Laifen P3 Pro 3 im Praxistest: Premium-Reiserasierer ist robust und edel, aber nicht perfekt
Der Laifen P3 Pro 3 will als Premium-Reiserasierer überzeugen: robust, edel verarbeitet und mit starkem Akku. Im Alltag zeigt er jedoch einige Schwächen. Ob sich die Investition trotzdem lohnt, erfahren Sie in diesem Praxistest.
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Ich habe bereits mehrere Rasierer-Modelle und -Marken ausprobiert und kam dann zu dem Schluss, dass es sich schlicht nicht lohnt, das Gesicht glatt zu rasieren. Große, ebene Flächen wie die Wangen gelingen zwar zumeist; das ist aber auch keine hohe Kunst. Die wahre Schwierigkeit liegt - und da werden mir die meisten sicher zustimmen - in den unregelmäßigen Halspartien oder am Übergang zum Kiefer. Um es also wirklich glatt hinzubekommen, musste ich jedes Mal eine gefühlte Ewigkeit investieren, nur um am Abend schon wieder erste Stoppeln zu spüren. Drum habe ich die Klingen irgendwann resigniert niedergelegt und nur noch zum Trimmer gegriffen. So klappt die Abstufung vom kurzrasierten Hals zum restlichen Gesicht deutlich schneller und mit weniger Ziehen und Zupfen. Dementsprechend skeptisch stand ich dem neuen Laifen P3 Pro 3 gegenüber, möchte ihm mit diesem kurzen Praxisbericht aber dennoch eine Chance geben. Kann er brillieren, wo so viele vor ihm gescheitert sind?
Aufs Wesentliche reduziert
Bevor es ans eigentliche Rasurergebnis geht, werfen wir zunächst einen kurzen Blick in den Lieferumfang. Und ein kurzer Blick ist es, denn neben dem Rasierkopf, einem 100-cm-USB-C-Kabel und ein wenig Papierkram ist hier nichts weiter vorhanden. Neben den Sicherheitshinweisen ist hierbei die nützlichste Information übrigens, dass man den (einzigen) Knopf am Laifen P3 Pro 3 für zwei Sekunden halten muss, um den Reisemodus zu deaktivieren. Eine App gibt es diesmal nicht, anders als noch bei der Wave-Spezial-Zahnbürste.
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Der Laifen P3 Pro 3 ist ein schicker kleiner Reiserasierer
Ebenso schlicht wie der Lieferumfang ist auch das komplette Design des kleinen Geräts. Wie bereits erwähnt, verfügt der Rasierer über lediglich einen Knopf, mit dem man ihn an- und ausschalten sowie den Reisemodus aktivieren kann. Mehr Eingabemöglichkeiten gibt es nicht. Damit ist er allerdings sehr einfach zu bedienen, und gerade alle, die es geradlinig mögen, dürften hiervon erfreut sein.
Um ihn zu reinigen, genügt ebenfalls ein Handgriff. Denn der magnetische Rasierkopf lässt sich ganz einfach abnehmen und dank IPX7-Schutzklasse auch unter fließendem Wasser säubern. So hatte ich nie mit Haarrückständen zu kämpfen, die sich sonst gerne mal in diversen Zwischenräumen festsetzen. Vor Fingerabdrücken blieb das hochwertige Alugehäuse ebenfalls verschont, das mit 180 g zudem sehr angenehm in der Hand liegt. Ob einem die ungewöhnliche Form dagegen zusagt, ist natürlich sehr individuell. Mein 30-Euro-Trimmer ist beispielsweise schmaler und leichter, aber mit Sicherheit auch lange nicht so schick verarbeitet. Wer einen Reisebegleiter für unterwegs sucht, der in die meisten Taschen passt, ohne vom Gepäck zerquetscht zu werden, ist hiermit schon einmal gut beraten. Ein separat erhältliches Reiseetui gibt es übrigens. Die enthaltene Schutzkappe genügt meines Erachtens aber völlig.
Was steckt unter der matten Oberfläche?
Quelle: PCGH-Ratgeber
Es gibt nur einen Knopf an der Seite zum An- und Ausschalten sowie zum Versetzen in den Reisemodus.
Eine weitere Auffälligkeit am Gehäuse ist das Motorfenster, das einen kleinen Blick ins Innere zulässt. Durchaus eine schöne Designidee - noch interessanter ist aber der Akku. Der wird über einen USB-C-Eingang hinter einer Gummikappe an der Unterseite geladen und soll Laifen zufolge "100 Min. Akkulaufzeit und Schnellladung - für bis zu 4 Monate Rasur" bieten. Ich selbst habe ihn mit einer vollen Akkuladung jedoch bereits mehr als 100 Minuten am Stück verwendet. Die Nachfrage beim Hersteller ergab dann, dass man sich verständlicherweise am Durchschnittsgebrauch orientiere. So werde wohl mit zwei bis drei Sessions pro Woche mit einer Dauer von zwei bis drei Minuten gerechnet, was die besagte Akkulaufzeit von 14 bis 16 Wochen ergibt. Wie so häufig hängt die genaue Zahl aber vom individuellen Gebrauch ab.
"Am Stück" ist dabei, wie ich korrigieren muss, nicht ganz korrekt. Der Laifen P3 Pro 3 schaltet sich nämlich nach zehn Minuten selbstständig ab, vermutlich auch aus Sicherheitsgründen, woraufhin man ihn aber sofort wieder einschalten kann. Um Überhitzung muss man sich dabei allerdings keine Sorgen machen. Während meines Tests wurde er erst nach über einer Stunde "durchgängigen" Betriebs leicht warm. Da ich den Rasierer aber im Zuge meiner üblichen Sessions nie länger als ein paar Minuten am Stück laufen ließ, fiel mir das erst auf, als ich den Akku wirklich auf die Probe stellte.
So weich wie ein Babyrobbenpopo?
Die wahre Probe, wie ich eingangs beschrieben habe, ist in meinem Fall allerdings die Halsrasur. Und auf dem Papier spricht schon einmal viel für den P3 Pro 3: Dreiklingen-System, gebogener Kamm und spezielles Arcblade-Design mit einem Winkel von 146,2°. Anders als der Akku und die generelle Verarbeitung konnte mich die reine Rasierleistung aber nur bedingt überzeugen.
So habe ich mich glücklicherweise nie damit verletzt. Doch gerade bei längeren Stoppeln, für die er eigentlich geeignet sein möchte, hatte ich mehrfach Probleme mit Zupfen. Selbstverständlich arbeitet jeder Rasierer präziser mit möglichst kurzen Haaren. Und auf ebenen Flächen wie dem unteren Hals bekam ich nach einiger Zeit auch ein sehr gutes Ergebnis. Aber je schwieriger das Gelände wurde, desto mehr nahm die Leitung ab und nicht selten wurden einzelne Härchen sogar ganz ausgelassen, wie das Nachher-Bild zeigt. Von einem 200-Euro-Gerät hatte ich mir offen gesagt mehr erhofft.
Laifen P3 Pro 3: Fazit
Aus diesem Grund fällt die Bewertung nicht ganz so leicht. Die Verarbeitung ist wirklich hochwertig und durch das massive Gehäuse sowie das Gewicht wirkt der Laifen P3 Pro 3 geradezu unverwüstlich. Hinzu kommen der starke Akku und die sehr geradlinige Präsentation. Hier wurde sich nicht mit unnötigem Schnickschnack aufgehalten, was mir persönlich sehr gefällt.
Betrachte ich dagegen das reine Ergebnis, fällt es mir schwer, einen nennenswerten Vorteil gegenüber anderen Rasierern für einen Bruchteil des Preises zu erkennen. Es mag fairerweise sehr schwer sein, mit einem Glattrasierer ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen, das länger als ein paar Stunden anhält. Doch für ein Premiumprodukt, als das sich der P3 Pro 3 präsentiert, liegt die Messlatte nun einmal höher. Wer aber weniger Wert auf einen seidig glatten Hals als vielmehr auf Robustheit legt, weil einem schon das eine oder Billiggerät kaputtgegangen ist, könnte hier durchaus richtig sein. Zumal das Produkt beim Hersteller derzeit noch immer zum reduzierten Preis zu haben ist.
