nicht ganz so flexibel wie ein kleiner ITX-Rechner. Wer mobil bleiben möchte, aber nicht allzu oft den Platz wechselt, bekommt für den gleichen Preis eines Notebooks einen deutlich besser ausgestatteten Desktop-PC, der etwas individueller konfiguriert und erweitert werden kann. Mit dem MEK Mini möchte Zotac den Kompromiss zwischen Leistung, Ausstattungsflexibilität und Mobilität bieten.
Den MEK Mini gibt es neben der von uns getesteten Version mit Geforce RTX 2070 Super und dem Intel Core i7-9700 Achtkerner in einer weiteren Ausführung. Diese günstigere Zusammenstellung kombiniert den Sechkerner Intel Core i5 9400F mit Nvidias Geforce RTX 2060 Super und 8 GiByte RAM. Beide Geräte sind jeweils mit oder ohne Tastatur und Maus erhältlich. Ohne diese kosten sie rund 1.200 beziehungsweise 1.770 Euro.
Zotac hat den MEK Mini so klein wie möglich werden lassen. Um Platz zu sparen, nutzt der Mini-PC zwei externe Netzteile, die in den mitgelieferten Gummiständer zusammen halb so groß sind wie der MEK Mini selbst. Das lässt den Komplett-PC auf den ersten Blick mobiler wirken, als er wirklich ist. Das Mini-ITX-Mainboard kommt genau wie die kurze ITX-Grafikkarte von Zotac selbst. Der Aufbau des Rechners ist komplex und macht es ziemlich schwierig, aber nicht unmöglich, Veränderungen an der Hardware vorzunehmen. Das Öffnen eines Seitenpanels erlaubt jedoch direkten Zugriff auf den Speicher und die zwei RAM-Module.
Wir haben bereits den Vorgänger MEK1 getestet, der noch etwas höher aber auch schlanker war. Das dünne Format machte die Kühlung mittels kleinem Gehäuselüfter sowie Axiallüftern noch etwas schwieriger. Anstatt die Grafikkarte nach oben abzuwinkeln wurde sie nun im MEK Mini per Riser nach hinten umgeklappt. Das etwas dickere Gehäuse wirkt jetzt etwas stimmiger und macht den Luftfluss nicht ganz so kompliziert, also auch etwas leiser.
Bildergalerie
Ausstattung: Einen MEK Mini mit SD-Kartenleser zum Mitnehmen
Die Ausstattung des MEK Mini ist eines zeitgemäßen Gaming-Rechners würdig: Die Geforce RTX 2070 Super aus dem Hause Nvidia bringt selbst modernste PC-Spiele in WQHD flüssig auf den Bildschirm und das sogar mit aktivem Raytracing, wie unsere Benchmarks zeigen. Auch UHD-Gaming mit einigen Kompromissen in Grafikdetails ist erlaubt. 16 GiByte Arbeitsspeicher sind für Spiele und die meisten Anwendungen heutzutage noch absolut ausreichend.
Der i7-9700 ist ein Achtkerner ohne Hyperthreading mit einem Basis-Takt von 3 GHz Basistakt und maximaler Boostrate bei 4,7 GHz. Der i7-9700 kann im Gegensatz zum 9700K nicht übertaktet werden. Dennoch bietet er genug Leistung, um in Zotacs Paket nicht als Fps-Flaschenhals zu agieren.
Die verbaute NVME-SSD ist mit 240 GB etwas knapp bemessen. Ausreichend viel Speicherkapazität stellt deswegen eine 2TB 2,5 Zoll Festplatte aus dem Hause Seagate bereit.
Rückseitig verfügt der MEK Mini an der Grafikkarte über drei DisplayPort-1.4-Anschlüsse und einen HDMI-2.0-Steckplatz. Neben zwei Gigabit-LAN-Buchsen sind ebenfalls vier USB-3.1-Buchsen zu finden. Die WLAN-Versorgung ist genau wie einer der Ethernet-Ports von Killer. Hier kommt der Killer-Wireless-AC-1550-Controller zum Einsatz. Auch Bluetooth 5 bietet der kleine Gaming-PC.
An seiner Front befinden sich zwei USB-3.0-Anschlüsse von denen einer Typ-C ist. Neben Anschlüssen für Headset und Mikrofon komplettiert ein 3-in-1-SD-Kartenleser das ziemlich umfangreiche Paket. Den vorhandenen Platz nutzt Zotac vernünftig, sodass Nutzer auf nichts verzichten müssen. Als Betriebssystem ist Windows 10 Home vorinstalliert. Außerdem liefert Zotac einen Recovery-Stick mit, der neben dem Betriebssystem auch die notwendigen Treiber enthält. Etwas Besonderes sind die mitgelieferten Halterungen für die Netzteile. Diese machen die eckigen, schwarzen Kästen zwar nicht viel schöner, sorgen jedoch dafür, dass sie an ihrem vorgesehenen Platz bleiben und schneller zusammengepackt sind.
Das luftgekühlte Gehäuse zieren zwei dominante LED-Flächen. Deren Lichteffekte lassen sich mittels mitgelieferter Software steuern oder auch ausschalten.
Zotac MEK Mini: Einzelpreis-Vergleich
Mit den vielen individuellen Komponenten des MEK Mini macht uns Zotac den Preisvergleich nicht einfach. Dennoch ist es möglich, die bekannten Ausstattungs-Merkmale im Online-Konfigurator eines großen nationalen Shops zu kombinieren und um passende weitere Komponenten zu ergänzen. So kommen wir auf einen Preis von etwa 1550 Euro. Dieser liegt mehr als 200 Euro unter dem Preis des Zotac MEK Mini, was eine deutliche Ersparnis darstellt. Für den Aufpreis bekommt man jedoch das individuelle, kompakte Format mit externen Netzteilen, dass in Standard-ITX-Builds so nicht existiert und nicht zuletzt auch Garantie auf den Komplettrechner.
Anwendungs- und Spieleleistung
Im Testbetrieb beweist der MEK Mini, dass er es versteht, seine Hardware auch praxisbezogen einzusetzen. In keinem der von uns getesteten Bereiche wie Videokodierung, Bildbearbeitung oder auch bei synthetischen Benchmarks waren Leistungseinbrüche feststellbar. Das spricht für ein gut abgestimmtes System, was sich auch in unseren Spiele-Benchmarks zeigt.
Der Benchmark-Vergleich zwischen dem Zotac MEK Mini und unserem Testrechner samt Geforce RTX 2070S Founders Edition zeigt, dass der Mini-PC unserem Testrechner insgesamt leicht unterlegen ist. Das ist aber nicht überraschend, da unser System mit einer schnelleren CPU und mehr Arbeitsspeicher ausgestattet ist. Besonders deutlich wird dies beim Benchmark von Assassin's Creed: Odyssey. Das Spiel stellt aufgrund seiner lebendigen Spielwelt große Ansprüche an die CPU. Das macht den Unterschied mit rund 15 Fps im Durchschnitt recht deutlich.
Die bessere CPU des Testrechners macht sich bei Batttlefield 5 hauptsächlich durch kleinere Frametime-Schwankungen bemerkbar. Das Fps-Minimum liegt jedoch auch beim Zotac MEK Mini noch bei flüssigen 80 Fps. Bei The Witcher 3 überholt der MEK Mini unser Testsystem sogar. Auch hier liegen die Werte so knapp auseinander, dass man nicht von Leistungsunterschieden sprechen kann. Das zeigt jedoch, dass der Mini-PC aus dem Hause Zotac das beste aus seinen Komponenten macht.
Geräuschentwicklung
Quelle: PC Games Hardware
Die Seite des Zotac MEK Mini ziert nur eines der Zahlreichen Lüftungsgitter.
Der Zotac MEK Mini packt viel Hardware in ein kleines Gehäuse. Durch die externen Netzteile kann der Hersteller dieses sogar noch kleiner gestalten und spart sich auch eine Wärmequelle. Nichtsdestotrotz produziert der Gaming-Rechner genügend Wärme, derer er sich entledigen muss. Im Vergleich zum MEK1 geht Zotac hier andere Wege. An der Unterseite sitzt ein Lüfter, der kühle Luft ansaugt und durchs Gehäuse nach oben bläst. Die warme Luft wird schließlich von zwei Lüftern an der Oberseite hinaus befördert. Auf dem CPU-Kühler sitzt ein Radiallüfter, wie man ihn von Notebooks kennt, der von der Seitenwand Luft ansaugt und nach hinten raus bläst. Die Grafikkarte hat einen Kühler mit zwei herkömmlichen Axiallüftern.
Beim Surfen oder bei anderen Office-Tätigkeiten ist der MEK Mini mit 0,7 Sone noch hörbar. Dies fällt aber nur auf, wenn man sich auf das gleichmäßige Geräusch konzentriert. Surft man nebenbei und beschäftigt sich, geht das Rauschen schnell unter. Nur besonders geräuschempfindliche Naturen müssen hier zum Headset oder anderer Beschallung greifen. Das ändert sich jedoch, sobald er mit anspruchsvollen Arbeiten oder Spielen gereizt wird. In solchen Situationen drehen die Lüfter ordentlich hoch und erzeugen insgesamt eine Lautheit von 3,6 Sone. Das macht ihn unter Volllast also wie erwartet in etwa so laut wie jeden leistungsfähigen Spielerechner.
Fazit: Der Zotac MEK Mini ist ein Mini-PC mit bedingter Mobilität
Das Versprechen einer mobilen Gaming-Maschine kann Zotac mit dem MEK Mini voll erfüllen. Zwar kann der kleine PC bei Gaming und Office-Arbeiten überzeugen, dennoch ist er dabei nicht viel mobiler als individuelle PCs mit kleinem ITX-Gehäuse. Das rund 9,2 Liter große Kraftpaket mit einem Gewicht von etwas mehr als vier Kilogramm erkauft sich seine Kompaktheit unter anderem durch das fehlende Netzteil im Gehäuse. Stattdessen benötigt er zwei externe Netzteile, die gemeinsam mit ihren Standfüßen 3,4 Kilogramm wiegen. Damit ist allein seine Stromversorgung so schwer wie ein größeres 17-Zoll-Notebook.
Nimmt der MEK Mini wie seine größeren Kollegen lediglich auf einem Schreibtisch oder auch im Wohnzimmer seinen Platz ein, ist er mit seiner Größe unauffällig, schön anzusehen und leistungsstark. Doch dieser Luxus bringt Nachteile mit sich. Durch sein kompaktes Äußeres ist auch sein Inneres auf Platzsparen ausgelegt. Dies betrifft vor allem die von Zotac selbst entwickelten Bestandteile wie das Mainboard und die Grafikkarte. Das Aufrüsten gestaltet sich also abseits von den leicht zugänglichen Speichergeräten schwierig. Obwohl die Komponenten-Auswahl nicht sehr transparent ist, lässt sich ein ähnlicher Gaming-Rechner mit Mini-ITX-Gehäuse für weniger Geld konfigurieren. Eine ähnlich große Grafikkarte kann im Gehäuse zwar einfach betrieben werden, beim CPU-Wechsel wird das wegen der individuellen knappen Kühllösung schon schwieriger.
Trotz der genannten Kritikpunkte sehen wir durchaus eine Kundengruppe für den MEK Mini. Sein Design ist durchdacht und weiß zu gefallen. In seinem kompletten Auslieferungszustand ist er gleich nutzungsbereit und liefert genug Leistung für aktuelle Spiele in Full HD oder WQHD-Auflösung. Dafür ist der Preis mit 1.770 Euro ohne Tastatur und Maus kein Schnäppchen.
| Produkt | MEK Mini |
|---|---|
| Hersteller | Zotac |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/2161079 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ab ca. 1.770 Euro/Ausreichend |
| Einzelkomponenten-Vergleichspreis | Ab 1.500 Euro |
| Garantie | Zwei Jahre |
| Ausstattung | |
| Abmessung (H x B x T) | 260,8 x 136 x 258,8 mm |
| Prozessor | Intel Core i7-9700 (3,0 GHz, 8c/8t) |
| Grafikkarte | Nvidia Geforce RTX 2070 Super (8 GB GDDR6) |
| Mainboard | Zotac (Intel B360) |
| Anschlüsse | 1x USB-C 3.0, 1x USB 3.0, 4x USB 3.1, 1x Audio |
| SSD/Festplatte | 240 GB (M.2 NVME PCIe, SSD), 1× 2 TB (Seagate, HDD) |
| Arbeitsspeicher | 16 GiByte, DDR4-2666 (2× 8 GiByte) |
| Netzteil | 2 externe Netzteile 19,5V 16,9 A |
| Gehäuse | Zotac Mini-ITX 9,2 Liter |
| Kühlung | Luftkühlung |
| Betriebssystem | Windows 10 Home, 64 Bit |
| Sonstiges | RGB-LED-Streifen an der Front |
| Spiele-Benchmarks | |
| The Witcher 3, Skellige 2018, Full HD, Ultra Details, kein Hairworks (avg/min) | 81,3 Fps/63,2 Fps |
| Battlefield 5, Trilladeur, Full HD,höchste Details, Raytracing off (on) | 116,2 Fps/80,1 Fps (71,4 Fps/43,9 Fps) |
| Ethan Carter Redux, Full HD & 150 %, Hohe Details, TAA (avg/min) | 106,3 Fps/94,7 Fps |
| Synthetische Benchmarks | |
| Cinebench R15: CPU-Leistung Single Core (cb) | 197 |
| Cinebench R15: CPU-Leistung Multi Core (cb) | 1266 |
| Cinebench R15: CPU-Leistung Single Core (cb) | 476 |
| Cinebench R20: CPU-Leistung Multi Core (cb) | 2884 |
| 3DMark Timespy | 9039 |
| 3DMark Port Royale | 5761 |
| Unigine Superposition 1080p medium | 18173 |
| Unigine Superposition 1080p extreme | 6007 |
| PCMark 10 Extended Score | 8043 |
| Praxistests | |
| AS-SSD Seq. Lesen | 2206,93 |
| Encoding: Handbrake 1.3.1, Apple 2160p60 4K HEVC Surround Preset | 2,79 |
| Dauer in Sekunden | 322,1 |
| Encoding: Handbrake 1.3.1, Vimeo YouTube HQ 1080p60 Preset | 18,67 |
| Dauer in Sekunden | 48,2 |
| Photoshop Puget Overall Score | 763,8 |
| Lautstärke 2D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 0,7 Sone / 0,7 Sone |
| Lautstärke 3D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 3,6 Sone/ 3,6 Sone |
| Fazit (Wertungsnote) | 4 von 5 Sternen |
| + | Kompaktes Design |
| + | Gute Ausstattung |
| - | Schwieriges Aufrüsten |

Und ich weiss nicht,was sie bei diesem PC gedacht haben?Die Netzteil(e) extern,warum 2?
Und was wenn irgendwann einer davon nicht richtig funktioniert,woher einen entsprechenden Ersatz bekommen auf die schnelle?
Ne,dann lieber selber ein Mini PC komponenten zusammen stellen mit nur einen SFX-PSU was jederzeit wechselbar wäre bei einem defekt und einer 2060 Super Mini und gut ist.
Das Zotac-Mek System haben die Netzteile je (2 Stecker) Ausgänge und am I/0 Panel vom Gehäuse/Board 2Eingänge.Also ist das in der Form etwa spezielles und kein standard Aufbau,oder?
Es geht ohne extrem spezielle Teile sogar noch kleiner und sogar mit einem internen Netzteil mit 350 Watt.
Da gibts ein Gehäuse namens Velka 3. Das einzig spezielle an diesem Pc, ist das Gehäuse selber. Das Ding
braucht keine externen Netzteile, ist kleiner, kühler und insgesamt billiger. Da wurde auch eine 2060 Super Mini getestet, die bei etwas über 70 Grad gelandet ist.
Ist vielleicht auch Geschmackssache, aber ich finde diesen Plastikbomber von Zotac auch nicht mal wirklich hübsch.